Choi Yong-sul (* 9. November 1904 in Yeongdong, Chungcheongbuk-do, damaliges Korea; † 15. Juni 1986 in Daegu, Südkorea) auch Choi Yong Sool, Asao Yoshida oder Tatsujutsu Yoshida (japanisch ) genannt, war ein koreanischer Kampfsportler und Gründer der Kampfkunst Hapkido.

Leben mini|Ji Han-jae (links) und Choi Yong-sul (rechts) im Bildausschnitt oben rechts

Choi Yong-sul wurde 1904 in einem Dorf namens Yong Dong in der Provinz Chungcheongbuk-do in Korea geboren. 1910 geriet Korea unter die Herrschaft Japans und wurde am 29. August 1910 offiziell annektiert. Choi wurde schon früh Waise. Ein japanischer Ladenbesitzer in seinem Dorf nahm ihn mit nach Japan, als er acht Jahre alt war. Dieser hatte keinen Sohn und wollte Choi zu seinem Erben machen. Kurz nachdem er in der japanischen Stadt Moji ankam, soll er jedoch verstoßen worden sein, weil er ständig aus Heimweh geweint haben soll. Auf der Straße wurde Choi von der Polizei gefunden und zu einem buddhistischen Mönch gebracht. Es heißt, der Mönch des Tempels habe Choi seinen japanischen Namen Asao Yoshida (japanisch ) gegeben.

Choi Yong-sul zeigte im Tempel großes Interesse am Training der Kampfkunst, weshalb er im Alter von etwa 11 Jahren zu Takeda Sōkaku (1859–1943) gebracht wurde, welcher ein Kampfkunstlehrer und Freund von Kintaro war. Nach eigenen Angaben soll Takeda ihn adoptiert haben. Er soll 26 Jahre lang bei Takeda das Daitō-ryū Aiki-jūjutsu gelernt haben. Das Training soll im Haus von Watanabe Kintaro in Ironai-machi, Otaru stattgefunden haben.

Nach der Niederlage Japans im Jahr 1945 kehrte er nach Korea zurück. Dort ließ er sich in Daegu nieder und verkaufte Pulppang (eine Art koreanischer Pfannkuchen), welche er selbst hergestellt hatte. Eines Tages geriet er auf der Straße mit einigen kräftigen Männern in Streit, die Reissäcke für eine Brauerei trugen. Seo Bok-seop, der Sohn des damaligen Brauereibesitzers, wurde Zeuge, wie der kleine Choi Yong-sul diese im Nu überwältigte. Seo Bok-seop, selbst ein Judo-Schwarzgurt, erkannte sofort Choi Yong-suls wahres Können.

Auf seiner Anregung Auf begann Choi Yong-sul am 12. Februar 1951 im zweiten Stock einer Brauerei Takedas Kampfkunst zu unterrichten. Das Schild für das Dojo den Namen „Daehan Hapki Jukwonsul“ („Daehan“, koreanisch Hanja – ist ein koreanischer Begriff und bedeutet wörtlich „Groß-Korea“). „Jukwonsul“ (kor. Hanja ) ist ein Begriff aus den koreanischen Kampfkünsten und bedeutet übersetzt „Bambus-Faust-Kunst“ oder „Methode der Bambus-Faust“.

Seine Kampfkunst nannte er „Yawara“ (jap. ) oder „Hapki Yu Kwon Sul“ (kor. Hanja ). Angeblich bezeichnete er sie gelegentlich auch als Daito-ryu.

Letztendlich ist das heutige koreanische Hapkido aufgrund von Choi Yong-suls Methoden zu einer heterogenen Kampfkunst geworden, die sich deutlich vom japanischen Daito-ryu unterscheidet. 1957 eröffnete Ji Han-jae den Seongmugwan (Sung Moo Kwan) in Seoul und unterrichtete Hapkido. Dies war deer Ausgangspunkt für die landesweite Verbreitung des Namens Hapkido. Choi Yong-sul pflanzte einen Samen. Ji Han-jae gab diesem Samen einen Namen.

Im März 1960 gründete er offiziell die „Daehan Hapkido Kampfkunstvereinigung“ (auch Daehan Minguk Hapkido) und im September 1963 die Daehan Gidohoe, deren erster Präsident er wurde. 1968 nahm er am „1. Nationalen Demonstrationsturnier der Daehan Kampfkunstvereinigung zur Integration von Hapkido“ teil, gab eine Vorführung und wurde anschließend per Akklamation zum Großmeister unter dem Namen „Daehan Hapkido“ ernannt. Von da an wurde in Korea offiziell der Name „Hapkido“ verwendet.

Kim Yun-sang, der den 4. Dan im Hapkido trug, trainierte 14 Jahre lang als letzter Schüler von Großmeister Choi Yong-sul in Daegu, bis dieser verstarb. Anfang der 1980er Jahre fragte Choi Yong-sul: „Wollt ihr es endlich mal richtig versuchen?“ Da sie wie besessen trainierten, ohne ein Wort zu sagen, weil sie so große Angst vor dem Großmeister hatten, antwortete Großmeister Kim Yun-sang natürlich: „Ja.“ Daraufhin soll Großmeister Choi Yong-sul befohlen haben: „Dann errichtet ein Dojo in Geumsan!“ Auf Anweisung des Meisters erhielt die Trainingsstätte den Namen „Yongseulgwan“ (kor. Hanja ), und eine Gedenktafelenthüllungszeremonie fand in Anwesenheit von Meister Choi Yong-sul statt (26. Juli 1980).

Am 15. Juni 1986 verstarb Choi Yong-sul in Daegu.

Schulen die Choi Yong-sul Stil unterrichten Chungnam Geumsan Hapkido Jujutsu Yongseulgwan in Geumsan Baekin Dojang in Sejong Gwangju Dojang in Gwangju

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Einzelnachweise

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