Rolf Castell (* 28. Mai 1921 in München; † 3. August 2012 ebenda) war ein deutscher Volks- und Theaterschauspieler sowie Hörfunkmoderator. Zudem war er künstlerischer Sprecher und Fernsehautor für Dokumentarfilme beim Bayerischen Rundfunk.

Leben Nach dem Abitur begann er das Studium der Theaterwissenschaft bei Artur Kutscher und besuchte eine Schauspielschule. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs musste Castell 1940 sein Schauspiel- und Theaterwissenschaftsstudium abbrechen und wurde zum Kriegsdienst eingezogen. Er verbrachte während des Krieges unter anderem zwei Jahre in Afrika. 1945 nahm er seine Ausbildung wieder auf.

Er gab sein Debüt 1948 an den Städtischen Bühnen München, dem Zusammenschluss des Münchner Volkstheaters und der Münchner Kammerspiele. Von 1950 bis 1953 war er an den Kammerspielen engagiert, dann ab 1954 beim Bayerischen Staatsschauspiel, wo er später als Gast tätig war. Er spielte hier zahlreiche Rollen und gastierte an verschiedenen anderen Bühnen. Nach dem Tod von Gustl Bayrhammer 1993 übernahm Castell in der jahrzehntelang aufgeführten Inszenierung des Brandner Kaspars des Bayerischen Staatsschauspiels in München die Rolle von Petrus, dem "Heiligen Portner".oe24.at: Universaltalent Rolf Castell ist tot Artikel vom 7. August 2012

mini|Grab auf dem Bogenhauser Friedhof Beim Fernsehen arbeitete er seit den ersten Versuchssendungen. So spielte er als Kriminalrat Schubert an der Seite von Helmut Fischer in der Krimireihe Tatort und in vielen Stücken des Komödienstadels. Er wirkte in etwa dreißig Kinofilmen mit, darunter fünf amerikanische Produktionen. Einen besonderen Schwerpunkt seiner Tätigkeit bildete der Hörfunk, wo er seit 1948 als Sprecher, Moderator, Regisseur, Autor und Redakteur aktiv war. Bekannt wurde Castell als Moderator der morgendlichen Radio-Sendung Musikjournal auf Bayern 1 von 1962 bis 1986.oe24.at: Universaltalent Rolf Castell ist tot Artikel vom 7. August 2012

Castell starb am 3. August 2012 im Alter von 91 Jahren.oe24.at: Universaltalent Rolf Castell ist tot Artikel vom 7. August 2012 Er ruht auf dem Bogenhausener Friedhof in München.knerger.de: Das Grab von Rolf Castell

Theater (Auswahl) 1950 Münchner Kammerspiele 1954 Bayerisches Staatsschauspiel Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel

Filmografie (Auswahl) 1955: Der Frontgockel 1958: Die Bernauerin 1962: Lieder klingen am Lago Maggiore 1963: Das Kriminalmuseum: Fünf Fotos 1963: Ferien vom Ich 1963: Interpol (Fernsehserie) – Folge 3: Herz ist Trumpf 1964: Wenn man baden geht auf Teneriffa 1965: Die fünfte Kolonne: Ein Mann namens Pavlow 1965: Sie schreiben mit: Aus heiterem Himmel 1966: Der Komödienstadel – Die Mieterhöhung 1967: Das Kriminalmuseum: Die Kamera 1971: Mädchen beim Frauenarzt 1971: Der neue Schulmädchen-Report. 2. Teil: Was Eltern den Schlaf raubt 1972–1980: Tatort (Fernsehreihe) 1972: Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer 1975: Schöne Belinda 1980: Spiel mit Karten 1974: Schulmädchen-Report. 8. Teil: Was Eltern nie erfahren dürfen 1975: Der Wohltäter 1975–1989: Derrick (Fernsehserie, sieben Folgen) 1976: Freiwillige Feuerwehr 1977: Sachrang 1977: Die Jugendstreiche des Knaben Karl 1977: Schulmädchen-Report. 11. Teil: Probieren geht über Studieren 1979: Anton Sittinger 1979: Andreas Vöst (Fernsehfilm) 1979: Der Ruepp (Fernsehfilm) 1979–1991: Der Alte (Fernsehserie, neun Folgen) 1981–1989: Tatort (Fernsehreihe) als Kriminalrat Schubert 1981: Im Fadenkreuz 1982: Tod auf dem Rastplatz 1983: Roulette mit 6 Kugeln 1984: Heißer Schnee 1985: Schicki-Micki 1986: Riedmüller, Vorname Sigi 1987: Die Macht des Schicksals 1987: Pension Tosca oder Die Sterne lügen nicht 1987: Gegenspieler 1989: Bier vom Faß 1986: Irgendwie und Sowieso (Fernsehserie, Folge Eine lange Nacht) 1992–1998: Der Bergdoktor (Fernsehserie) 1995–2000: Alle meine Töchter (Fernsehserie) 2000: Polizeiruf 110: Verzeih mir

Castell hatte zudem Gastauftritte unter anderem in Café Meineid, Zur Freiheit, Königlich Bayerisches Amtsgericht, Löwengrube, Die Wiesingers, SOKO 5113, Forsthaus Falkenau, Meister Eder und sein Pumuckl sowie verschiedene Auftritte im Komödienstadel.

Auszeichnungen 1983 verlieh ihm der Bayerische Rundfunk die Verdienstmedaille und 2002 wurde er von der Stadt München mit der Medaille München leuchtet in Silber ausgezeichnet. Posthum wurde er am 10. Oktober 2012 mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt.welt.de: Bayerischer Verdienstorden 74 Mal verliehen Artikel vom 10. Oktober 2012

Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 149 f.

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Einzelnachweise

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