Die Feuerwehr Kaiserslautern besteht aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften. Als öffentliche Feuerwehr ist ihr Träger die Stadt Kaiserslautern. Sie beschäftigt insgesamt 320 aktiv ehrenamtliche und hauptamtliche Feuerwehrmänner und -frauen, die auf über 50 Einsatzfahrzeugen aller Art ausrücken.Website der Feuerwehr Kaiserslautern
Berufsfeuerwehr Die hauptamtlichen Kräfte besetzen den so genannten ersten Löschzug der Stadt Kaiserslautern, welcher auf der Hauptfeuerwache untergebracht ist. Dabei handelt es sich aktuell um vier Einsatzfahrzeuge (ein Löschgruppenfahrzeug , ein Pulvertanklöschfahrzeug 4000 , ein Einsatzleitwagen [11-1] und eine Drehleiter mit Korb 23-12 [34-1]), die bei Einsätzen zuerst ausrücken. Je nach Einsatzlage können anstelle dieser Fahrzeuge auch andere ausrücken, die zunächst ebenfalls von den hauptamtlichen Kräften besetzt werden.
Der hauptamtliche Teil der Feuerwehr Kaiserslautern besteht aus ca. 116 Beamten, die sich in drei Wachabteilungen aufteilen, welche jeweils in 24-Stunden-Schichten die Einsätze bewältigen, sowie mehreren Disponenten der Leitstelle und der Feuerwehrverwaltung.
Ehrenamtliche Kräfte Im ehrenamtlichen Teil der Feuerwehr Kaiserslautern sind rund 220 Personen tätig. Diese sind auf drei Verbände verteilt.
Der Verband Mitte, der für die Innenstadt zuständig ist, besteht aus vier Löschzügen, die in der Hauptfeuerwache untergebracht sind. Die Alarmierungsbereitschaft dieser vier Züge rotiert im wöchentlichen Rhythmus. Bei größeren Einsätzen im Stadtgebiet oder nachts wird der komplette Zug alarmiert. Bei Einsätzen tagsüber wird die sogenannte Tagesalarmschleife ausgelöst. Diese betrifft die Kräfte aller vier Züge, die auch tagsüber verfügbar sind. Da die Kräfte des Verbands Mitte vor allem die Berufsfeuerwehr unterstützen, sind sie auf nahezu allen Fahrzeugen der Hauptfeuerwache ausgebildet.
Der Verband Nord und der Verband Süd bestehen aus weiteren Zügen, die in mehreren Ortsteilen der Universitätsstadt stationiert sind. Dazu gehören die Züge Dansenberg, Erfenbach, Erlenbach, Hohenecken, IG-Nord, Mölschbach, Morlautern und Siegelbach. Diese arbeiten prinzipiell autark und werden bei Bedarf durch Kräfte aus der Innenstadt unterstützt. Jeder dieser Züge verfügt über mindestens ein wasserführendes Löschfahrzeug, das bei einigen Zügen noch durch weitere Einsatzfahrzeuge ergänzt wird. Die Züge in den Ortsteilen DansenbergDansenberg: First Responder Dansenberg und Mölschbach sind in ein First-Responder-System eingebunden. Dabei rückt die Feuerwehr zu zahlreichen medizinischen Notfällen aus, um die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu überbrücken.Feuerwehr Kaiserslautern: Freiwillige Feuerwehr
Jugendfeuerwehr Neben der aktiven Einheit unterhält die Freiwillige Feuerwehr in Kaiserslautern eine Jugendfeuerwehr, bestehend aus Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren (diese treffen sich auf der Hauptwache), die sich für die Feuerwehr interessieren, aber noch zu jung für den aktiven Einsatzdienst sind.Feuerwehr Kaiserslautern: Jugendfeuerwehr
Geschichte Kaiserslautern, welches im Mittelalter schon über eine Stadtmauer und Gräben zur Verteidigung gegen Angreifer verfügte, wurde regelmäßig von schweren Feuersbrünsten heimgesucht. Wie zu diesem Zeitpunkt die Feuerlöscheinrichtungen organisiert waren, ist heute jedoch nicht mehr rekonstruierbar. Deshalb beginnt die Geschichte des Brandschutzes in Kaiserslautern mit dem Türmereid in der Übergangszeit zwischen Mittelalter und Neuzeit.
