Drawn Together (wörtlich: ‚Zusammen gezeichnet‘, sinngemäß: ‚Zusammengebracht/Zueinander hingezogen‘) ist eine US-amerikanische Zeichentrickserie, die Film und Fernsehen persifliert und für einen derben, mit Sexualität und Gewalt konnotierten Humor bekannt ist. Die Serie wurde von Dave Jeser und Matt Silverstein entwickelt und von Comedy Central produziert. Sie wurde zum ersten Mal am 27. Oktober 2004 ausgestrahlt.

In Großbritannien wurde die Serie über MTV und Paramount Comedy ausgestrahlt, in Australien über SBS. In Deutschland war sie seit dem 3. Mai 2006 auf MTV zu sehen. Von März 2009 bis Oktober 2009 wurde Drawn Together auf VIVA ausgestrahlt. Daraufhin hat MTV die Ausstrahlung wieder übernommen. Da MTV das Sendeprogramm seit dem 1. Januar 2011 im frei empfangbaren Fernsehen abgeschaltet hat, wurde Drawn Together wieder auf VIVA ausgestrahlt. Im Jahr 2014 hat VIVA die Ausstrahlung eingestellt.

Handlung Der Handlungsrahmen besteht aus dem Konzept der Reality-Shows, unterschiedliche und einander unbekannte Personen in einem gemeinsamen Wohnquartier unterzubringen und dabei von Kameras beobachten zu lassen.

Comedy Central machte damit Werbung, dass Drawn Together die erste animierte Reality Show sei, in der acht Zeichentrick-Figuren gewollt zusammen in einem Haus leben. In manchen Episoden müssen die Figuren sich ein paar Herausforderungen stellen, basierend auf echten Reality-Shows.

Die Serie zielt auf ein erwachsenes Publikum. Es gibt beispielsweise oft sexuelle Anspielungen auf Glory Hole, Fisten, BDSM oder Urinfetischisten. Mehrere Episoden haben Homosexualität als Hauptthema (wie zum Beispiel Hot Tub und Gay Bash) und widmen sich diesem ausführlich, vor allem kommen in praktisch jeder Folge entsprechende Witze vor. Der Humor ist zum großen Teil satirischer Natur, sein Primärfokus ist die Umkehrung von Politischer Korrektheit. Vorurteile, Rassismus und Sexismus werden stark übertrieben, Stereotype sind überzeichnet und es wird kein Tabuthema ausgelassen.

Die Handlung basiert zum großen Teil auf Tabubrüchen zu kontroversen Themen wie zum Beispiel Schwangerschaftsabbruch, Vergewaltigung, Inzest, Rassismus, Terrorismus oder dem Holocaust, wobei die Schöpfer von Drawn Together absichtlich gesellschaftliche Normen im Umgang mit diesen Themen überschreiten. Die meisten Charaktere werden als dumm bzw. irre dargestellt; ihre Handlungsweise entspricht oft dem Gegenteil von dem, was man normalerweise machen würde. Die Parodie von Filmen und Fernseh-Klischees ist ein häufiges Thema in dieser Serie; manche Drawn-Together-Handlungen sind Anspielungen auf bekannte Filme oder Fernsehserien u. a. Terminator, Star Wars, Muppet Babies oder Kill Bill. Ebenso werden häufig genutzte Schemata aus Actionfilmen persifliert, wozu auch stark hervorstechende logische Handlungsfehler gehören. Oft werden typische Vorurteile gegenüber afrikanischstämmigen US-Bürgern, Homosexuellen oder Juden dargestellt. Anspielungen auf Letztere wurden jedoch in der deutschsprachigen Synchronisation der Staffeln eins und zwei sehr stark reduziert. Die deutsche Bearbeitung der Staffel drei dagegen bleibt, abgesehen von den häufig schwer übersetzbaren Wortspielen, sehr nahe am Originaltext.

Figuren Captain Leslie Hero Captain Hero ist eine Superman-Adaption mit allen von Superman bekannten Kräften. Er hat allerdings im Gegensatz zur Vorlage eine Schwäche für Alkohol und andere Drogen, ist emotional labil, unsicher und egoistisch. Er fällt vor allem durch seine Pansexualität und seine Nekrophilie auf, hat aber weitere schwer einzuordnende sexuelle Präferenzen und eine Neigung zu infantilem Verhalten. In der englischen Originalversion benutzt er zahlreiche hebräische Worte. Sein schwules Alter Ego Tim Tommerson hat in einer Episode eine Beziehung mit Xandir.

