Die Österreichische Postbus AG ist ein Teil der ÖBB-Personenverkehr AG und das größte Busunternehmen in Österreich sowie das größte Einzelbusunternehmen in Europa. Es entstand 2003 aus den Bussparten der ÖBB und der Post und betreibt den Großteil des Überlandbus-Netzes. Die Österreichische Postbus AG betreibt fast 2500 Busse und beschäftigt fast 4000 Mitarbeiter. Dazu kommen noch fast 300 Busse und über 400 Mitarbeiter im Tochterunternehmen in Tschechien sowie die Busse der Subunternehmer in ganz Österreich.

Die Busse legen jährlich 157 Millionen Fahrzeugkilometer auf 865 Linien zurück und befördern dabei 215 Millionen Fahrgäste. Der mittlere Jahresumsatz lag 2023 bei 504 Millionen Euro.

Geschichte Früher Postbusdienst links|mini|Einheitstype ET 13 (1913) mini|links|Ein Oberleitungsbus mit Postabteil in Gmünd (1907)links|mini|Citroën-Kégresse P15N für den Winterdienst im Gebirgemini|ÖAF-Postbus in einem Lawinenkegel auf der Linie nach Tux (1950er Jahre) mini|Ankunft des Postbusses als Treffpunkt (1935) mini|Postbus (vermutlich Saurer) im steirischen Seewiesen (1936) 1907 richtete die kaiserlich-königliche Staatspost auf Betreiben ihres Generaldirektors Friedrich Wagner-Jauregg die ersten Kraftfahrlinien ein. Der Postautobus, wie er in Österreich genannt wurde, löste in den folgenden Jahrzehnten sukzessive die Postkutsche als Beförderungsmittel ab.ÖBB Postbus AG: 100 Jahre Postbus (pdf)

https://www.bahnbus.at/100jahrepostbus/Historie_Homepage.pdf

Die erste Postautobuslinie Österreichs wurde am 6. August 1907 im heutigen Südtirol zwischen Neumarkt und Predazzo eröffnet. Sie besteht unter der Linienbezeichnung 140 bis heute. Als nächste Linien folgten im gleichen Jahr Linz–Eferding, diese Strecke wird noch heute vom Regionalmanagement Oberösterreich des Postbusses betrieben, und Baden–Alland.

In Niederösterreich betrieb die k. k. Post zudem zwischen 1907 und 1916 zusammen mit der Stadt Gmünd die Elektrische Oberleitungs-Automobillinie Gmünd, einen frühen Oberleitungsbus-Betrieb. Fünf Jahre später war der Fuhrpark schon auf 150 Postbusse unterschiedlichster Bauart und Hersteller angewachsen. Die Anzahl der Kraftfahrlinien war mittlerweile auf 17 Ganzjahreslinien und 8 Sommerlinien gestiegen, das Streckennetz besaß bereits eine Länge von 1.000 Kilometern. 1913 wurde mit dem ET 13 die erste einheitliche Bustype der Welt, deren Baugruppen von einzelnen Herstellern zugeliefert wurden, in Dienst gestellt.

Der Erste Weltkrieg bedeutete einen harten Einschnitt in die Entwicklung des Postbusses, rund 150 Fahrzeuge mussten Kriegsdienst leisten. Erst 1923 konnten erstmals neue Busse angeschafft werden, die vorwiegend bei österreichischen Herstellern gekauft wurden. Je nach Einsatzort waren diese unterschiedlich ausgeführt.

1925 umfasste das Liniennetz bereits 76 Linien mit rund 2.600 km Gesamtlänge, auf denen 150 Busse unterschiedlicher Bauart zum Einsatz kamen. Über 580.000 Personen wurden in diesem Jahr mit Postbussen befördert. In der Sommersaison 1927 wurde der Großglockner erstmals per Postbus erschlossen und 1929 wurde der Winterverkehr mit Citroen-Kegresse-Raupenschlitten in den Tauern und über den Arlberg aufgenommen. mini|Steyr 380a Postbus Fuhrpark und Liniennetz wuchsen beständig, so standen 1930 bereits 600 Postbusse im Einsatz, welche auf 172 Ganzjahreslinien und 51 Sommerlinien verkehrten. Das Fahrgastaufkommen stieg auf 5 Millionen Fahrgäste an, die „Postkraftwagen“ legten in diesem Jahr rund 9 Millionen Wegkilometer zurück. Das Jahr 1935 war in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht für den Österreichischen Postbus bedeutsam, da erstmals Busse mit Dieselmotoren in Dienst kamen. In der Folge lösten sie aufgrund der niedrigeren Betriebskosten rasch die Benzinmotoren ab.

Ab 1938 wurde der Postbusbetrieb von der Reichspost übernommen. Die Zwangsrequirierungen und Zerstörungen infolge des Zweiten Weltkriegs brachten den Verkehr gegen Kriegsende weitgehend zum Erliegen.

