mini|alt=Wotan Wilke Möhring beim Berlinale-Empfang der nordrhein-westfälischen Landesvertretung in Berlin im Jahr 2020. Er trägt ein kariertes Sakko in Grau- und Blautönen, kombiniert mit einem dunkelblauen Hemd. Er steht vor einem neutralen Hintergrund.|Wotan Wilke Möhring, 2020hochkant|class=notpageimage|rahmenlos|alt=Unleserliche Unterschrift von Wotan Wilke Möhring in schwarzer Tinte auf weißem Hintergrund.

Wotan WilkeWilke ist der zweite Vorname, nicht der erste Nachname. Vgl. Volker Bleeck: Wotan Wilke Möhring im Portrait – Einer mit Herz. In: tvspielfilm.de, archivierte Version vom 10. Mai 2013. Möhring (* 23. Mai 1967 in Augustdorf) ist ein deutscher Schauspieler und Musiker. Einem breiten Publikum ist er aus Kinofilmen wie Otto – Der Katastrofenfilm, Das Experiment und Männerherzen sowie als Kriminalhauptkommissar Thorsten Falke im Tatort bekannt. Er hat bislang in über 120 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt.

Leben

Herkunft und Ausbildung Möhring wurde in Augustdorf bei Detmold als zweites von vier Kindern des Offiziers und späteren Unternehmensberaters Heiko Möhring (1940–2004) und seiner Frau Ulrike Fröhlich (1940–2017) geboren.Sönke und Wotan Wilke Möhring: Rausch & Freiheit, S. 15. Möhrings Eltern waren gebürtige Bremer; väterlicherseits stammt seine Familie aus Thüringen.Sönke und Wotan Wilke Möhring: Rausch & Freiheit, S. 44. Seine Eltern trennten sich 1990.Sönke und Wotan Wilke Möhring: Rausch & Freiheit, S. 44–46, 63.

Möhring wuchs bis zur Grundschulzeit in Unna und dann in Herne auf, wo die Familie ein Fachwerkhaus am Gysenberg bezog. Er hat zwei Brüder und eine Schwester. Sein jüngerer Bruder Sönke ist ebenfalls Schauspieler; seine Schwester Wiebke Möhring ist Professorin für Online-/Printjournalismus an der Technischen Universität Dortmund.

Möhring besuchte die Hiberniaschule, eine Waldorfschule in Herne. Nach dem Abitur verpflichtete er sich als Soldat auf Zeit bei der Fallschirmjägertruppe der Bundeswehr. Der gelernte Elektriker und einstige Punk war als Clubbesitzer, Türsteher und Model tätig, studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste in Berlin, besuchte Schauspiel-Workshops in Köln und Los Angeles und lebte zwei Jahre in New York City.

Musikalisches Schaffen Möhring war schon früh an Kunst interessiert; er malte, spielte Geige und machte Punkmusik.Interview bei Filmreporter.de vom 10. Oktober 2012, abgerufen am 18. Oktober 2012 Zudem produzierte er Filmmusiken. Er war Mitbegründer der Bands Red Lotus und – zusammen mit Gabi Delgado-López, vormals Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) – DAF/DOS. Letztere veröffentlichte 1996 das Album Allein, zu zweit, mit Telefon und die Single Ich glaub’ ich fick’ dich später. An späteren Veröffentlichungen war Möhring nicht mehr beteiligt. Zuvor war er Mitglied einer Punkband namens Störaktion gewesen.Möhring in Wetten, dass..? am 6. Oktober 2012 (ZDF)

