Salins-les-Bains ist eine französische Stadt im Département Jura. Sie hat Einwohner (Stand ). Salins war bis 2015 Hauptort des gleichnamigen Kantons mit etwa 6600 Einwohnern. Wie schon der Ortsname verrät, war die Salzindustrie der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt. Salins pflegt eine Städtepartnerschaft mit Horb am Neckar.

Lage Salins-les-Bains liegt im Tal der Furieuse, die hier durch ein eng eingeschnittenes S-förmiges Tal das Jura-Gebirge verlässt und dem weiten Tal der Loue im Nordwesten entgegenfließt. Südlich der Stadt liegt das fruchtbare Hochplateau Bracon, das eine eigene Gemeinde bildet, deren Gebiet fast das Stadtzentrum von Salins erreicht. Nur hier ist Landwirtschaft möglich, die sonst sehr steilen, felsigen Hänge lassen eine Bewirtschaftung nicht zu, der früher betriebene Weinbau wurde schon im 19. Jahrhundert aufgegeben.

Die Stadt selbst weist aufgrund dieser Topographie ein langgezogenes Siedlungsbild auf. Während die Hauptstraße in etwa 350 m Höhe über NN verläuft, steigen im Osten und Westen steile Berge auf, die von den Festungen Fort Saint-André im Westen (584 m) und Fort Belin im Osten (604 m) beherrscht werden. Im Norden türmt sich der Mont Poupet mit 853 m Höhe auf. Unter der Stadt entspringen zahlreiche salzhaltige Quellen.

Stadtgestalt mini|links|Blick auf die Unterstadt mit St. Maurice (links) mini|Blick auf die Oberstadt mit St. Anatoile (rechts), der Saline im Vordergrund, links das Rathaus, über der Stadt das Fort Belin Über die Gestalt der antiken Ansiedlungen können wenige Aussagen gemacht werden, sicher ist jedoch die Stadtstruktur im Mittelalter. Bedingt durch die Topographie entwickelte sich die Stadt Salins zu einer Bandstadt, die sich im engen Tal zwischen den schwer zu begehenden, steilen Hängen der umliegenden Berge entlang entwickelte. Mehrere Siedlungskerne waren die Folge, die unterschiedliche Besitzer hatten. Der nördliche Stadtteil wird als Bourg-Dessous bezeichnet und gehörte ursprünglich dem Grafen von Burgund. Mittelpunkt des Stadtteils ist die Kirche Saint Maurice. Der südliche Stadtteil Bourg-Dessus war Eigentum der Herren von Salins. Dieser Stadtteil wird beherrscht von der Kirche Saint-Anatoile. Zwischen den beiden Teilen lag die Saline. Sie war eine Stadt in der Stadt, mit eigener Stadtmauer, eigenen Wohngebäuden, eigener Gerichtsbarkeit und Verwaltung sowie einer eigenen Kirche. Direkt daneben lag ein bürgerlicher freier Stadtteil, wo später die Kuranlagen und das Rathaus errichtet wurden. Hier finden sich die beiden Pfarrkirchen Notre-Dame und Notre-Dame Libératrice.

Durch die zahlreichen Brände und durch die natürlichen Voraussetzungen zeigt sich Salins heute als Stadt aus Stein, die von barocken und vor allem klassizistischen Bürgerhäusern geprägt ist. Die Topographie bewirkte ein System von parallelen Straßen, die sich aufgrund der Höhenunterschiede nur spitzwinklig treffen können. Nördlich und südlich haben sich Vorstädte entwickelt, die Gewerbe, Schulen und moderne Wohnbauten aufnehmen.

Salins wurde 1857 an das französische Eisenbahnnetz angebunden und besaß außerdem eine Schmalspurbahn, die im Stadtgebiet Bahnhof, Saline und andere Gewerbeunternehmen miteinander verband. Heute wirkt sich der Autoverkehr im dichten, engen Tal störend auf Atmosphäre und Sauberkeit der Stadt aus.

