Die Midilli war ein Kreuzer der osmanischen Marine, der im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde. Ursprünglich wurde das Schiff als Kleiner Kreuzer Breslau für die deutsche Kaiserliche Marine gebaut. 1914 ging er in den Dienst der osmanischen Marine über und wurde in Midilli umbenannt. Der Kreuzer sank 1918 nach Minentreffern vor Imbros.
Geschichte Der Stapellauf der Breslau erfolgte am 16. Mai 1911 auf der Werft AG Vulcan in Stettin. Am 10. Mai 1912 begannen die Probefahrten des Schiffes.
Vorkriegseinsätze Schon während der Probefahrten diente der neue Kreuzer der Kaiseryacht Hohenzollern als Begleitschiff während der Kieler Woche und bei der folgenden Nordlandreise des Kaisers bis zum 23. August. Noch im Probefahrtverhältnis wurde sie Begleitkreuzer des Kaisers bei den Herbstmanövern der Hochseeflotte im September und trat erst am 26. September zu den Aufklärungsstreitkräften.
Schon am 3. November schied die Breslau dort wieder aus und trat mit dem Großen Kreuzer Goeben zur wegen des Ersten Balkankrieges neugebildeten Mittelmeerdivision unter der Führung des Konteradmirals Konrad Trummler, des bisherigen zweiten Admirals des I. Geschwaders. Nach Übernahme der Ausrüstung in Kiel verließen beide Schiffe am 5. November 1912 Wilhelmshaven und erreichten am 13. November Malta. Vier weitere Schiffe bildeten zu diesem Zeitpunkt die Mittelmeerdivision: der Kleine Kreuzer Geier, die beiden Schulkreuzer Hertha und Vineta sowie der Stationstender Loreley. Während das Flaggschiff nach Konstantinopel ging, wo sich die Loreley befand und wohin auch die Vineta befohlen wurde, lief die Breslau nach Alexandria, wo sie mit den beiden anderen Schiffen der Division (Hertha und Geier) zusammentraf. Sie lief dann mehrere Häfen der Ägäis an und schließlich auch Konstantinopel. Nach der Ermordung des griechischen Königs Georg I. durch einen Attentäter holte sie am 25. März 1913 in Brindisi den Prinzen Ernst August von Cumberland, den künftigen Schwiegersohn des Kaisers, und dann in Korfu den Prinzen Heinrich von Preußen, den Bruder des Kaisers, zur Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten ab.
Ab dem 10. April 1913 nahm sie dann an der internationalen Blockade der Küste Montenegros teil. Gleichzeitig sollte der internationale Einsatz Montenegro an einer Besetzung Skutaris hindern, das an Albanien fallen sollte. 100 Mann der Breslau wurden auf einem italienischen Dampfer als Landkontingent auf der Bojana dorthin entsandt. Nach längerem Streit in der internationalen Kommission wurde im Mai der Kommandant der Breslau, Fregattenkapitän Leberecht von Klitzing, zum Zivilkommissar des von den Türken geräumten Gebietes ernannt. In Vertretung von Kapitänleutnant Wilfried von Loewenfeld geführt, holte die Breslau am 30. Juni im österreichischen Flottenstützpunkt Pola das aus den Seebataillonen gebildete Skutari-Detachement ab und nahm am 6. Juli das aus der eigenen Mannschaft gebildete Landkommando wieder an Bord. Von der Geier abgelöst, marschierte der Kreuzer vom 6. bis 10. August 1913 nach Konstantinopel, wo er bis zum 27. Oktober verblieb. Den Jahreswechsel 1913/1914 verbrachte er in Messina.
