Obervellach ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Süden von Österreich im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.

Obervellach ist ein gesetzlich anerkannter Luftkurort., auf www.oehkv.at, abgerufen am 7. Juni 2015

Geographie Die Gemeinde liegt im Mölltal südlich des Tauernhauptkammes. Ein Teil der Gemeinde liegt im Nationalpark Hohe Tauern.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Obervellach gliedert sich in die vier Katastralgemeinden Obervellach, Pfaffenberg, Lassach und Söbriach. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 19 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

mini|Obervellach vom Zwenberg aus gesehen mini|Hauptplatz in Obervellach mini|Frangipani-Altar in der Pfarrkirche St. Martin mini|Burg Groppenstein mini|Burg Niederfalkenstein mini|hochkant|Filialkirche Maria Tax in Stallhofen

Nachbargemeinden

Geschichte

Ein „Velach“ wurde im 10. Jahrhundert in einer Urkunde des Bischofs Abraham von Freising, der zwischen 957 und 993 regierte, erstmals erwähnt. Der Name dürfte sich vom slowenischen bel (weiß) ableiten (vgl. Vellach). Im 12. Jahrhundert erwarb ein Görzer Ministerialengeschlecht in Obervellach gräfliche Rechte und erhielt vom Bistum Freising ein Gebiet, zu dem auch das heutige Gemeindegebiet zählte. Die Grafen von Görz machten 1164 die Burg Oberfalkenstein zu ihrem Sitz, und 1256 wurde Obervellach erstmals urkundlich als Marktsiedlung der Grafen von Görz-Tirol bezeichnet. 1460 kam der Markt unter landesfürstlich-habsburgische Herrschaft.

Obervellach ist ein traditioneller Bergbauort, im Spätmittelalter wurden aus dem gewonnenen Silber in Obervellach auch Silbermünzen hergestellt, im Jahr 1313 wurde ein Obervellacher Münzmeister genannt. Der Abbau von Gold und Silber erreichte im 16. Jahrhundert seine bedeutendste Phase, Kaiser Maximilian I. bestimmte 1509 den Markt Vellach zum Sitz des Oberstbergmeisteramtes in Innerösterreich. Mit dem Niedergang des Edelmetallbergbaues im 17. Jahrhundert verarmte der Markt, hinzu kamen Überschwemmungen und Vermurungen durch den Kaponigbach. Nach dem Fund von Kupfer 1689 in der Großfragant erholte sich der Ort wirtschaftlich wieder.

Im August 1825 besuchte der Wiener Alpinist und Hofkammerbeamte Josef Kyselak (1798–1831) bei seiner Österreichwanderung auch Obervellach.Oberwellach In: Goffriller, Gabriele (Hrsg.): Kyselak. Skizzen einer Fußreise durch Österreich. Salzburg, 2009. S. 132–133. Positiv überrascht stellt er fest: Dieser 61 Häuser zählende Markt, obgleich gegen seinen einstigen Wert bedeutend verringert, ist das Asyl der Reisenden und Stolz der Umgebung. Hier trifft man nicht nur Häuser mit Stockwerken, sondern auch Keller, die genußbaren Wein, und Wirte die wohlzubereitete Speisen liefern. Die Einwohner sind gutmütig, und was in einem solchen Eiswinkel am meisten auffällt – nicht neugierig! Ihr mäßiger Feldbau, Bearbeitung des dasigen Kupferbergwerkes, so wie die Viehzucht, welche auf den zahlreichen Almen den besten Gewinn bietet, fesseln sie zu sehr, um nicht Anderer Tun und Lassen zu bekritteln. In weiterer Folge schildert er den Fußweg durch Dürnvellach weiter nach Mallnitz.

Im Jahr 1849 wurde Obervellach Sitz eines Bezirksgerichtes, und im Jahr darauf entstand die Großgemeinde Obervellach, der damals auch Mallnitz, Penk und Flattach angehörten, die allerdings 1896 selbständige Ortsgemeinden wurden.

In Obervellach ging 1929 ein Hochdruckwasserkraftwerk der Österreichischen Bundesbahnen in Betrieb.https://www.oebb.at/infrastruktur/de/_p_3_0_fuer_Kunden_Partner/3_6_Bahnstromversorgung/3_6_1_Energieversorgungsanlagen/Kraft-_und_Umformerwerke/Werksgruppe_Mitte.jsp 2024 ging das Nachfolgekraftwerk Obervellach II in Betrieb. Die Leistung wurde auf 37 MW gesteigert. Zur Verbesserung der ökologischen Situation wurden u. a. ein Ausgleichsbecken errichtet und die Triebwasserrohre unter die Erde verlegt.

