Good Night, and Good Luck ( für ‚Gute Nacht und viel Glück‘) ist ein US-amerikanischer Kinofilm über die McCarthy-Ära. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung zwischen dem Fernsehjournalisten Edward R. Murrow und dem Senator Joseph McCarthy. George Clooney führte bei diesem Schwarzweiß-Film nicht nur Regie, er verfasste auch das Drehbuch mit und agierte als Darsteller vor der Kamera.

Der Film startete am 7. Oktober 2005 in den US-Kinos und konnte bei einem Produktionsbudget von 7 Mio. US-Dollar weltweit 54 Mio. US-Dollar einspielen.Good Night, and Good Luck. boxofficemojo.com (englisch); abgerufen am 15. Dezember 2011. In der Schweiz lief er am 12. Januar 2006 an, in Österreich am 17. Februar 2006 in englischer Originalfassung (in manchen Kinos mit deutschen Untertiteln) und am 6. April 2006 in Deutschland (dort deutsche Synchronfassung), wo er insgesamt von 194.629 Kinobesuchern gesehen wurde.Top 100 Deutschland 2006. insidekino.de; abgerufen am 15. Dezember 2011. Seit dem 10. Oktober 2006 ist der Film auf DVD erhältlich. Im Frühjahr 2025 wurde eine Bühnenadaption am New Yorker Winter Garden Theatre unter der Regie von David Cromer mit George Clooney in der Hauptrolle aufgeführt.

Handlung Eingerahmt von einer Preisverleihung für den Journalisten Edward R. Murrow im Jahre 1958 blickt der Film auf die Jahre 1953 und 1954 zurück, in denen Murrow zusammen mit seinem Produzenten Fred Friendly und einem kleinen Team von Reportern im politischen Fernsehmagazin See It Now den Kampf gegen die Machenschaften des Senators Joseph McCarthy und den von ihm geleiteten Senatsausschuss aufnahm. Dieser Ausschuss wurde eingesetzt, um kommunistische Verschwörungen innerhalb staatlicher Organe aufzudecken, verstieß dabei aber immer wieder gegen die Bürgerrechte.

Ausgehend von dem Fall eines Air-Force-Soldaten, der aus dem Militärdienst entlassen wurde, weil er sich geweigert hatte, seine Schwester und seinen Vater zu denunzieren, wagt Murrow einen direkten Angriff auf McCarthy. Dabei stoßen Murrow und sein Team auf Widerstand bei den Sponsoren und der Leitung des Senders CBS.

Trotzdem wird die Sendung über McCarthy zu einem großen Triumph. Murrow schnitt hauptsächlich Originaltöne von McCarthy aneinander, die zeigten, dass er – nach Ansicht von Murrow – eine größere Gefahr für die Demokratie darstellte als die von ihm verfolgten Kommunisten. Als McCarthy es nicht schaffte, in einer weiteren Sendung die Argumente gegen sein Vorgehen glaubwürdig zu entkräften, begann sein politischer Niedergang.

Murrows Erfolg wird aber durch den Suizid des befreundeten Nachrichtensprechers Don Hollenbeck sowie den Erfolg von trivialen Unterhaltungsprogrammen – in erster Linie Spielshows – getrübt, und am Ende läuft See It Now anstatt wöchentlich im Abendprogramm nur noch unregelmäßig am Sonntagnachmittag.

Schließlich kehrt der Film zu Murrows Rede bei der Preisverleihung zurück, die er mit der Warnung beendet, dass es die Aufgabe des Fernsehens sein müsse, die Zuschauer auch zu belehren und vielleicht sogar zu inspirieren. Dies sei auch von der Bereitschaft der Zuschauer abhängig, die Aufgabe des Fernsehens als solche anzunehmen. Andernfalls bliebe das Fernsehen nicht mehr als nur ein Kasten mit Drähten und Leuchten.

Historischer Hintergrund Der Film basiert auf historischen Ereignissen: So kritisierte Edward R. Murrows in seiner Sendung „See It now“ tatsächlich McCarthys Antikommunismus-Feldzug und trug so zum Ende dessen politischer Karriere bei. Verbürgt sind auch die Angriffe des US-amerikanischen Journalisten Jack O’Brian, eines Unterstützers von Joseph McCarthy, auf Murrows Kollegen Don Hollenbeck, der möglicherweise unter anderem aus diesem Grund Suizid beging.

Bei Testvorführungen wurden von einigen Zuschauern die Originalaufnahmen von Senator McCarthy nicht als authentisches Material erkannt. In den anschließenden Befragungen kritisierten sie den vermeintlichen Schauspieler wegen seiner theatralischen und übertriebenen Darstellung. Regisseur und Coautor Clooney äußerte sich gegenüber der Zeitschrift The Advocate wie folgt:

Im Film ist Edward R. Murrow fast immer mit Zigarette zu sehen. Er starb am 27. April 1965 im Alter von 57 Jahren an Lungenkrebs.

Kritiken

Good Night, and Good Luck erhielt ein sehr gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils positive Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Zertifiziert Frisch“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus. Es folgen einige repräsentative Pressestimmen:

Auszeichnungen Oscarverleihung 2006 Nominierungen in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (David Strathairn), Bestes Szenenbild, Beste Kamera und Bestes Originaldrehbuch

Golden Globe Awards 2006 Nominierungen in den Kategorien Bester Film – Drama, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller – Drama (David Strathairn) und Bestes Filmdrehbuch

British Academy Film Awards 2006 Nominierungen in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (David Strathairn), Bester Nebendarsteller (George Clooney), Bestes Original-Drehbuch, Bester Schnitt

Critics’ Choice Movie Awards 2006 Freedom Award: George Clooney Nominierungen in den Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller (David Strathairn), Bestes Schauspielerensemble, Beste Regie (George Clooney), Bestes Drehbuch (George Clooney und Grant Heslov)

Europäischer Filmpreis 2005 Prix Screen International – Bester nichteuropäischer Film

Internationale Filmfestspiele von Venedig 2005 FIPRESCI-Preis: George Clooney Goldene Osella: Bestes Drehbuch Human Rights Film Network Award – Special Mention: George Clooney Pasinetti-Preis: Bester Film Coppa Volpi: Bester Darsteller: David Strathairn

Grammy Bestes Jazz-Gesangs-Album für Dianne Reeves

Jury der Evangelischen Filmarbeit Film des Monats, April 2006

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2005 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Filmbiografie Kategorie:Joseph McCarthy Kategorie:Independent-Film Kategorie:Kalter Krieg im Film Kategorie:Journalismus im Film Kategorie:George Clooney