Discharge ist eine einflussreiche Anarcho-Punk-Band aus Großbritannien.
Geschichte Terry „Tez“ Roberts (Gesang), Tony „Bones“ Roberts (Gitarre), Roy „Rainy“ Wainwright (Gitarre), Nigel Bamford (Bass) und Akko (Schlagzeug) gründeten die Band 1977. Kurz darauf wechselte Rainy zum Bass, da Nigel Bamford die Band verließ. In dieser Gründungsphase orientierte sich Discharge noch sehr an den Sex Pistols. In dieser Besetzung veröffentlichte die Band nur ein Demo.
1979 ersetzte Kelvin „Cal“ Morris Tez als Sänger, Tez spielte Schlagzeug und Akko stieg ganz aus der Band aus. In dieser Formation schufen sie den klassischen Discharge-Sound. Obwohl die Besetzung nur etwa ein Jahr hielt, ist dies für viele Fans die klassische Besetzung der Band. Tez schuf in dieser Zeit den D-Beat.
Nach der EP-Veröffentlichung von 1980 folgten diverse Besetzungswechsel. Die Musik der Band wurde langsamer und begann sich ab Mitte der 1980er Jahre immer mehr von schnellem Punk hin zu Metal zu bewegen. Erst 2002 kam die 1979er-Besetzung wieder zusammen, um das Album Discharge einzuspielen.
Stil und Einfluss Die Band spielte einen sehr schnellen gitarrenbetonten und stark verzerrten Sound mit anti-melodischen eher geschrienen denn gesungenen Gesangspassagen. Später näherten sie sich dem Speed Metal an. Thematisch fokussierten sie vor allem auf anarchistische und pazifistischen Themen, sprachen sich gegen Kapitalismus und den Atomkrieg aus. Sie gehörten zu den Vorläufern des Hardcore Punks und gründeten ein eigenes Subgenre: den „D-Beat“ (beziehungsweise „Dis-Core“ oder „Dis-Punk“), das „D“ steht dabei für Discharge.
Der D-Beat setzte sich vor allem in Japan, Brasilien und Skandinavien durch - Bands des Genres übernehmen nicht nur den Beat und die Musik von Discharge, sondern auch die textlichen Themen, das Cover-Artwork und selbst die Namen und Schriftzüge von Bands wie Discard, Disclose, Disfear, Dissect oder Recharge lassen ihren Bezug zu Discharge erkennen. Daneben nahmen sie wichtige Elemente des Crust Punk vorweg.
Diskografie
Alben 1981: Live at The Lyceum; 24th May 1981 1982: Hear Nothing See Nothing Say Nothing 1984: The Price of Silence 1984: Never Again 1986: Grave New World 1989: Live at the City Garden New Jersey 1990: The Nightmare Continues... Live 1991: Massacre Divine 1993: Shootin' Up the World 2002: Discharge 2004: Tour Edition 001 2008: War Is Hell 2008: Apocalypse Now 2009: Disensitise 2009: Japan 09 2015: Live 2014 2015: Toronto '83: In the Cold Night 2016: End of Days
Kompilationen 1984: Punk and Destroy 1984: Never Again 1987: 1980-1986 1992: Protest and Survive 1980-1984 (2 CDs) 1995: The Clay Punk Singles Collection 1997: Vision of War (2 CDs) 1999: Free Speech for the Dumb (2 CDs) 1999: Hardcore Hits 2002: Decontrol the Singles 2004: Society's Victims 2008: Early Demo's 2015: Replica LP Box Set 2020: Protest and Survive. The Anthology (2 CDs bzw. 4 LPs)
Singles und EPs 1980: Fight Back 1980: Realities of War 1980: Decontrol 1981: Never Again 1981: Why 1982: State Violence State Control 1983: Warning: Her Majesty's Government Can Seriously Damage Your Health 1983: The Price of Silence 1984: The More I See 1985: Ignorance 2005: Discharge + MG 15 - Split 7" 2006: Beginning of the End 2011: Off with Their Heads / Discharge - Never Run / Legacy You Left Behind 2011: Propaganda Feeds
Weitere Informationen Der Gitarrist „Bones“ hat, nachdem er bei Discharge aufgehört hat, eine eigene Band namens Broken Bones gegründet, bei der „Tez“ ebenfalls einstieg. Metallica hat auf der Doppel-CD Garage Inc. die Discharge-Songs Free Speech for the Dumb und The More I See gecovert. Auf der Limited Edition des selbstbetitelten Debütalbums (1998) von Soulfly finden sich Coverversionen von Ain't No Feeble Bastard und The Possibility of Life’s Destruction. Machine Head hat auf dem Album The More Things Change… den Song The Possibility of Life’s Destruction gecovert. Anthrax coverte den Discharge-Song Protest and Survive auf seinem 1991er Kompilations-Album Attack of the Killer B’s.
Literatur Tezz Roberts, Steve Pottinger: But After the Gig ..., Ignite Books, 2018, ISBN 978-0-9932044-6-3
Weblinks
Offizielle Website French Pages
Quellen
Kategorie:Anarcho-Punk-Band Kategorie:Englische Band Kategorie:Hardcore-Punk-Band Kategorie:Speed-Metal-Band