Thörl ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Gerichtsbezirk Bruck an der Mur und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag in der Obersteiermark (Österreich). Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurde Thörl am 1. Jänner 2015 mit den Gemeinden Etmißl und Sankt Ilgen zusammengelegt.Steiermärkische Gemeindestrukturreform.§ 3 Abs. 1 Z 7 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014, , S. 2.
Geografie Geografische Lage Thörl liegt in der nördlichen Steiermark. Die Fläche umfasst Quadratkilometer.
Gemeindegliederung Katastralgemeinden und gleichnamige Ortschaften sind (Fläche Stand ; Einwohner Stand )
Nachbargemeinden
Eingemeindungen Am 1. Jänner 1955 wurde die Gemeinde Fölz bei Thörl eingemeindet. Am 1. Jänner 2015 wurden die Gemeinden Etmißl, St. Ilgen und Thörl fusioniert.
Geschichte mini|Blick auf Thörl, um 1850 Schon in der Jungsteinzeit dürften Siedlungen in der Gegend um Thörl bestanden haben. Um 600 n. Chr. zogen slawische Siedler in die Gegend, wovon heute noch einige Ortsnamen zeugen. Während des 8. Jahrhunderts wanderten Bayern ein.
1103 schenkte Herzog Heinrich III. von Kärnten das Aflenztal, in dem auch Thörl liegt, dem Stift St. Lambrecht. 1342 erschien Palbersdorf das erste Mal urkundlich, Thörl (als toer in der aynoed; Thörl in der Einöd) 1345. Die Gegend war damals noch als Einöd bekannt. Die Straßensperre, die dem Ort den Namen gab, bestand damals bereits. Der Gegendname Hinterberg ist sogar schon seit 1253 bekannt.
Im 14. Jahrhundert begann in Thörl die Eisenproduktion. Da das Tal allerdings in Thörl zu eng war, konzentrierte sich der Wohnungsbau auf Palbersdorf.
1849 wurde Thörl in die Gemeinde Aflenz eingebunden, 1915 sollte diese wegen divergierender Interessen wieder aufgeteilt werden, was wegen des Ersten Weltkrieges auf 1919 verschoben wurde.
1893 wurde die Thörlerbahn eröffnet, welche Kapfenberg mit Turnau verband. Vor allem die ansässige Eisenindustrie profitierte stark davon. Geplant war auch eine Verlängerung bis zur Mariazellerbahn, um die Südbahn mit der Westbahn zu verbinden, dies wurde aber nie realisiert.
1945, zum Ende des Zweiten Weltkriegs, marschierten Soldaten der Roten Armee ein. Sie blieben bis Thörl noch im selben Jahr der britischen Besatzungszone zufiel.
1955 vereinigten sich die Gemeinden Thörl und Fölz, außerdem erhielt Thörl das Recht, ein Wappen zu führen.
1959 wurde der Personenverkehr auf der Bahnstrecke eingestellt, fünf Jahre später wurde der Abschnitt von Seebach nach Seewiesen, einem Ortsteil von Turnau, stillgelegt, 1990 auch der Abschnitt von Aflenz nach Seebach. 1991 startete der Verein Thörlerbahn ein Museumsbahn-Projekt, welches auch gut angenommen wurde. Als allerdings 1995 die Eisenindustrie wegen einer Bankenpleite in den Konkurs schlitterte, verlor der Betreiber der Strecke, die Steiermärkischen Landesbahnen, den größten Frachtkunden und musste den Betrieb einstellen. Der Verein durfte danach noch bis 1997 die Strecke befahren und bot dabei auch eine Muskelkraft-Draisine an. Die Gleise der Thörlerbahn wurden 2003/04 abgetragen, von Kapfenberg aufwärts bis Hinterberg wurde aus der Bahntrasse ein Geh- und Radweg.
1994 wurde die Gemeinde wegen ihrer Leistungen, wie zum Beispiel Bau von Haupt- und Volksschule, Hallenbad und Gemeindewegen, zur Marktgemeinde erhoben.
Religion Für die evangelische Glaubensgemeinschaft bestand bereits zum Beginn des 20. Jahrhunderts eine Predigtstation in Thörl, sie wurde am 29. Juni 1914 geweiht.
Am 21. Juni 1964 wurde auch die katholische Kirche eingeweiht, die Aflenzer Expositur Thörl wurde zu einer selbständigen Pfarre erhoben. Das Grundstück für die Kirche wurde von Johann III. von Pengg gestiftet. Bis dahin diente die Barbarakapelle im Schloss Thörl als Gottesdienstraum.
Bevölkerungsentwicklung 2026 lebten nur 2161 Menschen in Thörl.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Thörl, im Hintergrund Burg Schachenstein mini|Katholische Pfarrkirche Thörl mini|Evangelische Christuskirche
Burg Schachenstein Schloss Thörl: Am Ortseingang befindet sich Schloss Thörl, welches früher als „Tor“ zum Ort diente. Daher auch der Name des Ortes. Das Schloss gehört der Hempel-Hubersting Privatstiftung. Katholische Pfarrkirche Thörl Hll. Dreifaltigkeit Evangelische Christuskirche Katholische Filialkirche Sankt Ilgen hl. Ägidius
Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen Joh. Pengg AG – Drahtwerk
Tourismus Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Aflenz den Tourismusverband „Hochschwab“. Dessen Sitz ist in Aflenz.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück, Nr. 306, , S. 626.
