mini|270px|Protestantische Kirche mit Pfarrhaus

Alsenborn ist mit rund 2750 Einwohnern der kleinere Ortsteil der im rheinland-pfälzischen Landkreis Kaiserslautern gelegenen Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn. Bis 1969 war Alsenborn eine selbständige Gemeinde, ehe sie im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform der neu gebildeten Gemeinde zugeschlagen wurde. Überregionale Bekanntheit erlangte Alsenborn für seine Zirkustruppen, den Fußballverein SV Alsenborn, der in den 1960er Jahren um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielte, und als Wohnort des Fußballspielers Fritz Walter, der 1954 als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister wurde.

Geografie und Geologie Alsenborn liegt zwölf Kilometer nordöstlich der Stadt Kaiserslautern am Stumpfwald, einem Teil des Pfälzerwaldes.

Alsenborn entwickelte sich als Haufendorf im Alsenborner Becken und ist nach Westen hin mit dem Nachbardorf Enkenbach zusammengewachsen. Wohngebiete entstanden vorzugsweise entlang der Talstraße.

Geologie Die von Ost nach West verlaufende Alsenborner Senke ist gekennzeichnet durch mineralienarme Böden über einer Buntsandsteinschicht, die fast nur forstwirtschaftlich genutzt werden können. Die Trifels-Schichten des Mittleren Buntsandsteins wurden in zahlreichen Steinbrüchen aufgeschlossen und boten im ausgehenden 19. Jahrhundert vielen Einheimischen Verdienstquellen außerhalb der Landwirtschaft.

Die Gemarkung Alsenborns umfasst die Senke mit dem Dorf, den Feldern und Wiesen; im Süden und Osten gehören der 419 Meter hohe Schorlenberg und die Autobahn 6 dazu. Im Nordosten schließt sich der Stumpfwald mit dem Quellgebiet des Flüsschens Alsenz an. Die Wiesen entlang der Bachläufe und angewehter Löss ermöglichen Ackerbau, der allerdings wegen des rauen Klimas und der schlechten Bodenqualität nie große Bedeutung gewann.

Bodennutzung

Die ehemalige Gemeinde Alsenborn hatte im Jahr 1965 eine Gemarkungsfläche von 1162 Hektar, die sich folgendermaßen zusammensetzte: 718 Hektar Wald (693 Hektar Gemeindewald, 25 Hektar Privatwald) 234 Hektar Ackerland 39 Hektar Wiesen 49 Hektar Ödland 48 Hektar Straßen und Wege 37 Hektar bebaute Grundstücke 9 Hektar Gewerbefläche 28 Hektar Kleingärten, Parkanlagen, Friedhof, Sportplätze Diese Zahlen haben sich seitdem natürlich verändert, geben jedoch deutliche Hinweise auf die Bodennutzung. Auffällig ist auf jeden Fall der große Waldanteil von 61 Prozent, während lediglich 20 Prozent der Fläche Ackerland waren. Bemerkenswert ist außerdem, dass nur 3 Prozent des Waldes in Privatbesitz war. Damit hatte die Gemeinde praktisch ein Monopol auf Bauholz.

Alte Flurnamen mini|Forsthaus Schorlenberg Alsenborn hat auch Anteil am Stumpfwald. Das Waldgebirge hieß 765 und noch 1330 mundartlich „Stamp“, 1357, 1494 und 1596 hochdeutsch „Stampf“. Erst später erfolgte die Umwandlung in „Stumpfwald“. „Stampf“ bezeichnet Geländestellen, an denen es nötig war, mit „stampfenden Schritten“ zu gehen, weil hier der Gebirgsabfall besonders steil war.

Der „Schorlenberg“ weist große und kleine Gesteinsbrocken auf, und darauf bezieht sich das „Schorl“ (vgl. Scholle) im Namen des Bergs.

Die Flurnamen „Triesch“ (auch „Driesch“) und „Trift“ benennen entweder unangebautes bewachsenes Gelände oder gehen auf das Tätigkeitswort „treiben“ zurück und wurden für alte Viehtriebwege oder Viehweiden gebraucht.

Die Bezeichnung „Bruch“ und „Bruchwiesen“ weist auf ehemaliges Sumpfgelände hin, in welches man mit den Füßen einbrach. Der Name „Dünndell“ geht auf ein ehemaliges „Tümpeltal“ zurück, in dem sich ein Tümpel an den anderen reihte.