Erst 1947 konnten wieder neue Busse angeschafft werden, 1950 wurde mit 400 neuen Bussen eine umfangreiche Fahrzeugbestellung aufgegeben. Besonders die auf der Großglockner-Hochalpenstraße verkehrenden Glocknerbusse von Gräf & Stift mit Dachrandverglasung und Schiebedach erfreuten sich in den 1950er Jahren großer Beliebtheit. 1956 dienten Postbusse zum Transport von Ungarn-Flüchtlingen.

1960 wurde mit dem sogenannten „Chruschtschow-Bus“ ein luxuriöser Postbus zur Beförderung von Staatsgästen angeschafft.

Im Jahr 1968 teilten sich der Postbus und der bis dahin als Konkurrent angesehene Bahnbus durch das „Bahn-Post-Kraftfahrübereinkommen“ ihre Interessenssphären auf: Den Bussen der ÖBB – die für den Schienenersatzverkehr eingerichtet wurden, aber dann auch regulären Planbetrieb fuhren – blieben die parallel zu Eisenbahnstrecken verlaufenden Landstriche vorbehalten, dem Postbus die übrigen Gebiete. Trotzdem kam es an vielen Strecken noch zu Parallelbetrieb von ÖBB und Postbus.

Auch zu sportlichen Großereignissen wie den Olympischen Winterspielen 1964 sowie 1976 in Innsbruck sorgten Postbusse für den reibungslosen Transport zu den einzelnen Wettkampforten außerhalb der Stadt. Bei beiden Winterspielen waren jeweils 200 Postbusse im Einsatz, 1976 konnten so 376.000 Personen befördert werden.

Mit Stand Ende 1988 waren 1561 Postbusse im Einsatz, die von 2362 Lenkern gesteuert wurden und 723 Buslinien befuhren. 113,7 Millionen Fahrgäste wurden in diesem Jahr befördert.

Bundesbus 1988: Postbus und Bahnbus 1988 wurde die sogenannte „Bundesbus-Geschäftsstelle“ ins Leben gerufen, deren Aufgabe es war, das Zusammenwirken von Postbus und Bahnbus zu regeln. Die beiden Busbetriebe blieben weitgehend unabhängig. Lediglich das neue äußere Erscheinungsbild vermittelte durch ein gemeinsames Lackierungsschema, die Bezeichnung „Bundesbus“ und das ab 1990 nach einer Reform der Kfz-Kennzeichen gemeinsame Präfix BD für Bundesbusdienst den Eindruck, dass Postbus und Bahnbus zusammengelegt worden wären.

Entwicklung ab 1997 mini|Doppelstockbus Setra S431DT auf Linie 310 Graz – HartbergUmso leichter war es 1997 nach der Ausgliederung der Postverwaltung in eine privatrechtliche Gesellschaft, die Bundesbus-Geschäftsstelle wieder aufzulösen und getrennte Wege zu gehen. Der Bahnbus war zu dieser Zeit wegen der Trennung von Personen- und Güterverkehr schon aus dem Kraftwagendienst (KWD) der ÖBB herausgelöst. Der Postbus blieb noch bis zur Gründung der Österreichischen Postbus AG im Jahr 2000 ein Teilbetrieb der Post und Telekom Austria AG (PTA) bzw. nach Abspaltung der Telekom der Österreichischen Post AG. 2001 wurde er von der Post direkt auf die Österreichische Industrieholding (ÖIAG, Industrieholding des Bundes) übertragen.

Im Mai 2002 verkündete die österreichische Bundesregierung ihre Zukunftspläne für die beiden eigenen Busbetriebe auf Bundesebene. In Folge wurde der Postbus an die ÖBB verkauft (wirksam 2003). Den operativen Betrieb gliederte man in die neue ÖBB-Postbus GmbH aus. Die Österreichische Postbus AG war seitdem nur noch Immobilieneigentümerin und Personalamt für die noch vorhandenen Bundesbeamten. Zum 1. Jänner 2005 wurde auch der Bahnbus auf die ÖBB-Postbus GmbH übertragen. Im Lauf desselben Jahres wurde ein Teil des Unternehmens durch Verkauf von kleineren regionalen Betriebsteilen privatisiert: Gebiet KäuferK1 FerlachKärnten Bus (Fa. Juwan)K2 VölkermarktKärnten BusK3 GurktalKärnten Bus (Fa. Hofstätter)K4 ZollfeldK5 Kötschach-Mauthen und DrautalKärnten BusK6 MallnitzKärnten Bus (Fa. Peitler)K7 Feistritz an der DrauKärnten Bus (Fa. Bacher)K8 FeldkirchenKärnten Bus (Fa. Bacher)N1 Zwettl/Gmünd/Waidhofen an der Thayanicht verkauftN2 Tullnnicht verkauftN3 NeunkirchenFa. RetterN4 MattersburgO1 SchärdingFa. GlasO2 Welsnicht verkauftO3 Steyrnicht verkauftO4 WindischgarstenFa. RiedlerS1 Hallein/Abtenau (Tennengau)nicht verkauftSt1St2St3St4 MariazellMRG (Tochterfirma der Mürztaler Verkehrsgesellschaft)St5 Graz/Leibnitznicht verkauftSt6 Judenburgnicht verkauftSt7 MurauSteiermärkische LandesbahnenSt8St9T1 Matrei am Brennernicht verkauftT2 Mayrhofen (Zillertal)Fa. ChristophorusT3 KufsteinInntaler Omnibus Gesellschaft (Tochterfirma von Ledermair)V1 Schruns (Montafon)MontafonerbahnV2 KlostertalFa. Arlberg Express

