mini|hochkant|Émilie Dequenne (2012) Émilie Dequenne (* 29. August 1981 in Belœil, Provinz Hennegau; † 16. März 2025 in Villejuif, Frankreich) war eine belgische Schauspielerin.
Leben und Karriere Émilie Dequenne gab ihr Schauspieldebüt 1999 im Film Rosetta. Die von Dequenne verkörperte 18-jährige Rosetta lebt mit ihrer alkoholkranken Mutter in einer belgischen Wohnwagensiedlung; der Film zeigt in einem realistischen, körperlich intensiven Spiel prekäre Arbeitsbedingungen und jugendliche Armutsgefährdung. Die Produktion der Brüder Dardenne gewann 1999 die Goldene Palme von Cannes. Nach dem Erscheinen wurde in Belgien der „Rosetta-Plan“ verabschiedet, der Unternehmen zur Beschäftigung junger Menschen verpflichten und ihren Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern sollte. Danach spielte sie 2001 in Pakt der Wölfe die Rolle der Marianne de Morangias. Seitdem war sie in diversen Hauptrollen in französischen Filmproduktionen zu sehen; ihr Schaffen umfasst mehr als 60 Produktionen.
Beim 49. Internationalen Filmfestival Thessaloniki im Jahr 2008 war sie Mitglied der Jury. Für den Film Chez nous (2017) schlüpfte sie in die Rolle einer Krankenschwester, die bei den Bürgermeisterwahlen für eine rechtspopulistische Partei kandidieren soll. Für ihre Nebenrolle der Louise in Emmanuel Mourets Beziehungsdrama Leichter gesagt als getan (2020) wurde sie 2021 mit dem französischen Filmpreis César als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
2002 brachte Dequenne ihre Tochter Milla zur Welt. Ab dem 11. Oktober 2014 war sie mit dem französischen Schauspieler Michel Ferracci verheiratet. Sie starb im März 2025 an den Folgen einer Krebserkrankung der Nebennierenrinde.Belgische Schauspielerin Émilie Dequenne gestorben In: tageblatt.lu
In einem Nachruf für den Filmdienst bezeichnete Marius Nobach Dequenne als „eine [...] der vielseitigsten Darstellerinnen ihrer Generation“. Im Mai 2025 wurde bei der Eröffnung des 78. Filmfestivals von Cannes an sie erinnert.
Filmografie (Auswahl)
Auszeichnungen Internationale Filmfestspiele von Cannes 1999: Beste Darstellerin für Rosetta Chicago Film Critics Association Award 2000 Internationale Filmfestspiele von Cannes 2012: Beste Darstellerin in der Sektion Un Certain Regard (À perdre la raison) 2013: Magritte: Beste Hauptdarstellerin (À perdre la raison) 2015: Magritte: Beste Hauptdarstellerin (Pas son genre) 2018: Magritte: Beste Hauptdarstellerin (Chez nous) 2021: César: Beste Nebendarstellerin (Les choses qu’on dit, les choses qu’on fait)
Weblinks
Émilie Dequenne bei der Agentur CinéArt (französisch)
Einzelnachweise
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