gerahmt|alt=rundes MTA-Logo, rechts daneben der Schriftzug Long Island Rail Road in einer serifenlosen Schrift, alles in Dunkelblau auf neutralem Hintergrund|Logo der MTA Long Island Rail Road Long Island Rail Road (abgekürzt LIRR, gesprochen auch „L-I-double-R“) ist ein Eisenbahn­unternehmen im Bundesstaat New York der Vereinigten Staaten. Es betreibt im Ballungsraum New York zwischen New York City und dessen östlichen Vororten auf der Insel Long Island ein Streckennetz, das es mit eigenen Vorortzügen hauptsächlich für Pendler in die Geschäftszentren New Yorks befährt.

mini|Triebwagenzug der Long Island Rail Road im New Yorker Bahnhof Kew Gardens Das Netz der LIRR mit drei Hauptstrecken und elf Teil- und Zweigabschnitten hat eine Gleislänge von 956 Kilometern (594 Miles).Die Zahlen aus dem Jahr 2017 enthalten nicht East Side Access 2023 oder die 9,8 Gleismeilen der Main Line Expansion 2022. Ein Text unter https://www.mta.info/agency/long-island-rail-road nennt „über 700 Meilen Gleise“. Es bestehen 126 Zugangsstellen des Personenverkehrs.Seit 2017 die Zahl der Station auf 124 beziffert wurde, kamen Elmont (2021/2022 eröffnet) und Grand Central Madison (2023) hinzu. Güterverkehr wird auf dem LIRR-Netz durch die New York and Atlantic Railway als Franchisenehmer erbracht.

Es ist das meistgenutzte Personennahverkehrsnetz Nordamerikas. Im Jahr 2017 wurden 89,4 Millionen Fahrgäste befördert; an Wochentagen jeweils durchschnittlich 311.100 Passagiere. Nach dem deutlichen Rückgang der Fahrgastzahlen infolge der COVID-19-Pandemie wurden 81 Millionen Fahrgäste im Jahr 2025 befördert, dabei am 24. September 2025 erstmals seit 2020 wieder mehr als 300.000.

The Long Island Rail Road Company wurde 1834 gegründet und ist das älteste Eisenbahn­unternehmen in den Vereinigten Staaten, das seit seiner Gründung durchgehend unter gleichem Namen operiert. Es befindet sich in öffentlichem Eigentum der Metropolitan Transportation Authority und verkehrt unter dem Markennamen MTA Long Island Rail Road. Die LIRR hatte 2021 am Jahresende 6983 Beschäftigte. Präsident des Unternehmens ist seit April 2024 Rob Free.

Streckennetz mini|Streckennetz der LIRR:

(Strecke nach Grand Central Madison ist nicht eingezeichnet) mini|Bahnhof Hunterspoint Avenue in Long Island City (2023). Dahinter erhebt sich die Rampe der U-Bahn-Linie 7 aus dem Steinway-Tunnel. Links angeschnitten eine Halle der LIRR-Werkstatt Arch Street Shop. Das verzweigte Netz der LIRR läuft an mehreren Knotenpunkten zusammen. Zwei Hauptstrecken verlaufen der Länge nach auf der Insel Long Island bis zu deren zwei östlichen Ausläufern: Die Hauptstrecke LIRR Main Line mittig von Long Island City bis Greenport auf dem nördlichen Ausläufer, der North Fork Die LIRR Montauk Branch nach Montauk auf dem südlichen Ausläufer, der South Fork mit den Hamptons An einem Teil der Nordküste verläuft außerdem die von der LIRR Main Line abzweigende Port Jefferson Branch nach Port Jefferson.

Jamaica Station ist der Verkehrsknoten im Osten New York Citys und bietet mit dem AirTrain JFK eine Anbindung an den Flughafen New York-John-F.-Kennedy.

Von Jamaica nach Westen fahren Züge auf vier Strecken, wobei eine fünfte östliche Zweigstrecke von Port Washington hinzukommt und nicht Jamaica Station erreicht.

Die beiden Verbindungen nach Midtown Manhattan haben hervorgehobene Bedeutung: Die Verbindung zur New York Pennsylvania Station auf der West Side bietet Anschluss an den Fernverkehr der Amtrak auf dem Northeast Corridor sowie das Netz der New Jersey Transit. Die Verbindung zum Tiefbahnhof Grand Central Madison unter dem Grand Central Terminal in Midtown East bietet Umsteigemöglichkeiten zur Metro-North Railroad und der New York City Subway.

