Die Hinichen sind eine Band aus Wien. Der Name stammt vom Adjektiv hinich, Wienerisch für "hin" bzw. "tot". Hinicha (Plural Hiniche) ist auch ein in Wien verwendetes Schimpfwort.
Während sie selbst ihre durchwegs derben Texte als satirisch und ironisch wahrgenommen wissen wollen, wird ihnen von Kritikern jeder künstlerische oder satirische Anspruch abgesprochen und offene Gewaltverherrlichung und Sexismus vorgeworfen.Elfriede Hammerl: Aufs Aug und in die Goschen. In: profil. 31. Mai 2008.
Geschichte Nach ersten Auftritten auf privaten Festen suchten sich der Sänger und sein Cousin weitere Mitglieder und traten im Jahr 1991 beim Pop-o-drom – einem Bandbewerb für Nachwuchsmusiker – in der Sparte Liedermacher auf. In der Jurywertung lagen sie auf dem letzten Platz, bei der Publikumswertung auf dem Zweiten. (Sieger wurde das Duo Papermoon.)
Die Band wurde für die Verherrlichung von Gewalt gegen Frauen im Lied Wir mischen auf im Frauenhaus kritisiert. 2002 prüfte das österreichische Innenministerium und das deutsche Bundeskriminalamt die Homepage der Rockband wegen Verdachts der Wiederbetätigung.„Die Hinichen“ sorgen für Wirbel. In: Der Standard. 25. April 2002. Im Dezember 2012 wurde ein Konzert der Gruppe im Wiener Gasometer abgesagt, nachdem Klaus Werner-Lobo, Kultursprecher der Wiener Grünen, die Lieder der Gruppe als „menschenverachtend und diskriminierend“ kritisiert hatte.„Hinichen“-Konzert nach Grüner Kritik abgesagt. In: dieStandard.at. 8. Dezember 2012. Abgerufen am 8. Dezember 2012.DIE HINICHEN – „WIR SCHEISSEN UNS NICHTS!“ DAS GROSSE INTERVIEW MIT DER LEGENDÄREN BAND. Abgerufen am 27. Mai 2022. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) distanzierte sich von der Intervention, die IG Autoren bezeichneten sie als „Zensur der Ära Metternich“.
Stil Texte Ihre Songtexte befassen sich auf derbe Weise mit Themen wie Stuhlgang, Inkontinenz, Blähungen, Intimgeruch, Promiskuität, mitunter auch Koprophilie und Analfixierung. Zahlreiche Texte sind explizit frauenfeindlich („Die Fut von meiner Frau riecht wie das Arschloch einer Sau“; „Wir mischen auf im Frauenhaus, wir peitschen die Emanzen aus […] Die Fotzen – ja, die ghörn verdroschen, zuerst aufs Aug und dann in d’ Goschen“). In manchen Liedern werden dazu auch von bekannten Musikern stammende Melodien verwendet.
In anderen Stücken werden Polizisten zum Ziel des Spotts oder, wie in Kerzlschlicker, sexuelle Übergriffe auf minderjährige Ministranten durch Priester aufgegriffen.
Die Texte sind in Wiener Mundart, inklusive grober Kraftausdrücke, verfasst.
Musik Musikalisch bedienen sich die Hinichen der verschiedensten Richtungen, oft auch innerhalb einzelner Stücke. Vorherrschend sind Rock- und Volksmusik, vereinzelt gibt es auch Einflüsse aus Gospel oder Reggae.
Diskografie Alben 1995: Ihre schönsten Lieder 1996: Gruppensex im Pensionistenheim 1999: Wir mischen auf im Frauenhaus 2002: X-Gack (Gruppensex im Pensionistenheim inklusive Ihre schönsten Lieder) 2003: Hänschen Klein 2004: Die Schiachen & die Dicken 2005: Waldi 2006: Hiniche Weihnachten 2010: I bin ins Radar g’fahrn 2017: Sockenzwerg
Maxi-Singles 2003: Ex! – oder Orschloch
Kostenlos zum Download 2004: Küss mich, Kurt 2008: Das Fussball-Lied
Weblinks
Die Hinichen auf Facebook
Einzelnachweise
Kategorie:Österreichische Band Kategorie:Band der Neuen Volksmusik Kategorie:Rockband Kategorie:Band (Wien)