Der Begriff antinukleäre Antikörper (kurz ANA; englisch antinuclear antibodies) oder antinukleärer Faktor (ANF) steht für die Gesamtheit aller Autoantikörper gegen Antigene im Zellkern. Der genaue Weg, auf dem es zur Bildung von Autoantikörpern kommt, ist nach wie vor unbekannt.

Im Blut zirkulierende Autoantikörper wie die ANA können durch den Indirekten Immunfluoreszenztest nachgewiesen und semiquantitativ bestimmt werden.

Krankheiten

Krankheiten, die oft mit einem erhöhten ANA-Titer einhergehen, sind z. B. Autoimmunerkrankungen aus dem Bereich der Kollagenosen Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) Polymyositis und Dermatomyositis Sjögren-Syndrom CREST-Syndrom Sklerodermie Rheumatoide Arthritis (primär chronische Polyarthritis, PCP) Sharp-Syndrom (sog. Mischkollagenose) Einige Vaskulitiden (u. a. Panarteriitis nodosa in 15–25 %Meist niedrige ANA-Titer unbekannter Spezifität) chronische Autoimmunhepatitis in 25–33 % Psoriasisarthritis in ca. 15 % Sarkoidose in ca. 5–30 % Myasthenia gravis in 40–60 % Lungenfibrose, fibrosierende Alveolitis in 20–40 % Diverse Neoplasien Gesunde Verwandte von Lupus-erythematodes-Patienten altersunabhängig in ca. 25 % Auch gesunde Personen über 60 Jahre haben in 5–30 % niedrig titrige ANA (unter 60 Jahre nur in 0–5 %).Lothar Thomas (Hrsg.): Labor und Diagnose. Kapitel 25.3: Rudolf Mierau, Ekkehard Genth: Autoantikörper bei systemischem Lupus erythematosus und verwandten Erkrankungen. 5. Auflage. TH-Books Verlagsgesellschaft, Frankfurt/Main 1998.

Immunfluoreszenztest (IFT) Direkter IFT Zum Nachweis gewebe- oder zellständiger Antigene werden die zu untersuchenden Zellen mit fluoreszierendenMit Fluoreszeinisothyanat oder Rhodamin markierten Antikörpern überschichtet und nach Entfernung überschüssiger Antikörper unter dem Fluoreszenzmikroskop beurteilt.

Indirekter IFT (IIFT) Zum Nachweis von Serumantikörpern (wie ANA) werden Zellkerne von gesundem Testgewebe mit dem Patientenserum versetzt. Falls das Serum ANA enthält, binden diese an den Zellkernen. Die dabei entstehenden Antigen-Antikörper-Komplexe werden mit einem fluoreszierenden SekundärantikörperAnti-ANA-Antikörper, sog. „Antiantikörper“ (Roche-Lexikon Medizin, 4. Auflage, München 1998, Stichwort „Immunofluoreszenz“) markiert. Unter dem Fluoreszenzmikroskop zeigt sich dann ein Fluoreszenzmuster, das auf bestimmte Krankheitsspezifitäten hinweist. Dies erleichtert eine Differentialdiagnose der in Frage stehenden Erkrankungen.

Die größte Verdünnung des Patientenserums, die gerade noch eine Fluoreszenz zeigt, wird als ANA-Titer oder ANA-Wert bezeichnet, der normalerweise unter 1:100MVZ Labor Dr. Krause Kiel oder auch noch unter 1:160 liegt,A. Dormann, C. Luey, C. Heer: Laborwerte. Urban & Fischer Verlag, 5. Auflage 2009, S. 24. wobei allerdings auch ca. 3 % der gesunden Menschen einen Titer von bis zu 1:320 haben.G. Herold et al.: Innere Medizin. Selbstverlag Köln, 2014, S. 671 Bei Titern größer 1:80 wird das Fluoreszenzmuster und die daraus resultierende Assoziation zu den jeweiligen Erkrankungen angegeben, außerdem das benutzte Testgewebe, z. B. ANA IgG IFT (HEp2) 1:320.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Antikörper Kategorie:Labormedizinisches Untersuchungsverfahren Kategorie:Diagnostisches Verfahren in der Rheumatologie