mini|Typischer Preisaufdruck aus der DDR mini|Verpackung eines Diaprojektors mit aufgedruckter ELN, HSL und EVP mini|Preisaufdruck mit VEP Einzelhandelsverkaufspreis (abgekürzt EVP) war in der DDR die Bezeichnung für staatlich vorgeschriebene Festpreise von auszeichnungspflichtigen Einzelhandelswaren in Mark. Vor der Einführung des EVP gab es den Verkaufseinzel(handels)- oder Verbraucherendpreis (VEP). Diese Preise galten landesweit (einige Lebensmittel, jedoch keine auszeichnungspflichtigen, sowie Gaststättenpreise und Mieten waren in Ost-Berlin etwas teurer) und waren auf jeder Verpackung aufgedruckt oder auf der Ware selbst angebracht, da die Preise bei vielen Produkten über lange Zeiträume unverändert galten. Nur bei wenigen Artikeln wurde z. B. aus Gründen des Exports kein EVP angebracht. So hatten die meisten Filmpackungen von ORWO (VEB Filmfabrik Wolfen) keinen EVP-Aufdruck, da sie genau so in den Export gingen, wie sie im Inland verkauft wurden. Seit Anfang der 1980er Jahre wurden die Preise in Büchern, auf Landkarten und ähnlichen Druckerzeugnissen codiert aufgeführt, in der Regel in Form einer halbfett gedruckten fünfstelligen Zahlenfolge, wobei die letzten beiden Ziffern die Pfennige auswiesen.
Die Preisfestsetzung erfolgte unter staatlicher Aufsicht durch das Amt für Preise beim Ministerrat, im Wesentlichen unter Berücksichtigung der Herstellungskosten.Hans Böhme: Gebrauchswert und Preispolitik im sozialistischen Wirtschaftssystem, in: Weltwirtschaftliches Archiv 106, März 1971, S. 78–127, doi:10.1007/BF02696632. Die Preise wurden im Statistischen Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik exemplarisch publiziert. Die EVP für Grundnahrungsmittel, Arbeits- und Kinderbekleidung, Spielwaren etc. wurden häufig mit staatlichen Zuschüssen gestützt, d. h. die Herstellungskosten dieser Waren lagen teilweise deutlich über dem jeweiligen EVP.Erste Durchführungsbestimmung zur Verordnung über die Schüler- und Kinderspeisung, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Langlebige Konsumgüter, Güter des gehobenen Bedarfs und Luxusartikel wurden dagegen mit erheblichen, staatlich festgelegten Preisaufschlägen verkauft.
Der EVP setzte sich rechnerisch aus dem Industrieabgabepreis (IAP) und der Großhandels- und Einzelhandelsspanne zusammen. Eine Mehrwert- oder ähnliche Steuer wurde nicht erhoben.
Es gab für die Warenabgabe von Großhandel an Einzelhandel im Übrigen auch den sogenannten Großhandelsverkaufspreis (GVP).
Preisbeispiele Porto 0,05 M für eine Drucksache bis 50 g 0,10 M für eine Postkarte im Inland 0,20 M für einen Brief bis 20 g ins In- und sozialistische Ausland 0,35 M für einen Brief bis 20 g in das nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet (NSW) 0,55 M für eine Postkarte mit Luftpost ins nichtsozialistische Ausland (1989)