Film und Fernsehen Sein Filmdebüt hatte Wotan Wilke Möhring 1997 in Die Bubi-Scholz-Story an der Seite von Benno Fürmann und Götz George. Erste größere Rollen in Kinofilmen hatte er in Otto – Der Katastrofenfilm und im mehrfach ausgezeichneten Psychothriller Das Experiment (2001). Für seine Hauptrollen in den Fernsehfilmen Hat er Arbeit? und Liebe und Verrat war er 2002 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. 2005 erhielt er den Hessischen Fernsehpreis als Ensemblemitglied des Filmes Die Konferenz sowie einen Preis als bester Schauspieler auf dem Filmfestival Málaga für Christian Alvarts Antikörper, seine erste tragende Kino-Hauptrolle. Im Fernsehen übernahm er u. a. wiederholt Gastauftritte in der ZDF-Krimireihe Ein starkes Team. In Peter F. Bringmanns inszenierter Episode Lug und Trug (2001) verkörperte er die Rolle des Ingo Voss, der vor einer Kneipe erschossen wird. In der Folge Zahn um Zahn (2006) spielte er an der Seite von Dietrich Hollinderbäumer als Bastian von Haase einen tatverdächtigen Zahntechniker.

Im Kino war Möhring auch in den erfolgreichen Filmen Soul Kitchen von Fatih Akin (2009) sowie Männerherzen (2009) und dem Nachfolger Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe (2011) von Simon Verhoeven zu sehen. Eine weitere Hauptfigur spielte er in der Komödie Mann tut was Mann kann (2012) von Marc Rothemund, mit dem er bereits zehn Jahre zuvor für das Fernsehdrama Die Hoffnung stirbt zuletzt (2002) gearbeitet hatte. 2013 lief die Tragikomödie Das Leben ist nichts für Feiglinge (Regie: André Erkau) in den Kinos an; Hauptdarsteller Möhring verhalf dem Film zu einem neuen Verleih und wurde als Executive Producer geführt.Volker Bleeck: Einer mit Herz. Wotan Wilke Möhring im Portrait, tvspielfilm.de, abgerufen am 11. Februar 2014.

Zahlreiche Auszeichnungen erhielten die ARD-Fernsehproduktionen Homevideo und Der letzte schöne Tag (beide 2011), in denen Möhring Hauptrollen spielte. Für die Rolle in Der letzte schöne Tag als Familienvater, der mit dem Suizid seiner Frau fertigwerden muss, wurde er für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert und bekam den Deutschen Fernsehpreis 2012 als bester Schauspieler und den Grimme-Preis 2013. Für die Darstellung eines Vergewaltigers in Brigitte Berteles Drama Der Brand wurde er beim Filmfestival Thessaloniki ebenfalls als bester Schauspieler geehrt. Der Kurzfilm Raju des Regisseurs Max Zähle, in dem Möhring die Hauptfigur spielte, wurde 2011 mit dem Student Academy Award ausgezeichnet und 2012 für den Oscar nominiert.

Seit 2013 ermittelt er als Kriminalhauptkommissar der Bundespolizei Thorsten Falke in Norddeutschland, bis 2015 zusammen mit Petra Schmidt-Schaller und von 2016 bis 2024 mit Franziska Weisz. Davor war Möhring bereits in vier Tatort-Folgen aufgetreten, zumeist als Verdächtiger. Für den Tatort der ARD musste er seine Rolle als Kriminalkommissar Benjamin Lietz in der ZDF-Krimireihe Stralsund aufgeben, die er zwischen 2010 und 2013 viermal verkörpert hatte.Möhring muss „Stralsund“ für „Tatort“ aufgeben. In: DWDL.de vom 6. Juni 2013

2016 spielte er in dem von RTL produzierten Dreiteiler Winnetou – Der Mythos lebt nach Karl Mays Winnetou die Rolle von Old Shatterhand an der Seite von Nik Xhelilaj als Winnetou.

Im Oktober 2025 löste Möhring Elton als „Teamkapitän“ in der ARD-Quizshow Wer weiß denn sowas? ab.Wer ist Wotan Wilke Möhring? In: stuttgarter-nachrichten.de, 8. September 2025.

Sonstiges Vor der Bundestagswahl 2009 bekannte Möhring in der Zeitschrift Stern: „Ich wähle nicht, weil man durch Wahlen nichts verändert. Selbst Leute, die du auf jeden Fall verhindern willst, kommen über ihren sicheren Listenplatz ins Parlament. Absurd! Daran sieht man, wie das demokratische System in Deutschland degeneriert.“Stern 25/2009, S. 56.

