Die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule (bis September 2011 Gesamtschule Bonn-Bad Godesberg) ist eine Schule der Stadt Bonn. 1120 Schüler besuchten im Schuljahr 2010/2011 die Schule. An der Schule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I (Hauptschulabschluss und Fachoberschulreife) und der Sekundarstufe II (Abitur) erworben werden.

Schulprofil Gemeinsam lernen miniatur|Gerhard Neumann: „Das offene Fenster“ im Treppenhaus des Altbaus Die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule wurde 1991 gegründet und bezog 1993 nach einem zweijährigen Aufenthalt in einem leeren Schulgebäude in Bonn-Röttgen in Bad Godesberg das Schulgebäude in der Hindenburgallee, in dem sich vorher das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium befunden hatte.

Nach der Grundschule kann jeder Schüler die Gesamtschule besuchen. Sie gehört zu den Schulen in Deutschland, die es Kindern und Jugendlichen möglich macht, bis zum 10. Schuljahr gemeinsam zu lernen. Seit der Gründung der Schule war sie vierzügig. Nach einem Beschluss des Rates der Stadt Bonn vom Dezember 2005 ist die Schule seit dem Schuljahr 2006/2007 sechszügig.

Die Godesberger Schule ist eine Ganztagsschule. Montags, mittwochs und donnerstags (und freitags die Sekundarstufe II) haben die Schüler bis nachmittags Unterricht. In einer schuleigenen Mensa können die Schüler zu Mittag essen. In den Unterrichtspausen dient die Mensa als Cafeteria.

Integrationsschule

Die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule ist eine der deutschen Integrationsschulen in der Sekundarstufe I. Jedes Jahr werden im fünften Schuljahr Kinder mit einem Handicap in Klassen aufgenommen, in denen sie besonders gefördert werden können. In dieser Klasse unterrichtet neben dem „klassischen“ Fachlehrer ein Sonderpädagoge.

Im Herbst 2005 wurde ein Aufzug eingeweiht, der es Schülern im Rollstuhl ermöglicht, barrierefrei Klassen- und Fachräume auch in der ersten und zweiten Etage des Schulgebäudes zu erreichen. Es bedurfte eines Bürgerantrages, den Eltern initiiert hatten, um den Rat dazu zu bringen, im städtischen Haushaltsplan die finanziellen Mittel zum Bau des Aufzuges einzusetzen.

Fremdsprachenunterricht

Neben dem obligatorischen Englischunterricht vom 5. Schuljahr an haben die Schüler die Möglichkeit, Französisch, Latein und Spanisch zu lernen. Französisch können sie im 6. und noch einmal im 8. Schuljahr als Fremdsprache wählen, Latein im 8. und Spanisch im 11. Schuljahr.

Schulstunden im 60-Minuten-Takt

Seit dem Schuljahr 2001/2002 findet der Unterricht an der Godesberger Schule im 60-Minuten-Rhythmus statt. Durch diese Rhythmisierung „erhoffen wir uns“, so die Schule in ihrer Selbstdarstellung, „mehr Ruhe im Schulalltag, eine bessere Rhythmisierung des Ganztags, weniger Planungseinheiten, mehr Gelegenheit zu selbständigem Lernen, mehr Zeit für Übungsangebote in den Fächern sowie einen innovativen, effizienteren, handlungsorientierten Methodeneinsatz.“

Lehrerraumprinzip statt Klassenraumprinzip

Nach einem Beschluss der Lehrerkonferenz soll an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule vom Schuljahr 2013/2014 an das Klassenraumprinzip durch das Lehrerraumprinzip ersetzt werden. Durch diese Veränderung erhofft sich das Kollegium eine angenehmere Situation in den Schulräumen und eine Förderung der Lehrergesundheit. Die Schulkonferenz soll nach einem Erprobungsjahr über diese Änderung des Schulprogramms abstimmen.

Dreijährige Oberstufe

Die Laufbahn in der gymnasialen Oberstufe dauert an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule in der Regel drei Jahre und endet mit der allgemeinen Hochschulreife. Die Schule hat sich gegen das Abitur nach zwölf Jahren entschieden.

Ausstattung Räume Die Schule verfügt über eine Reihe von Räumlichkeiten, die für besondere Unterrichtszwecke oder für die Freizeitgestaltung der Schüler zur Verfügung stehen. Dazu gehören Computer- und Technikräume, die Musikabteilung, eine Schulbibliothek und eine Aula, die etwa 800 Personen Platz bietet. Hier finden Musik- und Theatervorstellungen und Versammlungen der Schulgemeinde statt. Darüber hinaus wird die Aula auch von benachbarten Schulen und der Stadt als Veranstaltungsort für Theater und Konzerte genutzt.