Öffentlicher Personenverkehr mini|hochkant|Mehrfahrtenkarte der VEB Erfurter Verkehrsbetriebe (DDR 1983) 0,08/0,12 M pro Kilometer für Fahrscheine (2./1. Kl.) der Deutschen Reichsbahn (Kinder bis 6 Jahre frei, 331/3 Prozent Ermäßigung für Sonntags- und Ferienrückfahrkarten sowie für Rentner dienstags bis donnerstags, 50 Prozent Ermäßigung für Schüler und Studenten, 75 Prozent Ermäßigung für Studenten, Lehrlinge bzw. Arbeiter für Fahrten zwischen Heimat- und Studien-, Ausbildungs- bzw. Arbeitsort (Schüler- bzw. Arbeiterrückfahrkarte)) sowie für Soldaten zwischen Dienst- und Heimat- bzw. Urlaubsort (Militärfahrkarten) 0,10 M bis 0,20 M eine Fahrkarte für Straßenbahn oder Bus im Stadtverkehr, oft in Form von Sammelkarten mit mehreren Abschnitten zum Abreißen, üblicherweise ohne Umsteigeberechtigung (deshalb hielten sich die Verästelungsnetze lange, jede Einstellung einer Verbindung verdoppelte bei den Betroffenen die Fahrpreise bei gleichzeitig längerer Fahrzeit). 0,20 M eine einfache Fahrt der Ost-Berliner S- und U-Bahn (Preisstufe I), Bus und Straßenbahn (innerhalb Ost-Berlin) 0,50 M eine einfache Fahrt innerhalb einer Stadt bei den um 1970 eingerichteten neuen S-Bahn-Systemen 1,00 M eine Tagesfahrkarte (beliebig viele Fahrten) der Berliner S-Bahn (innerhalb Ost-Berlin, 1984) 2,00 M eine Tagesfahrkarte (beliebige Fahrten) in allen öffentlichen Verkehrsmitteln (U-Bahn, S-Bahn, Bus und Straßenbahn) (innerhalb Ost-Berlin, 1984) 5,00 M eine Monatskarte in Berlin für eine Linie (und die auf dem gleichen Weg verkehrenden Fahrten anderer Linien) (Bus, S-Bahn, Straßenbahn und U-Bahn) 10,00 M eine ermäßigte Monatsnetzkarte für Straßenbahn und Bus in Dresden (80er Jahre) 20,00 M eine persönliche Monatsnetzkarte für Straßenbahn und Bus in Dresden (80er Jahre) 19,00 M Eine Fahrkarte der Deutschen Reichsbahn über 200 Kilometer im Schnellzug (16,00 M für die 200 km plus 3,00 M Schnellzugzuschlag) 66,00 M ein Hin- und Rückflug Berlin–Prag mit der Interflug
Backwaren 0,05 M ein kleines Brötchen (bzw. Schrippe) 0,07 M ein Salzbrötchen 0,10 M große Semmel (Doppelbrötchen) 0,18 M ein normales Hörnchen 0,20 M ein Stück gefüllter Streuselkuchen 0,21 M ein Mohnhörnchen 0,37 M ein Stück Mohnkuchen vom Bäcker 0,50 M ein halbes Bäckerbrot, 0,53 M in Ost-Berlin 0,52 M Roggenmischbrot (1 kg) 0,62 M Weizenmischbrot (1 kg) 0,78 M Roggenmischbrot (1,5 kg) 0,93 M Weizenmischbrot (1,5 kg) 1,00 M Toastbrot „Spezial Toast“ (500 g) 1,40 M Buttermilchbrot 1,5 kg
Weitere Lebensmittel mini|Einzelhandelsabgabepreise für Wurst und Wurstwaren und tierische Fette (1958) mini| Verkaufsschild aus Glas – Schweinefleisch und Preise – Ende 1970er Jahre mini|hochkant|Preisliste für Fleisch- und Wurstwaren aus einem DDR-Konsum 0,37 M ein Becher Bautzner Senf 0,50 M 500 g Malzkaffee 0,50 M Filinchen 0,55 M eine Packung (275 g) Burger Knäckebrot 0,62 M Landleberwurst (100 g) 0,68 M 250 g Weizenin (Weizenstärke) 0,85 M ein 5-kg-Beutel Kartoffeln 0,85 M 500 g Würfelzucker 0,88 M 1 kg Sanisal (jodiertes Speisesalz) 1,15 M eine Flasche Tomaten-Ketchup (215 Gramm) vom VEB Fruchtsaftbetrieb Werder 1,00 