Die 1. Niederösterreichische Landesliga, kurz 1. NÖ Landesliga, gehört gemeinsam mit den anderen acht Landesligen zur vierthöchsten Spielklasse im österreichischen Herrenfußball. Die Liga ist zugleich die höchste Niederösterreichs.
Bis zur Einführung einer gesamtösterreichischen Liga 1949 war die Landesliga jedoch die höchstmögliche Spielklasse für niederösterreichische Vereine. Die Gewinner aus dieser Zeit durften sich Meister von Niederösterreich nennen.
Geschichte
Provinz-Meisterschaft 1913/14 bis zur Abspaltung Wiens (1922) Saison Provinzmeister(nicht offiziell) Landesmeistersiehe Profiliga Landesmeisterschaft Niederösterreich Erste Klasse 1911/12 keine Meisterschaft SK Rapid Wien 1912/13 SK Rapid Wien 1913/14 Wiener AF 1913/14 Provinz Süd:Germania SchwechatProvinz Nord:Stockerauer SV 07 Wiener AC 1914/15 keine Meisterschaft SK Rapid Wien Landesmeisterschaft Niederösterreich Erste Klasse 1915/16 Germania Schwechat SK Rapid Wien 1916/17 keine Meisterschaft SK Rapid Wien 1917/18 Floridsdorfer AC 1918/19 SK Rapid Wien 1919/20 ASK Liesing SK Rapid Wien 1920/21 Stockerauer SV 07 SK Rapid Wien 1. Klasse Niederösterreich Erste Klasse 1921/22 SV Korneuburg Wiener Sport-Club Neben einer Profiliga, die erstmals 1911 ausgetragen wurde, wurde auch in der Spielsaison 1913/14 erstmals eine Provinzmeisterschaft für Niederösterreich ausgetragen, an der Mannschaften aus der Hauptstadt Wien nicht teilberechtigt waren. Die Vereine spielten in den Provinzgruppen Süd und Nord, wobei die jeweiligen Sieger das Finalspiel um den Titel bestritten. In der Provinzgruppe Süd spielten die Vereine SC Germania Schwechat, VfB Mödling, ASK Liesing, Badener AC und 1. Wiener Neustädter SC. Die Provinzgruppe Nord gewann Stockerauer SV 07. Weitere Teilnehmer waren 1. Korneuburger SV und Klosterneuburger SV.
Für das Finale qualifizierten sich SC Germania Schwechat und Stockerauer SV 07. Dabei behielt der SC Germania mit einem 7:0 in Schwechat und einem 2:2 in Stockerau die Oberhand und feierte mit dem Gewinn der Provinzmeisterschaft seinen ersten Erfolg.
In den Folgesaisonen wurde, zunächst kriegsbedingt, keine Meisterschaft ausgetragen. Für die Jahre bis 1920 konnte entweder keine Provinzmeisterschaft ausgetragen werden oder die Meisterschaften wurden abgebrochen. Erst wieder 1921 mit dem Meister SV Stockerau 07 und 1922 mit SV Korneuburg 1902 konnte ein Spielbetrieb vollständig ausgetragen werden. Zu beachten ist, dass diese Provinzmeisterschaften bis 1922 nicht als offizielle Landesmeisterschaften anerkannt sind und bis zur Abspaltung Wiens von Niederösterreich die Meister der 1. Wiener Klasse – und somit die Fußballmeister Österreichs – gleichzeitig als Landesmeister von Niederösterreich galten.
