Konrad Gustav Süs, auch Süß (* 10. Juni 1823 in Rumbeck, heute Hessisch Oldendorf; † 23. Dezember 1881 in Düsseldorf), war ein deutscher Maler, Illustrator und Kinderbuchautor.

Leben mini|Gustav Süs mini|Het Wettloopen tüschen den Haasen un den Swinegel up der Buxtehuder Heid, 1855 mini|links|Illustration zu Swinegel's Reiseabenteuer mini|links|Illustration zu Die Mähr von einer Nachtigall mini|Krieg, 1860 mini|Mutter mit Kleinkind im Hühnerhof, undatiert Nach dem Besuch des GymnasiumsDas Rintelner Gymnasium im Spiegel der Zeit 1817–1967, hrsg. vom Gymnasium Ernestinum. Bösendahl, Rinteln 1967, S. 101 in Rinteln studierte Süs an der Kasseler Kunstakademie, später am Städelschen Institut in Frankfurt am Main bei den Professoren Johann David Passavant und Jakob Becker Malerei. Um seine Existenz zu sichern, schrieb er Kindermärchen, die er selbst illustrierte. Sie fanden großen Beifall und wurden zum Teil ins Englische und Französische übersetzt. Bekannt wurde er auch durch seine Illustrationen der Swinegel-Hasen-Geschichte.

Von 1848 bis 1850 malte er in der Heimat Studien und Porträts. Ab 1850 lebte er in Düsseldorf, wo er bis 1851 unter Karl Ferdinand Sohn die Kunstakademie besuchte und 1854 ein eigenes Atelier in der Jägerhofstraße Nr. 13 eröffnete.Anzeige: „Jägerhofstraße Nr. 13 ist ein Zimmer nebst großem Maler-Atelier zu vermiethen.“ in Düsseldorfer Journal und Kreisblatt (No. 190) vom 12. August 1854 ub.uni-duesseldorf.deSüß, Gustav, Maler, Jägerhofstr. 13, in Adreßbuch der Bürgermeisterei Düsseldorf, 1855

Im Jahr 1861 wurde in Düsseldorf sein Sohn Wilhelm geboren, der ebenfalls Künstler und Mitbegründer der Staatlichen Majolika Manufaktur Karlsruhe war. In den 1870er Jahren wohnte Süs im Haus des Fabrikbesitzers Müller Schadowstraße 34 Ecke VictoriastraßeSchadowstraße 34: Müller, Fabrikbes.; Süs, Maler. in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf zusammengestellt am 1. Januar 1870, S. 57 ub.uni-duesseldorf.de.Süs, Gustav, Maler, Schadowstr. 34; Süs, Maria, Malerin, Marienstr. 34, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf 1875 ub.uni-duesseldorf.de und bezog um 1875 das Haus in der Rosenstraße 28, wo er bis zu seinem Lebensende wohnte.Süs, Gust., Maler, Rosenstr. 28; Süs, Maria, Malerin, Marienstr. 34, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf 1876 ub.uni-duesseldorf.deSüs, Gust., Wwe., geb. Losekamm, Rosenstr. 28, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf 1884 ub.uni-duesseldorf.de Er war aktives Mitglied im renommierten Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf.

Genre- und Tiermaler In seinen Bildern stellte Süs meistens Tiere dar, hauptsächlich Geflügel. Manche seiner Bilder, die meist von einem humoristischen Grundgedanken ausgehen, sind durch Farbdrucke und Fotografie weit verbreitet, etwa die Motive Der erste Gedanke und Die Kükenpredigt. Seine Bilder wurden zum Teil mit Texten versehen, sodass Bildermärchen entstanden, die in Büchern wie Swinegel's Reiseabenteuer oder Die Mähr von einer Nachtigall veröffentlicht wurden.

Schülerinnen Zu den Privatschülerinnenn von Süs zählten die deutsche Genre- und Porträtmalerin Hedwig Greve, die Malerin Maria Süs (vermutlich seine Tochter), welche 1881 den Rentner Eduard Müller († vor 1892)Anmerkung: Rentner Eduard Müller (in 1870 noch Fabrikbesitzer) findet man im Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf 1859 S. 40 unter Eduard und Erich Müller als Eigentümer einer Dampfmühle Oststraße Nr. 122 und Fabrik Oststraße Nr. 124. heiratete, und die luxemburgische Porträtmalerin Thérèse Glaesener-Hartmann.