Der Flurname „Kinderlehr“ steht weder mit „Kinder“ noch mit „lehren“ im Zusammenhang, sondern mit Bewässerungsgräben, so genannten „Kändeln“, von denen das Gelände seinen ursprünglichen Namen „Kändelerde“ hatte.

Geschichte Vor- und Frühgeschichte mini|Stumpfwaldgericht

Im Alsenborner Gebiet gibt es einige prähistorische Fundstellen. Es handelt sich dabei vor allem um Einzelgräber und Gräberfelder, die bis in die Bronze- und Eisenzeit zurückreichen. Ein umfangreicher Werkzeugfund wird auf die Hallstattzeit datiert. Die Begrabenen scheinen sesshafte Menschen gewesen zu sein.

Es gibt auch Hinweise auf kriegerische Auseinandersetzungen der ursprünglich ansässigen Kelten mit den nachrückenden Germanen im 1. Jahrhundert v. Chr., in deren Folge die Kelten weiter nach Westen abgedrängt wurden.

Entscheidend für die frühe Besiedlung abseits der bevorzugten Siedlungsgebiete dürften die geschützte Lage in einer Senke sowie die Quellen gewesen sein. Gleichzeitig bedeutete die Lage an einer der wenigen Querverbindungen zum Rheintal auch Schlechtes, da sich die wichtigsten Heer- und Handelsstraßen durch das Alsenztal zogen und die Landschaft zum Durchzugsgebiet während der Völkerwanderungszeit und zum Schauplatz vieler Kriege machte.

4 Kilometer nordöstlich von Alsenborn liegt das ehemalige Stumpfwaldgericht, das angeblich schon in der germanischen oder gar keltischen Zeit eine Gerichts- oder Thingstätte war. 1933 errichtete die Gemeinde Alsenborn ein Denkmal in Form eines Ringes aus neun kleinen quaderförmigen Steinen, den Kleinen Stühlen. In der Mitte steht der Große Stuhl, ein Quaderstein, der die Aufschrift „Landgericht der Grafen vom Wormsgau und Herzöge Franken 6. – 15. Jahrhundert“ trägt. Es war eine Gerichtsstätte der Grafen von Leiningen und gehört zu den drei kaiserlichen Landgerichten im Wormsgau.

Römerzeit mini|Römische Öllampe, gefunden in Alsenborn

Da die Römer die Alpen bei ihren Eroberungszügen nach Norden oft weiträumig umgingen, waren die Querverbindungen aus Gallien zum Rhein entscheidend für die Festigung der Herrschaft der Römer in Germanien.

Eine frühere Handelsstraße von Worms über Eisenberg, Alsenborn und Kaiserslautern ins Saarland könnte von den Römern übernommen worden sein. Somit lag die Alsenborner Senke im Schnittpunkt der Römerstraße zwischen den Legionslagern Metz und Mainz und der Straße, die von Worms über das für die Eisenverhüttung bedeutende Eisenberg nach Westen führte. Aus Funden innerhalb der Gemarkung schließt man darauf, dass hier ein Etappenort der Römer war. In der Alsenborner Senke wurden römische Scherben, Öllämpchen und eine Münze mit dem Bild des Kaisers Antoninus Pius gefunden.

Mittelalter Nach dem Rückzug der Römer verfiel das römische Straßensystem. Über die spätantike und frühmittelalterliche Besiedlung des Raumes ist wenig bekannt. Immerhin ist bekannt, dass sich nach vorübergehender Präsenz der Alemannen die Franken in Südwestdeutschland festsetzten.

In der karolingischen Zeit wird der Name Alsenborn zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als der fränkische Herzog Nantharius dem Benediktinerinnen-Kloster Münster-Dreisen bei Kirchheimbolanden 872 das Dorf Entersweiler (heute: Kaiserslautern) und zwei Mansen Land bei Alsenborn schenkte. Er hatte dieses Kloster zusammen mit seiner Frau kurz zuvor gegründet. Das Kloster wurde später bei einem Einfall der Ungarn zerstört und anschließend aufgegeben. mini|Klosterkirche Enkenbach

In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde in der Nähe der Alsenzquelle zur Sicherung der salisch-staufischen Herrschaft gegen den Erzbischof von Mainz und die Grafen von Saarbrücken und Leiningen eine kleine Burg errichtet. Diese Burg war Teil einer im Auftrag von Herzog Friedrich II. von Schwaben gebauten Burgenkette und wird in der Umgangssprache „Dieburg“ genannt. Sie wurde in territorialen Auseinandersetzungen um das Jahr 1200 herum zerstört. Nach Alsenborn benannte sich im 12. und 13. Jahrhundert ein später ausgestorbenes Ministerialengeschlecht.

