Der Oberleitungsbus Salzburg, lokal Obus genannt, ist neben dem Oberleitungsbus Linz eines von zwei verbliebenen Oberleitungsbus-Systemen in Österreich. Mit zwölf Linien, 165 Haltestellen und etwa 100 Wagen hat Salzburg eines der größten Oberleitungsbusnetze der Welt. Es besteht seit 1940 und ersetzte die Straßenbahn Salzburg, Gelbe Elektrische genannt.

Der Obus befördert jährlich mehr als 40 Millionen Fahrgäste.Neue Fahrzeugflotte in Salzburg auf www.salzburg24.at Er wird heute von der 2000 gegründeten Salzburg AG betrieben und ist in den Salzburger Verkehrsverbund (SVV) integriert. Ergänzend zur S-Bahn Salzburg stellt der Obus das Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs in der Stadt Salzburg dar. Der 1927 aufgenommene städtische Autobusverkehr spielt hingegen nur eine untergeordnete Rolle und wird überwiegend vom Albus Salzburg Verkehrsbetrieb durchgeführt.

Betreiber

Während die Straßenbahn noch von der Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft (SETG) im Auftrag der Stadt Salzburg betrieben wurde, übernahm diese 1940 im Zuge der Umstellung auf Oberleitungsbus selbst die Verantwortung. Hierzu gründete man die Städtischen Verkehrsbetriebe Salzburg, die anfangs nur für den Oberleitungsbus, ab 1. Oktober 1948 dann aber auch für die Lokalbahnstrecken nach Hangender Stein und nach Lamprechtshausen zuständig waren. Die Städtischen Verkehrsbetriebe Salzburg wiederum wurden am 3. Juli 1950 in das neue Dachunternehmen Salzburger Stadtwerke integriert. Ebenfalls 1950 nahm die Stadt auch den kommunalen Autobusverkehr auf. Die genaue Bezeichnung der Verkehrssparte lautete nun Salzburger Stadtwerke – Verkehrsbetriebe, kurz SStW–VB – ab 1972 dann in der Kurzform Salzburger Verkehrsbetriebe, kurz SVB.

Die nächste Umstrukturierung erfolgte 2000, als die Salzburger Stadtwerke und die Salzburger AG für Elektrizitätswirtschaft (SAFE) sich zur Salzburg AG zusammenschlossen. Fortan war der neue Teilbetrieb Salzburger Lokalbahn für die Lokalbahnstrecken und der ebenfalls neue Teilbetrieb StadtBus Salzburg für den kommunalen Oberleitungsbus- und Autobusverkehr zuständig. 2005 übernahm Albus schließlich alle Autobuslinien von der Salzburg AG, seither ist die Salzburg AG eines der wenigen Verkehrsunternehmen weltweit, die zwar Oberleitungsbusse, aber keine Autobusse betreiben. 2012 änderten sich die Marketingbezeichnungen erneut, die Verkehrsparte firmiert seither einheitlich unter Salzburger Lokalbahnen, der Obus wird als ObusSLB bezeichnet. Jedoch wurde nach vier Jahren das Logo wieder erneuert. Seit Mitte 2016 verkehren die Obusse nun mit dem Logo OBUS/SalzburgAG.

Linien Derzeit verkehren die zwölf Salzburger Obus-Linien wie folgt, einige Linien überqueren dabei die Stadtgrenze Salzburgs:

