mini|College-Football-Spiel zwischen den Colorado State Rams und den Air Force Falcons Als College Football wird seit über 150 Jahren der American-Football-Spielbetrieb an Universitäten und Colleges in den USA und Kanada bezeichnet. Während heute der Profisport im medialen Fokus steht, spielt der College Football in den USA weiterhin eine zentrale Rolle; entscheidende Spiele ziehen mehr als 100.000 Zuschauer in die Stadien und mehrere Millionen Menschen verfolgen die Spiele im Fernsehen. Acht der zehn sportartenübergreifend größten Sportstadien der Welt sind dem College Football zuzuordnen, alle mit einer Kapazität von über 100.000 Zuschauern. Trotz des großen medialen Interesses durften College-Sportlern lange Zeit keine Gehälter gezahlt werden; lediglich Stipendien zur Deckung der Studienkosten waren erlaubt. Seit 2021 dürfen Athleten jedoch durch sogenannte NIL-Deals (Name, Image, Likeness) Einkommen erzielen, etwa durch Sponsoring oder Werbung. Zudem wurde 2024 ein Vergleich beschlossen, der es Universitäten erstmals erlaubt, Athleten direkt am Umsatz zu beteiligen.https://www.bestcolleges.com/news/college-football-biggest-nil-deals/ Bestcolleges, abgerufen am 4. Mai 2025https://www.ncaa.org/news/2021/6/30/ncaa-adopts-interim-name-image-and-likeness-policy.aspx NCAA Media Center 6/30/2021, abgerufen am 4. Mai 2025

Darüber hinaus ist der College Football die wesentliche Ausbildungsplattform für begabte Spieler, bevor die besten Spieler in den Profisport wechseln können. Im Gegensatz zu vielen anderen populären Sportarten in Nordamerika gibt es im American Football keine Ausbildungsteams der erfolgreichsten Franchises in niedrigeren Ligen, sodass der College Football häufig als die zweithöchste Spielklasse nach der National Football League (NFL) und vor dem Highschool-Football angesehen wird. Die Spieler verbleiben in der Regel drei oder vier Jahre im College Football, bevor sie mit dem Abschluss oder Abbruch ihres Studiums in den Profisport wechseln. Vor jeder Saison der NFL werden im Rahmen des NFL Drafts 256 Spieler direkt für die NFL-Profimannschaften verpflichtet. Nicht gedraftete Spieler haben als Free Agents darüber hinaus ebenfalls die Möglichkeit, ihre Spielerkarriere nach dem Universitätssport im Profi-Football fortzusetzen.

Die Anfänge und ersten Entwicklungen des American Footballs gehen im Wesentlichen auf den College Football zurück, der bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts große Popularität in den Vereinigten Staaten erreichen konnte. Das Profitum im American Football entwickelte sich basierend auf den Regeln des College Football mit der Gründung der National Football League im Jahr 1920. Mit der erstmaligen Einführung abweichender Spielregeln für die Profimannschaften im Jahr 1933 begann schließlich eine separate Entwicklung.

Das Spielsystem des College Football ist historisch geprägt und aus europäischer Sicht gewöhnungsbedürftig. Der überwiegende Teil wird dabei während der Regular Season in regionalen Conferences ausgetragen, welche kleine Gruppen von bis zu zwölf Teams darstellen (siehe Abschnitt Struktur). Hierbei spielt aber nicht zwingend jedes Team gegen jedes andere Team seiner Conference, stattdessen werden aber teilweise Spiele gegen Teams einer anderen Conference ausgetragen. Mit dem Ende der Regular Season qualifizieren sich auf Basis eines komplizierten Systems die besten Teams für eine Vielzahl von untereinander unabhängigen Endspielen, den sogenannten Bowls. Zwischen 1998 und 2013 diente ein ausgewähltes Bowl-Spiel im Rahmen der Bowl Championship Series zugleich der Ermittlung des landesweiten Gesamtsiegers, des National Champions. Seit 2014 wurde in Anlehnung an die NFL ein Play-off-System im Rahmen der College Football Playoffs eingeführt, sodass seitdem erstmals zwei Spiele in der Post Season siegreich abgeschlossen werden müssen, um National Champion zu werden: Nach dem gewonnenen Bowl wird das College Football Playoff National Championship Game ausgetragen.

