mini|hochkant|Früheres Logo der A-League (bis 2017) Die A-League Men (bis 2021 nur A-League, offizieller Sponsoringname Isuzu UTE A-League Men) ist die 2004 gegründete und seit der Saison 2005/06 stattfindende höchste Spielklasse im australischen Fußball. In der Liga vertreten sind elf Clubs aus australischen Großstädten und zwei neuseeländischen Großstädten. Nach dem derzeitigen Sponsor wird sie auch als Isuzu UTE A-League Men bezeichnet.

Geschichte Ablösung der NSL und Gründung der A-League Schon vor der Gründung der A-League bestand eine Profiliga; die National Soccer League wurde bereits 1977 als erste australische Profiliga gegründet, davor bestanden nur regionale Amateurligen. Dort gerieten jedoch zu Beginn des 21. Jahrhunderts einige Vereine in finanzielle Schwierigkeiten, welche diese durch profitable Spielerverkäufe gen Europa zu lösen versuchten. Die schlechte Organisation der Liga erwies sich als Todeskriterium der NSL, so wurde ein TV-Vertrag geschlossen, durch welchen sie fast vollkommen von den australischen Bildschirmen verschwand. Im Oktober 2003 begannen die Planungen für ein Nachfolgeformat, ironischerweise geleitet von Frank Lowy, der auch schon ein NSL-Pionier war. Gegenüber der NSL wurde die Zahl der Erstligisten von zuletzt 13 auf 8 Mannschaften reduziert, der Start der Liga wurde auf August 2005 festgesetzt. Bis Juli 2004 gingen 12 konkrete Bewerbungen für diese Plätze ein, darunter drei aus Melbourne, obwohl pro Stadt nur ein Ligaplatz vergeben wurde. Im November desselben Jahres wurden die acht erfolgreichen Bewerber bekannt gegeben, darunter auch fünf Vereine aus der NSL. Die Vereine kamen aus folgenden Städten: Sydney, Perth, Brisbane, Melbourne, Adelaide, Newcastle, Gosford und Auckland (Neuseeland). Die acht Gründungsklubs erhielten 5-jährige Exklusivverträge für ihre Städte, jedoch wurde das neuseeländische Team 2007 ersetzt. Gleichzeitig mit der Lizenzvergabe an die Teilnehmer wurden auch der Sponsoringvertrag mit Hyundai und TV-Verträge mit Foxsports geschlossen.

Entwicklung der Liga Um die Liga bekannt zu machen, wurde nach der Gründung ein 3.000.000 AU$ schweres Marketingpaket verabschiedet, der Werbespruch lautete „Football, but not as you know it“ („Fußball, aber nicht wie du ihn kennst“, in Australien wird mit Football hauptsächlich Australian Football bezeichnet, die geläufige Bezeichnung für Fußball lautet Soccer). Die Kampagne konzentrierte sich hauptsächlich auf entsprechende Sportspartenkanäle.

Vor allem aber attraktive Spieler etablierten das neue Format schnell. So kehrten einige Legionäre, wie Archie Thompson oder Steve Corica, zurück und einige international renommierte Spieler wurden verpflichtet, allen voran Dwight Yorke. Die Zuschauerzahlen von über 1 Mio. in der Premierensaison übertrafen die Erwartungen gar. Durch das gute Auftreten der Nationalmannschaft bei der WM 2006 begann ein Boom in Australien, wo Fußball zuvor Randsportart war und im Vergleich mit Australian Football und Rugby auch blieb.spiegel.de: Randsportart am Rand der Welt. 25. März 2015. Der erfolgreiche Auftakt der Liga und der Wunsch zu ihrer Konsolidierung verlieh den Befürwortern einer Expansion Rückenwind.

Doch eine angedachte Aufstockung auf zehn Teams gestaltete sich schwierig und wurde erst zur Saison 2009/10 mit den Teams North Queensland Fury (Townsville) und Gold Coast United (Gold Coast) vollzogen, die den rückläufigen Zuschauerzahlen mit Stars wie Jason Culina und Robbie Fowler neuen Schwung verleihen sollen. Die Saison verlängerte sich durch den Beitritt der beiden Klubs von 21 auf 27 Spieltage. Zur Saison 2010/11 wurde mit Melbourne Heart eine weitere Mannschaft aufgenommen.

