Die Stadtwerke Neuss GmbH, kurz swn, ist ein Dienstleistungskonzern in der Stadt Neuss, der Bürger und Unternehmen mit Energie, Wasser sowie Verkehrs- und Freizeitdienstleistungen versorgt. Die Stadtwerke betreiben unter anderem den ÖPNV, drei Bäder und eine Eissporthalle in der Stadt. Das Verkehrsunternehmen ist Mitglied des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR).

Gegründet wurden die Stadtwerke am 19. Juni 1923. In den 1980er Jahren wurden sie als Eigenbetrieb der Stadt ausgegliedert und am 8. Juli 1991 in eine GmbH umgewandelt. Derzeit werden rund 705 Mitarbeiter beschäftigt.

Versorgung Die Stadtwerke Neuss versorgen das Stadtgebiet und das Umland mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. Die Versorgungsgebiete unterscheiden sich dabei voneinander.

Für die Versorgungsdienstleistungen ist die Beteiligungsgesellschaft Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH (EuW) zuständig. An der Gesellschaft sind die Stadtwerke Neuss mit 60,1 %, RWE mit 24,9 % und die Thüga AG mit 15 % beteiligt.

Strom Die EuW ist Konzessionsinhaber der Stromnetze in Neuss. Die Stromnetze sind seit dem 1. Januar 2014 an die RWE Deutschland AG verpachtet.Stadt, swn und RWE sichern Zukunft des „Stromnetz Neuss“ Pressearchiv der Stadt Neuss vom 9. Dezember 2013 Die Stromlieferungen im Jahr 2012 betrugen 260 GWh an Privat- und Gewerbekunden sowie 53 GWh an Geschäftskunden.

Die Stadtwerke Neuss liefern RECS zertifizierten Strom an ihre Endkunden aus.

Erdgas Die Stadtwerke betreiben ein Gasnetz von insgesamt 496 Kilometern Länge mit 32.788 installierten Zählern. Die Absatzmengen im Jahr 2012 betrugen 775 GWh für Tarifkunden und 1.051 GWh für Sondervertragskunden.Konzernabschluss der Stadtwerke Neuss zum Geschäftsjahr 2012. In: Bundesanzeiger.

Fernwärme Eine Fernwärmeversorgung besteht für den Neusser Stadtteil Allerheiligen. Die Wärme, die für Raumheizung und Warmwasserbereitung genutzt wird, wird aus dem größten Aluminium-Walzwerk der Welt, der Aluminium Norf GmbH ausgekoppelt. Das partnerschaftliche Projekt zwischen Industrieunternehmen und Versorger ist von höchster Innovation und wurde von dem Leitprojekt „Landesinitiative Zukunftsenergien NRW“ in besonderem Maße anerkannt.

Die Netzeinspeisung betrug im Jahr 2012 etwa 22 GWh bei einer Absatzmenge von 15,4 GWh. Das Netz verfügt über eine Länge von 15 Kilometer mit 789 Hausstationen.

Wasser Im Neusser Stadtgebiet werden mehr als 114.000 Einwohner mit Trinkwasser versorgt. Etwa die Hälfte des Wassers wird im Wasserwerk Broichhof gewonnen – der Rest wird fremdbezogen. Die gesamte Netzeinspeisung betrug im Jahr 2012 rund 6,7 Mio. m³.

Verkehr Straßenbahn Die erste Straßenbahnverbindung in Neuss bestand seit dem 21. Dezember 1901 durch die Linie B der Rheinbahn AG. Da diese Strecke mit rund einer Million Fahrgästen pro Jahr recht erfolgreich war, beschloss die Stadt Neuss 1903 eine eigene Straßenbahn einzurichten. 1904 wurde zu diesem Zweck ein Elektrizitätswerk gebaut und nachdem Anfang 1909 die Gleise der Preußischen Staatseisenbahn am Hauptbahnhof höher gelegt worden waren, beschloss die Stadt am 12. Januar eine Straßenbahn zu bauen. Am 24. Dezember 1910 wurde die rund 4,7 km lange Strecke vom Depot Neusserfurth über die Venloer Straße, die Further Straße, dem Bahnhof, die Krefelder Straße, die Niederstraße, die Oberstraße und die Augustinusstraße zum Alexianerplatz eröffnet.

