Elpersdorf bei Ansbach (amtlich: Elpersdorf b.Ansbach,Seit 1952. M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 985. fränkisch: ElbaschdorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 69. Dort folgendermaßen transkribiert: „elbəschdorf“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Elpersdorf hat eine Fläche von 13,576 km². Sie ist in 2209 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6145,56 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Dautenwinden, Dombach im Loch, Höfen, Höllmühle, Käferbach, Liegenbach, Mittelbach, Oberdombach, Windmühle und Wüstenbruck.

Geografie Das Pfarrdorf liegt auf der Europäischen Wasserscheide. Im Ort entspringt der Käferbach, ein linker Zufluss der Altmühl, nördlich des Dorfs das Geisengrundbächl, ein rechter Zufluss des Fürstengrabens, der rechts in den Onolzbach fließt. Im Osten schließt sich das Gewerbegebiet Ansbach-West an. 0,5 km im Nordwesten liegen die Schweizeräcker, 0,5 km im Süden liegt das Herbstfeld.

Unmittelbar nördlich des Ortes verläuft die Staatsstraße 1066. Sie führt nach Ansbach (3,5 km nordöstlich) bzw. über Windmühle nach Neunstetten (5 km südwestlich). Die Staatsstraße 2248 führt zur Anschlussstelle 51 der Bundesautobahn 6 (2,5 km südlich) und weiter nach Herrieden (5 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dautenwinden (1 km südlich), nach Dombach im Loch (1 km östlich) und nach Geisengrund (0,8 km nordöstlich).

Geschichte 9. Jahrhundert bis 1970er Jahre Elpersdorf wurde wahrscheinlich im 9. Jahrhundert gegründet und unterstand zunächst dem St.-Gumbertus-Kloster Ansbach. 1288 wurde der Ort im Testament des Wolfram von Dornberg als „Eltwinsdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Gründung geht auf einen Siedler namens Eltwin zurück.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 69.Vergleiche hierzu auch Eltmannshausen. Eltwin leitet sich wahrscheinlich vom germanischen Personennamen Alduin ab. 1331 kam der Ort an den Nürnberger Burggrafen Friedrich IV. Es wurden damit zunächst die Herren von Bruckberg belehnt und in deren Folge die Herren von Vestenberg.

Im Jahre 1426 wurde die örtliche St.-Laurentius-Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Die Ursprünge der Kirche sind aber wohl deutlich älter. Zuerst handelte es sich um eine Filialkirche von St. Nikolaus (Schalkhausen). 1598 wurde sie zur Pfarrei erhoben.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Elpersdorf 12 Mannschaften verzeichnet: Alle Anwesen (3 Höfe, 8 Güter, 1 Häuslein) hatten das Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn. Außerdem gab es noch das Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 743. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 682.

Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Elpersdorf 12 Anwesen (3 Höfe, 8 Köblergüter, 1 Wirtschaft). Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Neben den Anwesen gab es noch kirchliche Gebäude (Kirche, Pfarrgut) und kommunale Gebäude (Schule, Hirtenhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 851.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 6. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

1806 kam Elpersdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Elpersdorf gebildet, zu dem Aub, Dombach im Loch, Höfen, Höllmühle, Käferbach, Kurzendorf, Liegenbach, Mittelbach, Oberdautenwinden, Oberdombach, Unterdautenwinden, Windmühle und Wüstenbruck gehörten. Die Ruralgemeinde Elpersdorf entstand 1811Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt).

Im Jahre 1833 stellten Dombach im Loch und Kurzendorf einen Antrag zur Gemeindebildung mit Bernhardswinden und Meinhardswinden aus der Gemeinde Brodswinden. Dieser wurde abgelehnt. Es folgten weitere Anträge, bis am 19. Oktober 1873 einer Umgemeindung von Kurzendorf nach Bernhardswinden stattgegeben wurde.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 946 f.K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, S. 12. Von 1862 an gehörte Elpersdorf zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zuständig, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 985 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 13,578 km².

1952 wurde der Gemeindename von Elpersdorf nach Elpersdorf bei Ansbach geändert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Elpersdorf samt zugehöriger Gemeindeteile am 1. Juli 1972 nach Ansbach eingemeindet.

Baudenkmäler Laurentiusstraße 2: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Laurentius mit Friedhof Laurentiusstraße 3: Pfarrhof

Bodendenkmäler In der Gemarkung Elpersdorf gibt es zehn Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Elpersdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 708 733 788 813 787 797 822 700 742 780 788 769 753 733 734 774 804 799 792 1088 1158 1085 1084 1075HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. In den Jahren 1807 und 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 142 139 140 139 142 150 163 198 Quelle Für die Gemeinde Elpersdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Aub (S. 6), Dombach im Loch (S. 19), Höfen (S. 41), Höllmühle (S. 42), Käferbach (S. 45), Kurzendorf (S. 51), Liegenbach (S. 54), Mittelbach (S. 59), Oberdautenwinden (S. 65), Oberdombach (S. 66), Unterdautenwinden (S. 94), Windmühle (S. 104) und Wüstenbruck (S. 105). Im Historischen Gemeindeverzeichnis hat die Gemeinde 761 Einwohner.

Ort Elpersdorf Jahr 1807 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 101 129 103 122 104 133 148 213 323 413 420 685Häuser 16 17 20 25 27 38 49 67 177Quelle K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, S. 134 f.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Laurentius (Elpersdorf bei Ansbach). die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.

Vereinsleben TSV Elpersdorf Freiwillige Feuerwehr Elpersdorf Schützenverein Frankenhöhe Obst- und Gartenbauverein Siedler- und Eigenheimervereinigung Elpersdorf Gesangverein Elpersdorf Militär- und Kriegerkameradschaft

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1288 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Ansbach