Dirk Bauermann (* 10. Dezember 1957 in Oberhausen) ist ein deutscher Basketballtrainer und ehemaliger -spieler.

Er ist vor allem für seine Zeit bei TSV Bayer 04 Leverkusen (1989–1998), GHP Bamberg (2001–2008) und FC Bayern München (2010–2012) bekannt, in der er zahlreiche Titel gewann. Mit der deutschen Nationalmannschaft erreichte er bei der Europameisterschaft 2005 das Endspiel, 2021 wurde er mit Tunesien Afrikameister.

Spieler- und Trainerlaufbahn Anfänge Bauermanns Vater war Mittelstandsunternehmer im Sanitär- und Heizungsgewerbe. In den Schulferien arbeitete Dirk Bauermann im väterlichen Betrieb, den später sein Bruder Ralf vom Vater übernahm.

Bauermann spielte als Jugendlicher Fußball bei Preussen Krefeld. Sein Sportlehrer brachte ihn mit dem Basketball in Verbindung. Bauermann übte diese Sportart als Spieler bis 1981 beim BBC Krefeld, der heute im SC Bayer 05 Uerdingen aufgegangen ist, aus, kam auf der Position des Aufbauspielers teils in der Regionalliga zum Einsatz, zuletzt als Spielertrainer. Eigener Aussage nach brachte Bauermann als Spieler „das Talent, den Willen und den Ehrgeiz“ mit, wurde aber von zahlreichen Verletzungen geplagt. Er studierte Englisch und Sport für das Lehramt, weilte Anfang der 1980er Jahre als Student drei Jahre lang auch an der Fresno State University im US-Bundesstaat Kalifornien. Er nahm ein Jahr als Spieler am Training von Fresnos Basketball-Hochschulmannschaft teil, kam aber nicht in Spielen zum Einsatz. Finanziert wurde sein USA-Aufenthalt teils mit Hilfe seiner Eltern und durch ein Stipendium der Rotarier.

Aufgrund anhaltender Rückenbeschwerden schlug er jedoch früh den Trainerweg ein. Er war Nachwuchstrainer beim BBC Krefeld und anschließend bei Bayer 04 Leverkusen. In Leverkusen übte er die Tätigkeit hauptamtlich aus. Als junger Trainer prägte ihn Bernd Röder, von dessen Vorträgen während der Lehrgänge zur Erlangung des A-Trainerscheins Bauermann insbesondere Grundlagen der Verteidigung und im Besonderen der Manndeckung mitnahm. Bauermann erlangte die A-Lizenz im Jahr 1986 und ging wieder an die Fresno State University. Dort wurde er Assistenztrainer und lernte eigener Aussage nach, welche Bedeutung vermeintliche Kleinigkeiten und die Verteidigung für den Erfolg haben. Des Weiteren habe er sich ohne die während seiner USA-Aufenthalte erworbenen englischen Sprachkenntnisse sowie das Kennenlernen der Mentalität amerikanischer Spieler als Trainer im Profibereich „niemals den nötigen Respekt“ verschaffen können, da er selbst nicht in der Bundesliga gespielt habe, so Bauermann später.

Serienmeister mit Leverkusen 1988 kehrte er nach Deutschland zurück, war als Assistenztrainer von Jim Kelly bei Bayer Leverkusen tätig und erhielt vom US-Amerikaner die Verantwortung für die Verteidigungsarbeit der Mannschaft übertragen. Vor der Saison 1989/90 wurde Bauermann, der im Rahmen seines Lehramtsstudiums das erste Staatsexamen ablegte, aber zugunsten des Trainerberufs auf das Referendariat verzichtete, ins Cheftraineramt befördert, ein vorheriges Angebot des MTV Gießen lehnte er ab. Der damalige Leverkusener Geschäftsführer Otto Reintjes äußerte später, er habe „lange mit meinen Vorstandskollege gerungen, ob wir Dirk Bauermann als jungem Mann die Verantwortung als Trainer geben können. Ich hatte überlegt, ob ich ihm nicht noch einen älteren Coach wie Torry Schober an die Seite stelle, aber nach langen Gesprächen haben wir gesagt: Nein, der Dirk macht es.“ Dass Reintjes ihm diese Möglichkeit gab, dafür sei er ihm immer noch dankbar, äußerte Bauermann 2015. Es sei damals unüblich gewesen, einen deutschen Trainer einzustellen, „die Liga wurde dominiert von ausländischen“, so Bauermann, dessen dunkle Kleidung am Spielfeldrand ebenso zu seinem Markenzeichen wurde wie in sportlicher Hinsicht die Betonung der Verteidigungsarbeit seiner Mannschaften. Bauermann bezeichnete den US-Amerikaner Ed Gregory (unter anderem in den 1960er und 1970er Jahren Trainer der Fresno State University und 1988 kurzzeitig der Golden State Warriors) als seinen Mentor, dessen beide Leitsprüche („Sei immer du selbst“, „Wer wagt, gewinnt“) habe er stets beherzigt. Auch Ron Adams (später Assistenztrainer mehrerer NBA-Mannschaften und Spezialist für Verteidigungsarbeit), unter dem Bauermann während seiner Zeit in Kalifornien an der Fresno State University arbeitete, habe großen Einfluss auf seine Laufbahn gehabt, so Bauermann.