1922 bis vor dem Zweiten Weltkrieg (1937) Saison Meister 1. Klasse Niederösterreich 1922/23 1. Wiener Neustädter SC 1923–1925 1. Wiener Neustädter SC 1925 1. Wiener Neustädter SC 1925/26 1. Wiener Neustädter SC 1926/27 SC St. Pölten 1927/28 SV Korneuburg 1928/29 VfB Mödling 1929/30 Kremser SC 1930/31 Kremser SC 1931/32 Badener AC 1932/33 Kremser SC 1933/34 SC St. Pölten 1934/35 Badener AC 1935/36 1. Wiener Neustädter SC 1936/37 1. Wiener Neustädter SC Ab dem Jahr 1922 kam es zur regelmäßigen Austragung der Landesmeisterschaften. Ab 1929 war der Sieger zur Teilnahme an den österreichischen Amateurmeisterschaften, die bis 1937 ausgetragen wurden, berechtigt. Folgende Mannschaften erspielten die Meisterschaft von den 1920er Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg: 1. Wiener Neustädter SC (fünfmal), Kremser SC (dreimal), SC St. Pölten (zweimal), SV Korneuburg, SC St. Pölten und Badener AC (je einmal).
Landesmeister in Zeiten der Ostmark (1937–1945) Saison Meister Niederdonau 1937/38 ESV Wacker Wiener Neustadt Bezirksklasse Ost 1938/39 WSV BU Neunkirchen 1939/40 WSV BU Neunkirchen Niederdonau 1940/41 BSG Traisen 1941/42 LSV Markersdorf 1942/43 LSV Markersdorf 1943/44 Badener AC 1944/45 Gauklasse Nord: SV Moniere KremsGauklasse Süd: Badner AC Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde in der nunmehrigen Ostmark eine gesamtösterreichische „Gau“-Liga eingeführt. Die niederösterreichischen Mannschaften hatten daher, zumindest in einigen Saisonen die Chance in die höchste ostmärkische Liga aufzusteigen.
Über die Meisterschaften in der Bezirksliga liegen heute nur noch bedingt Informationen vor. Im Endspiel um den Titel des Jahres 1940 standen sich der WSV BU Neunkirchen und die Stockerauer SV 07 gegenüber. Ausgetragen wurde das Finale am 1. Mai 1940 im Alpenstadion des SC Ortmann in Neusiedl bei Pernitz. Das exakte Resultat ist nicht mehr bekannt.
1945–1950 Landesliga Niederösterreich (2. Spielklasse) Saison Meister Landesliga Niederösterreich 1945/46 1. Wiener Neustädter SC 1946/47 SC Harland 1947/48 SV Mödling 1948/49 SV Gloggnitz 1949/50 1. Wiener Neustädter SC Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam es kurze Zeit erneut zu einer Beschränkung der Vereine, die an der österreichischen Meisterschaft teilnahmen, auf Wien, sodass drei weitere Saisonen niederösterreichische Landesmeisterschaften ausgespielt wurden. Ab dem Jahr 1948 übernahm die niederösterreichische Meisterschaft die Funktion einer, vorerst zweitklassigen Landesliga, die den Aufstieg in die Staatsliga A, auch durch Relegationsspielen, ermöglicht. In dieser Zeit errangen zweimal der 1. Wiener Neustädter SC, einmal SC Harland, SV Mödling und SV Gloggnitz den Meistertitel.
1950–1959 Landesliga Niederösterreich (3. Spielklasse) Saison Meister Landesliga Niederösterreich 1950/51 ASK Ternitz 1951/52 SC Siebenhirten 1952/53 SC Ortmann 1953/54 Kremser SC 1954/55 SC Harland 1955/56 SC Ortmann 1956/57 TSV Hainburg 1957/58 SC Ortmann 1958/59 BSV Voith St. Pölten Durch die Einführung der Staatsliga B 1950 als zweite Leistungsstufe wurde die Landesliga in Niederösterreich die dritte Spielstufe. Bis 1959 wurde in den 1950er Jahren der ASK Ternitz, SC Siebenhirten, Kremser SC, SC Harland, TSV Hainburg und BSV Voith St. Pölten einmal und SC Ortmann dreimal Meister.