16. und 17. Jahrhundert Die älteste erhaltene Feuerlöschordnung entstammt den Ratsprotokollen von 1597. Der Türmereid verpflichtete die Wachen auf den Türmen, nicht nur bei Angriffen, sondern auch bei Bränden Alarm zu schlagen. Anschließend musste die Torwache zur Stiftskirche laufen und die Sturmglocke läuten. Entsprechend der militärischen Organisation war nun jedem Bürger seine Funktion zugewiesen. Dieser musste sich mit einer Armatur auf dem Rathaus melden und wurde dann der Rotte zugewiesen, der seine Zunft zugeteilt war. Jede Zunft musste im Notfall ihren Stadtturm und ihr Stadttor besetzen und vorm Rathaus Stellung nehmen, da zur damaligen Zeit häufig Brände gelegt wurden, um die Stadt in ihrer Verwirrung zu überrumpeln und auszurauben. Zur Ausleuchtung der Feuerstelle wurden damals Pechkränze entzündet; die Bauzunft brachte Leitern aus der ganzen Stadt zusammen, um damit die Dächer der benachbarten Häuser zu besteigen und abzudecken. Das Dach des brennenden Hauses selbst wurde mit Einreißhaken herabgerissen und mit Wasser aus Eimern abgelöscht.
Nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges wurden die Festungswerke von Kaiserslautern ausgebaut, um auch Artilleriebeschuss standhalten zu können. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine erste Feuerspritze beschafft. Als Kaiserslautern vom 17. bis zum 20. Juli 1635 durch den kroatischen General Hatzfeld beschossen wurde, brannte die Stadt komplett nieder. Die wenigen Überlebenden, denen die Flucht in die nahen Waldgebiete gelungen war, kehrten erst nach sechs Wochen zurück und begannen mit dem Wiederaufbau. Am 23. Februar 1663 ordnete der Bürgermeister an, so viele Löscheimer wie möglich zu beschaffen, um die katastrophalen Bedingungen etwas aufzubessern, und Schornsteine vierteljährlich zu reinigen. Ab damals traten auch wieder die alten Feuerlöschordnungen in Kraft.
18. Jahrhundert Im Jahr 1736 wurde wieder ein Ratsmitglied zum Baumeister gewählt, welchem auch die Löschgeräte, wie Eimer, Bütten, Haken, Leitern und die Feuerspritze, die vermutlich auf Anordnung der damaligen französischen Verwaltung beschafft wurde, unterstellt. 1741 trat eine strenge Brandschutzordnung in Kraft, welche hohe Haft- und Geldstrafen auf das Hantieren mit brennenden Pfeifen im Stall oder das Verwenden von offenem Licht, Kien- oder Strohfackeln auf offener Straße androhte. Am 23. Juli 1766 wurde eine Feuerschau eingerichtet, welche alle Feuerungsanlagen zu besichtigen und bei Mängeln zu zerstören hatte. Außerdem wurde eine Geldbuße von 40 Gulden ausgesetzt, für Bürger die auf fahrlässige Weise einen Brand verursachten.
Auf Anraten des von der kurfürstlichen Regierung gesandten Hofmechanikers Beiser im Jahr 1774 wurden weitere Feuerspritzen beschafft, so dass Kaiserslautern 1785 zwei große und mehrere kleine Spritzen vorweisen konnte. Damals wurde die Bevölkerung auch zur Bekämpfung von Waldbränden verpflichtet, sofern sie nicht zur Verteidigung der Stadt eingesetzt waren. Wer sich dem widersetzte, wurde zur Strafe angezeigt. Außerdem wurde das Rauchverbot in Ställen auf ein allgemeines Rauchverbot auf der Straße ausgeweitet. Im Jahr 1786 wurde dann erneut eine Feuerschau durchgeführt, bei welcher immer noch zahlreiche Mängel an den Feuerstellen in den Häusern festgestellt wurden.
19. Jahrhundert Ab dem Jahr 1815 ist bekannt, dass in Kaiserslautern die Gebrauchsfähigkeit der Feuerleitern amtlich festgestellt werden musste. Aus dem gleichen Zeitraum gibt es auch Berichte über zahlreiche Neuanschaffungen von Löscheimern. 1816 ging Kaiserslautern zurück an sein altes Herrscherhaus, welches den damaligen Polizeikommissar Müllinghoff mit der Berichterstattung über das städtische Löschwesen beauftragte. Ebendieser beantragte auch die Anschaffung eines Gerätewagens zum Transport der Löscheimer, sowie die Neuformierung der Löschmannschaften. Diese auf das Jahr 1823 zurückgehende Organisationsform war auch Vorbild für die spätere Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr.
Im August des Jahres 1858 wurde dann die Städtische Feuerwehr Kaiserslautern unter ihrem heutigen Namen gegründet. In dieser Zeit – Mitte des 19. Jahrhunderts – traten vermehrt Sportvereine und junge Männer in das Löschwesen ein, die von Wanderungen und Reisen Eindrücke von Feuerwehren anderer Städte gesammelt hatten. Kaiserslautern durfte seine Löschordnungen vorerst behalten, allerdings wurde streng gegen Verweigerer vorgegangen, sodass die Feuerwehr schlagkräftig war. Zum Wandel des Kaiserslauterer Feuerlöschwesens kam es, nachdem 1890 auf allen größeren Kreuzungen Unterflurhydranten vorhanden waren, welche auch im Winter betriebsbereit gehalten wurden. Die Feuerwehr wurde in vier Kompanien eingeteilt und neu uniformiert. Zur selben Zeit entstanden auch Werkfeuerwehren in der Kammgarnspinnerei, in der Nähmaschinenfabrik G. M. Pfaff AG und in der Pfälzische Nähmaschinen- und Fahrradfabrik vormals Gebrüder Kayser AG.
