Dahlewitz ist ein 2461 Einwohner zählender Ortsteil der amtsfreien Gemeinde Blankenfelde-Mahlow im Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg).
Dahlewitz war bis zum 25. Oktober 2003 eine selbständige Gemeinde.
Lage Dahlewitz liegt ca. sechs Kilometer südlich der Stadtgrenze von Berlin und ca. vier Kilometer südwestlich des Flughafens Berlin Brandenburg. Der Ortsteil befindet sich südöstlich des Gemeindezentrums unmittelbar an der Landstraße 40, die eine Verbindung zur östlich verlaufenden Bundesstraße 96 herstellt. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund und steigt nach Süden hin im auf rund 50 Meter an. Dort liegt mit der Dahlewitzer Heide ein ausgedehntes Waldgebiet.
Geschichte und Etymologie 14. bis 17. Jahrhundert mini|Die mittelalterliche Dorfkirche in Dahlewitz Der Name Dahlewitz wird vom slawischen Dolovica oder Dolovec, Ansiedlung im Tal abgeleitet (Schlimpert, 1972). Am 24. Februar 1305 übereignete Markgraf Hermann und sein Vasall, der Ritter Busso Gruelhut, das Patronatsrecht über die Kirche in villa Dolwiz dem Benediktinerinnenkloster Spandau. 1318 verkaufte Markgraf Waldemar 8 Hufen in Dolewicz an Walter von Havelland, von dem sie dann in den Besitz der Berliner Marienkirche übergingen (s. u.). 1340 war Dahlewitz Tochterkirche von Groß Kienitz.
Nach dem Landbuch Karls IV. von 1375 hatte das Angerdorf Dolewitz (andere Schreibweisen waren Dolewytz und Dolewiz) 50 Hufen, davon 4 Pfarrhufen, von denen aber nur 2 Freihufen waren. Cuno Wederingen hatte 6 Freihufen und musste dafür dem Markgrafen Vasallendienste leisten. Der Schulze hatte ebenfalls 6 Freihufen, er hatte dafür aber das Lehnspferd für Cuno Wederingen zu halten. Herr Johannes Albi, Geistlicher in der Marienkirche in Berlin hatte für den Altar, dem er vorstand, 8 Freihufen „mit allen Rechten“ („habet … 8 mansos liberos cum omni iure, …“), aber nicht den Wagendiensten. Aber Nicolaus Sunde und Jacob Sunde durften den Zins der 8 Hufen des Johannes Albi kassieren. Einem Altar in der Nikolaikirche in Berlin gehörten 5 Freihufen. Jede zinspflichtige Hufe musste 8 Scheffel Roggen und 8 Scheffel Hafer an Pacht und 2 Schillinge an Zins geben sowie 5 Schillinge Bede (Steuer), die an die Burg Wusterhausen gingen. Dem Nicolaus Sunde, Bürger in Berlin, standen die Pacht und der Zins von 12 Hufen zu, von denen 6 Hufen ein Lehen der Schenken von Teupitz(?) („der Pincera“), und 6 Hufen ein Lehen derer von Luckenwalde waren. Jacob Sune von Teupitz hatte Pacht und Zins von 11 Hufen. Es gab 8 Kossätenhöfe, von denen aber nur einer besetzt war. Dieser gab der Bauernschaft 1 Schilling. Der Krug musste dem Schulzen an Abgaben 15 Schillinge und ein halbes Talent Pfeffer liefern. Der Markgraf hatte die hohe und niedere Gerichtsbarkeit, die Bede und die Wagendienste. Jede Hufe musste einen halben Scheffel Roggen, einen halben Scheffel Gerste und einen halben Scheffel Hafer an jährlicher Bede zur Burg Wusterhausen liefern. Die Mühle endlich musste 10 Schillinge an die markgräfliche Burg in Wusterhausen geben.