1959–1974 Landesliga Niederösterreich (3. Spielklasse) Saison Meister Landesliga Niederösterreich 1959/60 ASK Ternitz 1960/61 SV Gloggnitz 1961/62 ASK Ternitz 1962/63 SC Günselsdorf 1963/64 SC Marchegg 1964/65 SC Tulln 1965/66 Badener AC 1966/67 SC Brunn 1967/68 SV Traiskirchen 1968/69 BSV Enzesfeld-Hirtenberg 1969/70 SV Stockerau 1970/71 SV Admira Wiener Neustadt 1971/72 Badener AC 1972/73 ASK Eggendorf 1973/74 Kremser SC In der Saison 1959/60 wurde die zweite Liga, die Staatsliga B, in Regionalliga Ost umbenannt und es spielten nur mehr Vereine aus Burgenland, Niederösterreich und Wien. Die Vereine aus Oberösterreich und Steiermark spielten ab nun in der neuen Regionalliga Mitte. Bis 1974 dominierten die Mannschaften ASK Ternitz, SV Gloggnitz, SC Günselsdorf, SC Marchegg, SC Tulln, Badener AC, SC Brunn, SV Traiskirchen, BSV Enzesfeld-Hirtenberg, SV Stockerau, SV Admira Wiener Neustadt, ASK Eggendorf und Kremser SC in der niederösterreichischen Liga.
1974–1980 Landesliga Niederösterreich (4. Spielklasse) Saison Meister Landesliga Niederösterreich 1974/75 KSV Böhlerwerk 1975/76 FC Waidhofen/Ybbs 1976/77 SC Brunn 1977/78 SC Laa an der Thaya 1978/79 SC Untersiebenbrunn 1979/80 SC Neunkirchen In der Saison 1974/75 wurde die Bundesliga als neue erste Spielklasse eingeführt. Die Nationalliga, die bisher als erste Klasse fungierte, war die neue zweite Spielklasse. Durch diese Reform wurde die Landesliga Niederösterreich nach der Regionalliga Ost die vierte Spielklasse und somit gab es auch neue Meister: KSV Böhlerwerk, FC Waidhofen/Ybbs, SC Brunn, SC Laa an der Thaya, SC Untersiebenbrunn und SC Neunkirchen.
1980–1984 Landesliga Niederösterreich (3. Spielklasse) Saison Meister Landesliga Niederösterreich 1980/81 SV Stockerau 1981/82 Badener AC 1982/83 Kremser SC 1983/84 SG SV Eichgraben/SV Gablitz 1980 wurde die Regionalliga Ost abgeschafft und die Landesligameister aus Burgenland, Niederösterreich und Wien spielten ein Aufstiegsplayoff. Vereine, die schon mal den Meistertitel eroberten, könnten in dieser Zeit diese verteidigen: SV Stockerau, Badener AC und Kremser SC. 1984 konnte die Sportgemeinschaft aus Eichgraben/Gablitz den Meisterteller erobern.
1984–1995 Landesliga Niederösterreich (4. Spielklasse) Saison Meister Landesliga Niederösterreich 1984/85 VfB Mödling 1985/86 SV Stockerau 1986/87 1. Wiener Neudorfer SVg 1987/88 ASK Bruck/Leitha 1988/89 ASK Ybbs 1989/90 EPSV Gmünd 1990/91 SV Horn 1991/92 ASV Hohenau 1992/93 FC Waidhofen/Ybbs 1993/94 SC Himberg 1994/95 ASK Kottingbrunn Seit der Saison 1984/85 ist die Landesliga Niederösterreich die vierthöchste Spielklasse unterhalb der wiederbelebten Regionalliga Ost, dadurch gab es neue Vereine, die auf der Liste der Meister aufscheinen: VfB Mödling, SV Stockerau, 1. Wiener Neudorfer SVg, ASK Bruck/Leitha, ASK Ybbs, EPSV Gmünd, SV Horn, ASV Hohenau, FC Waidhofen/Ybbs, SC Himberg und ASK Kottingbrunn.