M Weizenmehl 1000 g (vorher 1040 g) 1,75 M 250 g Rahmbutter (stark wasserhaltige, nur als Brotaufstrich geeignete Buttersorte) 2,40 M 250 g Tafelbutter (Fettgehalt geringer als in der Bundesrepublik, bei noch geringerem Gehalt als „Landbutter“ bezeichnet)Butterverpackung 3,00 M ein Becher Nudossi 3,00 M 1 Flasche Zückli-Sol (flüssiger Süßstoff) 8,00 M Dose Trumpf-Kakaopulver „Trink-Fix“ (zu Anfang nur in den Delikatläden) 8,75 M Packung gemahlener Kaffee „Rondo“ oder „Rondo Melange“ (125 g) 8,75 M Packung gemahlener Kaffee „Mocca-Fix“ (125 g) 14,50 M eine Dose Ananas (im Delikatladen)
Getränke 0,12 M Flasche Mineralwasser 0,33 l (Pfand 0,30 M) 0,21 M Brause 0,33 l z. B. von SpreequellSpreequell-Etikett 0,34 M eine Flasche/Tüte Trinkvollmilch (500 ml, 2,2 % Fett) 0,35 M Kakaomilch im Tetrapak 0,25 l 0,35 M eine Flasche Fruchtsaftgetränk aus Zitrusfrüchten 0,33 l „Mandora“ 0,36 M eine Flasche Vollmilch, 500 ml 2,5 % Fett 0,42 M eine Flasche Club-Cola (0,33 l) 0,48 M eine Flasche Bier Hell (0,33 l) 0,50 M eine Flasche Capri-Limonade oder Vita Cola 0,5 l 0,61 M eine Flasche Bier 0,33l Pils (0,30 M Pfand) 0,65 M eine Flasche Club-Cola oder Quick Cola (0,5 l) 0,65 M eine Flasche Karena-Limonade 0,5 l (0,30 M Pfand) 0,70 M ein Beutel Vollmilch 1 l (2,2 Prozent Fettgehalt) (0,73 M in Ost-Berlin), später 0,66 M 0,72 M eine Flasche Vollbier Hell 0,5 l 0,72 M eine Flasche Bier 0,33 l Starkbier (i. d. R. Bockbier) 0,80 M 0,5 l steuerfreier Trinkbranntwein für Bergarbeiter („Kumpeltod“) 0,80 M eine Flasche 0,33 l Bitter-Tonic 0,92 M eine Flasche Bier 0,5 l Pils(-ner)Bier-Etikett 1,00 M eine Flasche Pepsi 0,25 l (Pfand 0,50 M) 1,08 M eine Flasche Bier 0,5 l Starkbier (i. d. R. Bockbier) 1,28 M eine Flasche Bier 0,5 l Export- oder Spezial-Bier (z. B. Radeberger Export) 11,70 M eine Flasche Stichpimpulibockforcelorum (35 Vol.-%) 14,50 M eine Flasche „Goldbrand“ (32 Vol.-%) 17,60 M eine Flasche Nordhäuser Doppelkorn (38 Vol.-%)
Süßwaren 0,08 M kleine Packung Zitronenbonbons 0,10 M ein Päckchen Brausepulver (20 g) 0,10 M ein Päckchen Pfefferminzbonbons Pfeffi (auch als Zitrone) 0,70 M Tafel Schokolade (mit Figuren des DDR-Kinderfernsehens, 25 g) 0,80 M Schlager-Süßtafel (schokoladenähnlich) 1,00 M Creck, ein Schokoladenersatzprodukt 2,00 M Schokoladentafel bambina von Zetti 2,80 M Tafel Rotstern Schokolade, Vollmilch, 100 g ca. 4,00 M eine Tafel Pfefferminzschokolade oder Katzenzungen
In Gaststätten / am Imbiss mini|Gaststätte Motel Dresden, Tageskarte 1968 0,10 M eine Kugel Eis (Vanille oder Kokos) 0,15 M eine Kugel Eis (Erdbeer oder Himbeer) 0,20 M eine Kugel Eis (Schoko) 0,25 M ein Fischbrötchen 0,40 M ein helles Bier (0,25 l) in einer Gaststätte (Preisstufe I) 0,49 M ein Pils (0,25 l) in einer Gaststätte (Preisstufe I) 0,51 M ein Pils (0,25 l) in einer Gaststätte (Preisstufe II) 0,63 M ein Pils (0,25 l) in einer Gaststätte (Preisstufe III) 0,55 M ein Essen für einen Schüler in der Schulspeisung 0,60 M ein einfaches