Rolf Cavael (* 27. Februar 1898 in Königsberg; † 6. November 1979 in München) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der ungegenständlichen Malerei in Deutschland.

Werdegang mini|Registrierungskarte von Rolf Cavael als Gefangener im nationalsozialistischen Konzentrationslager Dachau Rolf Cavael beschäftigte sich schon als Schüler mit der Tier- und Pflanzenwelt und der Mikroskopie und war fasziniert von der „unerhörte(n) Formenwelt“, die sich ihm hier darbot. Die reine Nachahmung dieser Naturphänomene schien ihm jedoch nie zielführend. Als einer der wenigen Maler arbeitete Cavael von Anfang an abstrakt. Er begann sein Studium 1924 an der Frankfurter Kunstschule mit dem Schwerpunkt Typografie und Angewandte Graphik. Bereits zwei Jahre später erhielt er einen Dozentenauftrag an der dortigen Berufshandelsschule. Daneben arbeitete er als Werbegraphiker.

1930/31 ließ sich Cavael als freier Künstler und Werbegraphiker in Berlin nieder und machte die Bekanntschaft von Wassily Kandinsky, der ihn in seiner Malerei beeinflusste und mit dem er sich in den Folgejahren brieflich austauschte. Im Frühjahr 1933 wurde Cavaels erste Ausstellung (Gemeinschaftsausstellung mit dem Bauhausmeister Josef Albers im Braunschweiger Schloss) bereits kurz nach ihrer Eröffnung von den Nationalsozialisten geschlossen. Als abstrakter Maler wurde er mit einem Ausstellungsverbot belegt. Ein Jahr später übersiedelte er nach Garmisch (ab 1. Januar 1935: Garmisch-Partenkirchen), das er von einem Urlaubsaufenthalt kannte und wo er 1929 seine Frau Dorothea Schemel kennengelernt hatte. In Garmisch-Partenkirchen malte Cavael im Verborgenen weiter, den Lebensunterhalt verdiente das Ehepaar Cavael mit einer Diätpension, die Dorothea Cavael in Partenkirchen leitete.

Eine Denunziation führte 1936 zur Verhaftung Cavaels. Man hatte ihn fälschlicherweise kommunistischer Agitation beschuldigt – er wurde in das KZ Dachau und später ins Münchner Gefängnis Stadelheim überstellt und erst neun Monate später nach einem Freispruch entlassen.

Nach Kriegsende arbeitete Cavael für die amerikanische Militärregierung. Er führte einige Jahre lang ein Kino im Ortsteil Garmisch und nahm seine künstlerische Arbeit auch offiziell wieder auf. 1949 gehörte er zu den Gründern der Gruppe ZEN 49. Er hielt Vorträge, beteiligte sich an diversen Ausstellungen im In- und Ausland und zeigte seine Werke auch in Einzelausstellungen.

Nach seinem Umzug 1954 nach München lehrte er von 1956 bis 1973 an der dortigen Münchner Volkshochschule und erhielt den Kunstpreis für Malerei der Stadt München sowie die Medaille „München leuchtet“. 1978 wurde ihm das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Cavael starb am 6. November 1979 in München.

Ein Teil seines schriftlichen Nachlasses befindet sich im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Ehrungen 1957: Kunstpreis der Stadt München 1968: Medaille „München leuchtet“ 1978: Lovis-Corinth-Preis 1978: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland

Ausstellungen 1933: Ausstellung mit Josef Albers im Braunschweiger Schloss – kurz nach der Eröffnung Schließung durch die Nationalsozialisten 1949: Einzelausstellung in der Galerie Otto Stangl, München 1949: Deutsche Malerei und Plastik der Gegenwart, Köln 1950–1957: Beteiligung an diversen Ausstellungen der Gruppe ZEN 49 1958: Teilnahme 29. Biennale in Venedig 1963: Retrospektive im Palazzo della Gran Guardia in Verona 1968: Einzelausstellung Städtische Galerie im Lenbachhaus, München 1978: Einzelausstellung im Museum Ostdeutsche Galerie, Regensburg 1978: Retrospektive im Lenbachhaus, München 2023 2023: Rolf Cavael (1898-1979). Malerei aus innerer Notwendigkeit, Museum Aschenbrenner

Literatur

Gerhard Leistner (Bearb.): Rolf Cavael (1898–1979). Ein Künstler des deutschen Informel. Retrospektive zum 100. Geburtstag. Museum Ostdeutsche Galerie, Regensburg 1998, ISBN 3-89188-083-9 (Ausstellungskatalog). Carolin Weber (Hrsg.): Rolf Cavael. Abstraktion als lebendiger Kosmos. Galerie Maulberger, München 2007. Museum Aschenbrenner (Hrsg.): Rolf Cavael (1898-1979). Malerei aus innerer Notwendigkeit. Katalog zur Sonderausstellung 12.07.–05.11.2023, Garmisch-Partenkirchen 2023 (mit Beiträgen von Carolin Weber und Karin Teufl).

Weblinks

Rolf Cavael bei Ketterer-Kunst (mit Bildauswahl und Biografie) Rolf Cavael in der Galerie Maulberger

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Künstler der Konkreten Kunst Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Träger des Lovis-Corinth-Preises Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Häftling im KZ Dachau Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1979 Kategorie:Mann