Im Ortszentrum werden im Sommer 2023 zum zweiten Mal mehrere Hausfassaden bemalt, etwa zum Thema der Legende um den Lindwurm.Hausmauern erzählen Mölltaler Geschichte orf.at, 20. August 2023, abgerufen am 12. September 2023.

Bevölkerung Laut Volkszählung 2001 hatte Obervellach 2.540 Einwohner, davon waren 94,8 % österreichische und 2,8 % deutsche Staatsbürger. 87,4 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen, 7,6 % zur evangelischen Kirche und 1,0 % war islamischen Glaubens, 3,5 % ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung

Klima

Eine Langzeitanalyse der Wetterstation Obervellach dokumentiert eine deutliche Klimaerwärmung. Da die durchgehende Messreihe erst 1971 beginnt, dient die WMO-Klimanormalperiode 1971–2000 als Referenz für den Vergleich mit der Periode 1991–2020. Die Jahresmitteltemperatur stieg dabei von 7,6 °C auf 8,4 °C (+0,8 °C), die Sommertemperatur (Juni–August) von 16,1 °C auf 17,3 °C (+1,2 °C). Der Jahresniederschlag erhöhte sich von 867 mm auf 956 mm (+89 mm), der Sommerniederschlag von 327 mm auf 357 mm (+30 mm).

Im Dekadenvergleich 1971–1980 gegenüber 2016–2025 stieg die Jahresmitteltemperatur in Obervellach von 7,3 °C auf 9,1 °C (+1,8 °C). Die Anzahl der Sommertage (Tageshöchsttemperatur ≥ 25 °C) nahm von 26 auf 60 Tage zu (+125 %), die Hitzetage (Tageshöchsttemperatur ≥ 30 °C) stiegen von 1,5 auf 12,9 Tage (+760 %). Die Schneedeckentage gingen von 70 auf 39 Tage zurück (−45 %), die maximale Schneehöhe sank von 60 cm auf 36 cm (−39 %). Der Jahresniederschlag stieg im selben Zeitraum von 858 mm auf 962 mm (+12 %).

Im direkten Vergleich mit der höher gelegenen Station Mallnitz (1.197 m) liegt die gemessene Sommererwärmung an beiden Stationen bei +1,2 °C. Methodisch dürfte die tatsächliche Sommererwärmung in Obervellach jedoch etwas stärker ausfallen, da die Frühreferenz dort 1971–2000 (statt wie in Mallnitz 1961–1990) ist und bereits einen Teil der Erwärmung der 1990er Jahre enthält. Die Zunahme des Jahresniederschlags ist demgegenüber geringer als in Mallnitz (+89 mm gegenüber +133 mm).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Martin mit dem Frangipani-Altar Filialkirche Maria Tax in Stallhofen mit der Stampfer-Kapelle Kirche zum Guten Hirten (Obervellach) Wehrfriedhof, neben Diex einziger seiner Art in Kärnten Schloss Trabuschgen Ehemaliges Oberstbergmeisteramt, Hauptplatz Nr. 58 Burg Groppenstein Groppensteinschlucht Burg Oberfalkenstein Schloss Falkenstein (Burg Niederfalkenstein)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr mini|Die Seilbahn zum ehemaligen Bahnhof im Juli 1970 Obervellach ist durch die B 106 an das österreichische Straßennetz angebunden. Es gibt Busverbindungen nach Mallnitz, Heiligenblut und in die Bezirkshauptstadt Spittal an der Drau.https://www.kaerntner-linien.at/wp-content/uploads/2022/12/510800-spittal.a.d.drau-obervellach-winklern-heiligenblut-ab-09.1.2023.pdf

Die Tauernbahn verläuft ca. 400 Höhenmeter oberhalb des Ortszentrums. Nächste Bahnstation ist Mallnitz-Obervellach. Bis 1999 gab es einen Bahnhof Kaponig, früher Obervellach (Schnellzug-Halt), der bis Ende 1975 mit einer eigenen Seilbahn erreichbar war.

Die Bahnhaltestelle Oberfalkenstein war bis zu ihrer Schließung 2019 der letzte Bahnhalt im Gemeindegebiet.

Bildung Das alte Schulgebäude an der Westseite des Hauptplatzes entsprach nicht mehr den Erfordernissen der Zeit. Daher wurde es 1968 abgerissen und zwei neue Schulgebäude im Ortsteil West von Grund auf neu errichtet. Diese Gebäude wurden 2021 zum Bildungscampus Obervellach erweitert. Hier befindet sich neben dem Kindergarten, der Nationalpark-Volksschule und der Mittelschule auch ein Standort der Musikschule Mölltal. Hier können Schüler Gesangsunterricht bekommen aber auch verschiedene Instrumente lernen: Blechblasinstrumente, Holzblasinstrumente, Schlaginstrumente, Steirische Harmonika, Streich-, Tasten- und Zupfinstrumente.

