Strontiumnitrat, Sr(NO3)2, ist das Strontiumsalz der Salpetersäure. Es wird als Oxidationsmittel in der Pyrotechnik verwendet und gibt dort die strontiumtypische tiefrote Flammenfarbe.

Herstellung Strontiumnitrat wird hergestellt, indem Strontiumcarbonat in Salpetersäure aufgelöst wird.J.P. MacMillan, J.W. Park, R. Gerstenberg, H. Wagner, K. Köhler, P. Wallbrecht: Strontium and Strontium Compounds in Ullmanns Encyclopedia of Industrial Chemistry, 2012 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, .

Eigenschaften Das wasserfreie Strontiumnitrat kristallisiert oberhalb von 31,3 °C, das Tetrahydrat unterhalb dieser Temperatur aus wässriger Lösung aus.Gmelins Handbuch der Anorganischen Chemie: Strontium, System Nummer 29, Achte Auflage, Verlag Chemie GmbH, Berlin 1931, Seite 96. Wasserfreies Strontiumnitrat kristallisiert dabei im kubischen Kristallsystem in der mit dem Gitterparameter a = 778,13 pm. In der Elementarzelle befinden sich vier Formeleinheiten.H. Nowotny, G. Heger: Structure refinement of strontium nitrate, Sr(NO3)2, and barium nitrate, Ba(NO3)2 in Acta Cryst. 1983, C39, S. 952–956 Die Kristalle sind isotyp zu Bariumnitrat. Das Tetrahydrat bildet monokline Kristalle mit der Raumgruppe , den Gitterparametern a = 1112 pm, b = 1417 pm, c = 634 pm, β = 123,75° und vier Formeleinheiten in der Elementarzelle.B. Ribár, B. Matković und M. šljukić: Die Kristallstruktur von Strontiumnitrat-Tetrahydrat, Sr(NO3)2 · 4 H2O in Zeitschrift für Kristallographie 1972, 135, S. 137–144.

Verwendung Strontiumnitrat wird u. a. in der Pyrotechnik verwendet. Zusammen mit Magnesiumpulver wird bei hoher Temperatur, begünstigt durch z. B. 5-Amino-1H-tetrazol oder Hexamethylentetramin, kurzzeitig Strontium(I)-hydroxid (SrOH) erzeugt. Dieser ist ein starker Emitter im roten Spektralbereich und fungiert als alleiniger Farbgeber in lichtstarken und tiefgesättigten roten pyrotechnischen Leuchtsätzen.Jesse J. Sabatini, Ernst-Christian Koch, Jay C. Poret, Jared D. Moretti, Seth M. Harbol: Rote pyrotechnische Leuchtsätze – ohne Chlor! In: Angewandte Chemie. 127, 2015, S. 11118–11120, .

In Kombination mit Glycidylazid-Polymer (GAP) wird es unter dem Namen REACH-solid für den Gasgenerator des Unterwasser-Rettungssystems auf deutschen U-Booten der Klasse 212 A eingesetzt.ANALYSIS OF ALTERNATIVES & SOCIO-ECONOMIC ANALYSISDevelopment of a Gas-Generator Propellant for a Rescue System for Submarines based on the Energetic Binder GAP

Einzelnachweise

Kategorie:Nitrat Kategorie:Strontiumverbindung