Geschichte Schon in keltischer Zeit war das Stadtgebiet besiedelt. Auf dem Berg des Fort Saint-André befanden sich Befestigungsanlagen, ebenso wie auf dem westlich davon gelegenen Berg, der heute noch den Namen Chateau trägt. Anstelle der Festung Fort Belin ist ein keltisches Heiligtum anzunehmen. Die Bewohner der Ansiedlung lebten vom Handel mit dem inneren Gallien und Italien und von den Einnahmen aus der Salzgewinnung. Eine hohe Bevölkerungszahl ist wahrscheinlich, einige Forscher sehen in Salins das von Caesar beschriebene gallische Oppidum Alesia, in dem die gallische Truppen von den Römern vernichtend geschlagen wurden. Danach wurde die Gegend Teil des römischen Imperiums und der Provinz Germania superior mit deren Hauptstadt Mogontiacum (Mainz) zugeordnet. Weitaus wichtiger als die weit entfernte Provinzhauptstadt blieb aber die nahe gelegene Metropole Vesontio, das heutige Besançon. Unter der römischen Herrschaft wurde die Ausbeutung der salzhaltigen Quellen fortgesetzt.

mini|Historische Stadtansicht

Aus den ersten Jahrhunderten nach Christus gibt es keine Nachrichten über die Stadt, doch es ist eine kontinuierliche, einfachere Weiterbesiedlung wahrscheinlich. Im Jahre 523 taucht die Ansiedlung in Quellen dann erstmals als Salinarum auf, womit auch die Salzindustrie zum ersten Mal urkundlich Erwähnung findet. Um das Jahr 1000 hat die Stadt dann zwei Besitzer: Der Nordteil gehört dem Grafen von Burgund, der Südteil der Stadt gehört dem Sire de Salins. Im 13. Jahrhundert gelangte einer dieser Herren, nämlich Jean de Chalon der Ältere zu großer Macht im Burgund. Verdankten andere Adlige dieser Zeit ihre Einkünfte einzig ihrem Besitz an Ackerland, konnte er auf Einnahmen aus den Salzquellen bauen, womit er finanziell eine Sonderstellung innehatte. Dank seines politischen Geschicks gewann er Lehnsmänner sowie die Gunst der Bischöfe und konnte so Soldaten und Bürger kaufen. 1249 gewährte er der Stadt Salins weitgehende Freiheiten. Die Befestigungen wurden verstärkt, Burgen zum Schutz der Saline errichtet und Kirchen gebaut. Mönche ließen sich nieder und gründeten Klöster und Hospitäler. Salins wurde wirtschaftlicher Mittelpunkt der Franche-Comté und mit 5.700 Einwohnern im 17. Jahrhundert zweitgrößter Ort des Landes. Damit wurde sogar die damalige Hauptstadt Dole übertroffen.

Diese Blüte dauerte bis zur Annexion der Franche-Comté durch das Königreich Frankreich im Jahr 1674. Ein letzter Aufstand gegen die Franzosen unter Lacuzon wurde in Salins niedergeworfen. Die Stadt büßte ihre führende Stellung ein, da Besançon nun Hauptstadt der zentralisierten Provinz wurde. Salins behielt jedoch seine Salzindustrie, die modernisiert und ausgebaut wurde. So errichtete der Architekt Claude-Nicolas Ledoux eine weitere Salinenanlage im Wald von Chaux, 30 Kilometer von Salins entfernt, die mit der Sole aus Salins betrieben wurde. Diese Produktionsstätten wurden außerdem durch neue Festungsanlagen geschützt, in denen man auch eine Garnison stationierte. Die Stadt erhielt den Titel „Place de guerre“. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung stieg die Einwohnerzahl bis 1789 auf über 8.000.

Mit der in diesem Jahr ausbrechenden Revolution begann Salins' wirtschaftlicher Niedergang. Zwar nahm die Stadt aktiv an der Revolution teil, so dass sie für ihre Verdienste von der Nationalversammlung in Paris am 18. August 1792 ausgezeichnet wurde. Bei der Einführung der neuen Departements erhielt dann jedoch das südlich gelegene, damals kleinere Lons-le-Saunier den Status der Hauptstadt. Das im neuen Département Jura zu abseits gelegene Salins wurde nur Kantonssitz. 1825 traf die Stadt ein weiterer Schlag: Der gesamte Südteil brannte ab, der Wiederaufbau dauerte Jahre. Auch machte sich bereits deutlich bemerkbar, dass die Salzindustrie weniger Gewinn abwarf, da andernorts kostengünstiger produziert werden konnte. Wie in anderen Salzstädten auch, versuchten die Stadtväter, die heilenden Eigenschaften der Sole zu vermarkten. Salins wurde zur Kurstadt ausgebaut. 1857 wurde der neue Status durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz mit direkter Verbindung nach Paris noch einmal verbessert. Angehörige der kaiserlichen Familie förderten die Stadt, so dass ein elegantes und mondänes Kurbad mit Hotels, Promenaden und Casino entstand. Mit dem Deutsch-Französischen Krieg, in dem Salins von preußischen Truppen besetzt wurde, endete dann jedoch das französische Kaiserreich. Nun begann endgültig Salins’ Abstieg.

