mini|Alexander Benois. Gemälde von Léon Bakst, 1898 Alexander Nikolajewitsch Benois oder auch Alexandre Benoîs (; wiss. Transliteration: ; * in Sankt Petersburg; † 9. Februar 1960 in Paris) war ein russischer Maler, Schriftsteller, Kunsthistoriker, Kunstkritiker und – neben Sergei Djagilew, Lew Bakst u. a. – Gründer der Bewegung und gleichnamigen Kunstzeitschrift Mir Iskusstwa.
Leben Geboren in einer Künstlerfamilie als Sohn des Architekten Nikolai Benois, studierte er einige Zeit an der Petersburger Kunstakademie und bildete sich darüber hinaus selbständig sowie unter der Anleitung seines älteren Bruders Albert Benois künstlerisch weiter. Ursprünglich wollte er nicht der Familientradition folgen und eine Künstlerlaufbahn einschlagen. Stattdessen begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Sankt Petersburger Universität.
Seine Laufbahn als Kunsttheoretiker und -historiker begann er 1894, indem er ein Kapitel über russische Künstler für den deutschen Sammelband Die Geschichte der Malerei des 19. Jahrhunderts verfasste. In den Jahren 1896 bis 1898 sowie in der Zeit von 1905 bis 1907 lebte und arbeitete er in Frankreich. Hier begann er eine Reihe von Aquarellen zu zeichnen, die 1897 von Pawel Tretjakow ausgestellt wurden. Vor diesem Hintergrund machte Benois die Bekanntschaft mit Sergei Djagilew sowie Léon Bakst. Gemeinsam mit diesen wurde er einer der Gründer und ideologischen Köpfe der Künstlervereinigung Mir Iskusstwa und gründete die gleichnamige Zeitschrift.
Im Jahr 1918 gab er den Katalog zur Bildergalerie Eremitage heraus. Später setzte er seine Arbeit als Buchautor und Theaterkünstler fort. 1926 verließ er die UdSSR zu einer Auslandsreise, um nicht wieder zurückzukehren. Er lebte fortan in Paris, wo er hauptsächlich an Theaterdekorationen und -kostümen arbeitete. Er verstarb 1960 in Paris.
Alexander Benois übte mit seinem Schaffen einen großen Einfluss auf das moderne Ballett sowie die Gestaltung der Dekoration und der Kostüme im Theaterleben seiner Zeit aus. Der Gemäldegalerie Eremitage in Sankt Petersburg vermachte er das Erbe seines Bruders – eine Gemäldesammlung Alter Meister. mini|hochkant=1.1|Alexander Benois: Mozart and Salieri. 1900.
Trivia Benois besuchte dasselbe Gymnasium wie Filosofov, Nuvel', Roerich und Somov.Alston Purvis, Peter Rand, Anna Winestein (Hrsg.): The Ballets Russes and the Art of Design. The Monacelli Press, New York 2009, ISBN 978-1-58093-254-7, S. 23.
Werke (Auswahl) Bücher Die russische Malerschule () (1904) Zarskoje Sjelo unter der Zarin Jelisaweta Petrowna () (1910) Die Geschichte der Malerei aller Zeiten und Nationen () (1912–1917; unvollendet) Das Leben des Künstlers. Memoiren (1955) Alexander Benois überlegt... (Artikel und Briefe von 1917–1960) () (1968) Illustrationen zu Alexander Puschkins Der eherne Reiter Illustrationen zu Alexander Puschkins Die Pique-Dame (1911, Golike und Wilborg)
Gemälde Königliche Promenade in Versailles Peter I. – Nachdenkend über die Gestaltung St. Petersburgs an der Ostseeküste Im deutschen Viertel
Libretto Petruschka. Burleske Szenen (Ballett). Musik (1910/11): Igor Strawinsky. UA 1911
Bühnenausstattung für Ballettaufführungen 1909: Les Sylphides 1909: Le Festin 1910: Giselle 1911: Petruschka 1928: La bien aimée 1928: Le noces de Psyché et l’Amour 1929: La valse 1940: Kadettenball 1940: Der Nussknacker 1946: Raimonda
Weblinks
Informationen zum Künstler und seinen Werken (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Maler (Russland) Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Librettist Kategorie:Russischer Emigrant Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1870 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Mann