1995–2018 1. NÖN Landesliga (4. Spielklasse) Saison Meister 1. NÖN Landesliga 1995/96 SC Untersiebenbrunn 1996/97 SV Würmla 1997/98 SV Horn 1998/99 SC Zwettl 1999/2000 SV Hundsheim 2000/01 Kremser SC 2001/02 SKN St. Pölten 2002/03 FC Admira Wacker Mödling II 2003/04 SV Würmla 2004/05 SC Zwettl 2005/06 ASK Schwadorf 2006/07 SV Horn 2007/08 SKU Amstetten 2008/09 SV Gaflenz 2009/10 1. SC Sollenau 2010/11 SKU Amstetten 2011/12 SC Retz 2012/13 ATSV Ober-Grafendorf 2013/14 SKN St. Pölten Juniors 2014/15 ASK Ebreichsdorf 2015/16 SC Mannsdorf 2016/17 ASK-BSC Bruck/Leitha 2017/18 SV Leobendorf Ab 1995 wurde die 1. NÖN Landesliga das erste Mal ausgespielt, erster Meister wurde der SC Untersiebenbrunn. Bis zum Jahr 2000 dürften sich SV Würmla, SV Horn, SC Zwettl und SV Hundsheim niederösterreichischer Meister nennen.
Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts waren die Mannschaften von Kremser SC, SKN St. Pölten, die zweite Mannschaft von FC Admira Wacker Mödling, SV Würmla, SC Zwettl, ASK Schwadorf, SV Horn, SKU Amstetten, SV Gaflenz und 1. SC Sollenau erfolgreich.
2010 konnte SKU Amstetten den Meistertitel von 2008 verteidigen. Anschließend siegten die Vereine SC Retz, ATSV Ober-Grafendorf, die 2. Mannschaft von SKN St. Pölten, ASK Ebreichsdorf, SC Mannsdorf, ASK-BSC Bruck/Leitha und SV Leobendorf.
Seit 2018 1. Landesliga (4. Spielklasse) Saison Meister 1. Landesliga 2018/19 SV Stripfing 2019/20 wegen COVID-19-Pandemie in Österreich abgebrochen 2020/21 wegen COVID-19-Pandemie in Österreich abgebrochen 2021/22 USV Scheiblingkirchen-Warth 11teamsports 1. Landesliga 2022/23 SCU Ardagger/Viehdorf 2023/24 SV Gloggnitz 2024/25 SC Retz 2025/26 USV Scheiblingkirchen-Warth Seit 2018 gewann der SV Stripfing, nach 2 Jahren COVID-bedingter Pause der USV Scheiblingkirchen/Warth, SCU Ardagger/Viehdorf und SV Gloggnitz den Meistertitel.
Bezeichnung (Sponsor) Die Landesliga in Niederösterreich wird seit 1995 mit einem Sponsor im Namenszug ausgetragen. Davor wurde die oberste Liga Landesliga Niederösterreich genannt. Folgende Sponsoren beziehungsweise Namensänderungen hat die Landesliga in ihrer Namensgebung gehabt. Landesmeisterschaft Niederösterreich: 1913/14–1921/22 1. Klasse Niederösterreich: 1922/23–1936/37 Niederdonau/Bezirksklasse Ost: 1937/38–1944/45 Landesliga Niederösterreich: 1948/49–1994/95 Niederösterreich Liga: seit 1995/96 der Sponsor ist im Namenszug in Verbindung mit '1. Landesliga': 1. NÖN Landesliga: 1995/96–2017/18 (Namensgeber: Niederösterreichische Nachrichten) 1. Landesliga: 2018/19–2021/22 11teamsports 1. Landesliga: seit 2022/23 (Namensgeber: eleven teamsports GmbH)
Spielmodus In der 1. Niederösterreichischen Landesliga spielen insgesamt sechzehn Fußballvereine aus dem Bundesland. Der Landesligameister steigt direkt in die dritthöchste Spielklasse Österreichs, die Regionalliga Ost, auf. Neben dem Meister der 1. Niederösterreichischen Landesliga zählen zu den Aufsteigern auch die Landesmeister der Länder Burgenland und Wien. Aus den beiden 2. Landesligen Ost und West steigt jeweils ein Verein in die Landesliga auf.