Sportplatz miniatur|Plakat für die Sanierung des schuleigenen Sportplatzes (Oktober 1999) Zum Gelände der Schule gehört ein Sportplatz, der einen kontaminierten Belag hatte, als die Schule 1994 in das Godesberger Gebäude zog. Nachdem von Seiten der Stadt nichts unternommen wurde, um die Schadstoffe zu beseitigen, demonstrierten im Oktober 1999 mehrere hundert Schüler für die Sanierung des Platzes. Sie errangen dabei einen Teilerfolg. Eine Hälfte der Fläche wurde instand gesetzt und kann seitdem wieder als Sportplatz genutzt werden. Die andere Hälfte konnte wegen des giftigen Belages von den Schülern nach wie vor nicht genutzt werden. Im November 2007 begannen in diesem Bereich die Bauarbeiten zur Errichtung einer neuen Turnhalle, die im Herbst 2009 fertiggestellt wurde. Vor der Turnhalle befinden sich drei Basketballfelder und Handballtore.

Schulische Aktivitäten Teilnahme an Wettbewerben Schüler der Godesberger Schule nehmen an folgenden regelmäßigen Wettbewerben teil: Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Schüler des 6. Jahrgangs Känguru der Mathematik – Schüler aller Klassen vom 5. bis 10. Schuljahr Jugend debattiert – Schüler der Jahrgänge 8–10 und 11–13. Bonn-Marathon – gemischte Staffeln (6 Läufer incl. 2 Läuferinnen), deren Gesamtalter nicht über 89 Jahre liegen darf Mathematik A-Lympiade – Schüler der Klassen 11–13

Schulorchester Zur Elisabeth-Selbert-Gesamtschule gehört seit 1990 eine eigene schulinterne Musikschule mit den Schwerpunkten Blasinstrumente, Streicher und Big Band. Etwa ein Dutzend Instrumentallehrer unterrichten im Orchesterhaus. Um den Eltern der Orchesterkinder die Finanzierung der musikalischen Ausbildung zu erleichtern, wurden von den Trägern des Orchesters weit über 500 Instrumente und Verstärker angeschafft, die gegen eine geringe monatliche Gebühr entliehen werden können.

Gegenwärtig gibt es die Ausbildungsgruppe des 5. und 6. Jahrgangs (ca. je 35 Bläser und Streicher), das Unterstufenorchester, die Mittelstufen-Big-Band, die Oberstufen-Big-Band „Brassrock“, eine Saxophongruppe und die Jazzgruppe „Brassjazz“. Außerdem kümmern sich Kolleg/inn/en um die Unterstufen- und Oberstufen-Chöre und es gibt eine Lehrerband und einen Lehrerchor. Zu den Instrumentallehrern gehören professionelle Musiker mit regionaler und internationaler Erfahrung. Ein weiterer Ausbau der Musikabteilung wird angestrebt. mini|Probenraum Etwa 50 Auftritte aller Schulensembles finden jährlich statt: auf Weihnachtsmärkten, Stadtfesten, Konzerten oder Schulfestivals innerhalb und außerhalb der Schule und der Stadt. Es bestehen enge Vernetzungen oder Patenschaften zu anderen Orchestern, Musikschulen, Institutionen wie dem Beethovenfest, freien Trägern, anderen Schulen und Kirchengemeinden. Aus den Gagen der jährlichen Auftritte fließen erhebliche Beträge in den Instrumentenkauf und damit in den Fortbestand der Orchesterarbeit. Seit der Erweiterung der Schule verfügt die Orchesterabteilung über einen großen Probenraum (die Alte Bibliothek), weitere Übe- und Unterrichtsräume für Instrumentalunterricht und Proben im Orchesterhaus und ein Büro, das mit einer zusätzlichen hauptamtlichen Stelle besetzt ist – seit 2008 leistet jedes Jahr eine Vollzeitkraft (Bundesfreiwilliger) ihr FSJ-Kultur im Orchester ab.