Im Januar 1914 war die Breslau nochmals vor der Bojana-Mündung und ging anschließend zur Generalüberholung bis zum 18. März nach Triest. Zusammen mit dem Flaggschiff Goeben der Mittelmeerdivision, die seit Oktober 1913 von Konteradmiral Wilhelm Souchon befehligt wurde, begleitete sie ab dem 27. März 1914 die Kaiseryacht Hohenzollern ab Venedig nach Korfu. Am 4. Mai trennten sich die Schiffe und die Breslau nahm den Patrouillendienst in der Ägäis wieder auf. Am 5. Juni traf sie mit der Goeben in Alexandria zusammen und erhielt den Befehl, die Lage in Albanien zu beobachten, wo der deutsche Prinz Wilhelm zu Wied zum Fürsten gewählt worden war. Ab dem 20. Juni lag sie dann vor Durazzo und stellte auch zehn Mann zum Schutz des Konsulats an Land ab. Am 8. Juli 1914 traf sie sich erneut mit der Goeben vor Korfu, damit Admiral Souchon die Lage mit seinen Kommandanten besprechen und Verabredungen für einen Kriegsfall treffen konnte, da sich am 28. Juni das Attentat von Sarajevo ereignet hatte. So nahm die Breslau am 1. August in Durazzo ihr Landkommando an Bord. Ein weiteres deutsches Marineinfanterie-Detachment in Skutari marschierte mit dem bataillonsgroßen Sicherungsdetachment der Österreicher vom 4. bis 6. August 1914 in einem Fußmarsch von 45 km nach San Giovanni di Medua, wo der österreichische Dampfer Sophie von Hohenberg beide Einheiten aufnahm und noch am selben Tag nach Castelnuovo in Montenegro brachte. Die Breslau lief vereinbarungsgemäß erst nach Brindisi, um ein Bekohlen der Goeben dort weitestgehend vorzubereiten. Zur Unterstützung des deutschen Konsuls und zur weiteren Vorbereitung wurde einer der jüngsten Offiziere der Breslau, der damalige Leutnant zur See Karl Dönitz, dort zurückgelassen. Dann lief sie weiter nach Messina, wo am Abend des 2. August 1914 auch die Goeben eintraf. Dönitz kehrte wieder auf die Breslau zurück.
Einsätze im Ersten Weltkrieg Erster Einsatz Die Goeben und die Breslau waren nach Messina gelaufen, weil dies die Dreibundplanung für einen Kriegsfall vorsah. Der Divisionschef, Vizeadmiral Souchon, erwartete nach seinen Gesprächen mit den Österreichern und den Italienern kein Zusammentreffen mit Kriegsschiffen der Verbündeten, da er von einer Neutralität Italiens ausging und diese in der Haltung zu seinen Versorgungsversuchen in den anderen Häfen schon fast feindlich empfunden hatte. Auch wusste er vom Befehlshaber der Österreichischen Marine, Admiral Anton Haus, dass die Österreicher sich vorerst völlig auf den Krieg gegen Serbien und Russland konzentrieren und eine Ausweitung des Konfliktes nicht provozieren wollten. Die Deutschen hatten für ihre Mittelmeerdivision als ersten Einsatz die Behinderung französischer Truppenbewegungen aus Algerien ins Mutterland vorgesehen und lediglich eine Unterstützung durch leichte Seestreitkräfte (Kreuzer und Zerstörer) von ihren Verbündeten erwartet. Nach Versorgung (Übernahme von Kohlen von im Hafen liegenden deutschen Handelsschiffen) verließen die beiden deutschen Schiffe am 3. August gegen 1 Uhr Messina und liefen entlang der Nordküste Siziliens und der Südspitze Sardiniens nach Algerien. Nach der inzwischen erfolgten Kriegserklärung an Frankreich beschoss am 4. August 1914 ab 06:08 Uhr die Goeben den Hafen von Philippeville und die Breslau ab Sonnenaufgang Bône in Algerien.
mini|Die Goeben
Die französische Flotte war zu dieser Zeit auf dem Weg von Toulon nach Nordafrika. Nahe Menorca hatte sie sich in drei Kolonnen getrennt, die Philippeville, Algier und Oran anlaufen sollten. Die östlichste Gruppe nach Philippeville bestand aus dem 1. Linienschiffsgeschwader mit sechs Schiffen der Danton-Klasse, einer Division Panzerkreuzer und einer Zerstörer-Flottille und war zu weit entfernt, um eingreifen zu können. Zudem befahl der französische Oberbefehlshaber dieser Gruppe, zur Algier-Gruppe nach Westen zu stoßen, da er befürchte, die Deutschen würden weiter nach Westen marschieren. Diese liefen aber tatsächlich mit 17 Knoten zurück nach Messina, um ihre Kohlenvorräte aufzufüllen. Deren Einsatz war insofern erfolgreich, da der französische Oberbefehlshaber den Truppentransport erst einmal untersagte und die Bildung von Geleitzügen anordnete, die erst nach Eintreffen der Flotte in algerischen Häfen gebildet werden konnten.
