mini|Dreux, Kirche Saint-Pierre
mini|Chapelle royale de Dreux
Dreux ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Eure-et-Loir.
Lage Dreux liegt etwa 90 Kilometer westlich von Paris, im Tal des Flusses Blaise, kurz vor dessen Mündung in die Eure.
Geschichte Die Stadt war Hauptstadt eines kleinen gallischen Stammes, der sogenannten „Durocasses“. In der Römerzeit kreuzten hier wichtige Verkehrsstraßen. Im Mittelalter war die Stadt Sitz einer Grafschaft.
Schlacht von Dreux: Während des Ersten Hugenottenkriegs wurden am 19. Dezember 1562 die protestantischen Truppen unter Ludwig I. Prinz von Condé und Admiral Gaspard von Coligny in der Schlacht von Dreux von der katholischen Armee unter François de Lorraine besiegt.
Dreux ist der Geburtsort von François-André Danican Philidor (1726–1795), eines Komponisten, der heute vor allem als der stärkste Schachspieler des 18. Jahrhunderts bekannt ist. Das Schloss von Dreux ist bis heute Wohnsitz des jeweiligen Chefs des Hauses Orléans, gegenwärtig von Jean d’Orléans, Graf von Paris. Verschiedene Mitglieder der französischen Königsfamilie sind in der Chapelle Royale Saint Louis bestattet, die 1816 im Auftrag der Witwe des Herzogs von Orléans, Philippe Égalité, errichtet wurde, darunter auch dessen Sohn König Louis-Philippe I. und Königin Maria Amalia.
Im Deutsch-Französischen Krieg wurde Dreux am 19. November 1870 von preußischen Truppen eingenommen.
Internationale Beachtung erfuhr der Ort 1983, als der damals noch unbedeutende Front National hier seinen ersten großen Wahlerfolge erzielen konnte und die Mehrheit im Stadtrat erhielt; als Ursachen wurden die hohe Arbeitslosigkeit in der Industriestadt und die Überfremdungsängste wegen des Zuzugs von algerisch-muslimischen Einwanderern (vor allem Harkis aus dem Algerienkrieg) genannt. Während der 1990er Jahre konnte, im Gegensatz zum Trend im Rest des Landes, der Einfluss der Rechtsextremen jedoch zurückgedrängt werden, so dass die Partei heute mit nur 2 von 39 Ratsmitgliedern im Stadtrat vertreten ist, abgerufen am 11. Juni 2016.; außerdem unternahm die Stadt umfangreiche Bemühungen, ihren schlechten Ruf zu verändern. Zur Europawahl 2014 wurde die FN mit 24,71 % stärkste Partei in Dreux; ebenso gewann sie die erste Runde der Regionalwahl 2015 in der Stadt mit 26,86 %, musste sich in der zweiten Runde aber dem Kandidaten eines Bündnisses verschiedener linker Parteien geschlagen geben.Wahlergebnis auf der Seite des französischen Innenministeriums, abgerufen am 11. Juni 2016.
Verkehr und Bevölkerungsentwicklung Der Bahnhof wurde 1864 in Betrieb genommen. Die Züge verbanden zunächst Dreux mit Paris, seit 1870 verbinden sie Dreux auch mit Granville. Kurz hinter Dreux endet die Elektrifizierung. Elektro-Lokomotiven der Baureihe 27300 ziehen die RER-Wendezüge zwischen Paris-Montparnasse und Dreux, während die weiterführenden TER-Züge nach Granville und Argentan von Zweikraft-Triebzügen der Baureihe 84500 gefahren werden. Diese fahren bis Dreux elektrisch mit Stromabnehmern und ab Dreux mit ihren Dieselmotoren. An Werktagen gibt es von Paris bis Granville 7 Verbindungen, ein Taktfahrplan besteht bis heute (6.2026) nicht. Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2018Einwohner 21.588 29.408 33.101 33.379 35.230 31.849 32.723 30.664 Quellen: Cassini und INSEE
Sehenswürdigkeiten Chapelle royale de Dreux oder Chapelle royale Saint-Louis Ruinen der alten Festung auf dem Schlossberg Kirche Saint-Pierre Rathaus
Partnerstädte Dreux ist durch Städtepartnerschaften verbunden mit Todi in Umbrien (Italien), seit 1960 Melsungen in Hessen (Deutschland), seit 1966 Koudougou in Burkina Faso, seit 1972 Evesham in der Grafschaft Worcestershire (Vereinigtes Königreich), seit 1977 Bautzen in Sachsen (Deutschland), seit 1992Mit Bautzen bestand bereits seit 1965 ein Freundschaftsvertrag, der zuerst zwischen den beiden Frauenorganisationen im Rathaus von Bautzen im Beisein des damaligen Bürgermeisters Urban unterzeichnet wurde
Persönlichkeiten Antoine Godeau (1605–1672), Dichter und Schriftsteller Jean Rotrou (1609–1650), Dramaturg und Dichter François de Gravelle (um 1645–1708), Autor und Philosoph François-André Danican Philidor (1726–1795), Komponist und berühmter Schachspieler Jean-Louis-Auguste Loiseleur-Deslongchamps (1774–1849), Arzt und Botaniker Louis Benoît Guersant (1777–1848), Arzt und Naturforscher (Botaniker) Louis Charles Delescluze (1809–1871), Journalist Louis Terrier (1854–1895), Politiker und Bürgermeister der Stadt (geboren in Annecy) Jean-Ernest Ménard (1910–1973), Bischof von Rodez Françoise Gaspard (* 1945´), Soziologin Dominique Cravic (* 1946), Gitarrist Jean-Charles Taugourdeau (* 1953), Politiker Catherine Corsini (* 1956), Filmregisseurin Paul Deem (1957–2025), US-amerikanischer Radrennfahrer Laurent Percerou (* 1961), römisch-katholischer Bischof von Nantes Laurent Dehors (* 1964), Jazzmusiker Amélie Perrin (* 1980), Hammerwerferin Kalifa Cissé (* 1984), malischer Fußballspieler Yannick Lesourd (* 1988), Sprinter Wilfred Moke (* 1988), Fußballspieler Adrien Trebel (* 1991), Fußballspieler Léa Le Garrec (* 1993), Fußballspielerin Gauthier Mvumbi Thierry (* 1994), Handballspieler Melissandre Pain (* 1995), Bahnradsportlerin Clément Petit (* 2001), Bahnradfahrer Éva Allice (* 2002), marokkanische Fußballspielerin
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