Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 10. Wiener Gemeindebezirks Favoriten
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A mini|Absberggasse mit Ankerbrot-Fabrik mini|Die Antonskirche am Antonsplatz mini|Der Arthaberpark am Arthaberplatz Absberggasse (Favoriten, Oberlaa), 1875 benannt nach dem bereits 1690 erwähnten Riednamen In den Absbergen, der möglicherweise von „des Abtes Berg“ abgeleitet ist und dann auf Klosterbesitz hinweisen würde. Siehe auch Kretaviertel. Ada-Christen-Gasse (Oberlaa, Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost), 1968 benannt nach der Schriftstellerin Ada Christen (eigentlich Christina von Breden, 1844–1901); sie gehörte zum Schriftstellerkreis um Ludwig Anzengruber, Friedrich Hebbel und Ferdinand von Saar und beeinflusste mit ihren gesellschaftskritischen Werken die frühen Naturalisten. Zu ihren bekannteren Werken zählen der Roman Jungfer Mutter und die Gedichtsammlung Lieder einer Verlorenen. Adolf-Kirchl-Gasse (Inzersdorf-Stadt, Siedlung „Wienerfeld-West“), 1959 benannt nach dem Volksschullehrer, Chorleiter und Komponisten Adolf Kirchl (1858–1936), Chormeister des Wiener Schubertbunds (1891–1916) und des Niederösterreichischen Sängerbunds (1893–1919), Dirigent des Wiener Konzertvereins (1901–1907), Chormeister des Wiener Sängerbunds (ab 1923). Kirchl war als Komponist auf Chormusik spezialisiert; daneben veröffentlichte er Liederbücher für die Volks- und Hauptschule. Adolf-Unger-Gasse (Oberlaa), 1969 benannt nach dem Arbeiterdichter Adolf Unger (1904–1942); Lesungen aus seinen Werken in der Urania und in anderen Arbeiterbildungsstätten machten ihn bekannt. Er verfasste neben mehreren Beiträgen in Zeitungen, Zeitschriften und Sammelwerken auch mehrere Gedichtbände. Alaudagasse (Oberlaa, Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost), 1968 benannt nach der römischen Legio Alaudarum, deren Veteranendorf am Wienerberg lag. Der Name Alaudae geht auf eine keltische, von den Römern übernommene Bezeichnung für die Haubenlerche zurück und wurde bereits unter Caesar verwendet. Damit wurde wohl auf die ungewöhnliche Crista (Helmzier) der Legion angespielt. Alfred-Adler-Straße (Favoriten), 2009 benannt nach dem Arzt und Psychotherapeuten Alfred Adler (1870–1937); er gilt als Begründer der Individualpsychologie. Adler erklärte im Gegensatz zu Sigmund Freud seelische Störungen nicht aus den Reaktionen auf verdrängte sexuelle Komplexe, sondern aus Minderwertigkeitskomplexen bzw. übersteigertem Geltungstrieb infolge missglückter Anpassung an die Gemeinschaft. Die Straße bildet die Begrenzung zwischen den Stadtteilen Quartier Belvedere und Sonnwendviertel. Alfred-Stix-Platz (Inzersdorf-Stadt), 1959 benannt nach dem Kunsthistoriker und Museumsdirektor Alfred Stix (1882–1957), Direktor der Albertina (ab 1923), Direktor der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums (1933–1938), Generaldirektor der staatlichen Kunstsammlungen Wiens (ab 1945). Alma-Rosé-Gasse (Oberlaa), 1969 benannt nach der Violinistin Alma Rosé (1906–1944); sie spielte u. a. mit dem Wiener Staatsopernorchester und dem Wiener Sinfonie-Orchester. 1932 gründete sie das Damenorchester Die Wiener Walzermädeln, ein Ensemble, das durch sein hohes musikalisches Niveau auffiel. 1943 wurde sie ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und leitete dort das Mädchenorchester von Auschwitz, bevor sie 1944 im Lager starb. Gasse in der Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost. Alpengasse (Favoriten), 1864 benannt nach dem Gebirgszug der Alpen. „Alpen“ ist die Pluralform des Wortes „Alp(e)“, das ursprünglich, in vorrömischer Zeit, wohl einen „(hohen) Berg“, später nur noch eine „Bergweide“ bezeichnete. In dieser Bedeutung ist das Wort Alb(e)/Alp(e) bis heute in alemannischen Dialekten lebendig. Die Gasse hieß vorher Aspanggasse.Straßentaufe, Die Presse, 9. März 1864, S. 4 () Altdorferstraße (Inzersdorf-Stadt, Siedlung „Am Wasserturm“), 1936 benannt nach dem