Thörl zählt jährlich etwa 7000 bis 10.000 Übernachtungen, den Großteil davon in den Sommermonaten Juni bis September.
Bildung Im Gemeindegebiet von Thörl befinden sich: Kinderbetreuung Gemeindekindergarten Etmißl Gemeindekindergarten Thörl eine Tagesmutter Schulen Volksschule Thörl Volksschule Etmißl Neue Mittelschule Thörl Viele Jugendliche besuchen weiterführende Schulen in Kapfenberg und Bruck an der Mur.
Verkehr Thörl liegt an der Mariazeller Straße B 20, welche die wichtigste Verbindung zwischen Kapfenberg im Mürztal und dem Wallfahrtsort Mariazell sowie im weiteren Verlauf auch St. Pölten darstellt.
Die Gleise der Thörlerbahn wurden 2003/04 abgetragen, von Thörl bis Kapfenberg wurde die Strecke durch einen Radweg ersetzt.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark hatte bzw. hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 2015: 9 SPÖ, 3 ÖVP, 2 Freie Unabhängige Liste Lebenswert und 1 FPÖ. 2020: 10 SPÖ, 4 ÖVP und 1 FPÖ. 2025: 9 SPÖ, 4 ÖVP und 2 FPÖ.
Bürgermeister
2015–2024 Günther Wagner (SPÖ) seit 2024 Christian Polaschek (SPÖ)
Wappen
150px|links Zwei der drei Vorgängergemeinden hatten je ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Das 1955 verliehen Wappen von Thörl nahm Bezug auf die das Ortsbild beherrschende Ruine Schachenstein und auf die große Bedeutung der Thörler Werke in der metallverarbeitenden Industrie.Die Geschichte von Thörl auf der Webseite der Gemeinde, abgerufen am 28. Dezember 2017
Die Neuverleihung eines Wappens für die Fusionsgemeinde erfolgte mit Wirkung vom 1. September 2025. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet: „In blauem Schild ein silberner dreispitziger, mit der mittleren Spitze an den oberen Schildrand stoßender Berg, darin über einem Lindenblattschnitt (4:3) zum grünen Schildfuß eine rote gequaderte Burg mit zwei je dreizinnigen, mit einem hochrechteckigen, schwarz durchbrochenen Fenster versehenen Außentürmen und einem ebensolchen erniedrigten Mittelteil, zwischen den Türmen zur mittleren Bergspitze ein schwarzes Bergwerkszeichen.“
Regionalpolitik Thörl ist Mitglied in der 2. Dezember 2009 gegründeten Regionext-Kleinregion Hochschwab Süd,. Raumplanung Steiermark | News. und in der LEADER-Region Mariazellerland–Mürztal., netzwerk-land.at
Bezüglich der Gemeindestrukturreform der Steiermark 2010–2015 führte die Gemeinde zum einen Gespräche mit Bruck und Kapfenberg (große Lösung),Wird Thörl Stadtteil oder Kleinregion? kleinezeitung.at, 4. Oktober 2012. zum anderen war auch eine Fusion mit Etmißl und Sankt Ilgen im Gespräch,. Liste Endversion A01, 2012 (pdf, gemeindestrukturreform.steiermark.at; 97 kB).Karte Grafik, Teil 2, Nr. 42 in . kleinezeitung.at, 21. Jänner 2013. Stand der Karten 22. Jänner 2013 oder eine weitergehende Fusion mit Aflenz Kurort/Aflenz Land sowie Turnau (Sechser-Lösung). Eine Fusion mit den beiden Städten wurde von der EtmißlerAktuelles für Gemeindebürger, etmissl.at, abgerufen am 3. Mai 2013 wie auch von der St.-Ilgner, st-ilgen.at, abgerufen am 3. Mai 2013 Lokalpolitik abgelehnt.
Gemeindepartnerschaften Ljubečna
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1975: Hannes Bammer (1922–2017), Landesrat
Söhne und Töchter von Thörl Grete Scheuer (1900–1988), Schriftstellerin Erwin Zankel (1941–2026), Journalist Siegfried Schrittwieser (* 1952), Landespolitiker (SPÖ), ehemaliger Bürgermeister und steirischer Landtagspräsident
Personen mit Bezug zur Gemeinde Peter Pögl (um 1430–1486), Hammerherr und Waffenfabrikant Sebald Pögl der Ältere (um 1460–1510), Waffenfabrikant Sebald Pögl der Jüngere (um 1490–1540), Hammerherr und Waffenfabrikant
Literatur Josef Riegler, Gemeinde Thörl (Hrsg.): Geschichte der Gemeinde Thörl, Eigenverlag, Hausmannstätten/Graz 1994, ISBN 3-901202-10-2.
Weblinks
Website der Gemeinde Steiermark360, 360°-Luftaufnahme Thörl
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1345 Kategorie:Gemeindegründung 2015 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag Kategorie:Hochschwab Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Mürz Kategorie:Mürzsteger Alpen