Als sich Frankreich im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung befand, leitete der 1910 in Paris geborene Lehrer Roger Robbe und seine Frau Marcelle, geborene Armand, auch sie Lehrerin, vom Januar 1943 bis September 1944 die lokale Widerstandsgruppe der Résistance. Ihre Gruppe nannte sich Volontaire de la liberté und war eng mit dem Netzwerk Défense de la France verbunden. Seit Ende 1942 war das Ehepaar für die Verteilung der im Untergrund erscheinenden Résistance-Presse in Salins-les-Bains und Pontarlier zuständig. Zum Kriegsende wurde Roger Robbe die Leitung des Comité Cantonal de Libération anvertraut.

1962 wurde die Saline geschlossen und die Kurgäste wurden immer weniger. So fiel die Einwohnerzahl bis heute auf etwa 3.000 Personen.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2016 2022 Einwohner 4451 4259 4177 3923 3629 3333 3082 2864 2652 2430 Quellen: Cassini und INSEE

Wirtschaft und Infrastruktur Große Saline

mini|Blick in den unterirdischen Stollen der Saline Mittelpunkt der Wirtschaft war bis zur Schließung 1962 die Saline. Erstmals erwähnt wurde sie in einer Urkunde des Klosters Flavigny anno 791, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon seit Jahrhunderten ausgebeutet wurde. Im 12. Jahrhundert gab es zwei Salzquellen, die schon bald den Herzögen von Burgund gehörten. Nach dem Anschluss an Frankreich 1678 wurden die Salzquellen samt Salinenanlagen Staatsbesitz. Verschiedene Unternehmen pachteten die Anlagen, bis sie 1966 an die Stadt verkauft wurden. Heute werden mit der dort gewonnenen Sole die Kureinrichtungen mit dem Thermalbad betrieben.

Im Mittelalter wurde das Salz als „Weißes Gold“ bezeichnet, warfen Salzproduktion und Handel doch enorme Gewinne ab. Die Salzquellen von Salins wurden deshalb schon im 13. Jahrhundert durch unterirdische Stollen besser zugänglich gemacht. Dort wurden auch zusätzliche Brunnen gebohrt. Ab dem 18. Jahrhundert konnte das so gewonnene Salzwasser mit Hilfe von Wasserkraft (Fluss Furieuse) nach oben gepumpt werden; bis dahin wurde dies mit bloßer Muskelkraft bewerkstelligt. In den oberirdischen Produktionsstätten kochte man die Sole in riesigen Pfannen 12–18 Stunden lang, bis das Wasser verdampft war und das Salz zum Trocknen zu Ballen geformt werden konnte.

Mit der Zeit wurden jedoch immer bessere und günstigere Produktionsmethoden entwickelt, so dass die Saline von Salins nicht mehr rentabel betrieben werden konnte. Außerdem benötigte man zum Sieden Holz als Brennstoff, den die Wälder um Salins nicht mehr liefern konnten. So wurde ein Teil der Produktion schon im 18. Jahrhundert nach Chaux verlegt, wo man einen großen Wald (Forêt de Chaux) ausbeuten konnte. Die Versorgung mit Kohle erwies sich ebenfalls als unwirtschaftlich.

Die Saline wurde 2009 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, zusammen mit der bereits 1982 ernannten königlichen Saline in Arc-et-Senans.

Fayencen Schon seit dem 18. Jahrhundert wurden in Salins Fayencen hergestellt. Aufgrund der reichlich vorhandenen Rohstoffe konnten sich bis heute vier Unternehmen halten, die Fayencen herstellen, unter anderem im ehemaligen Kapuzinerkloster.

Tourismus Der Tourismus bildet heute das wichtigste wirtschaftliche Standbein von Salins. Schon im 19. Jahrhundert begann die Entwicklung zum Kurort mit zahlreichen Einrichtungen wie Thermalbad, Kuranlagen, Hospitälern und Casino. Auch in Frankreich setzte jedoch ein Umdenken im Gesundheitswesen ein, das viele klassische Kurorte überflüssig machte. Deshalb konzentriert man sich in Salins seit einigen Jahren auf einen sanften Natur-, Familien und Abenteuertourismus.

Landwirtschaft Im Stadtgebiet ist so gut wie keine Landwirtschaft möglich. Der früher betriebene Weinbau wurde durch die Reblaus zunichtegemacht. Nur das außerhalb des Stadtgebietes südlich gelegene Gebiet Bracon erlaubt Vieh- und Getreidewirtschaft.

1885 wurde in Salins die landwirtschaftlich geprägte Bank Credit mutuel agricole de France gegründet.

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