Tabernaemontana ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die 100 bis 120 Arten sind in den Tropen bis Subtropen der ganzen Welt weitverbreitet.

Beschreibung mini|links|Illustration von Tabernaemontana persicariifolia mini|Zweig mit einfachen Laubblättern und Milchsaft von Tabernaemontana citrifolia mini|links|Illustration von Tabernaemontana pandacaqui aus Blanco mini|Fünfzählige Blüte von Tabernaemontana orientalis mini|links|Illustration aus On the Apocynaceae of South America, with some preliminary remarks on the whole family, 1878 von links Tabernaemontana hystrix und rechts Tabernaemontana undulata mini|Zweig mit geschlossenen Balgfrüchten von Tabernaemontana alternifolia mini|Reife, offene Früchte mit Samen von Tabernaemontana alternifolia

Vegetative Merkmale Bei Tabernaemontana-Arten handelt sich um kleine Bäume oder Sträucher, die Wuchshöhen von meist 2 bis 8 Metern erreichen. Sie führen sämtlich einen weißen Milchsaft. Die Stämme sind dichotom verzweigt.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die dunkelgrün glänzenden, einfachen Blattspreiten sind linealisch, eiförmig oder elliptisch mit glattem Blattrand. Am Blattstiel ist oft eine Ochrea vorhanden, die aus den Nebenblättern gebildet wird.

Generative Merkmale Selten stehen die Blüten einzeln, meist zu vielen in seitenständigen, zymösen, schirmtraubigen oder doldigen Blütenständen. Es sind Deckblätter vorhanden.

Die zwittrigen, meist relativ kleinen und duftenden Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind auf höchstens der Hälfte ihrer Länge röhrig verwachsen und es sind an ihrer Basis wenige bis viele Drüsen vorhanden; die Kelchzipfel sind deutlich länger als die aufrechte Kelchröhre. Die fünf cremefarbenen Kronblätter sind stieltellerförmig verwachsen; die lange schmale Kronröhre ist ungefähr ab der Mitte trichterförmig erweitert. Die Kronzipfel sind deutlich kürzer als die Kronröhre. Die ausgebreiteten Kronzipfel sind deutlich in eine Richtung gedreht und überlappen sich dort. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die kurzen bis kaum erkennbaren Staubfäden sind untereinander nicht verwachsen und im erweiterten Teil der Kronröhre inseriert, aus der die Staubblätter nicht herausragen. Die Staubbeutel sind länglich oder schmal dreieckig. Es ist kein Diskus vorhanden. Je Blüte sind zwei freie oberständige Fruchtblätter vorhanden, die viele Samenanlagen enthalten. Die Griffel sind fadenförmig.

Die Balgfrüchte enthalten meist viele (1 bis 50) Samen. Die Samen besitzen einen roten oder orangefarbenen, fleischigen Arillus (Samenmantel). Durch diesen Arillus scheinen die Früchte mancher Arten mit einem unregelmäßigen „Fruchtfleisch“ ausgefüllt zu sein.

Taxonomie, Systematik und Vorkommen mini|Zweig mit einfachen Laubblättern und Blütenständen von Tabernaemontana africana mini|Zweig mit einfachen Laubblättern, Blütenstand und fünfzähligen Blüten von Tabernaemontana alba mini|Geschlossene und offene Früchte von Tabernaemontana catharinensis mini|Zweig mit einfachen Laubblättern, Blütenstand, gestielten Blütenknospen und offenen Blüten von Tabernaemontana citrifolia mini|Ein Paar unreifer Früchte von Tabernaemontana citrifolia mini|Laubblätter und Früchte von Tabernaemontana crassa mini|Habitus der Schmetterlingsgardenie (Tabernaemontana divaricata) mini|Offene Früchte von Tabernaemontana donnell-smithii mini|Frucht des Zierlichen Krötenbaums (Tabernaemontana elegans) mini|Blütenstand von Tabernaemontana flavicans mini|Laubblätter und Blüten von Tabernaemontana glabra mini|Ein Paar unreifer Früchte von Tabernaemontana hystrix mini|Tabernaemontana litoralis mini|Tabernaemontana pachysiphon mini|Tabernaemontana pandacaqui mini|Zweig mit Laubblättern und Früchten von Tabernaemontana pandacaqui mini|Tabernaemontana salzmannii mini|Tabernaemontana ventricosa Die Gattung Tabernaemontana wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, Seite 210–211 aufgestellt. Linné übernahm den Gattungsnamen von Charles Plumier (1646–1704). Der Gattungsname Tabernaemontana ehrt den Gelehrten und Kräuterkundler Jacobus Tabernaemontanus (Jacob Ditter, 1522–1590), der sich den latinisierten Namen seiner Geburtsstadt Bergzabern (Tabernaemontanus) zulegte. Synonyme für Tabernaemontana ex sind: Anacampta , Anartia , Bonafousia , Bonafousia guyanensis , Camerunia , Capuronetta , Clerkia , Codonemma , Conopharyngia , Capuronetta , Domkeocarpa , Ervatamia , Gabunia , Hazunta , Leptopharyngia , Merizadenia , Muntafara , Ochronerium , Odontostigma , Oistanthera , Pagiantha , Pandaca , Pandacastrum , Peschiera , Phrissocarpus , Protogabunia , Pterotaberna , Pterotaberna , Quadricasaea , Reichardia , Rejoua , Sarcopharyngia , Stemmadenia , Stenosolen , Taberna , Testudipes , Woytkowskia , Tabernaemontana sect. Ervatamia , Conopharyngia sect. Sarcopharyngia .