deutschen Maler, Kupferstecher und Baumeister Albrecht Altdorfer (um 1480–1538); er gilt als Hauptmeister der sogenannten Donauschule und neben Albrecht Dürer als Begründer der Nürnberger Kleinmeister. Von seinen Bildern sind heute besonders zwei Werke bekannt: der Sebastiansaltar von Stift St. Florian bei Linz (1509–1518) mit seinen dramatisch-manieristischen Szenebildern sowie Die Alexanderschlacht (1528–1529). Alte Laaer Straße (Oberlaa), 1960 benannt nach dem alten Straßenzug der Laaer Straße. Der Name der Straße bezieht sich auf die Ortschaft Laa, die heute in Oberlaa und Unterlaa geteilt ist. Altes Landgut (Favoriten, Inzersdorf-Stadt, Oberlaa), seit 1981 amtlicher Name des Verteilerkreises Favoriten, benannt nach dem Alten Landgut; seit 2017 auch U-Bahn-Station Altes Landgut. Diese frühere Ziegelei wurde in der Folge für kurze Zeit zu einem sehr bekannten Vergnügungsetablissement (Casino im Landgut, 1834–1844), später teils als Gasthaus (Gasthof zum Landgut, 1844–1851), teils als Fabrik genutzt, bevor die Gebäude abgerissen wurden. Das Alte Landgut befand sich allerdings relativ weit von der heutigen Verkehrsfläche Altes Landgut entfernt. Siehe auch Landgutgasse. Alxingergasse (Favoriten, Inzersdorf-Stadt), 1875Neue Straßennamen, Die Presse, 29. Mai 1875, S. 10 () benannt nach dem österreichischen Dichter Johann Baptist von Alxinger (1755–1797); er verfasste Ritter-Epen, aber auch viele Gelegenheitsgedichte, Oden, Lieder, Sinn- und Lehrgedichte im Geist der Aufklärung, weiters mehrere Freimaurergedichte und ein Taschenbuch für Freimaurer. Amarantgasse (Oberlaa, „Heimkehrersiedlung“), 1957 benannt nach der Pflanzengattung Amaranthus aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Amarant zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Genutzt werden vor allem die Samen der an Hirse erinnernden Körner. Die Nahrungsmittelindustrie verwendet Amarant heute in der Baby- und Kindernahrung, als Zumischung in Brot, Gebäck und Müsli, bei Eierkuchen und Pasta, auch in Wurstwaren sowie im Fast-Food-Bereich bei Riegeln und Snacks. Die Gasse hieß davor Randgasse. Am Belvedere (Favoriten, Quartier Belvedere), 2011 benannt nach dem nahen Schloss und Park Belvedere. Das Schloss Belvedere ist eine von Johann Lucas von Hildebrandt (1668–1745) für Prinz Eugen von Savoyen (1663–1736) erbaute Schlossanlage im Bezirk Landstraße. Das Obere Belvedere und das Untere Belvedere bilden mit der verbindenden Gartenanlage ein barockes Ensemble. 2016 wurde die Verkehrsfläche um die Gödelgasse, deren Name neu vergeben wurde, erweitert. Am Campus Favoriten (Inzersdorf-Stadt), 2024 benannt nach der dort befindlichen FH Campus Wien. Am Hauptbahnhof (Favoriten), 2013 benannt nach dem Wiener Hauptbahnhof; dieser wurde 2009 bis 2015 errichtet und ersetzt den ehemaligen Südbahnhof. Der Platz Am Hauptbahnhof stellt den südlichen Vorplatz des Bahnhofs dar. Vor dem Abriss des Südbahnhofs befanden sich hier Gleisanlagen sowie die ehemalige Hintere Südbahn-Straße. Am Johannesberg (Unterlaa), 1989 benannt nach einem alten Flurnamen. Am Verschiebebahnhof (Oberlaa, Kaiserebersdorf), 2007 benannt nach dem Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering der ÖBB, der 1978–1986 erbaut wurde. Er ist auf eine Kapazität von 6.100 Wagen pro Tag ausgelegt, die Gleislänge beträgt 120 Kilometer. Die Straße führt von Nord nach Süd, großteils durch unverbautes Gebiet, am westlichsten Gleis des Bahnhofs entlang und endet in Kledering. Ampferergasse (Oberlaa), 1956 benannt nach dem Geologen Otto Ampferer (1875–1947), ab 1901 Mitarbeiter in der Wiener k.k. Geologischen Reichsanstalt, 1935–1937 deren Direktor. Um die komplexen Vorgänge der Gebirgsbildung zu erklären, entwickelte er seine Unterströmungstheorie mit der damals neuen Vorstellung einer teilweise plastischen Erdkruste. Damit wurde er – noch vor Alfred Wegener – zum Wegbereiter der modernen Sicht des Mobilismus. Die Gasse hieß zuvor Beethovengasse. An der Hölle (Oberlaa), 