Im Jahr 2004 konnte der Postbus unter der Führung der Vorstandsdirektorin Wilhelmine Goldmann das erste Unternehmen im Ausland akquirieren – die ČSAD Autobusy České Budějovice a.s. in Budweis (Tschechien). Im Jahr 2006 (mit Betriebsaufnahme 2007) konnte das Regionalmanagement Vorarlberg unter der Führung von Horst Schauerte die erste Ausschreibung im Ausland für den Postbus entscheiden – den Busverkehr im schweizerischen Sarganserland. Die Beteiligung an der dafür gegründeten Bus Sarganserland Werdenberg AG wurde aber 2009 wieder abgegeben.

Im Jahr 2020 wurde die ÖBB-Postbus GmbH wieder mit der Österreichischen Postbus AG verschmolzen.

Unternehmensstruktur Die Österreichische Postbus AG ist hundertprozentige Tochter der ÖBB-Personenverkehr AG.

Das Unternehmen ist wie folgt strukturiert: Unternehmenszentrale, Wien Regionalmanagement Ost (zuständig für Wien/Niederösterreich/Burgenland), Hollabrunn Regionalmanagement Süd (zuständig für Kärnten/Steiermark), Graz Regionalmanagement Nord (zuständig für Oberösterreich/Salzburg Nord), Linz Regionalmanagement West (zuständig für Salzburg Süd/Tirol/Vorarlberg), Innsbruck

Tochtergesellschaften Aktuelle Tochtergesellschaften ČSAD Autobusy České Budějovice a.s., České Budějovice (Böhmisch Budweis, Tschechien), seit 2004, 97,75 %

Frühere Tochtergesellschaften und Ankäufe ÖBB-Fernbus GmbH (Markenname: Hellö), steht zu 10 % im Eigentum der Österreichische Postbus AG und zu 90 % im Eigentum der Muttergesellschaft ÖBB-Personenverkehr AG (Betriebsaufnahme Mitte Juli 2016, Ende Mai 2017 mit Wirkung zum August an Flixbus verkauft) Koch Busverkehr GmbH, Horn (Niederösterreich) und Feldkirch (Vorarlberg), 100 % (1999 bis 201x, auf Empfehlung des Rechnungshofes aufgelöst) Bus Sarganserland Werdenberg AG, CH-Werdenberg, 44 % (Oktober 2007 bis Juli 2009) Bus Ostschweiz AG (BOS; fusioniert in: WilMobil AG), CH-Altstätten, 12 % (Oktober 2007 bis Juli 2009) Gerhard Hirner GmbH, Judenburg, 100 % (2001 bis 200x)

Submarken Aktuelle Submarken Vienna Airport Bus (bis 2025 Vienna Airport Lines) – Drei Linien verkehren im Halbstunden- bzw. Stundentakt vom Flughafen Wien-Schwechat in das Stadtgebiet von Wien. Bedient werden insgesamt 13 Haltestellen in der Innenstadt, am Westbahnhof sowie in den Bezirken 2 (Leopoldstadt) und 22 (Donaustadt). Die Fahrzeit beträgt je nach Relation zwischen 20 und 60 Minuten. Es gilt ein Sondertarif, Fahrkarten aus dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) und das Klimaticket gelten nicht.

Intercitybus – Von 2007 bis 2025 betrieb die Österreichische Postbus AG im Auftrag der ÖBB-Personenverkehr AG den Intercitybus zwischen Graz Hauptbahnhof und Klagenfurt Hauptbahnhof über Wolfsberg. Diese Linie verkehrte im Stundentakt über die Südautobahn (A2), die deutlich kürzer ist als die bestehende Eisenbahnverbindung über Leoben, und konnte als Vorlaufbetrieb der geplanten Koralmbahn betrachtet werden. 2008 kam die Strecke Klagenfurt – Venedig hinzu, diese wurde jedoch im Dezember 2022 wieder eingestellt. Eingesetzt wurden Doppeldeckerbusse in den Farben der ÖBB-InterCity-Wagen, es gab Sitzplätze 1. und 2. Klasse und einen Rollstuhlplatz. Diese Verbindung wurde zum ÖBB-Eisenbahntarif betrieben (siehe Intercitybus#Tarif).

Thermenlandbus – die Linie 6011 fährt täglich mit 2 (Mo–Fr) bzw. einem (Sa, So/Ftg) Kurspaar zwischen Wien, Sebersdorf, Bad Waltersdorf, Bad Blumau, Fürstenfeld und Bad Loipersdorf, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen auch bis Bad Gleichenberg und Bad Radkersburg. Die Linie hat einen eigenen Internetauftritt und einen Sondertarif, das Klimaticket wird nicht anerkannt.thermenlandbus.wien, abgerufen am 31. August 2023.

Postbus Shuttle – Organisation von Anrufsammeltaxidiensten in verschiedenen österreichischen Regionen.