Captain Hero wird in der Serie meist als Versager gezeigt und benannt. Er gilt als typischer Chauvinist. Er stammt von einem Planeten namens Zebulon und wurde noch als Baby ausgesetzt. Sein ganzes Leben hat er in dem Glauben verbracht, dass sein Heimatplanet in die Sonne gestürzt und er damit der einzige überlebende Zebulonier wäre. Als er schließlich erfährt, dass seine Eltern ihn mittels einer Raumsonde „abgetrieben“ hatten, weil er zum „ödesten Superhelden“ werden würde, der je geboren wurde, schleudert er Zebulon aus Wut tatsächlich in die Sonne.

Prinzessin Clara Prinzessin Clara entspricht äußerlich dem Schema einer typischen (naiven) Disney-Prinzessin wie etwa Cinderella, Arielle oder auch Schneewittchen, die ihre besten Freundinnen sind. Sie singt bezaubernd, ist Freundin aller Tiere und am Beginn der Serie auf der Suche nach einem Prinzen. Darüber hinaus ist sie naiv und zudem offen rassistisch, homophob, christlich-fundamentalistisch, antisemitisch und zeigt Anzeichen von Symphorophilie. Sie hat eine geistig behinderte, aber sexuell äußerst attraktive Cousine namens Bleh. In einigen Folgen tritt auch ihr Vater, der König, auf.

Ihre Vagina hat sich nach einem von ihrer Stiefmutter ausgesprochenen Fluch in ein Tentakel-Monster verwandelt, das sie selbst Octopussoir nennt. In einer Folge versucht sie über eine Casting-Show trotz dieses Makels einen Prinzen zu finden, später wird das Octopussoir operativ entfernt – worauf es sein eigenes Leben führt, heiratet und eine Familie gründet.

Toot Braunstein Toot Braunstein ist eine in Schwarz-Weiß gezeichnete Betty-Boop-Persiflage in der Rolle eines „Cartoon-Sexsymbols der 1920er“. Sie ist geprägt von Essstörungen, die bis zum Konsumieren unverdaulicher Gegenstände und Kannibalismus reichen, sowie von Alkoholabhängigkeit, masochistischen Zügen und einem Hang zu selbstverletzendem Verhalten. Sie wird oft als besonders hässlich und ungepflegt, vor allem aber extrem übergewichtig hingestellt. Sie versucht immer wieder, Männer zu verführen, was ihr aber nur sehr selten gelingt. In einer Episode gelingt es ihr allerdings, alle indischen Männer zu verführen, da diese sie für eine heilige Kuh halten. Besonders zum Beginn der Serie versucht sie, den homosexuellen Xandir zu verführen. Ihre Bosheit gegenüber den anderen Hausbewohnern geht im Verlauf der Serie, besonders in der dritten Staffel, immer mehr auf Prinzessin Clara über.

Foxxy Shaquafa Love Foxxy Love ist eine schwarze, „rätsellösende Musikerin“ (Parodie auf Beyoncé Knowles sowie Valerie Brown von Josie und die Pussycats und die Scooby-Doo-Charaktere der Mystery, Inc., sowie auch dem Namen nach auf Foxy Brown). Sie hat einen Fuchsschwanz über dem Po, wobei die Darstellung, ob es sich dabei um ein Körperteil oder um einen Bestandteil ihrer Kleidung handelt, innerhalb verschiedener Episoden widersprüchlich ist. Das Gleiche gilt für die Fuchsohren auf ihrer Baseball-Cap. Sie ist bisexuell und spielt auf das Klischee des schwarzen, wütenden Alpha-Weibchens an. Ihr attraktives Äußeres und ihre knappe Bekleidung sind an das von Teilen der Hip-Hop-Kultur vermittelte Bild schwarzer Frauen angelehnt. Häufig wird auf ihre kaum vorhandene Schulbildung und ihren möglichen Analphabetismus angespielt, im Kontrast dazu zeigt sie jedoch außerordentliches Geschick bei der Lösung von Problemen. Foxxy gilt zwar als gläubig, aber nicht christlich-fundamentalistisch wie Prinzessin Clara. Ihre vorrangigste Eigenheit ist ihre hohe sexuelle Aktivität, die zu einer unbestimmten Zahl an Nachkommen, unter anderem einem Enkel im Teenager-Alter, geführt hat.

Foxxy hat zwei genannte vom Jugendamt entzogene Kinder namens Kwametta und Ray-Ray sowie einen Sohn Timmy, der als Running Gag fungiert, indem sie ihm sehr häufig unterschiedliche, sich widersprechende Schicksale andichtet, stets abgeschlossen durch ihre tränenerstickte Aussage: „Armer kleiner Timmy … Mama vermisst dich so sehr!“. Des Weiteren leidet Foxxy unter dem Verlust ihres Vaters, den sie in einer Episode tatsächlich wieder trifft. Nach einer kurzen Zeit der Gemeinsamkeit geht ihr Vater Zigaretten holen, um nicht wiederzukehren, was Foxxy nicht verstehen kann oder will.