Anfang des 15. Jahrhunderts war das Dorf Dalewicz als Lehen an den Konrad von Schlieben gekommen, dann noch vor 1428 an die von Wilmersdorf. Sie wurden auch mit der wüsten Feldmark zweier Neyendorff belehnt, die vermutlich in der Feldmark Dahlewitz aufgingen. 1450 waren noch einige Abgaben im Besitz des Markgrafen, der sie in diesem Jahr seinem Küchenmeister Ullrich Zeuschel verpfändete. Von den 50 Hufen besaß der Pfarrer vier Hufen. In diesem Jahr erschien erstmals die Bezeichnung Dalewitz. 1450 und 1480 sind die von Willmersdorf Besitzer des Dorfes und eines inzwischen auf 10 Hufen angewachsenen Rittergutes. Das Patronat stand in den Jahren 1527/29 immer noch dem Kloster in Spandau zu. Nach der Reformation und der Auflösung des Klosters kam das Patronatsrecht im Jahr 1522 an die Familie von Otterstedt, die im 16. Jahrhundert auch das Dorf bis 1785 als Lehnsbesitz hatte. 1624 gab es 10 Hüfner, drei Kötter, einen Schäfer, einen Laufschmied sowie einen Hirten. Im Dreißigjährigen Krieg konnten die von Otterstedts durch den Ankauf bäuerlicher Hufen ihren Besitz vergrößern; das Rittergut war 1652 bereits auf 12 Hufen angewachsen und sollte bis 1801 auf 30 Hufen steigen. Dennoch wurde auch Dahlewitz von den Kriegshandlungen schwer in Mitleidenschaft gezogen und so lebten 1652 nur noch ein Bauer und drei Kötter im Ort. In die Herrschaft derer von Otterstedts fiel auch der Bau des Gutshauses. Der genaue Bauzeitraum ist nicht bekannt, jedoch befindet sich in der Dorfkirche ein Stein mit einer Inschrift, die das Gutshaus und das Jahr 1689 erwähnt. In diesem Jahr wurde demnach vermutlich der Baubeginn, die Fertigstellung oder eine andere wichtige Bauphase niedergeschrieben. Eine weitere urkundliche Erwähnung des Rittersitzes verweist auf das Jahr 1686. Dort sind auch eine Windmühle sowie ein Weinberg erwähnt. Um 1724 gehörte das Gut dem Hans George von Otterstedt, Landrat des Teltower Landkreises, verheiratet mit Maria Rosina, geb. von Hacke aus dem Hause Rangsdorf. S. 359 S. 727 Standesgemäß gingen die Söhne Joachim Ludwig und Johann Adam von Otterstedt auf die Ritterakademie in Dom Brandenburg an der Havel. Bauherrin des Gebäudes war Elisabeth von Graevenitz, die Ehefrau von Joachim von Otterstedt. Es ist auch denkbar, dass es sich dabei um einen Vorgängerbau gehandelt hat.
18. bis 19. Jahrhundert mini|Gutshof Dahlewitz 1771 gab es im Ort 12 Giebel (=Wohnhäuser), einen Schmied, einen Hirten, einen Schäfer, einen Jungen sowie einen Knecht. Sie bewirtschafteten 28 Hufen und mussten je 8 Groschen Abgaben leisten. 1773 erschien eine private Windmühle. Zum Ende des 18. Jahrhunderts kam Ernst Joachim von Otterstedt in finanzielle Nöte und musste das Gut 1785 für 33.000 Taler an Carl Magnus von Zülow auf Clemzig verkaufen. Unter seiner Leitung entstanden im Gut eine Brauerei, eine Stärkefabrik sowie eine Ziegelei. Von 1793 bis nach 1817 übernahm die Witwe Öhlgardt, geborene von Zülow zu Clemzig das Gut. 1801 gab es vier Ganzbauern, fünf Halbbauern, zwei Ganzkötter, sechs Einlieger, eine Schmiede, einen Krug sowie eine Windmühle. Der Förster verfügte über 150 Morgen Holz. Außerdem gab es 26 Feuerstellen (=Haushalte). 1835 entstand ein Gasthaus, der Lindenhof. 1838 erhielt der Ort den Anschluss an die Provinzial-Chaussee Berlin-Cottbus, die ehemalige Bundesstraße 96. 1840 entstand im Ort in der Dorfstraße 10 ein neues Schulgebäude. Um Torf transportieren zu können, ließ von Zülow die Notteniederung durch den nach ihm benannten Zülowgraben entwässern, der 1856/1857 zum Zülowkanal ausgebaut wurde. Carl Magnus konnte zwar den Wert des Gutes erheblich steigern, dennoch gingen seine Erben später Konkurs und es folgten wechselnde Besitzer. 