Dotzlar (mundartlich Dutzela) ist ein Stadtteil von Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen.
Geografie Lage Dotzlar liegt in Luftlinie etwa 3,5 km südsüdöstlich der Stadtmitte von Bad Berleburg, dessen Gebiet im Nordosten des Kreises Siegen-Wittgenstein mitten im Rothaargebirge liegt. Die Grenze im Westen ist gleichzeitig Kreisgrenze zum Kreis Olpe. Im Norden schließt sich der Hochsauerlandkreis an. Die Ostgrenze bildet zugleich die Landesgrenze zum Land Hessen. Die Stadt Bad Laasphe grenzt im Süden und die Gemeinde Erndtebrück im Südwesten an.
Berge und Täler Dotzlar liegt auf einer Höhe von 390 bis 600 Metern über NN. Der niedrigste Punkt ist in den Flussniederungen der Eder, an deren rechtes, südwestliches Ufer es mit dem zugehörigen Laubroth grenzt. Die höchsten Erhebungen rund um Dotzlar sind die Dotzlarer Burg (551 m ü. NN), das Feuerloh (593 m ü. NN), der Eisenstein (580 m ü. NN) und der Sassenkopf bei Sassenhausen (606 m ü. NN).
Nachbarorte Dotzlar grenzt im Osten an Arfeld. Im Süden verläuft die Grenze dann weiter an Sassenhausen und weiter an Weidenhausen vorbei. Westlich folgen Hemschlar und Raumland. Im Norden schließt sich die Grenze zur Kernstadt Bad Berleburg an.
Geschichte
Der Ortsname mit dem Suffix -lar gehört zur Gruppe der ältesten Siedlungsnamen im deutschen Sprachraum, deren Verbreitung besonders in Hessen und Westfalen signifikant ist und auf germanische Ursprünge hinweist. Die Grundbedeutung von -lar soll eine bauliche Abgrenzung im Sinne einer Hürde, eines Lattenwerks oder Gerüstes sein.Heinrich Dittmeier: Siedlungsnamen und Siedlungsgeschichte des Bergischen Landes, Neustadt an der Aisch 1956, Dittmeier: Die (h)lar-Namen. Siedlung und Deutung (Niederdeutsche Studien 10), Köln/Graz 1963. Andere Namensforscher fassen die Bedeutung der Endung -lar weiter im Sinne von Weide(platz), aber auch Moor-, Sumpfgelände, Dorfanger.Adolf Bach: Deutsche Namenskunde II. Die deutschen Ortsnamen 2. Heidelberg 1954.
Das Dorf Dotzlar zählt somit zu den ältesten Ansiedlungen im Wittgensteiner Land. Auch die alte Fliehburg, welche noch heute den Namen des Berges Burg trägt, dürfte das hohe Alter des Dorfes beweisen. Urkundlich wird Dotzlar erstmals 1418 erwähnt; es wird aber angenommen, dass die Gründung bereits 500–600 Jahre früher erfolgte.Hans-Günter Radenbach: Unsere Heimat in vor- und frühgeschichtlicher Zeit in: Karl Pöppel (Hrsg.): Das mittlere Edertal – ein Heimatbuch für Dotzlar, Arfeld, Richstein. Bad Berleburg 1982, S. 13–23.Rudolf Scheffel und Karl Pöppel: Das Dorf Dotzlar und seine Geschichte in: Das mittlere Edertal - ein Heimatbuch für Dotzlar, Arfeld und Richstein, Bad Berleburg 1982, S. 129–135.
In der Nacht vom 30. zum 31. März 1944 erfolgte ein Luftangriff der Royal Air Force auf Nürnberg. Beim Anflug stürzte ein Bomber vom Typ Lancaster am Meisbach ab. Die Besatzung starb.Peter Schneider: Tod am Meisbach: Absturz der Lancaster ND441 bei Dotzlar. In: Wittgenstein. Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins, 2007, S. 130 ff.
Seit dem 1. Januar 1975 ist die ehemalige Gemeinde Dotzlar aufgrund der kommunalen Neugliederung ein Stadtteil von Bad Berleburg, einer der flächengrößten Städte Deutschlands.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1961 (6. Juni) 648 1970 (27. Mai) 709 1974 (30. Juni) 707 2003 (31. Dezember) 847 2004 (31. Dezember) 855 2007 (30. Nov.) 857 2008 (31. Juli) 821 2010 (31. Jan.) 821 2011 (30. November) 805 2012 (30. Juni) 800 2013 (31. Mai) 796 2014 (31. März) 824 2015 (31. März) 845 2016 (31. Dezember) 829 2018 (30. Juni) 812 2021 (31. August) 752 2023 (30. Juni) 727
Politik Aktueller Ortsvorsteher für Dotzlar ist Dirk Jung.
Aktueller Stadtverordneter ist Joshua Briel.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Evangelische Kapelle in Dotzlar Sehenswert ist die Evangelische Kapelle.
Religion Dotzlar gehört der Kirchengemeinde Raumland an.
Veranstaltungen In Dotzlar findet jährlich ein Osterfeuer sowie der „Bärentanz“ und „Bäreleerer“ statt.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Ortschaft wird von Osten nach Westen von der Landesstraße L 553 durchquert, die Dotzlar mit Hatzfeld im Osten und Raumland im Westen verbindet. Von Norden nach Süden durchquert die L 718 den Ort; sie führt aus Bad Berleburg nach Bad Laasphe.
Industrie und Gewerbe In Dotzlar sind einige Handels- und Handwerksbetriebe ansässig. Hierzu gehören ein Dachdeckerbetrieb, ein Heizungsbauunternehmen, ein Brennholzhandel und Lebensmittelladen.
Literatur Karl Pöppel (Hrsg.): Das mittlere Edertal – ein Heimatbuch für Dotzlar, Arfeld, Richstein. Bad Berleburg 1982 Peter Schneider: Tod am Meisbach: Absturz der Lancaster ND441 bei Dotzlar. In: Wittgenstein. Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins, 2007, S. 130 ff.
Weblinks Website der Ortschaft Dotzlar
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Bad Berleburg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Ersterwähnung 1418 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975