Der College Football wird im Wesentlichen von der National Collegiate Athletic Association (NCAA) veranstaltet, welche unter anderem die Spielregeln für den College Football verbindlich festlegt und die Division I, in welcher die größten und finanzstärksten Universitäten spielen, organisiert. Die NCAA Division I ist auf Druck der größten Programme, die sich in Eigenregie bedeutend gewinnbringender vermarkten können, in zwei Unterdivisionen unterteilt, die Football Bowl Subdivision und die Football Championship Subdivision (vorher Division I-A und I-AA). 2017/18 spielten 29029 Athleten für 254 Footballprogramme in der Division I und weitere annähernd 45000 in den unteren Divisionen.N.N.: 2017-18 NCAA Sports Sponsorship and Participation Rates Report. Auf: NCAA Publications—Website; Indianapolis, IN, Oktober 2018. Abgerufen am 21. Januar 2020 (in Englisch).

Die kleinen und mittelgroßen Universitäten spielen nämlich meist in der Division II und Division III der NCAA (letztere ohne Stipendien), oder unter Obhut der National Association of Intercollegiate Athletics (NAIA) oder der National Junior College Athletic Association (NJCAA). Gelegentlich wird Football als Club Football von den Athleten auch selbst organisiert.

Um eine mediale Konkurrenz zwischen dem Profi-Football und dem College Football, deren Saisons beide traditionell im Herbst jedes Jahres ausgetragen werden, zu vermeiden, wurde im Jahr 1961 der Sports Broadcasting Act erlassen. Dieser regelt, dass zwischen Mitte September und Mitte Dezember an Sonnabenden keine Profispiele im US-amerikanischen Fernsehen übertragen werden dürfen. Traditionell gehört der Sonnabend somit dem College Football, während die Spiele der NFL sonntags (und einzelne Spiele zunehmend auch donnerstags und montags) ausgetragen werden.S.M. Oliva: Auf: Saturday Down South—Website; Windermere, FL, ohne Datum in 2011. Abgerufen am 7. September 2018 (in Englisch).

Geschichte Der Ursprung des College Footballs wird allgemein zurückdatiert auf den 6. November 1869, als die Mannschaften der Universitäten von Rutgers und Princeton in New Brunswick (New Jersey) 6:4 spielten – nach Fußball-ähnlichen Regeln, denn American Football sollte erst noch erfunden werden.

Im Jahre 1874 trafen die Mannschaft der Harvard-Universität und das Rugby-Team der kanadischen McGill University aus Montréal aufeinander, in Spielen mit Kompromiss-Regeln. Aus diesem Denkanstoß entwickelten sich dann Canadian Football und American Football.

Die maßgebende Persönlichkeit beim American Football war dabei Walter Camp, der ab 1876 als Spieler, Trainer und Funktionär an der Yale-Universität dessen Entwicklung (und die anderer Sportarten) bis 1925 entscheidend prägte. So wurde die Spielerzahl auf elf festgelegt, der exklusive Ballbesitz für mindestens drei Versuche eingeführt und die Angriffsformation mit sieben Spielern an der Linie und vier im Rückraum üblich. Gespielt wurden ca. zehn Spiele von einschließlich September bis November, markiert durch die Feiertage Labor Day und Thanksgiving.

Camp stellte ebenfalls eine vielbeachtete „All America“-Auswahlmannschaft zusammen, die z. B. vom US-Präsidenten geehrt wird (siehe Filmszene in Forrest Gump). Die Spiele der Studenten an den „Ivy League“-Elite-Universitäten der Ostküste wurden populär, ab den 1890er Jahren waren 30.000 Zuschauer keine Ausnahme. Zu der Zeit gab es auch schon außeruniversitäre Wettkämpfe mit ersten professionellen Ansätzen, die jedoch noch mehrere Jahrzehnte lang im Schatten des College Footballs stehen sollten. Im Jahre 1902 wurde mit dem Rose Bowl in Pasadena die Tradition der Bowl-Spiele an Neujahr begründet. Ein Turnier zur Bestimmung eines Meisters wurde nie eingeführt; die „National Championship“-Ehren wurden durch Umfragen bei Trainer und Journalisten bestimmt, wobei öfter Uneinigkeit herrschte.

Zur gleichen Zeit war der Football allerdings bereits in einer anderen Krise, denn pro Jahr kamen mehr als ein Dutzend Spieler um, weil sie in Keil-Formationen miteinander verhakt aufeinander einstürmten. Der US-Präsident Theodore Roosevelt höchstpersönlich erzwang daraufhin Regeländerungen, die das Spiel sicherer machen sollten. Um das Jahr 1912 hatte der Football dann die heutige Form angenommen. Insbesondere die Einführung des Vorwärts-Passes markierte die Trennung vom Rugby endgültig. Ein Touchdown zählte fortan sechs Punkte. Die Spielfelddimensionen wurden an das neugebaute Stadion von Harvard angepasst.