Nachdem bereits vor der Saison 2011/12 North Queensland nach nur zwei Spielzeiten den Spielbetrieb wieder einstellte, führte kurz vor Ende der Saison eine vornehmlich auf persönlicher Ebene zwischen dem Verbandspräsidenten und Einkaufszentrummilliardär Frank Lowy und dem Vereinseigner und Bergbaumilliardär Clive Palmer ausgetragene Auseinandersetzung zum Entzug der Lizenz der Gold-Coast-Mannschaft. Nach Abschluss der Ligaphase der Meisterschaft kündigten die im Eigentum des Halbmilliardärs Nathan Tinkler stehenden Newcastle Jets, 2008 noch Meister, an, in der nächsten Saison nicht mehr an der Meisterschaft teilnehmen zu wollen.

Dies alles trübte die Freude, dass nach drei Jahren des Niederganges der Zuschauerschnitt wieder leicht anstieg, wenngleich er noch immer knapp 30 % unter dem Rekord von 2008 lag. Ein weiterer Negativeffekt ist durch das im Wesentlichen ersatzlose Entschwinden der „Goldenen Generation“ von australischen Fußballern gegeben, die an den Fußballweltmeisterschaften in Deutschland 2006 und Südafrika 2010 teilnahm. Spieler wie Harry Kewell, Mark Viduka und auch Torwart Mark Schwarzer verschafften durch ihr internationales Prestige auch dem nationalen Fußball ein breiteres Interesse. Der Misserfolg bei der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 – nach einer Niederlage gegen die niedrig eingeschätzten Vereinigten Arabischen Emirate – war wenig hilfreich.

Zur Saison 2012/13 wurde Gold Coast United durch die Western Sydney Wanderers ersetzt. Diese beendeten ihre erste Saison gleich auf Platz 1 und verhalfen der A-League zu internationalem Renommee, als sie ein Jahr später die asiatische Champions League gewannen. Dabei fand das Finalhinspiel im lediglich 21.000 Zuschauern fassenden Parramatta Stadium in Sydney statt.Western Sydney Wanderers best moments at Pirtek Stadium. in The Daily Telegraph, 31. März 2016 Als eines von vielen Anzeichen für die Etablierung der Sportart Soccer in Australien kann gelten, dass dieses Stadion bis 2019 auf über 30.000 Plätze erweitert wird.New 30,000-seat Parramatta stadium among premier's $1.6b promises. in The Sydney Morning Herald, 4. September 2015.

Zur Saison 2021/22 wurde die Liga in Isuzu UTE A-League Men umbenannt.

Modus Regular Season Die „Regular Season“ findet im australischen Frühjahr und Sommer statt, von August bis Februar. Es werden 27 Spieltage ausgetragen, jedes Team trifft dreimal auf jedes andere, je nach Konstellation zweimal im Heimstadion und einmal auswärts, oder umgekehrt, was aber dadurch ausgeglichen wird, dass man in der nächsten Saison dieses Verhältnis wieder umkehrt – in zwei Saisons hat man also drei Heimspiele und drei Auswärtsspiele gegen den jeweiligen Gegner. Wie in Europa gilt die Drei-Punkte-Regel. Die Tabellenführung am Ende der Saison wird „A-League-Premiership“ genannt und der entsprechende Verein darf im nächsten Jahr an der AFC Champions League teilnehmen.

Play-offs Die sechs bestplatzierten Mannschaften erreichen die Play-offs, „Final Series“ genannt. Diese werden in einem für Fußball ungewöhnlichen und in Europa wenig bekannten System, dem Page-Playoff-System, ausgetragen, das stark an die Post Season der US-amerikanischen NFL erinnert. In den Elimination Finals spielen zunächst der Drittplatzierte gegen den Sechstplatzierten und der Viertplatzierte gegen den Fünftplatzierten, wobei der Dritt- und der Viertplatzierte jeweils Heimrecht genießen. Die Sieger dieser Spiele qualifizieren sich für die Halbfinals. In diesen tritt der Meister gegen den in der Abschlusstabelle der regulären Saison schlechter platzierten Sieger der Elimination Finals an und der Vizemeister spielt gegen den, in der Abschlusstabelle der regulären Saison, besser platzierten Sieger der Elimination Finals. Der Meister und der Vizemeister haben in den Halbfinals jeweils Heimrecht. Die Sieger der Halbfinals spielen im Grand Final. Hier hat wieder der besserplatzierte Halbfinalist das Heimrecht. Der Sieger des Finals ist A-League-Meister und erhält den zweiten verfügbaren Champions-League-Platz. Für den Fall, dass der Premiershipsieger im Finale steht, wird automatisch der andere Verein im Finale zum zweiten Champions-League-Teilnehmer.