Den Briten waren der Verbleib und die Planungen der Deutschen unklar. Sie hatten in den letzten Tagen ihre Mittelmeerflotte unter Admiral Archibald Berkeley Milne in Malta konzentriert. Sie verfügten über drei Schlachtkreuzer, vier Panzerkreuzer, vier Leichte Kreuzer der Town-Klasse und vierzehn Zerstörer. Da die Goeben bis vor kurzem noch in Pola repariert worden war und die Breslau auch vor der albanischen Küste gestanden hatte, erwarteten sie einen Zusammenschluss der Mittelmeerdivision mit der Österreichisch-Ungarischen Kriegsmarine. Deren Blockade in der Adria war eine der Hauptaufgaben der britischen Marine zur Sicherung der Handelswege im östlichen Mittelmeer, während das westliche Mittelmeer von den Franzosen zu sichern war. Am 2. August wurde um 17:12 Uhr der Leichte Kreuzer Chatham zur Aufklärung Messinas entsandt, dann auch acht Zerstörer (in langsamer Fahrt, um mit dem eigenen Kohlenvorrat die Straße von Otranto zu erreichen), dann folgte der Leichte Kreuzer Gloucester, der die Zerstörer um 21:15 Uhr auf See einholte. Am 3. August meldete die Chatham um 7:30 Uhr, dass die Deutschen Messina verlassen hatten. Darauf folgte die Mehrzahl der Schiffe unter Admiral Ernest Troubridge Richtung Adria: Das 1. Kreuzergeschwader mit Troubridges Flaggschiff Defence und den Panzerkreuzern Warrior und Duke of Edinburgh, sowie als 2. Division die Schlachtkreuzer Indomitable und Indefatigable. Der Leichte Kreuzer Dublin wurde nach Biserta entsandt, um den Kontakt mit den Franzosen herzustellen. Um 20:47 Uhr erreichte Troubridge der Befehl, die Schlachtkreuzer nach Gibraltar abzustellen, um ein Ausbrechen der Deutschen aus dem Mittelmeer zu verhindern. Unter Captain Francis Kennedy von der Indomitable erhöhten sie ihre Geschwindigkeit von 14 auf 22 Knoten und liefen nach Westen.
mini|Die Indefatigable
Am 4. August um 10:32 Uhr begegneten sie den Deutschen nördlich von Bône auf dem Rückmarsch nach Messina. Da das Deutsche Reich und Großbritannien sich noch nicht im Krieg befanden, wendeten die britischen Schlachtkreuzer, um der Goeben zu folgen, die versuchte, mit Höchstfahrt zu entkommen. Allerdings erreichte sie mit ihren beschädigten Kesseln nur 22 bis 24 Knoten. Die schnellere Breslau versuchte mehrfach, durch seitliches Weglaufen die Briten auseinanderzuziehen, was nicht gelang. Die aus Biserta herbeibefohlene Dublin kam ab Mittag als weiterer Verfolger hinzu. Aber auch die britischen Schlachtkreuzer hatten Kesselprobleme. Die Goeben und die Breslau liefen ihnen stetig davon und ab 16:45 war nur noch die Dublin in Kontakt mit den Deutschen. Bei Nebel und einbrechender Dunkelheit verlor auch sie diesen um 19:37 Uhr vor Kap San Vito an der Nordküste Siziliens.
Die Breslau lief am 5. August um 5:15 Uhr in Messina ein, um die Kohlenübernahme vorzubereiten. Die Goeben folgte um 7:45 Uhr, nachdem Souchon über Funk noch drei Kohlendampfer für den Weg nach Konstantinopel bestellt hatte. Souchon ging davon aus, in Messina nicht Kohlen in ausreichender Menge zu bekommen. Inzwischen bestand auch Kriegszustand mit Großbritannien, und die italienischen Behörden machten gleich nach dem Einlaufen deutlich, dass die Neutralitätsvorschriften einzuhalten seien.
Verlegung in die Türkei mini|Verfolgung der Goeben und Breslau
Die Deutschen versuchten, in Messina soviel Kohle wie irgend möglich zu laden. Allerdings stand ihnen nur die Kohle der im Hafen liegenden deutschen Schiffe zur Verfügung. Souchon hatte in Voraussicht der möglichen Probleme den auf der Höhe von Kreta stehenden Reichspostdampfer General der DOAL nach Messina zurückbeordert. Die Kohlenübernahme erwies sich als äußerst schwierig, da die Handelsschiffe nicht auf die Abgabe von Kohlen eingerichtet waren. Zum Teil mussten Löcher in die Decks geschnitten werden. Insgesamt konnten nur etwas über 1.500 t Kohlen übernommen werden. Die Deutschen gingen davon aus, dass sie den verfolgenden Briten davonlaufen mussten, um sich ihnen zu entziehen und Zeit für eine Bekohlung in der Ägäis zu gewinnen.