Gesundheit, Pflege und Betreuung Im Gesundheitssektor bietet Obervellach seiner Bevölkerung mehrere praktische Ärzte und einen Zahnarzt an. Das Österreichische Rote Kreuz betreibt eine Ortsrettungsstelle, auch eine Apotheke steht zur Verfügung. Seit 1826 gibt es in Obervellach die Schrothkur. Neben der Fastenkur, die auf den Bauern Johann Schroth zurückgeht, werden heute auch Burnout-Wochen, Rücken- und Gelenkswochen sowie vegetarische Wochen angeboten.

Das vom Kärntner Caritasverband betriebene Haus Michael bietet 35 Einzelzimmer und 6 Doppelzimmer für Pflegebedürftige aus der Umgebung an.

Freizeiteinrichtungen Einheimischen und Gästen stehen ganzjährig folgende Freizeiteinrichtungen zur Verfügung:

das Erlebnisbad Obervellach mit Hallenbad, Freibad, Sauna und Massagen, ein Abenteuerspielplatz an der Möll, ein Motorikpark mit über 28 Stationen, wo man seine Kondition und Motorik trainieren kann ein Hochseilklettergarten.

Politik Gemeinderat

Der Gemeinderat von Obervellach hat 19 Mitglieder.

Mit der Gemeinderatswahl 2015 hatte er folgende Zusammensetzung: 7 ÖVP, 7 Mut für Obervellach Miteinander-Unabhängig-Tatkräftig, 3 SPÖ, 2 FPÖ Mit der Gemeinderatswahl 2021 hat er folgende Zusammensetzung: 8 ÖVP, 5 SPÖ, 4 MFO und 2 EZO (Liste E20 – Frauen in Obervellach)

Bürgermeister

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2021 Arnold Klammer (SPÖ) Von 2016 bis 2021 Anita Gössnitzer (ÖVP)

Wappen Kaiser Ferdinand I. verlieh dem Markt am 29. Februar 1560 ein Wappen mit felsigen Bergen (Zaguten und Gröneck) über einem Wellenband, das die Möll symbolisiert. Die Bedeutung der drei Sterne ist ungeklärt. Anlässlich der 1000-Jahr-Feier ließ die Gemeinde 1963 das Wappen neu gestalten, die Bescheinigung der Wappenführung durch die Kärntner Landesregierung, die auch die Berechtigung zur Führung einer Fahne einschließt, wurde jedoch erst im Juli 2001 ausgestellt.

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Rot auf erniedrigtem blauem Wellenbalken silbern zwei felsige, am Fuße schrägrechts verlaufend grüne Berge, im Schildhaupt überhöht von drei goldenen Sternen.“zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 210

Die Fahne ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen. Die Tinkturen Blau und Silber kommen im Wappen zwar nicht vor, die Gemeinde wollte aber mit dieser Farbgebung den historischen Bezug zum Hochstift Freising bzw. zu Bayern zum Ausdruck bringen.

Städtepartnerschaften Obervellach unterhält folgende Städtepartnerschaften: Budapest, 15. Bezirk, Ungarn seit 1997 Dilbeek, Belgien seit 1973 Freising, Deutschland seit 1963 Hemer, Deutschland seit 1985 Kreuzau, Deutschland seit 1987 Muggia, Italien seit 1984 Seltz, Frankreich, Region Elsass, seit 1979 Škofja Loka, Slowenien seit 1997

Persönlichkeiten Ehrenbürger Josef Mölschl (1929–2019), Politiker (ÖVP) und Lehrer, Bürgermeister von Obervellach 1964–2002

Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Georg Lindt (1734–1795), Bildhauer des Rokoko Carl Gussenbauer (1842–1903), Chirurg Leopold Wenger (1874–1953), Rechtshistoriker Valerie Wizlsperger (1890–1975), Fotografin Alfred R. Stevenson (* 1973), Komponist und Dirigent

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Franz Grabmayr (1927–2015), Maler

Literatur Chronik der Marktgemeinde Obervellach (3 Bände), Marktgemeinde Obervellach im Mölltal (Hrsg.), , ohne ISBN Matthias Maierbrugger: Obervellacher Urlaubsbegleiter. Wanderrouten – Geschichte – Kultur. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1986, ISBN 3-85366-466-0

Weblinks

Marktgemeinde Obervellach

Einzelnachweise

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