1900–1933 Am Wochenende des ersten und zweiten August 1908 wurde das fünfzigjährige Jubiläum der Gründung gefeiert. Ab etwa dem Jahr 1900 waren die öffentlichen Gebäude mit Feuerlöscheinrichtungen ausgestattet, das Theater sogar mit einer Berieselungsanlage. Somit konnte die Freiwillige Feuerwehr Kaiserslautern bis zum Ersten Weltkrieg das Einsatzaufkommen sicher bewältigen. Der Erste Weltkrieg lichtete die Reihen der Feuerwehrleute und das Gerät veraltete, an Ersatz war wegen der Inflation nicht zu denken. Der Erste Weltkrieg brachte jedoch die Motorisierung schnell voran, sodass bereits im Frühjahr 1923 die erste Daimler-Motorspritze angeschafft und in Dienst gestellt werden konnte. Nach und nach wurden weitere Geräte beschafft. In den Jahren 1926/1927 erhielt dann die Feuerwehr Kaiserslautern ihre ständige Feuerwache. Bei einem Alarm standen acht bis zehn Männer sofort zur Verfügung, zu deren Verstärkung noch die vier Züge der Freiwilligen Feuerwehr durch eine Glockenanlage gerufen werden konnte. Die Feuerwehr erhielt nun eine modernere Schutzausrüstung, darunter auch Atemschutzgeräte.
1933–1955 mini|Drehleiter der BF Kaiserslautern von 1952, heute Rheinland-Pfälzisches Feuerwehrmuseum Hermeskeil Die Feuerwehr Kaiserslautern war von den politischen Umwälzungen und Gleichschaltungen des NS-Regimes zunächst nicht betroffen und konnte zunächst entsprechend ihrem alten Wahlspruch „Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr“ weiter operieren. Erst das Luftschutzgesetz aus dem Jahr 1935 führte zur Änderung des Feuerlöschgesetzes und zur Verschmelzung von Feuerwehr und Polizei. Im Jahr 1937 wurde die Freiwillige Feuerwehr dann in Feuerlöschpolizei umbenannt und mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen am 23. November 1939 endgültig mit der Polizei gleichgeschaltet. Durch die Mobilmachung am 26. August 1939 wurden weite Teile der Feuerwehr in die Wehrmacht gerufen, der übrig gebliebene Rest wurde durch Ersatzleute, die Jugendfeuerwehr und ab dem Jahr 1943 durch eine uniformierte und gut ausgebildete Frauenfeuerwehr ergänzt. Die Feuerlöschpolizei Kaiserslautern kam insbesondere ab dem Jahr 1944 bei den Bombardierungen Kaiserslauterns mit Brandbomben zum Einsatz, wobei fünf Kameraden ihr Leben verloren und zahlreiche weitere schwer verletzt wurden. Kurz vor der Einnahme Kaiserslauterns durch die Amerikaner, erging der Befehl an die Feuerlöschpolizei, die Löschfahrzeuge über den Rhein in Sicherheit zu bringen. Am 19. Mai 1945 konnten sie alle wohlbehalten nach Kaiserslautern zurückkehren.
Nach der Kapitulation wurde direkt mit dem Wiederaufbau begonnen, wobei der Brandschutz zunächst nur mit improvisatorischen Mitteln aufrechterhalten wurde. Dennoch wurde die Feuerwache schnell wiederhergestellt, und auch die schwer beschädigte Fernmeldeanlage nahm Ende 1946 ihren Betrieb wieder auf. Die ehemaligen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr konnten jedoch nur zum Teil zurückkehren, da die Feuerlöschkraft für Kaiserslautern auf 64 Mann beschränkt wurde.
Seit 1955 Durch das zunehmende Einsatzaufkommen, welches die Freiwillige Feuerwehr neben ihrer Berufstätigkeit verrichten musste, wurde am 11. Dezember 1953 bei einer Sitzung der Branddirektion die Gründung einer hauptamtlichen Abteilung vorgeschlagen und am 15. Juli 1954 beschlossen. Sie erfolgte am 1. Januar 1955. Künftig rückte bei Einsätzen grundsätzlich der erste Löschzug der Berufsfeuerwehr aus, während die Freiwillige Feuerwehr zum Besetzen der Feuerwache und Herstellen der erneuten Ausrückebereitschaft gerufen wurde.