Der Leiter der Abteilung ist der Bonner Musikpädagoge Martin Schlu. (Jan. 2018)

Projekte mit Theater und Oper

Seit dem 23. Oktober 2006 probten rund 110 Schüler von vier Bonner Schulen, darunter Schüler der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule, Carl Orffs „Carmina Burana“ als Tanztheater. Im Rahmen des regulären Schulunterrichts und unter Anleitung professioneller Choreographen und Tanzpädagogen wurden für junge Tänzer aus den Klassen 6 und 8 altersgerechte Choreografien erarbeitet und ausgiebig geprobt. Im Mai 2007 wurden die Ensembles zusammengeführt und arbeiteten gemeinsam auf den krönenden Abschluss hin: eine Aufführung auf der Bühne des Bonner Opernhauses am 20. Juni 2007, musikalisch begleitet vom Beethoven Orchester Bonn, vom Philharmonischen Chor der Stadt Bonn, vom Kinderchor der Lukas-Kirche in Bonn sowie von Sigrún Pálmadóttir aus dem Bonner Opernensemble. Inspiriert wurde das Carmina-Burana-Projekt von der Arbeit der Education-Projekte, die die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle seit 2003 mit Schülern Berliner Schulen durchführen.

Nach dem Projekt „100 Bonner SchülerInnen tanzen die Carmina Burana“ folgte – dieses Mal für Schüler der Klasse 6d – die Beschäftigung mit Ludwig van Beethoven. Zu dessen Musik erarbeiteten sie zusammen mit drei Klassen aus anderen Bonner Schulen seit 2008 eine dramatische Choreographie. Grundlage war eine gekürzte und bearbeitete Version der 1805 uraufgeführten „Befreiungsoper“ Leonore/Fidelio. Nach vier Monaten Bewegungstraining und Tanzproben im regulären Schulunterricht, nach der Beschäftigung mit dem Werk und der Musik Beethovens, nach Besuchen bei Chor- und Orchesterproben zeigten die Schüler in einer öffentlichen Aufführung mit professioneller musikalischer Unterstützung das Resultat ihrer Arbeit am 30. Mai 2009 und am 17. Juni 2009 in der Oper.

Schülerzeitung Seit dem 4. März 2013 wird die gedruckte Schülerzeitung „Die Else“ verkauft. Zuvor wurden Artikel nur Online auf der Webseite veröffentlicht.Die neue Schülerzeitung als E-Paper für alle!, auf igs-bonn.de Seitdem erschien die Zeitung jedes Schulhalbjahr.

Austauschprogramme Die Bad Godesberger Gesamtschule führt einen Schüleraustausch mit französischen Schulen durch. Seit 2010 besteht ein Austausch mit dem „Collège Roland Dorgelès“ in Paris.

Die Lehrerkonferenz beschloss im Dezember 2006 weitere Austauschprogramme: mit einem privaten Gymnasium in Kiew (Ukraine) und einem Gymnasium im italienischen Schio. Ein erster Austausch mit Schio fand im Frühjahr 2006 statt.

Auszeichnungen „Schule ohne Rassismus“

Seit dem 5. November 2001 trägt die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Schulpate ist der Kabarettist Volker Pispers.

Agenda 21 in der Schule

Seit 2005 erhielt die Bad Godesberger Gesamtschule mehrfach die Auszeichnung bei „Agenda 21 in der Schule“ und „Schule der Zukunft“.

„Gütesiegel Individuelle Förderung“

22 Schulen aus Nordrhein-Westfalen wurden am 3. Februar 2007 von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Schulministerin Barbara Sommer auf dem ersten bildungspolitischen Symposium in Essen mit dem „Gütesiegel Individuelle Förderung“ ausgezeichnet. Die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule gehört dazu. In der Laudatio heißt es, dass sie eindrucksvoll zeigt, „in welcher Weise Rahmenbedingungen des Unterrichts für eine nachhaltige individuelle Förderung verändert werden können. Eine verbesserte Rhythmisierung des Unterrichts, mehr Raum für individuelles Lerntempo und für Formen selbstständigen Lernens sind hervorzuhebende Aspekte dieser Veränderung. Des Weiteren werden hier ein erfolgreiches Übergangsmanagement in Kooperation mit der Grundschule sowie ein umfassendes Konzept zur Berufsvorbereitung und Berufswahlorientierung praktiziert. Die Förderung grundlegender Lern- und Sprachkompetenzen in der Orientierungsstufe, eine kontinuierliche und wirksame Förderung der Schüler mit Lern- und Leistungsschwierigkeiten, Förderprogramme zur Verbesserung der Lernmotivation sowie Stärkung der Lehrerkompetenzen in der Diagnostik und Begleitung von Schülern sind weitere Schwerpunkte der Förderpraxis“.

Sonderpreis „Leben und Umwelt“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

Mit dem Projekt „KOFAR – Das Abgasreinigungsprojekt“ („Pizzaofen“)KOFAR – Das Abgasreinigungsprojekt gewann die Klasse 10 b gleich zwei Preise: die Bronze-Medaille bei der internationalen Erfindermesse in Nürnberg im Jahr 2006 und den Sonderpreis „Leben und Umwelt“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) beim