Linie heutige Streckenführung bis 2003 bis 1986 bis 1972 1 (Kleßheim –) Europark 16px – Karajanplatz – Hanuschplatz – Makartplatz – Mirabellplatz – Hauptbahnhof 16px – Messe Linie 1 / 2 Linie 1 Linie M 2 Walserfeld – Outletcenter – Airport 16px – Aiglhof 16px – Hauptbahnhof 16px – Mirabellplatz – Obergnigl Linie 77 Linie 2 Linie L 3 Salzburg Süd 16px – Justizgebäude – Mozartsteg – Makartplatz – Mirabellplatz – Hauptbahnhof 16px – Salzburg Nord Linie 51 Linie 3 Linie D 4 (Mayrwies –) Langwied – Gnigl 16px – Mirabellplatz – Makartplatz – Hanuschplatz – Landeskrankenhaus – Strubergasse 16px – Dopplerklinik – Liefering Linie 29 Linie 4 Linie A 5 (Grödig –) Birkensiedlung – Kommunalfriedhof – Justizgebäude – Mozartsteg – Makartplatz – Mirabellplatz – Hauptbahnhof 16px (– Itzling, Pflanzmann) Linie 5 Linie 5 Linie F 6 Parsch – Joseph-Messner-Straße 16px – Rehrlplatz, Unfallkrankenhaus – Justizgebäude – Mozartsteg – Makartplatz – Hauptbahnhof 16px – Erzherzog-Eugen-Straße 16px – Plainbrücke 16px – Itzling West Linie 6 Linie 6 – 7 Salzburg Süd 16px – Aigen 16px – Rehrlplatz, Unfallkrankenhaus – Justizgebäude – Mozartsteg – Hanuschplatz – Landeskrankenhaus – Strubergasse 16px – Salzachsee Linie 49 Linie 7 – 8 Messe – Aiglhof 16px – Karajanplatz – Hanuschplatz – Mozartsteg – Justizgebäude – Salzburg Süd 16px Linie 95 (A) – – 9 Europark 16px – Landeskrankenhaus – Hanuschplatz – Mozartsteg – Justizgebäude (– Kommunalfriedhof) – – – 10 Sam – Gnigl 16px – Volksgarten – Rehrlplatz, Unfallkrankenhaus – Justizgebäude – Mozartsteg – Hanuschplatz – Karajanplatz – Airport 16px – Outletcenter (– Walserfeld) – – – 12 Josefiau – Justizgebäude – Rehrlplatz, Unfallkrankenhaus – Volksgarten – Hauptbahnhof, Nelböckviadukt 16px – Europark 16px – – – 14 Polizeidirektion – Justizgebäude – Mozartsteg – Mirabellplatz – Makartplatz – Hauptbahnhof 16px – Dopplerklinik – Liefering (Linie verkehrt nur morgens an Schultagen) – – –

Die 1986 neu eingeführte Linie 77 wurde 2003 zugunsten der Linie 2 aufgelassen. Die 1989 neu eingeführte Verstärkerlinie 95 wurde ebenfalls 2003 eingestellt.

Geschichte

mini|links|150px|Netzbildfahrschein aus der Anfangszeit, als nur die beiden Ringlinien L und M existierten mini|150px|Oberleitungsplan 1993 mini|150px|Oberleitungsplan 1995 mini|Verknüpfung zwischen Obus und S-Bahn in Gnigl

Am 1. Oktober 1940 fuhr der erste Obus durch die Straßen Salzburgs. Er verkehrte als Linie M – für Maxglan – auf der Strecke Sigmundsplatz–Maxglan, welche heute ein Teilstück der Linie 1 ist. Schon am 24. Oktober erfolgte die Verlängerung zum Makartplatz und am 10. November weiter bis Hauptbahnhof. Am 12. Dezember 1941 ging außerdem die erste Remise in der Zaunergasse in Betrieb.

Am 19. Februar 1942 wurde die Verbindungsstrecke Maxglan–Lehen–Hauptbahnhof eröffnet. Fortan verkehrten zwei Ringlinien, L stand dabei für Lehen:

L: Maxglan–Zentrum–Hauptbahnhof–Lehen–Maxglan M: Maxglan–Lehen–Hauptbahnhof–Zentrum–Maxglan

Am 1. Februar 1944 ging als dritte Verbindung die Linie A zwischen Sigmundsplatz und Obergnigl in Betrieb, am 21. Dezember 1949 folgte als vierte Verbindung die Linie D vom Hauptbahnhof in die Alpensiedlung. Am gleichen Tag wurde auch die an der neuen Strecke gelegene Zentralgarage Alpenstraße eröffnet. Eine fünfte Linie B führte ab 1. März 1951 vom Sigmundsplatz nach Liefering, eine sechste Linie F – für Friedhof – ab 1. November 1956 von Itzling Pflanzmann zum Kommunalfriedhof.