1810 war das Gut sogar der Hauptgewinn einer Güterlotterie und ging in Folge in bürgerlichen Besitz über. Ab 1830 ist ein Jurist namens Samson, ab 1850 der Berliner Großkaufmann Alois Gilka als Eigentümer überliefert. Ihm folge 1856 der Amtmann Engelhardt. Zu dieser Zeit gab es im Dorf acht Hofeigentümer mit 16 Knechten und Mägden. Hinzu kamen sechs nebengewerbliche Landwirte mit zwei Knechten und Mägden. Weiter gab es vier Arbeiter, zwei Personen Gesinde und 14 Besitzungen. Acht von ihnen bewirtschafteten eine Fläche von 30 bis 300 Morgen (insgesamt 713 Morgen), eine war 16 Morgen groß sowie fünf weitere Besitzungen mit einer Fläche von unter 15 Morgen, die zusammen 13 Morgen groß war. Im Ort arbeiteten ein Fleischermeister, ein Schneidermeister, ein Stellmachermeister sowie ein Lehrling. Es gab einen Kaufmann, einen Krug sowie acht Arme. Im 2945 Morgen großen Rittergut arbeiteten 15 Knechte und Mägde sowie 49 Tagelöhner, vier Bediente. 1860 gab es 27 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Getreidemühle, sowie 15 Wohn- und zwei öffentliche Gebäude im Dorf. Sie bewirtschafteten 864 Morgen. Davon entfielen 425 Morgen auf Ackerfläche, es gab 208 Morgen Weide und Torf, 106 Morgen Wald, 76 Morgen Wiese sowie 22 Morgen Gehöfte. Hinzu kamen 24 Wirtschaftsgebäude einschließlich einer Brennerei sowie 10 Wohnhäuser im Rittergut. Es bestand aus 2954 Morgen, davon 1825 Morgen Acker, 850 Morgen Wald, 216 Morgen Wiese, 23 Morgen Weide sowie 31 Morgen Gartenland und neun Morgen Gehöfte. Kurz darauf wechselte erneut der Besitzer; aus der Zeit von 1865 bis 1870 ist ein Herr von Unruh bekannt, 1879 der Kabinettsrat Eduard Friedländer. Über weitere Besitzer gelangte Dahlewitz im Jahr 1896 von Eduard Friedländer für 650.000 Mark an den Berliner Architekten und Geheimen Baurat Wilhelm Böckmann. Er baute Dahlewitz zu einem Mustergut mit einer Gutsbahn aus. Diese besaß einen elektrischen Antrieb und transportierte landwirtschaftliche Erzeugnisse zur Bahnstrecke Berlin–Dresden. Außerdem ließ er 1897 einen großen Wasserturm mit einem Fassungsvermögen von rund 20.000 Litern errichten, mit dem die Nutzflächen und Parks versorgt wurden. Durch die enorme Größe wurde das Bauwerk zu einer Landmarke, die schließlich in das Wappen der Gemeinde aufgenommen wurde. Böckmann ließ weiterhin einen Speicher, eine Brennerei sowie eine Stellmacherei errichten. Im Zusammenspiel mit einem Schweizerhaus entstand ein Vierseithof; das Gutshaus wurde umgebaut.
20. Jahrhundert mini|Georg Ewald bei Übergabe des Meliorationsvorhabens „Großbeerener Graben“ 1969 1900 war das Dorf 231 Hektar, das Rittergut 775 Hektar groß; es gab 33 Häuser im Dorf sowie 10 Häuser im Rittergut. 1902 starb Böckmann und sein Sohn, Carl Böckmann, verkaufte in den 1920er Jahren rund 100 Hektar als Bauland. 1907/1908 entstand in der Bahnhofstraße ein neues Schulgebäude. 1921 gründete sich ein Sportverein, 1924 die Freiwillige Feuerwehr. Von 1921 bis 1933 lebte der Architekt Bruno Taut im Ort. Er ließ in der Wiesenstraße ein Wohnhaus errichten, das im 21. Jahrhundert unter Denkmalschutz steht. 1928 wurde auch in Dahlewitz das Gut aufgelöst und in das Dorf eingemeindet. Zusammen war die Gemarkung im Jahr 1931 insgesamt 1010 Hektar groß; es gab 97 Wohnhäuser. 1939 existierte ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb mit mehr als 100 Hektar. Vier Betriebe bewirtschafteten 20 bis 100 Hektar, drei weitere 10 bis 20 Hektar. Weiteren neun Betrieben standen 0,5 bis 5 Hektar zur Verfügung. 1940 erhielt Dahlewitz einen Anschluss an die S-Bahn nach Rangsdorf.