(658) Asteria ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 23. Januar 1908 vom deutschen Astronomen August Kopff an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,3 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass der Asteroid bereits am 24. August 1906 am Lowell-Observatorium in Arizona sowie vom 26. September bis 22. Oktober 1906 mehrfach in Heidelberg fotografiert worden war.
Der Name erscheint in der griechischen Mythologie mit verschiedenen Bedeutungen, unter anderen: (1) Asteria war die Tochter der Titanen Koios und Phoibe, die Schwester der Leto und die Mutter der Hekate durch Perses. Sie wurde in eine Wachtel verwandelt. (2) Asteria war eine der fünfzig Töchter des Danaos.
(658) Asteria ist eines der größeren Mitglieder der Koronis-Familie, einer sehr zahlreichen Gruppe von Asteroiden, die durch eine kollisionsbedingte Zerstörung des Vorgängerkörpers von (158) Koronis entstanden.
Wissenschaftliche Auswertung Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (658) Asteria, für die damals Werte von 23,0 km bzw. 0,20 erhalten wurden.E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB). Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 22,9 km bzw. 0,18.J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB). Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 21,9 km bzw. 0,19 korrigiert.J. R. Masiero, T. Grav, A. K. Mainzer, C. R. Nugent, J. M. Bauer, R. Stevenson, S. Sonnett: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. Near-infrared Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 791, Nr. 2, 2014, S. 1–11, doi:10.1088/0004-637X/791/2/121 (PDF; 1,10 MB).
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 5. bis 8. Oktober 1983 am McDonald-Observatorium in Texas. Aufgrund der aufgezeichneten lückenhaften Lichtkurve wurde eine mögliche Rotationsperiode von 28 ± 2 h vermutet, aber auch eine doppelt so lange Periode konnte nicht ausgeschlossen werden.R. P. Binzel: A photoelectric survey of 130 asteroids. In: Icarus. Band 72, Nr. 1, 1987, S. 135–208, doi:10.1016/0019-1035(87)90125-4. Nach neuen Beobachtungen im Januar 1999 am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi und vom Juli 2002 bis März 2005 am Whitin Observatory in Massachusetts konnte jedoch ein gänzlich anderer Wert für die Rotationsperiode von 21,032 h bestimmt werden.S. M. Slivan, R. P. Binzel, S. C. Boroumand, M. W. Pan, C. M. Simpson, J. T. Tanabe, R. M. Villastrigo, L. L. Yen, R. P. Ditteon, D. P. Pray, R. D. Stephens: Rotation rates in the Koronis family, complete to H ≈ 11.2. In: Icarus. Band 195, Nr. 1, 2008, S. 226–276, doi:10.1016/j.icarus.2007.11.019.
Eine Auswertung der Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus den Jahren 2015 bis 2018 bestätigte diesen Wert in einer Untersuchung von 2020 mit 21,026 h, darüber hinaus konnte eine taxonomische Zuordnung mit einer Wahrscheinlichkeit von 29 % für einen C-Typ und 71 % für einen S-Typ angegeben werden.N. Erasmus, S. Navarro-Meza, A. McNeill, D. E. Trilling, A. A. Sickafoose, L. Denneau, H. Flewelling, A. Heinze, J. L. Tonry: Investigating Taxonomic Diversity within Asteroid Families through ATLAS Dual-band Photometry. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Band 247, Nr. 1, 2020, S. 1–7, doi:10.3847/1538-4365/ab5e88 (PDF; 14,3 MB). Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 21,037 h bestimmt werden.J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).
Siehe auch Liste der Asteroiden
Weblinks
Einzelnachweise