mini|Darstellung im Buxheimer Chorgestühl von Ignaz Waibel Wilhelm von Malavalle, it. Guglielmo di Malavalle, frz. Guillaume de Malavalle (auch Maleval), auch Wilhelm der Große (* möglicherweise um 1100; † 1157 in der Einsiedelei Malavalle bei Castiglione della Pescaia, Provinz Grosseto, Toskana, Italien) war ein Eremit und Asket. Seine Schüler Albert und Renald gründeten nach seinem Tod die Eremitenkongregation der Wilhelmiten mit dem Mutterkloster Maleval.

Leben Zur Biographie von Wilhelm von Malavalle ist wenig Verlässliches überliefert. Er soll sich nach einem ausschweifenden Leben bekehrt und Wallfahrten nach Jerusalem und nach Santiago de Compostela unternommen haben.Albrecht Vogel: Wilhelmiten. In: Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, Bd. 15, S. 150–151. Auf den Rat des Papstes Eugen III. zog er sich als Einsiedler in eine Einöde in der Toscana „in stabulo Rhodis“ (im Stalle von Rhodi) zurück, „quod hodie dicitur Malauallis“ (die heute Malavalle genannt wird).Martyrologium Romanum, Eintrag zum 10. Februar, Ausgabe von Cesare Baronio, Venedig 1597, S. 79, sub g). Der Ruf seiner Frömmigkeit verbreitete sich; viele Pilger suchten ihn in jenem abgelegenen Tal als Ratgeber auf.

Heiligsprechung und Verehrung Wilhelm von Malavalle wurde im Jahr 1202 von Papst Innozenz III. als Heiliger anerkannt. Sein Fest ist der 10. Februar.

Guglielmo di Malavalle ist der Schutzpatron der italienischen Gemeinde Fascia in der Provinz Genua.

Darstellung in der Kunstgeschichte Die Gestalt des in der christlichen Kunst oft dargestellten Heiligen verschmolz auf Glasfenstern ab dem 13. Jahrhundert teilweise mit dem karolingischen Wilhelm von Aquitanien.Maria Corsi: Guglielmo da Malavalle. Culto e iconografia nel Quattrocento toscano. In: Iconographica. Rivista di iconografia medievale e moderna, Jg. 3 (2004), S. 100–109.

Eine künstlerisch herausragende Darstellung Wilhelms befindet sich bei Witzenhausen in Hessen, wo sich ein Filialkloster (Wilhelmitenkloster Witzenhausen) befand.

Literatur Kaspar Elm: Wilhelm von Malavalle und die toskanische Eremitenbewegung des 12. und 13. Jahrhunderts. In: Ders.: Beiträge zur Geschichte des Wilhelmitenordens. Böhlau, Köln 1962, S. 11–33.

Art. Wilhelmiter. In: Ernst Götzinger: Reallexicon der Deutschen Altertümer. Urban, Leipzig, 2. Aufl. 1885, S. 1084. Art. Guilielmus Magnus. In: Johann Evangelist Stadler: Vollständiges Heiligen-Lexikon. Bd. 2, B. Schmid’sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg 1861, S. 552–553.

Fußnoten

Weblinks

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