2004 verlängerte man die Obuslinie 1 um circa 500 Meter vom Messezentrum zur Salzburgarena. Als Besonderheit wurde die neue Endstelle zunächst nur bei Veranstaltungen angefahren, ansonsten blieb die Oberleitung in diesem Bereich abgeschaltet. Der jeweilige Status wurde den Obusfahrern mittels eines Lichtsignals angezeigt.

Am 1. Oktober 2005 wurde die Linie 1 vom Europark über das EM-Stadion bis zum Kavaliershaus erweitert. Am 11. Dezember 2005 ging die Verlängerung der Linie 2 vom Hauptbahnhof über den Mirabellplatz und die Sterneckstraße bis nach Obergnigl in Betrieb.

Eine Betriebsstrecke von der Versorgungshausstraße (Linie 2) über die Fürbergstraße zur Fadingerstraße wurde im Frühjahr 2006 erbaut und besonders während Veranstaltungen in der Innenstadt und während der Radrenn-Veranstaltungen intensiv genutzt. Über diese Strecke rücken seither auch die Obusse der Linien 2 und 4 ein und aus. Damit wird zum ersten Mal in der Salzburger Obusgeschichte der Kapuzinerberg umrundet. Außerdem bildete dieser Abschnitt die Grundlage für die später erfolgte Elektrifizierung der Albus-Linie 20.

Auch die Kreuzung Gaswerkgasse/Ignaz-Harrer-Straße sowie der Bereich am Hauptbahnhof um das Forum-Kaufhaus/Fanny-von-Lehnert-Straße wurde bis September 2006 mit zusätzlichen Abbiege- und Wendemöglichkeiten versehen. Ebenso sind seit Frühjahr 2007 eine Betriebsstrecke vom Landeskrankenhaus (Linie 7) zur Willibald-Hauthaler-Straße (Linie 4), sowie eine zusätzliche Wendemöglichkeit am Makartplatz, vor der Dreifaltigkeitskirche, in Betrieb. Eine neue Abbiegemöglichkeit an der Aiglhofkreuzung von der Linie 4 auf die Linie 2 wurde im Frühjahr 2008 ebenso geschaffen wie eine Standspur für Obusse in der Griesgasse im Zentrum. Letztere ermöglicht das Stapeln und bedarfsorientierte Abrufen von Obussen im Zentrum bei Veranstaltungen. Zum Fahrplanwechsel am 7. Dezember 2007 wurde die Linie 4 von Langwied über die Stadtgrenze hinweg nach Mayrwies verlängert und ersetzte damit die Autobuslinie 4A.

Im Herbst 2008 beschloss der Salzburger Gemeinderat, den Ast der Autobuslinie 20 nach Sam/Lankessiedlung zu elektrifizieren. Die Streckenführung folgt jener der Linie 20 von der Lankessiedlung über die S-Bahn-Haltestelle Salzburg-Gnigl, Fuggerstraße, Volksgarten, Hanuschplatz zum Landeskrankenhaus; über die Eduard-Baumgartner-Straße und den Herbert-von-Karajanplatz wird die Linie wieder zum Hanuschplatz und nach Sam geführt. Diese Arbeiten wurden Mitte 2009 abgeschlossen, aus der Autobus-Linie 20 wurde im Bereich Sam die Obus-Linie 10.