Erst 14 Jahre später begann man, die Strecke zu verlängern. Im August 1924 starteten die Bauarbeiten für eine Verbindung nach Kaarst im Nordwesten und nach Grimlinghausen im Südosten von Neuss. Der 3,5 km lange Abschnitt nach Kaarst wurde am 7. Februar 1925 eröffnet und besaß einen eigenen Bahnkörper neben der Straße. Am 19. Juni wurde der 2,8 km lange Abschnitt nach Leuchtenberg, dem heutigen Sporthafen, dem Verkehr übergeben. Zwei Monate später, am 29. August, war die notwendige Brücke über die Erft fertiggestellt, und der letzte rund 0,75 km lange Abschnitt nach Grimlinghausen konnte in Betrieb gehen. Zudem richtet man im November am Hauptbahnhof ein kurzes Stumpfgleise vor das Hauptgebäude ein, welches von der Linie 3 als Endstelle genutzt wurde. Somit gab es Ende 1925 drei Linien der Stadt Neuss:

Linie Linienweg 1 Neusserfurth – Venloer Straße – Further Straße – Niederstraße – Alexianerplatz 2 Kaarst – Neusser Straße – Kaarster Straße – Neusserfurth – Venloer Straße – Further Straße – Niederstraße – Alexianerplatz 3 Bahnhof – Niederstraße – Alexianerplatz – Kölner Straße – Bonner Straße – Grimlinghausen

Geplant war für die nächsten Jahre unter anderem die Verlängerung von Kaarst nach Schiefbahn, die aber nicht realisiert wurde. 1926 wurde zwischen Neusserfurth und Bahnhof sowie zwischen Obertor und Alexianerplatz die Strecke zweigleisig ausgebaut. Weitere Strecken sollten nach Süden und Westen verlaufen. Eine sollte über Reuschenberg, Glehn und Liedberg und eine weitere über Holzheim, Hülchrath, Grevenbroich, Schelsen und Giesenkirchen nach Rheydt führen. Von diesen beiden Strecken wurde nur ein kurzer Abschnitt über die Bergheimer Straße zur Eichendorffstraße umgesetzt. Nach der Eröffnung am 6. Dezember 1928 verkehrte hierhin die Linie 3. Deren Endpunkt verlegte man zudem vom Bahnhof zur Neusserfurth. Eine weitere Planung, die nie realisiert wurde, war eine Verlängerung von Grimlinghausen über Uedesheim und Dormagen nach Köln.

Am 12. Oktober 1925 wurde die Rheinbrücke im Süden von Neuss dem Verkehr übergeben. Die Rheinbahn betrieb nun die Linie 16 als Ringlinie zwischen Düsseldorf und Neuss. Da sich die Stadt Neuss eine Beteiligung an der Rheinbahn gesichert hatte, verkehrte nun die Linie 16 als Gemeinschaftslinie.

Bis in das Jahr 1957 änderte sich am ÖPNV in der Stadt nichts. Erst am 20. August 1957 wurden in der Eichendorffstraße neue Gleise für eine Endschleife verlegt. Dabei wurde die Strecke um einige Meter verlängert und sollte später bis zur Schillerstraße/Weberstraße weiter gebaut werden, was allerdings nie geschah. Am 22. November des Jahres stellte man stattdessen die Linie 3 ein. Nach erheblichen Bürgerprotesten musste man diese aber am 11. August 1959 reaktivieren.

Planungen sahen bereits 1957 vor, das im Entstehen befindliche Wohngebiet Vogelsang mit einer Straßenbahn anzubinden. Dazu sollte die Straßenbahnstrecke um 600 Meter durch die Furtherhofstraße verlängert werden und in einer Wendeschleife enden. Daraus wurde jedoch nichts.

Nachdem die Bürger der Stadt Kaarst sich gegen die Straßenbahn gewandt hatten und die Betriebserlaubnis 1961 nur noch bis 1964 verlängert worden war, stellte man nach einem Beschluss vom 24. März 1963 die Linien 2 und 3 endgültig ein. Somit verkehrte nur noch die Linie 1 und endete an einer neu gebauten Wendeschleife mit Waschanlage neben dem Depot auf der Neusserfurth. Zudem wurde der Takt auf der Linie 1 geändert. Fuhr sie bisher nur alle 30 Minuten und ergänzte so die ebenfalls alle 30 Minuten verkehrende Linie 2 und die alle 10 Minuten verkehrende Linie 3, wurde die Linie 1 nun zur Hauptschlagader des Neusser Nahverkehres und verkehrte zwischen Neusserfurth und Stadthalle alle 7½ Minuten sowie ab Stadthalle bis Grimlinghausen alle 15 Minuten.Günter-J. Dörner: Straßenbahnen in Neuss 1910 bis 1971, Band I. Neuss 1983 An diesem Grundtakt hat sich bis heute nur wenig geändert und wird durch die Überlagerung der heutigen Buslinien 843/844 und 851/852 erreicht, die sich am Zolltor verzweigen.

Am 4. März 1970 regelte man mit der Rheinbahn die Übernahme der durch die Linie 16 befahrenen Strecke und stellte am 7. August 1971 die Linie 1 ein. Die modernen Großraumtriebwagen und Gelenkwagen wurden an die Rheinbahn verkauft, während einige Zwei- und Dreiachser-Triebwagen an das Straßenbahn-Museum Hannover gingen, die jedoch im Zuge von Konkurs und Umstrukturierung bis auf Triebwagen 17 (der heute von der Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf (Linie D) betriebsfähig erhalten wird und von den Stadtwerken Neuss für Sonderfahrten gerne angemietet wird) verschrottet wurden. Den Beiwagen erging es ähnlich, jedoch fanden die vier DüWag-Leichtbeiwagen noch eine Heimat in Duisburg und wurden dort erst 1981 verschrottet.