Als wichtigste von diversen Auszeichnungen wird seit 1935 die Heisman Trophy an den besten Spieler eines Jahrgangs vergeben, zu deren Gewinnern auch O.J. Simpson gehörte. Eine weitere Auszeichnung ist der Jim Thorpe Award für den besten Defensive Back, der seit 1986 verliehen wird und nach Jim Thorpe benannt ist.

Struktur College Football wird an Hunderten von Universitäten gespielt, die von der NCAA in die Divisionen Division I – Bowl Subdivision (bis 2005: Division I-A), Division I – Championship Subdivision (bis 2005: I-AA), Division II und Division III eingeteilt werden. (Die traditionellen Bezeichnungen „I-A“ und „I-AA“ werden inoffiziell weiterhin gebraucht.) Die Elite-Universitäten der Ivy League, die in der Gründerzeit dominiert haben, konnten mit Dartmouth zuletzt 1925 eine (geteilte) Meisterschaft verzeichnen und sind sportlich bestenfalls noch zweitklassig (Div I-AA).

Die wichtigste Division I setzt sich aus 138 Mannschaften zusammen, die sich in Conferences zu meist zehn bis zwölf Teilnehmern zusammengeschlossen haben. Hier eine Auflistung ab der kommenden Saison 2026:

Big Ten Conference (Illinois Fighting Illini, Indiana Hoosiers, Iowa Hawkeyes, Maryland Terrapins, Michigan Wolverines, Michigan State Spartans, Minnesota Golden Gophers, Nebraska Cornhuskers, Northwestern Wildcats, Ohio State Buckeyes, Oregon Ducks, Penn State Nittany Lions, Purdue Boilermakers, Rutgers Scarlet Knights, UCLA Bruins, USC Trojans, Washington Huskies, Wisconsin Badgers) Big 12 Conference (Arizona Wildcats, Arizona State Sun Devils, Baylor Bears, BYU Cougars, Cincinnati Bearcats, Colorado Buffaloes, Houston Cougars, Iowa State Cyclones, Kansas Jayhawks, Kansas State Wildcats, Oklahoma State Cowboys, TCU Horned Frogs, Texas Tech Red Raiders, UCF Knights, Utah Utes, West Virginia Mountaineers) Atlantic Coast Conference (Notre Dame Fighting Irish, Boston College Eagles, California Golden Bears, Clemson Tigers, Duke Blue Devils, Florida State Seminoles, Georgia Tech Yellow Jackets, Louisville Cardinals, Miami Hurricanes, NC State Wolfpack, North Carolina Tar Heels, Pittsburgh Panthers, SMU Mustangs, Stanford Cardinal, Syracuse Orange, Virginia Cavaliers, Virginia Tech Hokies, Wake Forest Demon Deacons) Notre Dame ist kein ACC-Mitglied im Football, hat aber vereinbart, jedes Jahr fünf seiner zwölf regulären Saisonspiele gegen andere ACC-Mannschaften zu bestreiten. Southeastern Conference (Alabama Crimson Tide, Arkansas Razorbacks, Auburn Tigers, Florida Gators, Georgia Bulldogs, Kentucky Wildcats, LSU Tigers, Mississippi State Bulldogs, Missouri Tigers, Oklahoma Sooners, Ole Miss Rebels, South Carolina Gamecocks, Tennessee Volunteers, Texas Longhorns, Texas A&M Aggies, Vanderbilt Commodores) American Conference (Army Black Knights (nur Football), Charlotte 49ers, East Carolina Pirates, Florida Atlantic Owls, Memphis Tigers, Navy Midshipmen (nur Football), North Texas Mean Green, Rice Owls, South Florida Bulls, Temple Owls, Tulane Green Wave, Tulsa Golden Hurricane, UAB Blazers, UTSA Roadrunners) Mountain West Conference (Air Force Falcons, Hawaii Rainbow Warriors (nur Football), Nevada Wolf Pack, New Mexico Lobos, North Dakota State Bison (nur Football), Northern Illinois Huskies (nur Football), San José State Spartans, UNLV Rebels, UTEP Miners, Wyoming Cowboys) Pac-12 Conference (Boise State Broncos, Colorado State Rams, Fresno State Bulldogs, Oregon State Beavers, San Diego State Aztecs, Texas State Bobcats, Utah State Aggies, Washington State Cougars)