Beispiele für Süs' Bildermärchen Swinegel's Vater spricht zum Sohn: „Gering scheint dir mein Leben! – So dacht voll Hochmuth Mancher schon, Doch hat sich's bald gegeben!

Zieh' jetzt nur in die Welt hinaus, Das wird dich Stolzen lehren, Daß Einfachheit im Elternhaus Kann großes Glück gewähren!“

Da gebt der Sohn und zieht allein Wehmütig in das Land hinein! – (Ausschnitt aus Swinegel's Reiseabenteuer.)

Doch wer hat Schuld an Vögleins Tod? Wer hat geschaffen diese Noth? – Ich nenne laut den Namen nicht, Ein Knabe wars's– ein Bösewicht!! – „Kind, thu' dem Vöglein Nichts zu Leid,

Gott schuf sie ja zur Freudigkeit, Die liebe, süße Nachtigall Mit ihrem Frühlingszauberschall In dunklen, grünen Zweigen!“ – (Ausschnitt aus Die Mähr von einer Nachtigall.)

Werke Freundschaftsgabe für junge Mädchen / Gustav Süs. - Stuttgart : Hallberger, 1853. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Märchen

Der Kinderhimmel Hähnchen und Hühnchen Der Wundertag Das Kind und seine liebsten Tiere Was der Nußbaum erzählt Die Mähr von einer Nachtigall. - Braunschweig : Vieweg, 1857. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf Het Wettlopen tüschen den Haasen un den Swinegel (Das Wettlaufen zwischen dem Hasen und Igel), Illustrationen zu Wilhelm Schröders plattdeutschem Märchen, 1855 Swinegels Reiseabenteuer. - Braunschweig : Vieweg, 1857. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf Froschküster Quak. - Glogau : Flemming ; Leipzig . Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Illustrationen (Auswahl) Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf: In: Aquarelle Düsseldorfer Künstler : den kunstsinnigen Damen gewidmet. - Düsseldorf : Arnz, 1861. Digitalisierte Ausgabe Umlauff, Wilhelm: Freud und Schmerz in Haus und Herz. - Düsseldorf : Elkau, Bäumer & Cie, 1861. Digitalisierte Ausgabe Freundschaftsgabe für junge Mädchen. - Stuttgart : Hallberger, 1853. Digitalisierte Ausgabe Wiedemann, Franz: Geschichten, wie sie die Kinder gern haben. - Dresden : Meinhold, 1860. Digitalisierte Ausgabe Schröder, Wilhelm: Het Wettloopen tüschen den Haasen un den Swinegel up der Buxtehuder Heid. In Bildern von Gustav Süs. - Düsseldorf : Arnz, ca. 1855. Digitalisierte Ausgabe Zuccalmaglio, Anton: Kinder-Schaubühne. - Dresden : Meinhold, 1864. Digitalisierte Ausgabe In: Märchen und Sagen für Jung und Alt. - Düsseldorf : Arnz : Voß, 1857. Band 1. Digitalisierte Ausgabe Band 2. Digitalisierte Ausgabe Der Blaubart. Digitalisierte Ausgabe Hannchen und die Küchlein, von August G. Eberhard. Mit 10 Chromolithographien nach Zeichnungen von Gustav Süs. Essen [u. a.] : Seemann [u. a.], 1860. Digitalisierte Ausgabe

Literatur Süs, Gustav. In: Biographisches Künstler-Lexikon, Leipzig 1882, S. 512 (online).

Arthur Rümann: Die illustrierten deutschen Bücher des 19. Jahrhunderts. Stuttgart 1926.

Horst Kunze: Schatzhalter alter Kinderbücher. Der Kinderbuchverlag, Berlin 1981. Süs, Konrad Gustav. In: Wolfgang Hütt: Die Düsseldorfer Malerschule 1819–1869. E. A. Seemann, Leipzig 1984, S. 298.

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