Das Hain-Vergissmeinnicht (Myosotis nemorosa), auch Gebirgs-Vergissmeinnicht genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Vergissmeinnicht (Myosotis) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).

Beschreibung mini|Habitus mit scharfkantigem Stängel

Erscheinungsbild und Blatt Das Hain-Vergissmeinnicht ist eine meist zweijährige, selten auch mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40 Zentimetern. Sie besitzt meist keine Ausläufer. Sie ähnelt im Erscheinungsbild dem Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides). Der meist scharfkantige und glänzende Stängel ist am Grund kahl oder besitzt abwärts gerichtete Trichome. Es können auch Pflanzenexemplare mit abstehenden oder aufwärts gerichteten Haaren vorkommen.

Die Laubblätter sind länglich-lanzettlich mit etwas zugespitztem oberen Ende. Die untersten Stängelblätter sind manchmal gestielt und besitzen unterseits meist zum Laubblattgrund gerichtete, nicht anliegende Haare. Die übrigen Stängelblätter sind sitzend.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die Blütenkelche stehen in nach der Anthese stark verlängerten Wickeln. Der Durchmesser der blau gefärbten Krone beträgt höchstens 6 Millimeter. Der Fruchtkelch ist höchstens 5 Millimeter lang. Die Teilfrucht hat eine maximale Breite von 0,8 Millimeter.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.

Vorkommen Das Hain-Vergissmeinnicht kommt von Skandinavien bis Italien und dem Balkan, sowie von Frankreich bis Russland vor Verbreitungskarte vom Botanischen Museum Helsinki . In Österreich findet man es in Tirol, Salzburg, Nieder- und Oberösterreich und der Steiermark. In Deutschland kommt es vor allem im südlichen Teil zerstreut vor. Das Hain-Vergissmeinnicht ist zerstreut bis verbreitet in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen Thüringen und im Harz. Die allgemeine Verbreitung dieser Art ist noch ungenügend bekannt, da es vielfach nicht vom Sumpf-Vergissmeinnicht unterschieden wurde.

Das Hain-Vergissmeinnicht wächst in Mitteleuropa in feuchten Wiesen, an Gräben und in nassen Waldlichtungen. Besonders oft findet man es in eutrophen Nasswiesen des Verbandes Calthion palustris.

Systematik Die Erstbeschreibung von Myosotis nemorosa erfolgte 1821 durch Wilibald Swibert Joseph Gottlieb von Besser in Enumeratio Plantarum, Seite 52. Ein Synonym für Myosotis nemorosa ist Myosotis strigulosa

Seit 2023 gibt es zwei Unterarten: Myosotis nemorosa subsp. nemorosa: Sie kommt in Europa vor. Myosotis nemorosa subsp. putoranica : Sie wurde 2023 aus dem zentralen Sibirien erstbeschrieben.

Literatur

Einzelnachweise

Jens G. Rohwer: Boraginaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 646.

Weblinks

Verbreitungskarte bei Euro+Med

Thomas Meyer: Sumpf-Vergissmeinnicht Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Kategorie:Vergissmeinnicht