Sein Förderer Reintjes gab später preis, Bauermann habe während der gemeinsamen Leverkusener Zeit am Tag „zwei bis drei Liter“ Cola-Brause getrunken und teils in der Umkleide aus Wut Gegenstände zerstört. In der Endspielserie um die deutsche Meisterschaft 1989/90 verlor Bauermanns Leverkusener Mannschaft das erste Spiel gegen Bayreuth. Als einige Spieler auf dem Weg zum zweiten Spiel der Serie im Mannschaftsbus beim Schauen eines Films auf Video lachten, hielt Bauermann ihnen eine lautstarke Standpauke, riss die Videokassette aus dem Gerät und warf diese durch den Bus. Als große Stärke Bauermanns bezeichnete Reintjes dessen „absolute Erfolgsorientiertheit“. In seiner ersten Saison als Leverkusener Cheftrainer gelang ihm das Double (Deutsche Meisterschaft und Pokalsieg), und er wurde zum Trainer des Jahres gewählt. Auch im Folgejahr errang die von Bauermann betreute Mannschaft das Double, und wieder wurde er zum Trainer des Jahres gewählt. Die Deutsche Meisterschaft wurde auch in den nächsten fünf Jahren geholt. Den Kern von Bauermanns Leverkusener Erfolgsmannschaften bildeten stets einige der damals besten deutschen Spieler. So standen Nationalspieler wie Henning Harnisch, Michael Koch, Christian Welp, Moritz Kleine-Brockhoff, Denis Wucherer, Hansi Gnad und Stephan Baeck im Laufe von Bauermanns Amtszeit im Aufgebot der Rheinländer. Ihm gelang es darüber hinaus, immer wieder US-Amerikaner zu finden, die in der Bundesliga voll einschlugen, darunter Clinton Wheeler, Kannard Johnson, Tom Garrick, Abdul Shamsid-Deen, Tony Dawson und Chris Corchiani. Bauermann verfolgte das Ziel, Leverkusen auch in der Europaliga in die Spitze zu führen, kam mit der Mannschaft aber nicht über die Achtelfinalrunde hinaus.

Als zur WM 1994 in Toronto der Posten des deutschen Nationaltrainers unbesetzt war, übernahm Bauermann die Aufgabe, und die von ihm betreute Nationalmannschaft kam in Kanada auf den zwölften Platz. Bayer Leverkusen war danach nicht mehr bereit, Bauermanns Doppeltätigkeit in Verein und Nationalmannschaft zu tragen, Bauermann entschied sich für die Fortsetzung seiner Arbeit in Leverkusen.

Vier Vereine in drei Jahren Nachdem Leverkusen zwei Jahre lang keine Titel erringen konnte, verließ Bauermann den Verein und wechselte zum belgischen Verein Sunair Oostende, mit dem er gleichfalls das Halbfinale im Korać-Cup, wo es sich Estudiantes Madrid geschlagen geben musste, erreichte. Das anschließende Engagement beim damaligen griechischen Zweitligisten Apollon Patras endete bereits nach sieben Monaten. Differenzen mit der Vereinsführung waren die Gründe für eine frühzeitige Vertragsauflösung.

In der Saison 2000/2001 trainierte Bauermann den Bundesligisten Brandt Hagen. Im März 2001 trat Bauermann in Hagen von seinem Amt in Folge einer Niederlagenserie zurück. Im Herbst 2001 wechselte er zum griechischen Erstligisten Dafni Athen; die Vereinsführung beurlaubte Bauermann jedoch bereits nach vier Saisonspielen Ende Oktober 2001 trotz ausgeglichener Bilanz (zwei Siege, zwei Niederlagen).