Die Gattung Tabernaemontana ist in den Tropen und Subtropen der ganzen Welt weit verbreitet (Afrika, Asien, Nord- und Südamerika, Ozeanien). Es handelt sich in der Regel um Bewohner der Regenwälder.

Es gibt 100 bis 120 Tabernaemontana-Arten: Tabernaemontana abbreviata (Syn.: Stemmadenia abbreviata ): Diese Neukombination erfolgte 2010. Die Art kommt nur in Costa Rica vor. Tabernaemontana africana (Syn.: Tabernaemontana grandiflora nom. illeg., Tabernaemontana longiflora , Tabernaemontana chippii ): Sie ist im tropischen Westafrika verbreitet. Tabernaemontana alba (Syn.: Tabernaemontana amblyblasta , Tabernaemontana amblyocarpa , Tabernaemontana berteroi var. parviflora , Tabernaemontana chrysocarpa , Tabernaemontana cymosa nom. illeg., Tabernaemontana martensii , Tabernaemontana paisavelensis , Tabernaemontana tuxtlensis , Tabernaemontana umbellata , Tabernaemontana veracrucensis ): Sie ist von Mexiko über Zentralamerika bis Kolumbien und vom südlichen Florida bis Kuba verbreitet. Tabernaemontana alfaroi : Sie kommt in Costa Rica sowie Panama vor. Tabernaemontana allenii (Syn.: Stemmadenia allenii ): Diese Neukombination erfolgte 2010. Sie kommt nur in Panama vor. Tabernaemontana alternifolia (Syn.: Tabernaemontana crispa , Tabernaemontana heyneana , Tabernaemontana intercedens , Tabernaemontana oblonga ): Sie kommt im westlichen sowie südlichen Indien vor. Tabernaemontana amplifolia : Sie kommt in Kolumbien sowie Ecuador vor. Tabernaemontana amygdalifolia (Syn.: Tabernaemontana acapulcensis , Tabernaemontana deamii , Tabernaemontana dichotoma nom. illeg., Tabernaemontana jasminoides Tabernaemontana nereifolia , Tabernaemontana occidentalis , Tabernaemontana amygdalifolia var. glaucophylla , Tabernaemontana amygdalifolia var. obtusiloba ): Sie ist von Mexiko über Zentralamerika und auf karibischen Inseln bis zum tropischen Südamerika weitverbreitet. Tabernaemontana angulata : Sie kommt vom nördlichen bis nordöstlichen Brasilien vor. Tabernaemontana antheonycta : Sie kommt in Borneo vor. Tabernaemontana apoda : Sie kommt in Kuba vor. Tabernaemontana arborea (Syn.: Tabernaemontana schippii ): Sie ist von Mexiko über Zentralamerika bis Kolumbien verbreitet. Tabernaemontana attenuata : Sie ist im nördlichen Südamerika und auf der Insel Trinidad verbreitet. Tabernaemontana aurantiaca (Syn.: Tabernaemontana anguinea , Tabernaemontana longipedunculata , Tabernaemontana novoguineensis , Tabernaemontana pentasticta ): Sie kommt von Maluku bis zu Inseln des westlichen Pazifik vor. Tabernaemontana bouquetii : Sie kommt in der Demokratischen Republik Kongo und in Gabun vor. Tabernaemontana bovina (Syn.: Tabernaemontana balansae , Tabernaemontana bonii , Tabernaemontana dakgleiensis , Tabernaemontana daktoensis , Tabernaemontana hoabinhensis , Tabernaemontana longocuspidata , Tabernaemontana nemoralis , Tabernaemontana officinalis , Tabernaemontana pallida , Tabernaemontana tonkinensis nom. illeg.): Sie kommt in Thailand, Vietnam und in den chinesischen Provinzen Yunnan, Hainan sowie westliches Guangxi vor. Tabernaemontana brachyantha : Sie ist von Nigeria bis zum westlichen-zentralen tropischen Afrika verbreitet. Tabernaemontana brasiliensis (Syn.: Stemmadenia brasiliensis ): Diese Neukombination erfolgte 2010. Sie kommt im brasilianischen Bundesstaat Pará vor. Tabernaemontana bufalina (Syn.: Tabernaemontana annamensis , Tabernaemontana celastroides , Tabernaemontana ceratocarpa , Tabernaemontana chengkiangensis , Tabernaemontana hainanensis , Tabernaemontana jasminiflora nom. illeg., Tabernaemontana luensis , Tabernaemontana microphylla , Tabernaemontana pallida nom. illeg., Tabernaemontana subcapitata ): Sie kommt in Kambodscha, Myanmar, Thailand, Vietnam und in den chinesischen Provinzen südliches Yunnan, Hainan, Guangxi sowie westliches Guangdong vor. Tabernaemontana calcarea (Syn.: Tabernaemontana minutiflora ): Sie kommt in Madagaskar vor. Tabernaemontana capuronii : Dieser Endemit kommt in Madagaskar nur im Analalava Forest vor. Tabernaemontana catharinensis (Syn.: Tabernaemontana acuminata , Tabernaemontana affinis , Tabernaemontana albiflora , Tabernaemontana australis , Tabernaemontana hilariana , Tabernaemontana hybrida , Tabernaemontana salicifolia nom. illeg.): Sie ist von Bolivien über Paraguay und Uruguay bis Brasilien und Argentinien verbreitet. Tabernaemontana cerea : Sie kommt in Guayana, Suriname und Venezuela vor. Tabernaemontana cerifera : Sie kommt auf Neukaledonien vor. Tabernaemontana chocoensis : Sie kommt in Kolumbien vor. Tabernaemontana ciliata (Syn: Tabernaemontana anisophylla , Tabernaemontana callosa , Tabernaemontana cuneata , Tabernaemontana longituba , Tabernaemontana ochrascens ): Sie kommt nur vom nördlichen bis nordöstlichen Madagaskar vor. Tabernaemontana citrifolia (Syn.: Tabernaemontana citrifolia var. lanceolata , Tabernaemontana lanceolata , Tabernaemontana plumieri ): Sie kommt auf karibischen Inseln vor. Tabernaemontana coffeoides (Syn.: Tabernaemontana coffeifolia orth. var., Tabernaemontana membranacea , Tabernaemontana modesta ): Sie kommt auf Madagaskar, den Komoren und den Seychellen vor. Tabernaemontana columbiensis : Sie ist von Costa Rica und Panama über Kolumbien und Ecuador bis Peru verbreitet. Tabernaemontana contorta : Sie kommt in Kamerun vor. Tabernaemontana cordata : Sie kommt nur auf Mindanao vor. Tabernaemontana coriacea (Syn.: Tabernaemontana acutissima , Tabernaemontana brachyantha nom. illeg., Tabernaemontana congesta , Tabernaemontana luciliae , Tabernaemontana prancei , Tabernaemontana riedelii , Tabernaemontana rubrostriolata , Tabernaemontana submollis , Tabernaemontana ulei nom. nud.): Sie kommt vom westlichen Brasilien bis Peru vor. Tabernaemontana corymbosa (Syn.: Tabernaemontana baviensis , Tabernaemontana carinata , Tabernaemontana chinensis , Tabernaemontana continentalis , Tabernaemontana cymulosa , Tabernaemontana hirta , Tabernaemontana inaequalifolia , Tabernaemontana kwangsiensis , Tabernaemontana kweichowensis , Tabernaemontana laotica , Tabernaemontana peninsularis , Tabernaemontana pubituba , Tabernaemontana sumatrana , Tabernaemontana sumatrana nom. illeg., Tabernaemontana tsiangiana , Tabernaemontana yunnanensis ): Sie ist vom südlichen China über Indochina bis zum westlichen Malesien verbreitet. Tabernaemontana crassa (Syn.: Tabernaemontana durissima , Tabernaemontana jollyana , Tabernaemontana smithii , Tabernaemontana thonneri ): Sie ist vom tropischen Westafrika bis Angola verbreitet. Tabernaemontana crassifolia : Sie kommt nur im nordöstlichen Madagaskar vor. Tabernaemontana cumata : Sie kommt im brasilianischen Bundesstaat Amazonas vor. Tabernaemontana cuspidata : Sie ist vom westlichen Südamerika bis zum westlichen Brasilien verbreitet.