Der Javorník (deutsch Jaberlich) ist ein hoher Berg im Südosten des Jeschkengebirges in Nordböhmen (Tschechien).
Lage und Umgebung Er liegt rund 5 Kilometer südlich von Liberec, 2,2 Kilometer südlich von Dlouhý Most (Langenbruck) und 1,4 Kilometer südwestlich von Jeřmanice (Hermannsthal).
Geschichte Gasthaus mini|links|Riesenfass 2017 Der Berg wurde im Jahre 1899 zu einem der beliebtesten Ausflugsziele des Gebirges. Grund dafür war die Eröffnung der Gaststätte „Zum Riesenfass“. Das neben dem herkömmlichen Gasthaus errichtete hölzerne Fass mit einer Länge von 14 m, einem Durchmesser von 12 m, und einem Fassungsvermögen von 10.238 Hektoliter war 1898 in Wien anlässlich der Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläumsausstellung (50. Thronjubiläum von Franz Joseph I.) als Weinstube errichtet worden.
Nach Ende der Ausstellung erwarb eine Gruppe von Geschäftsleuten um einen Gastwirt aus Reichenberg das Fass für 600 Gulden, ließ es zerlegt auf vier Eisenbahnwagen nach Reichenberg transportieren und neben dem Neubau der Gaststätte aufstellen. Es bot auf mehreren Ebenen Platz für ca. 400 Personen.
Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Jaberlich ein beliebtes Ausflugsziel. Die Bewirtschaftung der Ausflugsgaststätte wurde nach Kriegsende wieder aufgenommen, jedoch waren die Gebäude immer mehr heruntergewirtschaftet. Am 20. September 1974 brannte das Riesenfass auf dem Javorník nieder und der Berg verlor damit seine Anziehung für Ausflügler.
Im Jahr 2011 wurde an der Stelle des abgebrannten Riesenfasses die „Pension Riesenfass Javornik“ (tschechisch „Obří sud“) in Form eines Riesenfasses neu errichtet.
Aussichtsturm Um die Attraktivität ihres Hausberges, der nur eine mäßige Aussicht bot, zu erhöhen, sammelte die Gemeinde Jaberlich Gelder für den Bau eines Aussichtsturmes. Gemeinsam mit der Sektion Liebenau des Deutschen Gebirgsvereins für das Jeschken- und Isergebirge (DGJI) wurde ein hölzerner Turm mit mehreren Aussichtsplattformen errichtet, der eine Höhe von 24 m besaß und am 24. Mai 1924 eröffnet wurde. Nach dem verdienstvollen Sektionsvorsitzenden erhielt er die Bezeichnung Max-Blaschka-Turm.
Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs konnten fällige Reparaturarbeiten am Turm nicht ausgeführt werden. Nach dem Krieg kümmerte sich niemand um die baufällige Holzkonstruktion, der Verein war aufgelöst und die deutschen Bewohner wurden vertrieben. Um 1948 fiel der Turm in sich zusammen.
Im September 2026 wurde in einem neben der Gaststätte befindlichen Sendeturm von Eurotel eine Aussichtsplattform eingebaut. Sie befindet sich in 36 Meter Höhe und ist über 186 Stufen erreichbar. Die Baukosten beliefen sich auf ca. acht Millionen Kronen (ca. 330.000 €).Böhmen bekommt einen neuen Aussichtsturm, Sächsische Zeitung (Online-Ausgabe) vom 3. September 2026
Touristische Infrastruktur Ein Sessellift führt auf den Berg. Außerdem befinden sich am Javorník eine Sommerrodelbahn und eine Skipiste.
Trivia Ein 1931 errichteter Nachbau des Fasses oberhalb von Lázně Libverda (Bad Liebwerda) im Isergebirge dient noch heute als Gaststätte.
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Einzelnachweise
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