miniatur|Abbildung von Salomon de la Broue Salomon de la Broue (;* um 1530 in Sommières-du-Clain, Frankreich; † um 1610) war ein französischer Reitlehrer des 16. Jahrhunderts.
De la Broue ist mit Antoine de Pluvinel und Chevalier Saint-Antoine einer der drei bedeutenden Schüler Giovanni Pignatellis aus der neapolitanischen Schule. Zusammen mit Pluvinel gilt er als Gründer der französischen Reitschule. Er war Hofstallmeister Heinrichs des IV. von Frankreich.
miniatur|Titelseite von „Le cavalerice françois“ Das Werk de la Broues „Le cavalerice françois“ (Titel ab der zweiten Auflage 1610) stellt in drei Bänden das damalige Wissen der besten Reiter Frankreichs dar, welches bis dahin nur mündlich überliefert wurde. Er bezieht sich darin oft auf den angesehensten Reitmeister des italienischen Zentrums der akademischen Reitkunst, Pignatelli, dessen Schüler er in Neapel gewesen war, und auf die „großen französischen Reiter vor meiner Zeit“.
Neben Abhandlung in aufeinander aufbauenden Kapiteln umfasste das Werk umfangreichen Zeichnungen zur Erklärung der Reitübungen. Wie bei allen damaligen guten Reitmeistern spielte auch bei Broue die Erziehung der Reiter zum verantwortungsvollen, denkenden, ruhig planenden „Pferdemenschen“ eine sehr große Rolle: Immer wieder weist er darauf hin, der Reiter solle niemals aus Zorn, sondern immer überlegt handeln; das Erniedrigen des Pferdes wird als nicht akzeptabel angesehen. Er weist immer wieder darauf hin, dass alles Negative in der Arbeit mit dem Pferd vermieden werden müsse: ein ängstliches, nervöses, übermüdetes oder überfordertes Pferd könne niemals die Hohen Schulen erlernen, geschweige denn perfekt ausführen.
Dass der „Cavalerice“ nie in eine andere Sprache übersetzt wurde, war zu seiner Zeit kein großes Problem: wer sich damals ein Pferd ausschließlich für die akademische Reitkunst leisten konnte, sprach wohl in den allermeisten Fällen fließend französisch.
Sein Werk beeinflusste viele der auf ihn folgenden großen Reitliteraten: François Robichon de la Guérinière schrieb:
William Cavendish, Herzog von Newcastle, warf de la Broue vor, er habe ja nur die Ausbildungsmethoden Pignatellis aufgeschrieben („stolen from Signior Pignatell’s lessons“). Cavendish sah hingegen Pignatelli als einen großen Meister an:
De la Broue überführt den Begriff „Kunstreiter“ aus dem italienischen „Cavalerizzo“ als „Cavalerice“ ins Französische, um den Unterschied zum „Kampfreiter“/„Kriegsreiter“ hervorzuheben; Gueriniere folgt ihm darin 140 Jahre später, indem er die akademische Reitkunst als „L'art pour l'art“ (Kunst nur für die Kunst) bezeichnet.
Weblinks Preceptes principaux que les bons (...), Erstausgabe 1593 online beim Cadre Noir Le cavalerice françois, 3. Ausgabe 1610 (Onlineversion) Übersetzungsprojekt von Daniel Ahlwes Weitere Quelle: BM STC Fr. 17th p. 285 no. B 105. Mennessier de la Lance, Bibliographie Hippique. II pp 3-5.
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