Am 9. Juli 2009 wurden die Linien 3 und 5 um 500 Meter zur neuen Endhaltestelle Itzling Pflanzmann verlängert. Hierbei handelte es sich um die erste privat finanzierte Obusstrecke in Salzburg.

Seit dem 25. September 2011 verkehren alle Kurse der Linie 1 einheitlich bis zur Salzburgarena. Die Abschaltung der Oberleitung entfiel.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 wurde eine neue Linie 14 von der Haltestelle Schmidingerstraße bei der Autobahnabfahrt Salzburg-Mitte über die Ignaz-Harrer-Straße zur Saint-Julien-Straße/Rainerstraße eingeführt. Von dort fährt sie – wie die Linie 3 – zur Josefiau weiter. Es ist eine Verstärkerlinie, die nur in der morgendlichen Hauptverkehrszeit – das heißt zwischen 7:00 Uhr und 9:00 Uhr – betrieben wird.

mini|Eröffnung der Obuslinie 10 im März 2012

Am 7. März 2012 ging eine 1,3 Kilometer lange Erweiterung in der Strubergasse in Betrieb. Zunächst verkehrte die Linie 10 abweichend zur vorherigen Führung ab der Haltestelle Strubergasse durch die Gaswerkgase, die Strubergasse, die Rudolf-Biebl-Straße und die Schuhmacherstraße. Statt der bisherigen Endstelle Schule Lehen bediente sie entweder die Endstellen Salzburg Arena beziehungsweise Bessarabierstraße. Dadurch wurde die Anbindung des Stadtwerke-Areals und der Neue Mitte Lehen mit der Stadtbibliothek verbessert.Wieder 1,3 km mehr Obusnetz, Meldung auf trolleymotion.com vom 7. März 2012

Mit Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 wurde die Streckenführung der Linien 8 und 10 ab Hanuschplatz geändert. So fährt statt der Linie 8 die Linie 10 zum Outletcenter in Himmelreich, und die Linie 8 über die Neue Mitte Lehen zur Messe/Arena bzw. unter der Woche zur Bessarabierstraße. Mit der Eröffnung des neugebauten Nelböckviadukts am 20. Dezember 2012 wurde die Linie 12 eingeführt. Diese verkehrte zunächst zwischen 6 und 9 Uhr vormittags und zwischen 15:00 und 19:00 Uhr nachmittags von der Haltestelle Josefiau über Volksgarten, Sterneckstraße durch das Nelböckviadukt zum Landeskrankenhaus, beziehungsweise am Nachmittag zum Europark.

Im Jahr 2013 wurden vier Solaris/Ceglec 18AC des Trolleybusbetriebs aus La Chaux-de-Fonds angekauft, sie wurden nach einer Generalüberholung ab dem Sommer 2013 eingesetzt. Mit dem Fahrplanwechsel 2014 wurde die Linie 3 zur Hauptverkehrszeit auf 7,5 Minuten verdichtet, zugleich wurde Itzling-Pflanzmann in der Hauptverkehrszeit nicht mehr von der Linie 5 angefahren.

Im Jänner 2016 wurde von der Stadt Salzburg und der Salzburg AG beschlossen, die Siezenheimer Straße und die darauf verkehrende Buslinie 20 auf einer Länge vom 2,2 Kilometern als Linie 9 zu elektrifizieren. Diese wurde am 12. Dezember 2016 feierlich eröffnet, damit einhergehend einige Änderungen im innerstädtischen Busverkehr sowie im „Nachtstern“. Die Linie 9 fährt von Montag bis Samstag vom Europark über die Siezenheimer Straße und Aiglhof ins Zentrum zum Justizgebäude. An Schultagen fahren zudem am Morgen einige Kurse zum Kommunalfriedhof zur Entlastung der Linie 5. Die Kosten für den Bau der Oberleitung zwischen der Doktor-Gmelin-Straße und dem Hans-Schmid-Platz beliefen sich auf 2,8 Millionen Euro.