Christa Mühl (* 11. Juni 1947 in Halle (Saale); † 14. Oktober 2019 in Berlin) war eine deutsche Regisseurin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin.
Leben Mühl wuchs in Halle als Tochter eines Elektrikers auf, absolvierte eine Facharbeiterausbildung, wirkte an einem ArbeitertheaterBerliner Zeitung vom 22. Oktober 2019, S. 21 und nahm nach ihrem Abitur das Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Babelsberg auf. Ab 1973 war sie als Regieassistentin im Bereich Dramatische Kunst des Fernsehens der DDR tätig. Unter anderem arbeitete sie hier mit Thomas Langhoff zusammen.
Von 1977 bis zur Wende war sie Regisseurin im Bereich Fernsehdramatik. Sie verfilmte Romanvorlagen von Bertolt Brecht, Anna Seghers und Theodor Fontane und setzte Kriminalspielfilme (u. a. für Polizeiruf 110) um. Daneben arbeitete Mühl auch als Mentorin in den Fachrichtungen Schauspiel und Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“. 1988 erhielt sie den Kunstpreis der DDR.Kunstpreis der DDR verliehen, In: Neues Deutschland, 20. Mai 1988, S. 6
Auch nach 1990 blieb sie ihrem Handwerk treu und inszenierte fürs Fernsehen u. a. mehr als 40 Folgen der Krankenhausserie Für alle Fälle Stefanie. Parallel dazu arbeitete sie als Drehbuchautorin. Seit 2004 beschäftigte sie sich ausgiebig mit der Telenovela. In einem regionalen Magazin nannte man Mühl die „Mutter der Telenovela“. Sie war im Team der erfolgreichen ARD-Serie Rote Rosen Regisseurin der ersten Stunde. 2015 gab sie mit "Seniorenknast – Wir kommen" ihr Debüt als Krimi-Schriftstellerin.
Christa Mühl war mit dem Autor, Brecht-Forscher und Herausgeber Werner Hecht verheiratet.Ulrich Seidler: . Berliner Zeitung vom 1. März 2017, S. 23 Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden in Berlin-Mitte.Private Traueranzeige in der Berliner Zeitung vom 26./27. Oktober 2019, S. 22
Filmografie Regie 1971–1990 Regie in Fernsehfilmen, wenn nicht anders angegeben
1971: Die Kollwitz und ihre Kinder (DFF, Hochschulfilm)
1975: Ein Feigenblatt für Kuhle Wampe (DEFA für TV)Ein Feigenblatt für Kuhle Wampe Fernsehen der DDR (Memento) 1977: Tod und Auferstehung des Wilhelm Hausmann 1979: Die Rache des Kapitäns Mitchell (nach der Erzählung Safety first von Bertolt Brecht, DEFA für TV) 1980: Puppen für die Nacht 1982: Generalprobe 1983: Paulines zweites Leben 1985: Franziska 1986: Weihnachtsgeschichten 1986: Das wirkliche Blau (nach der gleichnamigen Erzählung von Anna Seghers) 1987: Polizeiruf 110: Abschiedslied für Linda 1987: Hasenherz 1989: Der lange Weg zu Angerer
1992–2010
Regie in Serien 1992–1994: Marienhof 1995–1998: Stubbe – Von Fall zu Fall 1995–2001: Für alle Fälle Stefanie
2001: Die Biester 2001–2003: Schlosshotel Orth 2004–2005: Bianca – Wege zum Glück 2005–2007: Wege zum Glück 2006–2010: Rote Rosen
Drehbuch Christa Mühl schrieb Drehbücher für einige Filme, darunter drei für andere Regisseure (1998–2000) 1977: Tod und Auferstehung des Wilhelm Hausmann 1983: Paulines zweites Leben
1992–1994: Marienhof 1995–1998: Stubbe – Von Fall zu Fall 1995–2001: Für alle Fälle Stefanie 1998: Das Traumschiff – Argentinien 1999: Das Traumschiff – Tahiti 2000: Lebenslügen 2001–2003: Schlosshotel Orth
Weblinks
Christa Mühl im Regie Guide
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Frau