Ein weiterer Endbahnhof befindet sich im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn, zwei in Queens: Das Atlantic Terminal in Fort Greene nahe Downtown Brooklyn wird jeden Tag außer spät nachts bedient; es trug bis zum Jahr 2010 den Namen Flatbush Avenue. Geringere Bedeutung haben Hunterspoint Avenue und Long Island City Terminal in Long Island City, die beide nur im Berufsverkehr an Werktagen bedient werden.

Die Strecken verzweigen sich in bis zu elf Äste. Die elektrifizierten Strecken werden hauptsächlich mit Triebwagen befahren. Für die Bedienung der weiter entfernten Strecken werden mit Diesel- oder Zweikraftlokomotiven bespannte Züge eingesetzt. In Manhattan setzt die Long Island Rail Road nur elektrische Triebfahrzeuge ein, so dass die Reisenden von entfernter liegenden Orten kommend entweder umsteigen oder die mit Zweikraftlokomotiven bespannten Direktzüge nutzen müssen, um Manhattans Penn Station direkt zu erreichen. Die Tunnelverbindung East Side Access nach Grand Central Madison ist nur mit elektrischen Triebwagen zu befahren.

Linien mini|Liniennetz der Long Island Rail Road alt=Übersicht einer Bahnhofshalle der Penn Station mit Fahrgästen und Arbeitern in Warnwesten. Links am Bildrand gut lesbar ein hoher Informations-Bildschirm. Unter Überschrift MTA Long Island Rail Road und der Uhrzeit 11:04:01 zeigt er eine alphabetische Liste von Zielbahnhöfen beginnend bei A wie „Albertson“ bis D wie „Deer Park“. Hinter jedem Stationsnamen steht die Abfahrtszeit des nächsten Zugs und der Linienname auf dem Hintergrund eines rechteckigen, in Linienkennfarbe codierten Feldes. Am Ende vieler Zeilen steht die Nummer des Abfahrtgleises in Penn Station.|mini|Fahrgastinformationssystem in der Penn Station (2022)

Die Long Island Rail Road benennt 11 Verkehrslinien, die sich aus den Bezeichnungen der hauptsächlich befahrenen Strecken bzw. dem Zielort ableiten. Jede dieser Linien hat eine eigene Kennfarbe, die durchgängig bei der Fahrgastinformation verwendet wird.

Die „City Terminal Zone“ ist eine Tarifzone, die die Bahnhöfe an den vier Strecken zu den Endbahnhöfen in New York City westlich von Jamaica Station, aber nicht die der Port Washington Branch, umfasst und sie als Start- bzw. Endpunkt von Fahrten tariflich gleichstellt.

+TerminalsLinienwegStrecken AnmerkungPenn Station,Grand CentralJamaica – Valley Stream – BabylonLIRR Main Line, LIRR Montauk Branch„Babylon Branch“ bedient elektri­fizierten Teil der LIRR Montauk Branch bis Babylon. Fahrten bis Speonk bzw. Montauk verkehren als „Montauk Branch“.Penn Station,Grand CentralJamaica – Valley Stream – Far RockawayLIRR Main Line, LIRR Atlantic Branch, LIRR Far Rockaway BranchPenn Station,Grand Central,Atlantic TerminalJamaica – Floral Park – HempsteadLIRR Main Line, LIRR Atlantic Branch, LIRR Hempstead BranchEinzelne Fahrten bedienen Atlantic TerminalPenn Station,Grand CentralJamaica – Lynbrook – Long BeachLIRR Main Line, LIRR Atlantic Branch, LIRR Long Beach BranchPenn Station,Grand Central,Hunterspoint AvenueJamaica – Bethpage – Babylon – Speonk – MontaukLIRR Main Line, LIRR Central Branch, LIRR Montauk BranchEinzelne Fahrten beginnen oder enden Hunterspoint Avenue. Fahrten bis Babylon verkehren als „Babylon Branch“.Hunterspoint Avenue, Long Island City Jamaica – Mineola – Oyster BayLIRR Main Line, LIRR Oyster Bay BranchDie meisten Fahrten beginnen und enden Jamaica Station, im Berufsverkehr Hunterspoint Avenue bzw. Long Island City. Werktags eine Fahrt durchgängig Penn Station.Penn Station,Grand Central,Hunterspoint AvenueJamaica – Mineola – Hicksville – Huntington – Port JeffersonLIRR Main Line, LIRR Port Jefferson BranchFahrten auf elektrifiziertem Abschnitt bis Huntington heißen „Huntington Branch“ Penn Station,Grand CentralWoodside – Mets–Willets Point – Flushing–Main Street – Great Neck – Port WashingtonLIRR Main Line, LIRR Port Washington BranchZweigt zwischen Woodside und Forest Hills von der LIRR Main Line ab, bedient daher als einzige Linie der LIRR nicht Jamaica StationPenn Station,Grand CentralJamaica – Mineola – Hicksville – Bethpage – RonkonkomaLIRR Main LineFahrten bis Greenport verkehren als „Greenport Branch“Penn Station,Grand Central,Atlantic TerminalJamaica – St. Albans – West HempsteadLIRR Main Line, LIRR Atlantic Branch, LIRR Montauk Branch, LIRR West Hempstead BranchStand Fahrplan September 2023 und Linienplan 2023

Als die am stärksten genutzten Linien nennt die MTA im Jahr 2023 Huntington, Babylon, Ronkonkoma und Port Washington Branch.

