Holger Brück (* 30. September 1947 in Kassel; † 19. Juli 2026 ebenda) war ein deutscher Fußballspieler. Der aus Kassel stammende Mittelfeld- und Abwehrspieler hat mit Hertha BSC 1977 und 1979 jeweils im DFB-Pokalfinale gestanden und 1975 mit Hertha BSC die Vizemeisterschaft in der Fußball-Bundesliga errungen.Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 76/77
Sportliche Laufbahn Karrierebeginn bei Hessen Kassel Seit 1958 spielte er als Jugendlicher und anschließend als Regionalligaspieler beim KSV Hessen Kassel. Brück debütierte am 18. August 1968 bei einer 3:5-Auswärtsniederlage gegen den Freiburger FC an der Seite der zwei Neuzugänge Hans-Jürgen Kurrat und Herbert Maciossek unter Trainer Willy Kurrat in der damals zweitklassigen Fußball-Regionalliga Süd. Mit dem 3. Rang in der Saison 1970/71 scheiterte er mit Kassel knapp mit zwei Punkten Rückstand gegenüber dem Karlsruher SC am Einzug in die Bundesligaaufstiegsrunde. Am 35. Spieltag hatte die von Libero Brück angeführte Heimmannschaft noch das Spitzenspiel gegen den KSC mit 2:0 gewonnen, der KSV verlor aber die folgenden Auswärtspartie am 9. Mai 1971 mit 0:2 beim Freiburger FC. Nach 136 Regionalligaspielen mit 20 Toren schloss sich der ballsichere und laufstarke Spieler gemeinsam mit Mannschaftskamerad Gerhard Grau zur Saison 1972/73 dem Bundesligisten Hertha BSC Berlin an.
Die Berliner Hertha-Jahre Von 1972 bis 1981 bestritt Brück 231 Erst- und 40 Zweitliga-Spiele als offensiver Abwehrspieler und Mittelfeldspieler für Hertha BSC. Dabei gelangen ihm 27 Tore. Wie Lorenz Horr absolvierte Brück 1972/73 sämtliche 34 Ligaspiele für Hertha und belegte mit dem Team von Trainer Helmut Kronsbein den 13. Rang.Tragmann/Voß: Das Hertha Kompendium. Seite 348 Den größten Erfolg mit Hertha feierte der konditionsstarke Kicker aus Kassel in der Runde 1974/75 als er mit seinen Mannschaftskameraden – Gerhard Grau, Lorenz Horr, Uwe Kliemann, Ludwig Müller, Hans Weiner, Thomas Zander, Erich Beer, Erwin Hermandung, Michael Sziedat, Kurt Müller, Wolfgang Sidka – unter Trainer Georg Keßler die Vizemeisterschaft erringen konnte.Tragmann/Voß: Das Hertha Kompendium. Seite 361
Aber auch im DFB-Pokal feierte Brück mit Hertha Erfolge: Unter Trainer Keßler zog er 1977 erstmals in das Endspiel gegen den 1. FC Köln ein, wo die Berliner erst im Wiederholungsspiel am Pfingstmontag, den 30. Mai, im Wiederholungsspiel mit 0:1 gegen das Weisweiler-Team verloren. Vor Torhüter Norbert Nigbur hatte er zusammen mit Michael Sziedat, Uwe Kliemann und Hans Weiner dabei die spieltragende Defensive gebildet. Unter Trainer Kuno Klötzer zog er 1979 zum zweiten Mal in das Pokalfinale ein, jetzt gegen Fortuna Düsseldorf, und verlor am 23. Juni im Niedersachsenstadion mit 0:1 nach Verlängerung.
In der Saison 1979/80 belegte Brück mit Hertha BSC den 16. Rang und stieg in die 2. Bundesliga ab. Das letzte Bundesligaspiel bestritt er am 31. Mai 1980 (34. Spieltag) bei einem 4:2-Heimerfolg gegen den VfB Stuttgart.
Mit Trainer Uwe Klimaschefski erreichte Brück an der Seite von Mitspíelern wie Walter Gruler, Werner Killmaier und Gregor Quasten 1980/81 den 3. Rang, einen Punkte hinter Vizemeister Eintracht Braunschweig. Er hatte nochmals 40 Rundenspiele für die Berliner bestritten und wechselte am Rundenende nach Kanada zu den Calgary Boomers, wo auch noch Jürgen Röber, Willi Reimann und Klaus Toppmöller antraten.
Karriereausklang in Kanada und Hessen Bei den Calgary Boomers beendete Brück zunächst nach der Saison 1981/82 seine aktive Profilaufbahn, kehrte aber noch in dieser Saison nach Kassel in die 2. Bundesliga zurück, wo er noch acht Zweitligaspiele für das Team vom Auestadion bestritt. Von 1982 bis 1986 spielte er dann für den GSV Eintracht Baunatal in der Landesliga Hessen Nord und in der Oberliga Hessen. 1987 kehrte er erneut zum Zweitligaabsteiger KSV Hessen zurück, wo er eigentlich in der Reserveelf als Spielertrainer vorgesehen war und dort in der Landesliga zunächst auch agierte,Günter Grabs: Holger Brück • Ein Mann für alle Fälle. In: kicker Sportmagazin. 16. November 1987, Seite 28/29. aber später doch wieder in der 1. Mannschaft auftauchte und noch weitere 45 Oberligaspiele und in der Saison 1989/90 mit über 40 Jahren sogar noch fünf Zweitligaspiele für die Hessen absolvierte.
Erfolge Deutscher Vizemeister 1975 Bundesliga-Dritter 1978 DFB-Pokalfinalist 1977 und 1979 UEFA-Pokal-Halbfinalist 1979
Weiterer Werdegang Brück engagierte sich anschließend als Präsident und Trainer des KSV Hessen Kassel und war maßgeblich am Neuanfang und Wiederaufbau nach dem Konkurs sowie in Krisenzeiten des traditionsreichen Kasseler Fußballvereins beteiligt. Bereits während seiner aktiven Zeit in Baunatal übernahm er am 13. Mai 1987 das Traineramt beim KSV Hessen Kassel. Auch später war er mehrfach Interimstrainer sowohl der ersten als auch der zweiten Mannschaft. So betreute er die zweite Mannschaft des KSV Hessen in den Saisonen 1988/89 und 1994/95 und die erste Mannschaft in der Saison 1995/96 und als Interimstrainer im Jahr 2001 (zweimal). Am 3. Februar 1998 wurde er zum 1. Vorsitzenden des neuen Kurhessischen Sportverein Hessen Kassel gewählt, dessen erste Mannschaft in der Kreisliga neu beginnen musste. Er akquirierte neue Sponsoren, so dass in den Folgejahren vier Aufstiege am Stück glückten. Am 26. Juli 2002 wechselte er für einige Jahre in den Aufsichtsrat.
Holger Brück lebte in Kassel. Er betrieb dort ein Sportgeschäft und war für den DFB tätig. Im Herbst 2011 stellte er sich abermals als Interimstrainer dem KSV zur Verfügung,Urlöwe wird Interimstrainer, auf ksvhessen.de bis Ende des Jahres Uwe Wolf übernahm.Uwe Wolf wird Löwen-Trainer, auf ksvhessen.de
Literatur Christian Karn, Reinhard Rehberg: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1963–1994. AGON Sportverlag, Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4, Seite 76/77. Matthias Weinrich, Hardy Grüne: Deutsche Pokalgeschichte seit 1935. AGON Sportverlag, Kassel 2000. ISBN 3-89784-146-0. Matthias Weinrich: 35 Jahre Bundesliga, Teil 1: Die Gründerjahre 1963 bis 1975. AGON Sportverlag, Kassel 1998. ISBN 3-89784-132-0. Harald Tragmann, Harald Voß: Das Hertha Kompendium. Verlag Harald Voß, Berlin 2017. ISBN 978-3-935759-23-6.
Weblinks
Spielerprofil bei nasljerseys.com (englisch) bei ksvhessenkassel.de
Einzelnachweise
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