Als Dorsonuchales Ödem wird in der Pränataldiagnostik eine ausgeprägte Flüssigkeitsansammlung bezeichnet, die an großen Teilen des Rückens (= dorsal) sowie im Hinterkopf- und Nackenbereich (= nuchal) des ungeborenen Kindes besteht. Im Ultraschall ist ein ausgeprägtes Ödem sichtbar, durch das die Nacken- und Rückenhaut des Kindes deutlich vom Körper abgehoben wird. Von einer Nackentransparenz unterscheidet es sich durch eine "Verbreiterung" von mehr als 3 mm.Claudia Pedain, Julio Herrero Garcia: Fallbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, 2011. ISBN 978-3-13-152082-1. S. 97Christof Sohn (Hrsg.): Ultraschall in Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, 2003. ISBN 978-3-13-101972-1. S. 85 ff.

Das Vorliegen eines Dorsonuchalen Ödems gilt als sonografischer Softmarker, der ein Hinweis auf eine Chromosomenbesonderheit und/oder eine organische Fehlbildung beim Kind ist.

Es tritt häufig auf bei Kindern mit: allgemein Erkrankungen oder Fehlbildungen im Bereich des kardiovaskulären oder lymphovaskulären Systems (z. B. Herzfehler) Down-Syndrom (Trisomie 21)Jan Murken (Hrsg.): Humangenetik. Thieme, 2006, ISBN 978-3-13-139297-8, S. 398 Pätau-Syndrom (Trisomie 13) Edwards-Syndrom (Trisomie 18) Turner-Syndrom (Monosomie X) Triploidie

Das Dorsonuchale Ödem ist im Mutterpass in der Rubrik „Ultraschalldokumentation“ aufgeführt. Ein eventuelles Vorliegen wird im Zuge der Mutterschaftsvorsorge im Zeitraum der etwa 9. bis 12. Schwangerschaftswoche überprüft.

Siehe auch Nackentransparenz – Hygroma colli – Hydrops fetalis – Morbus haemolyticus neonatorum

Weblinks Dorsonuchales Ödem im 3D-Ultraschall, in einer Fotografie

Einzelnachweise

Kategorie:Fehlbildung