Entscheidend für die weitere Entwicklung war die Errichtung eines Prämonstratenserinnenklosters in Enkenbach. Das Kloster wurde 1148 von Graf Ludwig III. von Arnstein und Hunfried von Alsenborn gegründet.

Durch den Bau der Klosterkirche gerieten die Enkenbacher Prämonstratenserinnen in finanzielle Schwierigkeiten. So sahen sie sich im Jahr 1420 genötigt, die Hälfte der Dörfer Enkenbach und Alsenborn für 100 rheinische Gulden an Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz zu verkaufen.

Auch das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015, ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538).

Neuzeit mini|Gerichtssiegel von 1720 Bis zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs

Seit 1564 ist ein Gerichtssiegel belegt, das leicht verändert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in Gebrauch blieb. Das Siegel hatte die folgende Aufschrift: S. D. G. ALSENTZBORN VND ENKENBACH

Enkenbach und Alsenborn bildeten zusammen mit den Ortschaften Morlautern, Erlenbach, Baalborn und Neukirchen ein so genanntes Büttelamt im Oberamt Kaiserslautern mit 525 Einwohnern. Aus einer Schatzungsliste aus dem Jahr 1592 kann man errechnen, dass Alsenborn damals 33 Familien, also rund 130 Einwohner hatte.

Im Dreißigjährigen Krieg besetzten spanische Truppen zwischen 1621 und 1631 die Stadt Kaiserslautern. Ab 1632 besetzten dann schwedische Truppen das linksrheinische Gebiet. Während dieser Zeit wurde die Bevölkerung durch Besetzung, Einquartierung, Zwang zum Religionswechsel und Kampfhandlungen stark in Mitleidenschaft gezogen. In Alsenborn lebten acht Jahre nach Kriegsende gerade wieder sechs Familien, also ungefähr 25 Einwohner.

Insgesamt verlor das Büttelamt während des Dreißigjährigen Krieges sieben Achtel seiner Einwohner, von sechs Ortschaften waren 1648 drei ausgelöscht.

Bis nach der Französischen Revolution

Ruhe kehrte auch nach dem Dreißigjährigen Krieg nicht ein. Nach dem so genannten Wildfangkrieg, der erst 1667 beigelegt war, musste sich Kurpfalz mit marodierenden Truppenteilen des aus Frankreich vertriebenen Herzogs von Lothringen auseinandersetzen.

Die Wiederbesiedelungspolitik des Kurfürsten Karl Ludwig führte neue Bewohner aus Frankreich, Tirol und der Schweiz nach Alsenborn, unter ihnen waren auch etliche Mennoniten.

Während des Pfälzischen und des Spanischen Erbfolgekrieges blieb der Bevölkerung wieder nur die Flucht in die Wälder oder in benachbarte befestigte Orte. Erst nach 1713 scheint wieder etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Im Jahr 1707 hatte Alsenborn 113 Einwohner, deren Zahl sich in den nächsten ruhigeren Jahrzehnten durch Zuzüge kontinuierlich erhöhte, so dass im Jahr 1728 das erste Schulhaus in Alsenborn gebaut wurde.

Während der Revolutionskriege wurde die Bevölkerung schwer belastet durch Truppen der Franzosen, Preußen, Sachsen, Österreicher und 1815 in den Befreiungskriegen auch der Russen. Zu den Belastungen gehörten Einquartierungen, Abgaben von Lebensmitteln und Pferdefutter, Kriegskontributionen, Schatzungen und Geiselgestellungen.

Durch die Lage an den Verbindungswegen wurde das Gebiet um Alsenborn wieder Truppendurchzugsgebiet und Kriegsschauplatz. In unmittelbarer Nähe von Alsenborn fand im Rahmen der Zweiten Schlacht um Kaiserslautern die dreitägige „Schlacht um den Schorlenberg“ vom 17. bis 19. September 1794 statt. Noch heute erinnert die „Blücherschanze“ an den Erfolg Blüchers gegen die französische Moselarmee. mini|Alsenborn im Jahr 1888

Bayerische Herrschaft

Durch die Neuordnung Europas im Wiener Kongress kam die Pfalz im Jahr 1816 zu Bayern. Nach der missglückten Revolution von 1848 und infolge der wirtschaftlichen Situation wanderten laut dem protestantischen Kirchenbuch von Alsenborn innerhalb von zehn Jahren aus Enkenbach und Alsenborn, die damals zusammen etwas über 2000 Einwohner hatten, 385 Personen aus.