mini|hochkant|Mohamed Mounir beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019
Mohamed Mounir ( Muḥammad Munīr; * 10. Oktober 1954 in Assuan) ist ein ägyptischer Musiker, dessen Stil moderne arabische Musik mit pentatonischen nubischen Melodien und Elementen des Pop, Funk und Rock verbindet. Er ist auch als Filmschauspieler bekannt, zum Beispiel in Dunia und Filmen von Youssef Chahine.
Leben Geboren und aufgewachsen in einer nubischen Familie in Assuan, ging Mounir 1971 nach Kairo, um dort Film und Fotografie zu studieren. Nach dem Militärdienst wandte er sich der Musik zu und wurde innerhalb weniger Jahre zum Idol vor allem der linken Studenten.
Dabei brach Mounir zunächst mit Traditionen ägyptischer Musikgrößen, als er leger gekleidet und in der Manier eines Popstars vor seinem Publikum erschien. Auch saß kein typisch arabisches Orchester im Hintergrund, sondern eine bis zu zwölf Mann starke moderne Band mit westlichen und arabischen Musikinstrumenten.
Mounir wohnt im Kairoer Stadtteil Garden City.Adel Tawil: „Ich fühlte mich völlig wertlos“. Nordbayern, 31. März 2014.
Musik Ein Grund seines Erfolges ist die Verbindung der traditionellen Musik seiner Heimat, dem nubisch geprägten Oberägypten, mit Elementen aus Rock, Pop und Funk. Mit dieser Art wurde er zum Begründer der ägyptischen Popmusik. Seine Liebeslieder und Balladen machten ihn schnell gesellschaftsfähig, so dass seine Musik bis heute gerne auf Feiern und Hochzeiten gespielt wird.
Eine Hauptquelle seiner musikalischen Erfolge ist die Adaption von traditionellen nubischen Liedern und vor allem von Kompositionen des Sängers, Poeten und Oud-Spielers Ahmad Mounib (1926–1991) aus dem Nubischen ins ägyptische Arabisch.
Mounirs Beliebtheit bei progressiven Studenten ist auf seine Protestsongs zurückzuführen, Liedern also, in denen er seine zum Teil massive Kritik an Gesellschaft, Politik und Religion ausübt.
Nach den Anschlägen von New York fiel er mit seinem Videoclip Maddad auf, in dem er kritisch den Einfluss auf das Bild des Islam durch Moscheen und Massenmedien hinterfragt. Dies führte dazu, dass dieser Clip von den meisten arabischen Rundfunkanstalten boykottiert wurde. Dieser Song wurde für ihn von dem deutschen Gitarristen und Oud-Spieler Roman Bunka arrangiert. Bunka arrangierte für ihn ab 1984 auch immer wieder Songs und begleitete Mounir als Gitarrist und Oud-Spieler bei Konzerten und im Studio.
Seine Bekanntheit als Sänger verhalf ihm auch zu seinem Durchbruch als Schauspieler. Mit dem „Enfant terrible“ des ägyptischen Films, Youssef Chahine, drehte er mehrere Filme, darunter den für die Goldene Palme in Cannes nominierten Film Das Schicksal.
Durch seine musikalische Zusammenarbeit mit westlichen Musikern wie den Dissidenten und anderen kam Mounir zu Konzerten nach Europa, zum Beispiel im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. 2003 war er nach gemeinsamen Konzerten in Ägypten mit Hubert von Goisern in Österreich und Deutschland auf Tournee. 2009 sang Mounir auf einem Album von Ich + Ich zusammen mit Adel Tawil den Titel Yasmine. Dies war zugleich auch der Beitrag von Berlin beim Bundesvision Song Contest 2010, der am 1. Oktober 2010 stattfand und bei dem die Musiker den dritten Platz mit 100 Punkten belegten.
2017 arbeitete Mounir erneut mit Adel Tawil zusammen: Auf dessen Album So schön anders sang er zusammen mit Tawil und Youssou N’Dour den Titel Eine Welt, eine Heimat.
Diskografie Alben 1977: Allemuni Eneeki 1978: Benetueled 1981: Schababik 1983: Etakllemi 1986: Bari' 1987: Ueßt El Dajra 1988: El Malek Houa El Malek 1989: Schokolata 1990: Eßkenderejja 1991: Meschuar 1992: El Tuul Uel Lon Uel Horrejja 1994: Eftah Albak 1995: Momken 1996: Men Auel Lamßa 1997: El Maßir 1998: Habibti 1998: Ma'darsch 1999: El Farha 2000: Fi Esch' El Banat 2000: Leela Uahda 2001: Albi Masaken Schaabeja 2002: El Ard... El Salam (Earth... Peace) 2003: Ahmar Schafajef 2005: Embareh Kan Omri Eschrin 2008: Ta`m Elbijot 2012: Ya Ahl El Arab Wel Tarab
Kollaborationen 2017: We don’t shoot (mit Dissidenten)
EPs 2019: Watan 2021: Bab El Jamal
Singles (Auswahl) 1981: Shababeek 1981: Shagar El Lemoon 1990: El Marayla El Kohly 1995: Hawadeet 1997: El Bahr Beyedhak 1997: Ally Sotk 2000: Fi 3esh2 El Banat 2000: Ana Ba3sha2 El Bahr 2000: Khayef 2000: Rabbak Lamma Yerid 2001: She2 Men Ba3eed 2001: Lamma El Nasim 2001: Beteb3ediny 2003: Shamandora 2003: Asmarani 2003: Ikrar 2003: Lola Sahar 2005: Waili 2008: Younis 2008: Men Gheir Kosouf 2009: Yasmine (mit Ich + Ich) 2009: El Kon (mit Ich + Ich) 2012: Hara El Saqueen 2012: Ya Hamam 2012: Yaahl Elarab 2012: Alby Mayeshbehneesh 2016: Al Qahira (mit Amr Diab) 2017: Eine Welt, eine Heimat (mit Adel Tawil & Youssou N’Dour) 2019: Mahmoum 2022: Lelly 2023: North Coast (mit Myriam Fares)
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Musiker (Ägypten) Kategorie:Person (arabische Musik) Kategorie:Teilnehmer am Bundesvision Song Contest Kategorie:Ägypter Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Mann