Peter Reichel (* 30. November 1951 in Gießen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler, der als Abwehrspieler von Eintracht Frankfurt von 1970 bis 1978 in der Fußball-Bundesliga 225 Spiele absolviert und dabei neun Tore erzielt hat. Er gewann mit Frankfurt 1974 und 1975 den DFB-Pokal und wurde zwei Mal in der deutschen Fußballnationalmannschaft eingesetzt.

Sportliche Laufbahn Vereinskarriere In der Jugend vom VfB Gießen begann der Schüler Peter Reichel 1961 mit dem Fußballspiel. Spätestens nach seinen Berufungen in die Juniorennationalelf des DFB wurde das Talent aus Hessen auch für die bundesdeutschen Proficlubs interessant. Der rechte Außenverteidiger Peter Reichel erhielt im Sommer 1970 einen Profivertrag in Frankfurt bei der Eintracht. Er gab gleich am ersten Spieltag der neuen Saison, am 15. August 1970 beim Heimspiel gegen den Hamburger SV, in der Mannschaft von Trainer Erich Ribbeck und an der Seite von Torhüter Peter Kunter und den Abwehrkollegen Karl-Heinz Wirth, Friedel Lutz und Lothar Schämer, sein Debüt in der Fußball-Bundesliga und gehörte fortan zur Stammformation in der Frankfurter Hintermannschaft. In den Jahren 1974 und 1975 konnte er zweimal den DFB-Pokal gewinnen und spielte bis zu seiner Sportinvalidität 1979 bei der Eintracht. Die erfolgreichste Saison erlebte Reichel mit Trainer Dietrich Weise 1974/75, als er in der Bundesliga den dritten Rang belegen konnte und daneben noch die Pokalverteidigung glückte. Neben den Bundesligaeinsätzen brachte er es für die Eintracht auf 34 Spiele im DFB-Pokal und 17 internationale Spiele im Europapokal. Im Europapokal der Pokalsieger schied er 1975/76 nach einem 2:1-Heimerfolg im März 1976 durch eine 1:3-Auswärtsniederlage am 14. April im Halbfinale gegen West Ham United aus.

Nach dem Spiel am 12. August 1978, die Eintracht verlor mit 0:4 Toren beim FC Schalke 04, verabschiedete er sich nach neun Spielzeiten aus der Bundesliga. Er ließ sich reamateurisieren und spielte noch bis 1982 für die Eintracht-Amateure in der Oberliga Hessen.

Auswahleinsätze Im Herbst 1969 rückte das Gießener Abwehrtalent in den Kreis der deutschen Juniorennationalmannschaft auf. Er kam in den vier erfolgreich bestrittenen Qualifikationsspielen für das UEFA-Juniorenturnier 1970 gegen die Tschechoslowakei und Jugoslawien zum Einsatz und gehörte dem DFB-Kader für die inoffizielle Europameisterschaft dieser Altersklasse in Schottland an. In allen drei Gruppenspielen gegen Wales, Schweiz und die Niederlande bildete er zusammen mit Hartmut Huhse das deutsche Verteidigerpaar. Insgesamt bestritt das Talent aus Gießen für die westdeutsche U-18 zehn Länderspiele.

Bundestrainer Helmut Schön setzte ihn zweimal in der deutschen A-Nationalmannschaft ein. Am 20. Dezember 1975 wurde er in der 74. Minute beim Freundschaftsspiel gegen die Türkei für Bernard Dietz eingewechselt. Das Spiel wurde in Istanbul mit 5:0 gewonnen.

Seinen Abschied aus diesem Team nahm die Frankfurter Defensivkraft am 24. April 1976 im Viertelfinalhinspiel zur Fußball-Europameisterschaft 1976 in Madrid gegen Spanien. Hier wurde er in der 83. Spielminute wiederum für Bernard Dietz eingewechselt. Das Spiel endete 1:1 und Deutschland konnte sich im Rückspiel für die Endrunde in Jugoslawien qualifizieren, bei der Reichel nicht zum DFB-Kader gehörte.

In der B-Nationalelf brachte es Reichel 1976 und 1977 auf sieben Länderspiele. Mit der Auswahl reiste er im Juni 1977 nach Nord- und Mittelamerika beziehungsweise die Karibik, wo das Team gegen Vertretungen aus den USA, Honduras und Jamaika spielte.

Weiterer Werdegang Der Abiturient von 1970 führte neben seiner Lizenzspielertätigkeit mit Erfolg ein Lehramtsstudium durch und unterrichtete Mathematik und Sport. Zunächst in Frankfurt-Sossenheim, dann in der Anne-Frank-Realschule am Dornbusch. Reichel ist wohnhaft in Bad Homburg.

Literatur

Ulrich Matheja: „Schlappekicker und Himmelsstürme“. Die Geschichte von Eintracht Frankfurt. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2004, ISBN 3-89533-427-8. Christian Karn, Reinhard Rehberg: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1963–1994. AGON Sportverlag, Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4, Seite 403. Fritz Tauber: Deutsche Fußballnationalspieler. Spielerstatistiken von A bis Z. AGON Sportverlag, Kassel 2012, ISBN 978-3-89784-397-4, Seite 102.

Weblinks

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Einzelnachweise

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