Im April 2021 beteiligte er sich mit anderen Schauspielern an der kontrovers diskutierten Aktion #allesdichtmachen, die die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie in ironisch-satirisch gemeinten Videos kommentierte.

Privates Wotan Wilke Möhring war zehn Jahre mit der Kamerafrau Anna Theis liiert, mit der er zwei Töchter (* 2009, * 2013) und einen Sohn (* 2011) hat. Das Paar, das zusammen in Köln lebte, trennte sich Anfang 2014.„Tatort“-Star Möhring trennt sich nach zehn Jahren. Bei: Focus Online, 10. Februar 2014

Filmografie (Auswahl)

Kino

Fernsehfilme

Fernsehserien und -reihen

Shows

Synchronrollen 2021: Sing – Die Show deines Lebens (Sing 2) als Jimmy Crystal für Bobby Cannavale

Hörspiele 2006: Ed McBain: Hitze (Bert Kling) – Regie: Ulrich Lampen (Kriminalhörspiel – HR) 2006: Ed McBain: Die lästige Witwe – Regie: Ulrich Lampen (Hörspiel – HR) 2006: Ed McBain: Dead Man’s Song – Regie: Ulrich Lampen (Kriminalhörspiel – HR) 2010: Peter Freiberg: Testosteron – Regie: Claudia Johanna Leist (Kriminalhörspiel – WDR) 2010: Georg Wieghaus: 40 Jahre bei Opel – Regie: Burkhard Ax (Kinderhörspiel – WDR) 2017: Dirk Schmidt, John von Düffel, Madeleine Giese, Tom Peuckert, Thilo Reffert, Hugo Rendler: ARD Radio Tatort Paradise City – Regie: Claudia Johanna Leist (Kriminalhörspiel – WDR)

Auszeichnungen mini|hochkant|alt=Wotan Wilke Möhring, der beim Deutschen Fernsehpreis 2012 ausgezeichnet wurde. Er trägt einen dunklen Anzug mit Krawatte und hält eine rechteckige, silberne Trophäe in beiden Händen, den Deutschen Fernsehpreis. Der Hintergrund ist dunkel gehalten, mit einigen verschwommenen Lichtquellen und anderen Personen im Hintergrund.|Preisträger Wotan Wilke Möhring beim Deutschen Fernsehpreis 2012

2002: Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Schauspieler in einer Hauptrolle – Fernsehfilm“ für Hat er Arbeit? und Liebe und Verrat 2004: Nominierung für den New Faces Award in der Kategorie „Bester Nachwuchsschauspieler“ für Eierdiebe 2005: Hessischer Fernsehpreis als Ensemblemitglied des Filmes Die Konferenz 2005: Preis in der Kategorie „Bester Schauspieler“ auf dem spanischen Filmfestival Festival de Cine Espanol de Málaga für Antikörper 2011: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Homevideo, zusammen mit Jonas Nay stellvertretend für das Schauspielensemble 2011: Bambi für das Ensemble von Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe 2011: Auszeichnung als Bester Schauspieler, Internationales Filmfestival Thessaloniki für die Rolle in Der Brand 2012: Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis als bester Schauspieler für Der letzte schöne Tag 2012: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Schauspieler“ für Der letzte schöne Tag 2013: Grimme-Preis für Der letzte schöne Tag 2014: Jupiter in der Kategorie „Bester deutscher Darsteller“ für Das Leben ist nichts für Feiglinge 2017: Goldene Kamera in der Kategorie Bester deutscher Schauspieler

Schriften

zusammen mit Sönke Möhring: Rausch und Freiheit: Über das Leben, die Nacht und das Brüdersein. Die Autobiografie. Knaur, München 2022, ISBN 978-3-426-28609-8.

Literatur Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 287 ff.

Weblinks

Website von Wotan Wilke Möhring Wotan Wilke Möhring bei Filmmakers Europe

Wotan Wilke Möhring bei der Agentur Players

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Synchronsprecher Kategorie:The Masked Singer (Deutschland) Kategorie:Musiker (Deutschland) Kategorie:Grimme-Preisträger Kategorie:Künstler (Herne) Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie