mini|hochkant=1.25|Titelverteidiger Fernando Alonso als Sieger beim Saisonauftakt in Bahrain 2006 Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2006 war die 57. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 18 Rennen in der Zeit vom 12. März bis zum 22. Oktober ausgetragen. Fahrerweltmeister wurde wie im Vorjahr Fernando Alonso, die Konstrukteurswertung verteidigte Renault. Es war die vorerst letzte Saison, an der Michael Schumacher als Fahrer teilnahm. Der siebenmalige Weltmeister beendete am Ende der Saison vorerst seine aktive Formel-1-Karriere, kehrte jedoch 2010 wieder in die Formel 1 zurück.
Änderungen 2006 Rennstrecken
Erstmals seit 1996 war der Große Preis von Australien nicht das erste Saisonrennen, sondern fand als drittes Rennen im April statt. Grund war eine Überschneidung mit den Commonwealth Games vom 15. bis 26. März in Melbourne. Der Große Preis von Belgien in Spa-Francorchamps wurde wegen Umbauarbeiten der Boxenanlage in der Saison 2006 aus dem Rennkalender entfernt, sodass nur 18 statt 19 Rennen stattfanden.Knalleffekt in Belgien: Spa-Francorchamps gestrichen!, motorsport-total.com vom 8. Februar 2006; Zugriff am 22. August 2021 Am Saisonende tauschten nach 2005 die Rennen in China und Brasilien ihre Positionen zurück, sodass das Saisonfinale 2006 wieder in São Paulo stattfand.
Reglement Um die Qualifikation am Samstag für die Zuschauer attraktiver zu gestalten, wurden drei Ausscheidungsläufe durchgeführt. Zunächst hatten alle Fahrer mit einer beliebigen Kraftstoffmenge 15 Minuten Zeit, eine gute Rundenzeit zu erreichen. Die 16 besten Fahrer erhielten nach Ablauf der ersten Ausscheidungsrunde erneut 15 Minuten, um sich als jeweils einer von 10 Teilnehmern der Qualifying-Finalrunde zu qualifizieren. In der Finalrunde wurden abschließend die Startplätze 1 bis 10 in einem Zeitraum von zuerst 20, seit dem Grand Prix von Großbritannien aber 15 Minuten ermittelt. Vor der Finalrunde bestand bis zum Start des Rennens am Sonntag die letzte Möglichkeit den Rennwagen aufzutanken, sodass in die Tankstrategie nicht nur die Taktik für den Rennverlauf, sondern auch bereits für das Qualifying einbezogen werden musste.
Die Taktik der ersten Phase der letzten Trainingssitzung bestand darin, dass möglichst viel Benzin verfahren wurde, um das Auto leichter zu machen. In den letzten sieben bis acht Minuten wurde in der Regel dann nach Reifenwechseln (bis zu zwei Mal) die schnellen Rundenzeiten erzielt. Die verbrauchte Benzinmenge durfte vor dem Rennen wieder ergänzt werden. Allerdings zählte nur die Anzahl Runden, die innerhalb der 110 Prozent der Bestzeit lagen. Seit dem Großen Preis von Europa galt aber für die In and Out Laps – also für die Runden aus der Boxengasse heraus und zurück – eine 120-Prozent-Grenze.
Die in der Saison 2005 noch verbotenen Reifenwechsel waren wieder erlaubt, dabei war jeder Fahrer auf 14 Reifensätze beschränkt: 7 Sätze für trockene Bedingungen, 4 Sätze für nasse Bedingungen und 3 Sätze für extremes Wetter. Außerdem wurden die Vorgaben für die Motoren geändert. Vorgeschrieben waren jetzt 8 Zylinder mit 2,4 l Hubraum statt bisher 10 Zylinder mit max. 3,0 l Hubraum. Noch vor der Übernahme von Minardi durch Red Bull wurde für das Team eine Ausnahmeregelung getroffen – es durfte, um Kosten zu sparen, weiterhin V10-Motoren einsetzen, allerdings luftmengen- und drehzahlbegrenzt. Diese Regelung wurde nach dem Verkauf des Teams für die Scuderia Toro Rosso beibehalten.
Zur Historie der Regeländerungen in der Formel 1 siehe auch: Formel-1-Regeln.
Teams BMW beendete die bisherige Zusammenarbeit mit Williams.BMW kauft Sauber und fährt mit eigenem Team, faz.net vom 22. Juni 2005; Zugriff am 31. August 2021 BMW Sauber F1 trat als neues BMW Werksteam nach Übernahme des Sauber-Teams an. Williams wurde nun durch Cosworth und nicht mehr von BMW mit Motoren beliefert.
Mit Honda Racing F1 nahm Honda erstmals seit 1968 wieder mit einem Werksteam an der Formel 1 teil. Das Team ging aus B.A.R. hervor.
Nachdem bereits zur Saison 2005 Jordan von der Midland Group des kanadischen Millionärs Alexander Shnaider übernommen worden war, trat das Team nun als MF1 Racing an.
Red Bull Racing wurde jetzt durch Ferrari und nicht mehr von Cosworth mit Motoren beliefert. Außerdem trat Toro Rosso als "Red-Bull-Junior-Team" an, nachdem Minardi von Red Bull übernommen worden war. 50 % der Anteile des Teams übernahm Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger. Mit Dietrich Mateschitz nahm erstmals ein Teambesitzer an der Formel 1 teil, welcher in zwei Teams maßgeblich beteiligt war.
Schließlich nahm mit Super Aguri F1 erstmals seit 2002 ein elftes Team teil.Super Aguri fiebert dem Formel 1 Debüt entgegen, motorsport-total.com vom 6. März 2006; Zugriff am 31. August 2021
Vor dem Großen Preis von Italien wurde das Midland-F1-Team von Spyker übernommen. Bereits in China trat das Team unter dem neuen Namen Spyker MF1 Racing und neuer Lackierung an.
Fahrer
In der Saison 2006 wurden zahlreiche Veränderungen der Besetzung der Teams mit Renn-, Test- und Ersatzfahrern umgesetzt. Bei den Rennfahrern gab es folgende Änderungen gegenüber der Saison 2005:
Die beiden 2005 bei Minardi eingesetzten Rennfahrer Robert Doornbos und Patrick Friesacher sowie der ehemalige Jordan Pilot Narain Karthikeyan waren nicht mehr im Startfeld. Doornbos war 2006 dritter Fahrer bei Red Bull, während Karthikeyan als Testfahrer bei Williams eingesetzt wurde.
Neu in der Formel 1 waren die in der letzten Saison in der GP2-Serie angetretenen Fahrer Nico Rosberg und Scott Speed. Rosberg ersetzte Nick Heidfeld bei Williams. Speed verstärkte das neue Toro-Rosso-Team. Als neuer Formel-1-Pilot startete auch der Japaner Yūji Ide beim Team Super Aguri F1, der von der Formel Nippon wechselte. Ide durfte nur vier Rennen fahren, da er durch unsportliches Fahrverhalten auffiel und ihm daraufhin die Lizenz durch die FIA entzogen wurde.Yuji Ide verliert seine Superlizenz, motorsport-total.com vom 10. Mai 2006; Zugriff am 29. August 2021 Er wurde vom GP von Europa bis zum GP von Frankreich durch den Franzosen und ehemaligen Renault-Testfahrer Franck Montagny als Stammpilot ersetzt, der wiederum ab dem GP von Deutschland durch den Japaner Sakon Yamamoto ersetzt wurde.
Nick Heidfeld wechselte von Williams ins BMW-Sauber-Team und ersetzte dort Felipe Massa. Massa wechselte zu Ferrari an Stelle von Rubens Barrichello. Barrichello ersetzte Takuma Satō bei Honda, während Sato in dieser Saison das Super-Aguri-Team verstärkte. Außerdem wechselte Christijan Albers von Minardi zu MF1 Racing und Vitantonio Liuzzi ging von Red Bull in das „Red Bull Junior Team“ Scuderia Toro Rosso.
Ab dem Großen Preis von Ungarn übernahm BMW-Sauber-Freitagstester Robert Kubica das Cockpit von Jacques Villeneuve.BMW Sauber F1 Team liegt vor eigenem Plan, motorsport-total.com vom 7. August 2006; Zugriff am 22. August 2021 Der neue Testfahrer für die freien Trainingssessions am Freitag bei BMW Sauber war der junge Deutsche Sebastian Vettel. Am 11. September 2006 wurde bekanntgegeben, dass der Österreicher Christian Klien vorzeitig aus seinem bis zum Ende der Saison laufenden Vertrag bei Red Bull Racing entlassen wurde. Seinen Platz nahm der bis dahin dritte Mann im Team Robert Doornbos ein.Doornbos ersetzt Klien schon ab China, motorsport-total.com vom 10. September 2006; Zugriff am 22. August 2021
Pedro de la Rosa ersetzte ab dem Großen Preis von Frankreich Juan Pablo Montoya, der in die NASCAR Series wechselte.Offiziell: Montoya ab sofort nicht mehr im Cockpit, motorsport-total.com vom 11. Juli 2006; Zugriff am 22. August 2021
Teams und Fahrer Bild Team Chassis Motor Reifen Nr. Fahrer Rennen Nr. Dritter Fahrer Testfahrer 130px|zentriert|Renault R26 Renault R26 Renault 2.4 V8 1 1–18 —1 2 1–18 130px|zentriert|McLaren MP4-21 McLaren MP4-21 Mercedes-Benz 2.4 V8 3 1–18 —1 4 1–10 11–18 130px|zentriert|Ferrari 248F1 Ferrari 248 F1Ferrari 2.4 V8 5 1–18 —1 6 1–18 130px|zentriert|Toyota TF106 Toyota TF106 Toyota TF106B Toyota 2.4 V8 7 1–18 —1 8 1–18 130px|zentriert|Williams FW28 Williams FW28 Cosworth 2.4 V8 9 1–18 35 10 1–18 130px|zentriert|Honda RA106 Honda RA106 Honda 2.4 V8 11 1–18 36 12 1–18 130px|zentriert|Red Bull RB2 Red Bull RB2Ferrari 2.4 V8 14 1–18 37 15 1–15 16–18 130px|zentriert|BMW-Sauber F1.06 BMW Sauber F1.06 BMW 2.4 V8 16 1–18 38 17 1–12 13–18 130px|zentriert|Midland M16 2 Midland M16 Toyota 2.4 V8 18 1–18 39 19 1–18 130px|zentriert|Toro Rosso STR1 Toro Rosso STR1 Cosworth 3.0 V10 20 1–18 40 21 1–18 130px|zentriert|Super Aguri SA06 Super Aguri SA05SA06 Honda 2.4 V8 22 1–18 41 23 1–4 5–11 12–18 1 Die ersten vier Teams der vorhergehenden Saison durften keinen dritten Fahrer bei den Freitags-Trainings einsetzen.
2 Das Team startete ab dem 15. Rennen (Großer Preis von Italien) unter dem Namen des neuen Mehrheitseigners Spyker.
Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 12. März (as-Sachir) 308,769 (Renault) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-Cosworth) (Renault) 2 19. März (Sepang) 310,408 (Renault) (Renault) (Honda) (Renault) (Renault) 3 2. April (Melbourne) 307,574 (Renault) (McLaren-Mercedes) (Toyota) (Honda) (McLaren-Mercedes) 4 23. April (Imola) 305,609 (Ferrari) (Renault) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Renault) 5 7. Mai (Nürburg) 308,863 (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Renault) (Ferrari) 6 14. Mai (Montmeló) 305,256 (Renault) (Ferrari) (Renault) (Renault) (Ferrari) 7 28. Mai (Monte Carlo) 260,520 (Renault) (McLaren-Mercedes) (Red Bull-Ferrari) (Renault) (Ferrari) 8 11. Juni (Silverstone) 308,355 (Renault) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Renault) (Renault) 9 25. Juni (Montréal) 305,270 (Renault) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Renault) (McLaren-Mercedes) 10 2. Juli (Indianapolis) 306,016 (Ferrari) (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Ferrari) 11 16. Juli (Magny-Cours) 308,586 (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) 12 30. Juli (Hockenheim) 306,485 (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 13 6. August (Mogyoród) 306,663 (Honda) (McLaren-Mercedes) (BMW-Sauber) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 14 27. August (Istanbul) 309,396 (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) 15 10. September (Monza) 306,720 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (BMW-Sauber) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 16 1. Oktober (Shanghai) 305,256 (Ferrari) (Renault) (Renault) (Renault) (Renault) (Ferrari) 17 8. Oktober (Suzuka) 307,573 (Renault) (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Renault) (Renault) 18 22. Oktober (São Paulo) 305,909 (Ferrari) (Renault) (Honda) (Ferrari) (Ferrari)
Rennberichte Großer Preis von Bahrain
Platz Fahrer Team Zeit 1 1:29:46,205 2 + 1,246 3 + 19,360PP1:31,431SR1:32,408
Der Große Preis von Bahrain auf dem Bahrain International Circuit fand am 12. März 2006 statt und ging über eine Distanz von 57 Runden à 5,417 km, also insgesamt 308,238 km.
Am Vortag erreichte Michael Schumacher im Ferrari die Pole-Position mit einer Zeit von 1:31,431 vor seinem Teamkollegen Felipe Massa. Er zog damit mit dem Brasilianer Ayrton Senna gleich, der ebenfalls 65 Pole Positions erringen konnte. Der Rennstart verlief bis auf einen Dreher von Nick Heidfeld, der von Nico Rosberg angestoßen wurde, problemlos.
Entscheidend für den Rennverlauf war die Tankstoppstrategie. Kimi Räikkönen konnte mit seiner Ein-Stopp-Strategie trotz des letzten Startplatzes noch Platz drei erreichen. Schumacher und Alonso waren beide mit einer Zwei-Stopp-Strategie unterwegs. Beim letzten Stopp sicherte sich Fernando Alonso knapp den ersten Platz vor Schumacher. Die schnellste Rennrunde fuhr Rosberg mit 1:32,408 Minuten in seiner 42. Runde kurz vor seinem zweiten Tankstopp.
Von 22 gestarteten Fahren erreichten 18 das Ziel. Nur Ide, Villeneuve, Fisichella und Albers schieden im Rennverlauf aus.
Großer Preis von Malaysia
Platz Fahrer Team Zeit 1 1:30:40,529 2 + 4,585 3 + 19,360PP1:33.840SR1:34.803