Teilnehmer der A-League

Derzeit spielen zwölf Mannschaften in der A-League Men, zuvor waren elf (2010/11, 2019/20), zehn (2009/10, 2011/12–2018/19) bzw. acht (2005/06–2008/09) Mannschaften vertreten. Zuletzt wurde die A-League 2019 bzw. 2020 um zwei Teams erweitert. Im März 2023 wurde beschlossen, zur Saison 2024/25 zwei weitere Teams aufzunehmen und die Liga auf 14 Teams zu erweitern. Die Standorte hierfür sind Auckland und Canberra. Im Frühjahr 2024 wurde der Auckland FC als 13. Teilnehmer vorgestellt. Das Team aus Canberra wird entgegen der Pläne erst im Jahr 2025 dabei sein, da die Übernahme der Franchise noch nicht geklärt war. Im Gegensatz zu europäischen Profiligen gibt es weder ein Aufstiegs-Abstiegssystem noch einen nationalen Pokalwettbewerb. Auch eine zweite Profiliga ist nicht existent, jedoch hat der australische Fußballverband Football Australia dahin gehende Pläne, die erst in den nächsten Jahren verwirklicht werden sollen.

Team Stadt Jahre in der Liga Heimstadion Adelaide United Adelaide, SA seit 2005 Coopers Stadium (17.000)Auckland FCAuckland, NZseit 2024Mount Smart Stadium (25.000) Brisbane Roar(bis 2009 Queensland Roar) Brisbane, QLD seit 2005 Suncorp Stadium (52.500) Central Coast Mariners Gosford, NSW seit 2005 Industree Group Stadium (20.119) Macarthur FC Sydney, NSW seit 2020 Campbelltown Stadium (20.000) Melbourne City FC(bis 2014 Melbourne Heart) Melbourne, VIC seit 2010 AAMI Park (31.500) Melbourne Victory Melbourne, VIC seit 2005 AAMI Park (31.500) Newcastle United Jets Newcastle, NSW seit 2005 McDonald Jones Stadium (33.000) Perth Glory Perth, WA seit 2005 HBF Park (17.288) Sydney FC Sydney, NSW seit 2005 Allianz Stadium (42.500) Wellington Phoenix Wellington, NZ seit 2007 Sky Stadium (34.500) Western Sydney Wanderers Sydney, NSW seit 2012 CommBank Stadium (30.000) Western United Melbourne, VIC seit 2019 Wyndham Regional Football Facility (5.000) Frühere Vereine: Gold Coast United Gold Coast, QLD 2009–2012 Skilled Park (27.794) New Zealand Knights Auckland, NZ 2005–2007 North Harbour Stadium (25.000) North Queensland Fury Townsville, QLD 2009–2011 Dairy Farmers Stadium (27.000)

Zuschauerzahlen Die durchschnittliche Zuschaueranzahl ohne Spiele der Finals oder des Pre-Season-Cups ist in etwa mit dem Besucheraufkommen der schottischen Premier League zu vergleichen.

SaisonDurchschnittszuschauerzahlen in der regulären Saison (ohne Finalspiele)AUBRCCGCMCMVNUNZNQPGSFWPWSges.2005/0610.94814.7857.899––16.1679.0223.909–9.73416.669––10.9562006/0712.16516.4659.828––27.72812.5733.011–7.58915.555––12.9112007/0812.69716.95112.738––26.06413.209––7.59616.96311.683–14.6102008/0911.71312.99510.465––24.5169.729––7.94212.3757.193–12.1802009/1010.7658.6657.3885.297–20.7506.358–6.7239.20513.6778.966–9.7932010/1111.5529.2918.1683.4198.31218.4588.429–4.2458.4888.0147.829–8.4292011/128.82913.3879.5053.4389.08220.71412.117––8.97211.8618.691–10.4972012/139.79313.8579.994–8.86021.88513.389––8.87618.7376.87712.46612.3472013/1411.22514.9579.398–9.93321.80811.949––9.41818.6828.20114.86013.0412014/1512.63711.6607.585–10.374 25.3888.968––9.54217.3788.583 12.520 12.5112015/1611.28712.8508.111–11.047 23.1129.586––8.98616.0718.04214.29712.3092016/179.56514.1527.412–10.52821.8888.645––10.53318.0996.22417.74612.6502017/189.8309.0937.194–9.86817.63111.016––9.18614.5935.69411.92410.6712018/199.0139.6325.562–8.13520.6049.079––10.36013.5668.5339.19110.411Fett sind die höchsten A-League-Zuschauerzahlen des Vereins dargestellt, kursiv die niedrigsten.

Ewige Tabelle

Seit Einführung der A-League im Jahr 2005 traten 15 Mannschaften in dieser Spielklasse an. Angeführt wird die ewige Tabelle zum Ende der Saison 2020/21 vom Sydney FC.

Titelträger