Der Cannonball sind Express-Zugleistungen, die im Sommer an Donnerstagen, Freitagen und vor Feiertagen mit drei Stunden Fahrzeit von New Yorks Penn Station nach Montauk fahren und an Sonntagen zurück nach New York, um Wochenendaufenthalte in den Hamptons zu begünstigen.

Geschichte Als kürzeste Verbindung nach Boston mini|Landkarte der Region um Long Island 1855 zeigt: • Hauptstrecke der LIRR nach Greenport • Strecke der New York and New Haven Railroad auf dem Festland • 1854 eröffnetes Teilstück der als Konkurrenz zur LIRR geplanten, erfolglosen Flushing Railroad

Die am 25. April 1832 gegründete Brooklyn and Jamaica Railroad (B&J) eröffnete am 18. April 1836 die erste Bahnstrecke auf Long Island, die etwa 16km weit von South Ferry in Brooklyn nach Jamaica in Queens führte. Schon vor Fertigstellung der Strecke begann der bei der B&J beschäftigte Bauingenieur David Bates Douglass mit der Planung einer Fortführung an das Ostende der Insel, um durch die Kombination von Bahn- und Fährverbindungen über den Long Island Sound die Reisezeit zwischen New York und Boston zu verkürzen. Douglass und seine Finanziers gründeten dazu am 24. April 1834 die Long Island Rail Road, die die B&J-Strecke ab 1. Dezember 1836 (rückwirkend ab dem Tag ihrer Eröffnung) pachtete und im April 1836 mit dem Bau einer rund 140km langen Strecke nach Greenport begann. Diese wurde schrittweise bis 27. Juli 1844 eröffnet; die durchgehende Verbindung bis Boston unter Einbindung von Fährschiffen aus Cornelius Vanderbilts Flotte am 9. August 1844.

Konkurrierende kombinierte Schiffs- und Bahnverbindungen führten dazu, dass das ursprüngliche Geschäftsmodell der Long Island Rail Road schon nach wenigen Jahren nicht mehr tragfähig war. Die New York and New Haven Railroad eröffnete am 27. Dezember 1848 ihre Hauptstrecke, die als durchgehende Schienenverbindung auf dem Festlandweg entlang der Nordküste des Long Island Sound zwischen New York und Boston wesentlich attraktiver war. Diese Bahngesellschaft wurde 1872 Teil der New York, New Haven and Hartford Railroad.

Die im damals dünn besiedelten Zentrum von Long Island gebaute Strecke nach Greenport hatte kaum lokales Verkehrsaufkommen. Die Long Island Rail Road meldete daher am 4. März 1850 Insolvenz an, konnte die Insolvenzverwaltung jedoch Anfang 1851 wieder beenden.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Streckennetz durch den Bau von Zweiglinien und die Übernahme benachbarter Eisenbahngesellschaften. Conrad Poppenhusen, Eigentümer mehrerer dieser Mitbewerber, erwarb Anfang 1876 die Anteilsmehrheit an der Long Island Rail Road und übernahm die Firmenleitung. Diese Zeit wirtschaftlicher Schwäche führte auch zu Sicherheitsproblemen und die Long Island Rail Road hatte einen schlechten Ruf wegen einer Reihe schwerer Eisenbahnunfälle.Lucius Beebe, Charles Clegg: Hear the train blow. Apictoral epic of America in the railroad age. E. P. Dutton, New York 1952, S. 312f. 1880 kaufte Austin Corbin das Unternehmen. Durch die Investitionen von Poppenhusen und Corbin sowie den Zusammenschluss mit anderen Bahngesellschaften der beiden Investoren erreichte die Long Island Rail Road bis Ende des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen ihre heutige geographische Ausdehnung.

Unternehmen der Pennsylvania Railroad mini|Erste Elektri­fizierung der LIRR Anfang des 20. Jahr­hunderts. Fett hervor­gehoben sind Unterwerke, Übertragungs­leitungen und Strecken wie Atlantic Branch ab Bahnhof Flatbush Avenue, Main Line bis Pferde­rennbahn Belmont, Far Rockaway Branch und Rockaway Beach Branch.