Die Lassaigne-Probe, benannt nach dem französischen Chemiker Jean Louis Lassaigne (1800–1859), ist ein Verfahren zum Nachweis von organischem Stickstoff bzw. Cyanid durch Bildung von leicht löslichem Berliner Blau, welches durch seine blaugrüne Farbe leicht identifiziert werden kann.Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 786. Sie wurde 1843 von dem Chemiker als Nachweisverfahren vorgeschlagen. Das Prinzip der Probe ist, dass jede stickstoffhaltige organische Substanz Natrium- oder Kaliumcyanid bildet, wenn man sie mit metallischem Natrium oder Kalium stark erhitzt.

Ablauf des Nachweises Bei der Probe wird Natrium stark erhitzt und mit der Probe in Kontakt gebracht und das entstehende Reaktionsprodukt später vorsichtig in Wasser gelöst. Die wässrige Analysen-Lösung wird mit verdünnter Natronlauge oder Salzsäure neutralisiert. Dann wird etwas gesättigte Eisen(II)-sulfat-Lösung zugetropft und kurz zum Sieden erhitzt.

Ist Cyanid anwesend, bildet sich Hexacyanoferrat(II):

Fe2+ + 6 CN− → [Fe(CN)6]4−

Dann wird etwas gesättigte Eisen(III)-chlorid-Lösung zugetropft und wieder erhitzt.

Hat sich vorher das Hexacyanoferrat(II) gebildet, so entsteht nun das blaugrüne leicht lösliche Berliner Blau:

[Fe(CN)6]4− + Fe3+ → [FeIIIFeII(CN)6]− (blaugrün in Lösung)

[Fe(CN)6]4− + Fe3+ + Na+ → Na[FeIIIFeII(CN)6] (blaugrüner Niederschlag)

[Fe(CN)6]4− + Fe3+ + K+ → K[FeIIIFeII(CN)6] (blaugrüner Niederschlag)

Ob Niederschlag entsteht, hängt von der Anzahl und Art der vorhandenen Alkali-Kationen ab.

Der Nachweis kann falsch negativ ausfallen, da einige stickstoffhaltige Substanzen (zu Beispiel Diazoniumverbindungen) so leicht elementaren Stickstoff abgeben, dass sich bei dem Verfahren kein Cyanid bildet. Andere Substanzen (wie zum Beispiel verschiedene Pyrrolderivate) wiederum sind Natrium gegenüber so reaktionsträge, dass sie verdampfen, ohne mit dem Natrium zu reagieren.

Siehe auch Natrium-Aufschluss Amine

Einzelnachweise

Kategorie:Nachweisreaktion