Amtszeit in Bamberg miniatur|Dirk Bauermann bei einer Pressekonferenz, 2006 Ende Dezember 2001 übernahm Bauermann das Traineramt bei TSK Bamberg. Bereits in seiner zweiten Bamberger Saison als Trainer führte er die Mannschaft bis ins Finale der Basketball-Bundesliga, wo man dem Serienmeister Alba Berlin unterlag. Nach einer weiteren Vize-Meisterschaft im folgenden Jahr (Niederlage gegen Skyliners Frankfurt) gelang 2005 der Gewinn des Titels. Für Bauermann war dies bereits die achte Meisterschaft, für die Basketballhochburg Bamberg, die inzwischen als GHP Bamberg antrat, die erste. Mit der Meisterschaft 2005 lösten Bauermann und seine Mannschaft tagelange Feierlichkeiten in Bamberg aus. Auf dem Weg zum Titel hatte Bauermann in seinem Aufgebot mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen gehabt, was unter anderem dazu führte, dass mit Derrick Taylor (damals bereits über 40 Jahre alt) ein Spieler aus dem Ruhestand zurückgeholt wurde. Zusätzlich erreichte Bauermann im Jahre 2006 mit Bamberg in der Euroleague die Runde der besten 16 Mannschaften. Dies schaffte vor dem GHP Bamberg kein anderer deutscher Basketballverein. Seinen neunten Titel als Trainer feierte er 2007 zum zweiten Mal mit den Bambergern, die jetzt Brose Baskets hießen. Nach dem frühen Ausscheiden des Vereins in den Play-offs 2008 erklärte Bauermann seinen Rücktritt und wollte sich fortan auf die Nationalmannschaft konzentrieren, die er seit 2003 in Personalunion trainierte. In Bamberg hatte er gemeinsam mit Wolfgang Heyder auch am Ausbau des Umfelds mitgewirkt, was ihm von Heyder hochangerechnet wurde. „Es gehört in Deutschland fest zum Arbeitsbereich eines Coaches, zu helfen, die Rahmenbedingungen vor Ort zu entwickeln“, wurde Bauermann im Buch 111 Gründe, Brose Bamberg zu lieben wiedergegeben. Anlässlich seines Abschieds aus Bamberg schrieb die Nachrichtenseite nordbayern.de, Bauermann sei „maßgeblich am märchenhaften Aufstieg Bambergs zur deutschen Basketball-Hochburg beteiligt“ gewesen.

Erfolgreich als Bundestrainer mini|2011

Bei der Europameisterschaft 2005 in Serbien und Montenegro wurde Deutschland überraschend Zweiter und konnte erst im Endspiel von Griechenland gestoppt werden. Durch diesen Erfolg gelang die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2006 in Japan. Bei der WM führte Bauermann die deutsche Mannschaft auf den achten Platz (Bilanz: fünf Siege, vier Niederlagen).

Durch einen dritten Platz im Qualifikationsturnier sicherte sich die deutsche Nationalmannschaft unter Bauermann 2008 die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Peking. Dort schied die DBB-Auswahl nach einem Sieg gegen Angola sowie Niederlagen gegen Griechenland, Spanien, China und die Vereinigten Staaten in der Vorrunde aus.

Als er 2010 in seiner Tätigkeit als Bundestrainer Dirk Nowitzki in Dallas besuchte, wurde Bauermann von Donnie Nelson (Präsident der Dallas Mavericks) das Traineramt bei den Texas Legends (Ausbildungsmannschaft der Mavericks in der NBA D-League) angeboten. Bauermann lehnte ab, da ihm die Spielweise in der NBA D-League nicht zusagte und er des Weiteren lieber hauptverantwortlich in Europa arbeiten wollte, anstatt den in den USA üblichen Weg von einem Trainerposten in der NBA D-League zu einer Co-Trainerstelle in der NBA gehen wollte.

Bundesliga-Aufstieg mit dem FC Bayern München Neben dem Amt als Bundestrainer übernahm Bauermann ab 2010 zusätzlich das Traineramt beim Zweitligisten FC Bayern München, welches er nach dem Aufstieg in die Bundesliga 2011 ausschließlich ausübte und nach der Europameisterschaft 2011 als Bundestrainer zurücktrat. 2011/12 führte er die Bayern als Aufsteiger in das Bundesliga-Viertelfinale. Am 27. September 2012 beurlaubte der FC Bayern München Bauermann lediglich sechs Tage vor dem Beginn der Saison 2012/13. Der Verein nannte die „unterschiedlichen Auffassung über die zukünftige Entwicklung des Basketballs beim FC Bayern München“ als Grund für Bauermanns Entlassung. Von Bayern-Präsident Uli Hoeneß wurde Bauermann Realitätsverlust, Selbstherrlichkeit, falsche Trainingssteuerung und ein schlechtes Verhältnis zu Sportdirektor Marko Pesic vorgeworfen. Bauermann äußerte diesbezüglich später, die Vorwürfe seien falsch, ihn habe enttäuscht, dass es in diesen Fragen nie zu einem Vier-Augen-Gespräch mit Hoeneß gekommen sei, in dem man viel hätte ausräumen können. Auch die „starke Polemik von Hoeneß“ gegen seine Person habe ihn enttäuscht, so Bauermann.

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