Spanky Ham Spanky Ham (von ‚spank‘: ‚versohlen‘/‚spank the monkey‘: ‚masturbieren‘ und ‚ham‘: ‚Schinken‘) ist eine Internet-Cartoonfigur in Gestalt eines Schweins, eine Parodie auf die im Internet verbreiteten, meist schlicht gezeichneten Flash-Animationen. Er ist koprophil, zynisch, sarkastisch, mit ausgeprägtem Hang zu politischer Unkorrektheit, zu Fäkalhumor und Blähungen; zudem liebt er es, andere zu betrügen und auszunutzen. Spanky Ham hat einen anatomisch korrekt dargestellten Schweinepenis, der sich unter Erregung aufrichtet. Vor den Ereignissen des 11. September ist er zum Islam konvertiert. In der Folge 10 der 3. Staffel wird angedeutet, dass er zuvor jüdischen Glaubens war und auch eine hebräische Schule besuchte.

Ling-Ling Ling-Ling ist eine Adaption des japanischen Kampfmonsters Pikachu aus dem Spiel Pokémon und Persiflage auf weitere Anime-Figuren. Er spricht ein unverständliches Pseudo-Japanisch-Kauderwelsch mit Untertiteln, kurz auch mal Englisch bzw. Deutsch, entspricht dem Klischee des mathebegabten, fleißigen und aufopferungsbereiten Asiaten, der nach Ruhm und Ehre strebt und fürchterlich schlecht Auto fährt. Er betet gelegentlich zu L. Ron Hubbard.

Eine weitere Besonderheit von Ling-Ling ist, dass er vor dem Geschlechtsverkehr mit den weiblichen „Monstern“ kämpft. Zudem sondert er, wenn er enttäuscht ist, eine halluzinogene Substanz ab. Sein Schweif, der die Form eines Ausrufezeichens hat, kann von ihm bei Bedarf als Schwert benutzt werden, verwandelt sich gelegentlich in ein Fragezeichen oder wird, wenn er wütend ist, zu einem Mischmasch aus Zeichen, wie es auch oft in Comics vorkommt (#*!~+?). Durch seine Kampfkunst (eine Anspielung auf die Charaktere der Anime-Serien Dragonball und Pokémon) hat er auch schon das eine oder andere Mal seine Mitbewohner retten können. Zudem hätte er gerne mehr Anerkennung von seinem Vater (wie Clara) und den anderen Mitbewohnern.

Auffällig ist auch sein markanter Sprechfehler, bei dem er das „L“ immer wie ein „R“ ausspricht. Wenn er von sich mal wieder in der dritten Person spricht, bezeichnet er sich selber daher auch als „Ring Ring“. Dieser verdrehte Sprechfehler ist eine Anspielung auf die Probleme von Asiaten bei der Aussprache des „R“, wonach dieses immer wie ein „L“ klingt.

Xandir P. Wifflebottom Xandir ist die Adaption eines typischen Fantasy-Videospiel-Helden. Er ist homosexuell, aber anfangs getrieben von der „ewig währenden Mission, seine Freundin zu retten“ (never-ending quest to save his girlfriend). In der Episode Gay Bash organisiert Foxxy Love eine Schwulenorgie für ihn. Xandir bemerkt dadurch seine homosexuellen Neigungen. Zunächst fällt es ihm schwer, mit dieser Erkenntnis umzugehen, und er will Suizid verüben. Da er als Figur aus einem Videospiel jedoch zahlreiche Leben hat, scheitern seine Selbstmordversuche, und schließlich outet er sich doch noch als homosexuell.

Er kümmert sich häufig um andere Figuren und hat ein Faible für Selbstmitleid, romantische Gedichte und Quietscheentchen. Anfangs ist er Opfer von Toots Begierde, doch dann freundet er sich vor allem mit Captain Hero an, mit dem er sich auch ein Schlafzimmer, jedoch kein Bett teilt. In einer Episode sind seine Eltern als in einer dem Auenland aus Herr der Ringe nachgeahmten Gegend wohnhaft dargestellt.

Wollknäuel Sockenbart Wollknäuel Sockenbart (Original: Wooldoor Sockbat, wörtlich: Wolltür Sockenfledermaus) ist eine Adaption von SpongeBob Schwammkopf, Ren und Stimpy und den Looney Tunes und leidet vorgeblich unter dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom. Obwohl er auf den ersten Blick der verrückteste Charakter in der Wohngemeinschaft zu sein scheint, tritt er bei Bedarf auch als Chirurg, Pfarrer, Psychologe, Hausarzt oder anderweitig hochqualifizierter Sachverständiger in Aktion.