1944 benannt nach einem alten Flurnamen, der sich jedoch von Höhle ableitet. Der Weg hieß vorher Schlesingerstraße. An der Kuhtrift (Oberlaa), 1987 benannt nach einem historischen Flurnamen. Die Trift ist ein Begriff aus der Landwirtschaft und beschreibt einen Weg, der zum Viehaustreiben genutzt wird, das heißt vom Stall bis zur Weide. An der Ostbahn (Simmering), 1920 benannt nach der parallel verlaufenden Strecke der Ostbahn, die von Georg Simon von Sina erbaut und in diesem Bereich 1846 eröffnet wurde; siehe die Sinagasse im 22. Bezirk Donaustadt. Anders-Zorn-Weg (Inzersdorf-Stadt), 1951 benannt nach dem schwedischen Maler, Grafiker und Bildhauer Anders Zorn (1860–1920); er malte hauptsächlich Porträts, Landschaftsbilder und Akte. Er beschäftigte sich auch mit der Bildhauerei und schuf zahlreiche Skulpturen. Anders Zorn war nie in Wien; um 1951 wurden jedoch zahlreiche Straßen in der Per-Albin-Hansson-Siedlung (West) zum Dank für schwedische Hilfe nach dem Zweiten Weltkrieg nach schwedischen Persönlichkeiten benannt. Angeligasse (Favoriten, Inzersdorf-Stadt), 1894 benannt nach dem Maler Heinrich von Angeli (1840–1925); er hatte große Erfolge als Historienmaler, vor allem aber als Porträtmaler. Mit steigendem Ruhm wurde er einer der bedeutendsten Porträtisten des Adels und an den Höfen Europas. Anningerweg (Inzersdorf-Stadt, Kleingartenanlage „Reifental“), 1971 benannt nach dem 675 m hohen Berg Anninger am Alpenostrand, den man von hier aus sehen kann. Anny-Angel-Katan-Weg (Oberlaa), 2016 benannt nach der Psychoanalytikerin Anny Angel-Katan (geboren als Annie Rosenberg, 1898–1992). Sie spezialisierte sich auf die Kinderanalyse und beteiligte sich an Lehrveranstaltungen des Wiener Psychoanalytischen Instituts. 1936 emigrierte sie und arbeitete von 1937 bis 1946 als Lehranalytikerin am Psychoanalytischen Institut in Den Haag. 1946 wanderte sie in die USA aus und wurde Mitglied der Cleveland Psychoanalytic Society. Anton-Balzer-Weg (Inzersdorf-Stadt), 1995 benannt nach dem Gastwirt Anton Balzer (1811–1891); nach Gründung des 10. Bezirks vertrat er 1875–1881 gemeinsam mit Martin Trost und Ferdinand Tüscher den Bezirk im Wiener Gemeinderat;Anton Balzer in Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00742-9, S. 242 siehe auch Troststraße. Balzer war auch Präsident des I. Vereins der Wiener Gastwirte Harmonie. Antonie-Alt-Gasse (Favoriten, Sonnwendviertel), 2010 benannt nach der Politikerin Antonie Alt (1884–1963), Bezirksrätin in Favoriten (1918–1932, SPÖ), Wiener Gemeinderätin (1932–1934, 1945–1953); sie war führend in der sozialdemokratischen Frauenbewegung tätig und erwarb sich große Verdienste beim Wiederaufbau Wiens. Der Antonie-Alt-Hof (Favoritenstraße 49–53) ist wegen des Baus des Hauptbahnhofs abgerissen worden. Antonsplatz (Favoriten), 1897 benannt nach dem portugiesisch-italienischen Franziskaner, Theologen und Prediger Antonius von Padua (1195–1231), dem die dort befindliche Antonskirche geweiht ist. Die Kirche wurde 1896–1902 nach Plänen von Franz von Neumann durch den Hofbaumeister Josef Schmalzhofer erbaut. Arnold-Holm-Gasse (Oberlaa), 1969 benannt nach Emil Arnold-Holm († um 1938), dem Pseudonym eines österreichischen Lyrikers aus den 1930er Jahren, dessen Identität nicht geklärt ist. Es wird angenommen, dass es sich bei Arnold-Holm um einen jüdischen Autor gehandelt hat, der vielleicht 1911 in der Bukowina geboren wurde. Einer Quelle zufolge soll er 1938 ermordet worden sein. Arsenalstraße (Favoriten), 1878 benannt nach dem Arsenal, das sich östlich neben der Straße erstreckt. Es wurde mit insgesamt 31 „Objekten“ (Gebäuden) aus Anlass der Revolution 1848 von 1849 bis 1856 erbaut. Die bedeutendste profane Baugruppe des Romantischen Historismus in Wien wurde in italienisch-mittelalterlichen beziehungsweise byzantinisch-islamischen Formen ausgeführt. Westlich direkt neben der Straße, die seit 1938 auf volle Länge die Grenze zwischen den Bezirken 3 und 10 bildet, verläuft die Ostbahn.