Mittagessen in einer Studenten-Mensa 0,70 M eine Tasse Kaffee (5 g) in der Preisklasse I, 0,90 M Preisklasse IV 0,85 M Bockwurst mit Brötchen und Senf 0,85 M Gulaschsuppe in einer Gaststätte (Preisstufe I) 0,90 M ein mittleres Mittagessen in einer Studenten-Mensa 1,02 M ein Pils (0,5 l) in einer Gaststätte (Preisstufe II) 1,26 M ein Pils (0,5 l) in einer Gaststätte (Preisstufe III) 1,17 M ein Bier (Berliner Pilsner) (0,5 l) in der Selbstbedienungsgaststätte am Fernsehturm, Berlin-Alexanderplatz, Sommer 1984 (1,– M Glaspfand) 1,20 M ein gehobeneres Mittagessen in einer Studenten-Mensa 2,35 M ein einfaches Mittagessen (Gulasch mit Kartoffeln und Gemüse) in einer Gaststätte (Preisstufe I) 7,45 M ein Rumpsteak mit Sardellenbutter, Röstkartoffeln und Salatteller (1975) in einer Gaststätte (Preisstufe S) 18,95 M dt. Kaviar mit Butter, Brot und Zitrone (1983) in einer Nacht-Tanzbar (Preisstufe S + Aufschlag)
Reinigungsmittel 0,13 M ATA fein, 250 g 0,14 M ATA fein, 270 g 0,15 M ATA fein, 300 g 0,95 M Nautik-Seife 1,15 M SWYT-Mehrzweckreiniger 230 g 1,20 M Spee (Vollwaschmittel) 230 g 1,25 M NOVUM (Universalreiniger) 150 g 1,45 M RIMO (Bleichmittel) 157 g 1,75 M Fit (Spülmittel) 3,30 M Spee gekörnt 640 g 4,65 M Vollwaschmittel „Spee“ (gekörnt), 900 g
Haushalt
0,06 M ein Vokabelheft Format A6 0,08 M eine Kilowattstunde Elektroenergie (ohne weitere Gebühren) 0,10 M eine Schachtel Streichhölzer 0,10 M ein Schulheft Format A5 0,10 M ein Block Löschpapier Format A5 0,15 M ein Telefon-Ortsgespräch vom Privatanschluss, 0,20 M aus der Telefonzelle 0,25 M eine Packung „Kriepa“-Papiertaschentücher (10 Stück) 0,30 M ein Liter Waschbenzin 0,35 M eine Packung „Kriepa“-Papiertaschentücher (10 Stück) mit Kölnisch-Wasser-Aroma 0,37 M Zeichenblock, 16 Blatt A4 0,30 M eine Rolle einfaches Toilettenpapier 0,50 M eine Rolle farbiges Toilettenpapier 0,72 M eine Tube Duosan Rapid 0,82 M ein Eierbecher von „Sonja-Plastic“ in der Form einer Henne 0,83 M Schlauchreparatur „Vulko-Blitz“ 0,85 M 4,5-V-Flachbatterie 3R12 1,00 M eine Großpackung Streichhölzer (10 Schachteln) 1,00 M Puppenkerzen 40 Stück, bunt (HSL-Nr. 8415000) 1,10 M Pulmotin (Erkältungssalbe) 20 g 1,28 M Geburtstagskerzen mit Scherenschnittmotiven, 12 Stück (VEB Wittol, Lutherstadt Wittenberg) 1,35 M Geschenkpapier 8 Bogen Format 50 × 63 cm – Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden – um 1970 1,50 M Baumkerzen, weiß, 12 Stück (HSL-Nr. 8411200), (VEB Wittol, Lutherstadt Wittenberg) 1,95 M ein Stück „Deo-2“ Seife 3,00 M eine Rolle Alufolie 20 × 0,30 m 4,60 M eine Packung Markant-Faserschreiber 5,00 M Schuldeckfarbkasten mit sechs Farben 11,00 M ACTION Form-Spray (Haarspray) 70,00 M Monatsmiete für 58-m²-Neubauwohnung 93,10 M Monatsmiete für 69-m²-Neubauwohnung 42,15 M Monatsmiete für 56-m²-Neubauwohnung, Baujahr 1966 435,00 M Kleinschreibmaschine „Erika“ 1100,00 M Haushaltkühlschrank „H 130“ 4674,00 M Schrankwand „Warnemünde“
Presseerzeugnisse 0,10 M Abendzeitungen