Nach Einstellung der Straßenbahn, von der wenige Relikte erhalten sind, war die Rheinbahn wie in den Jahren 1901–1910 wieder der alleinige Betreiber in Neuss. Im Zuge einer Linienänderung wurden aus der Gemeinschaftsrundlinie 16/26 die Linie 5, welche nach der Gründung des VRR im Januar 1980 in 705 umbenannt wurde. Wenig später stellte die Rheinbahn mit den Umbauten der Gleisschleifen an der Stadthalle und am Theodor-Heuss-Platz das komplette Straßenbahnliniennetz in Neuss um. So wurde die bisher am Düsseldorfer Südfriedhof endende Linie 709 bis zum Theodor-Heuss-Platz verlängert und die HVZ-Linie 719 bis Neuss Hbf, die jedoch nach Abschluss der Umbauten an der Stadthalle bis dorthin zurückgezogen wurde. Die Linie 705 endete nun an der Stadthalle.

Als 1993 der Düsseldorfer U-Bahn-Tunnel zwischen Düsseldorf Hbf und Lierenfeld betriebsbereit war, wurde die Linienbezeichnung 705 in U 75 geändert. Eine weitere Änderung trat ab 1997 in Kraft, als die Stadt Neuss nicht mehr billigte, die Linie U 75 durch die Innenstadt zur Stadthalle weiterfahren zu lassen. Als Gründe gab man an, dass die Innenstadt verkehrsruhiger gestaltet werden sollte. Dadurch wurden am Hauptbahnhof zwei neue Abstell- und Wendegleise gebaut und die Endhaltestelle von der Stadthalle zum Hbf verlegt. Einzige Ausnahme war die Straßenbahnlinie 709, um die bis zum 13. Mai 2007 gestritten wurde. Bei einem Ratsbürgerentscheid entschieden sich die Bürger für den Verbleib der Straßenbahnlinie 709. Um beidem gerecht zu werden, wird die Linie 709 nun nach dem Umbau der Innenstadt vom Rathaus bis auf Höhe der Krefelder Str. eingleisig geführt.

Von 1994 bis Ende 2013 verkehrte statt der Linie 719 die Linie 704 über die Südbrücke in der HVZ zur Stadthalle in Neuss. Anfang 2014 wurde die Linie 704 dann still und heimlich auf dem Abschnitt Südfriedhof – Neuss Stadthalle eingestellt, was zu heftigen Protesten führte, die jedoch ungehört blieben.

Seitens der Rheinbahn ist langfristig eine zweite Stadtbahnlinie (U 81) geplant, die mit einer neuen Rheinbrücke zum Flughafen Düsseldorf über Lörick und Heerdt bis nach Neuss ins Gewerbegebiet Hammfeld I führen soll. Zur Zeit stellt das Land NRW nicht genügend Fördermittel zur Verfügung, um diese Linie bis Neuss realisieren zu können. Des Weiteren überlegt man, die Linie bis zum S-Bahn-Haltepunkt NE-Rheinpark-Center zu verlängern.

Linie Linienweg D-Gerresheim, Krankenhaus – Grafenberg, Staufenplatz – Düsseldorf Hbf 13px – Graf-Adolf-Platz – NE-Stadthalle – Neuss Hbf – Theodor-Heuss-Platz D-Eller, Vennhauser Allee – Eller Mitte 13px – Düsseldorf Hbf 13px – Heinr.-Heine-Allee – D-Oberkassel – D-Heerdt, Handweiser – NE-Am Kaiser 13px – Neuss Hbf Ratingen – D-Flughafen – Messe – Lörick – Heerdt – Neuss Hbf – Hammfelddamm (Rheinpark-Center 13px)

Oberleitungsbus 1948 wollte man die an der Eichendorffstraße endende Straßenbahnlinie 3 weiter nach Reuschenberg verlängern.Günter-J. Dörner: Straßenbahnen in Neuss 1910 bis 1971, Band I. Neuss 1983 Jedoch gab es zu jener Zeit weder Schienen, Straßenbahntriebwagen noch Omnibusse zu kaufen. In den Trümmern des Henschel-Werkes wurden fast fertiggestellte O-Busse geborgen und am Markt waren Fahrleitungsanlagen günstig zu haben, so dass sich die Stadt Neuss schnell zum Bau einer Obusstrecke entschloss. Am 23. August 1948 wurde auf der Strecke zwischen der Zollstraße und Reuschenberg (Schlagbaum) eine zweigleisige Oberleitungsbusstrecke sowie ein O-Bus-Depot in Reuschenberg auf der Aurinstraße eingerichtet. Neuss hatte als eine der wenigen Städte Deutschlands mit unter 100.000 Einwohner neben dem Omnibus und der Straßenbahn ein drittes Beförderungsmittel. In den nächsten sechs Jahren verlängerte man das Netz weiter, beginnend mit dem Abschnitt von Reuschenberg nach Weckhoven.