Ewe (Eigenbezeichnung Eʋegbe, ) ist eine der Kwa-Sprachen und wird im Süden von Ghana (in den Regionen Greater Accra und im Süden der Volta Region) sowie im südlichen Togo von ungefähr drei Millionen Menschen vom Volk der Ewe (Zählung 1991) gesprochen. Es gibt zahlreiche Schreibweise-Variationen und Alternativnamen, die Sprache wird auch Adan, Agu, Anglo, Anlo, Aveno, Awlan, Awuna, Be, Ebwe, Efe, Ehwe, Eibe, Eue, Eve, Gbe, Gbin, Ho, Hudu, Kotafoa, Kpelen, Krepe, Krepi, Popo, Togo, Vhe, Vlin oder Vo genannt.OLAC: Open Language Archives Community, abgerufen am 19. Januar 2025.

Klassifikation Die Sprache der Ewe gehört zum Dialektkontinuum der Gbe-Sprachen innerhalb der Sprachfamilie der Niger-Kongo-Sprachen, die vom östlichen Ghana bis ins westliche Nigeria gesprochen werden. Verwandte Sprachen des Kontinuums sind Fon und Aja.

Das Ewe wurde Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts während der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft in Togo durch das Wirken von Missionaren der Norddeutschen Mission zur Schriftsprache. Schon 1857 erschien von Johann Bernhard Schlegel eine erste deutsche Grammatik der Ewe-Sprache, 1905/06 dann mehrere Ewe-Wörterbücher und 1907 eine neue, umfassende Abhandlung der Grammatik.

1898 konnte der evangelische Missionar Jakob Spieth unter Mithilfe von Ludwig Adzaklo die Übersetzung des Neuen Testaments abschließen, im Jahr 1911 wurde nach acht Jahren Übersetzungsarbeit die ganze Bibel in der Ewe-Sprache herausgegeben, und 1916 wurden die ersten 200 Bibeln, die in Deutschland gedruckt wurden, vor Ort ausgeliefert.Otto Bischofsberger: Spieth, Jakob, Dictionary of African Christian Biography, Website dacb.org (aus: Gerald H. Anderson: Biographical Dictionary of Christian Missions, W. B. Eerdmans Publishing Company, Grand Rapids 1998, abgerufen am 13. September 2026) Dabei mussten viele Begriffe, für die es zuvor kein Ewe-Wort gab, neu geschaffen werden.

Schriftsystem mini|Ursprüngliche Verbreitung des Ewe, hinzu kommen heute die Ewe-Sprecher im Großraum Accra weiter westlich mini|Das Wort „Frieden“ in Ewe im Bremer Friedenstunnel mini|Datei:Grace in Ewe (language).ogg Tischgebet in Ewe gesungen (Übersetzung)

Die Schriftsprache wurde von deutschen Kolonialherren Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt. Ewe benutzt folgende Variante des lateinischen Alphabets mit einigen Extra-Buchstaben und ist Teil des Afrika-Alphabets.

A a B b D d Ɖ ɖ Dz dz E e Ɛ ɛ F f Ƒ ƒ G g Gb gb Ɣ ɣ H h I i K k Kp kp L l M m N n Ny ny Ŋ ŋ O o Ɔ ɔ P p R r S s T t Ts ts U u V v Ʋ ʋ W w X x Y y Z z

Eine Tilde (˜) wird über Vokalen platziert, um Nasalität anzuzeigen. Die Tonhöhe ist im Allgemeinen nicht gekennzeichnet, außer in einigen Fällen, in denen die Tonhöhe bedeutungstragend, also zur Unterscheidung der Wörter notwendig ist. Beispielsweise bei der 1. Person Plural des Pronomens mí (wir), das als Hochton markiert ist, um es von der 2. Person Plural mi, also „ihr“ zu unterscheiden.

ekpɔ wò – 'er sah dich' ekpɔ wo – 'er sah sie (Plural)

Konsonanten Bilabial Labiodental Alveolar Retroflex Palatal Velar Labial-velar GlottalPlosiv Affrikate Nasal Frikativ Approximant

Vokale vorn hinten geschlossen , , geschlossen-zentral offen-zentral , , offen ,

Siehe auch Liste der Niger-Kongo-Sprachen Liste der Sprachen Ghanas Sprachen Ghanas

Literatur Gilbert Ansre: The Tonal Structure of Ewe. MA Thesis, Kennedy School of Missions, Hartford Seminary, Hartford 1961. Felix Kofi Ameka: Ewe. In: Jane Garry, Carl Rubino (Hrsg.): Facts about the world's languages. An encyclopedia of the world's major languages, past and present. H.W. Wilson, New York und Dublin 2001, ISBN 0-8242-0970-2, S. 207–213. Hounkpati B.C. Capo: A Comparative Phonology of Gbe. In: Publications in African Languages and Linguistics, Bd. 14. Foris Publications & Garome, Berlin und New York / Labo Gbe, Bénin 1991. Simon Wellington Dzablu-Kumah: Basic Ewe for foreign Students. Institut für Afrikanistik, Köln 2006 (online) (PDF-Datei; 3,60 MB). Kwasi Fiaga: Grammaire Eve. Institut National de la Recherche Scientifique, Lomè (Togo) / Inter Nationes, Bonn-Bad Godesberg 1976 (Sprache: frz.-eve). Horst Figge: Beiträge zur Kulturgeschichte Brasiliens. Unter besonderer Berücksichtigung der Umbanda-Religion und der westafrikanischen Ewe-Sprache. Reimer, Berlin 1980, ISBN 3-496-00139-9. Helma Pasch: Kurzgrammatik des Ewe. Köppe, Köln 1995, ISBN 3-927620-19-X. Diedrich Hermann Westermann: A Study of the Ewe Language. Oxford University Press, London 1930.

Weblinks

Einführung in die Grundlagen der Sprache (englisch) – Uni Köln (PDF; 986 kB) Ethnologischer Report über Ewe (englisch) Kurze Liste mit Literaturhinweisen (englisch) – UCLA Ewe Alphabet und Aussprache (englisch) – Omniglot

Einzelnachweise

Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Kwa-Sprachen Kategorie:Tonsprache