Die Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach war eine seit 1967 bestehende Bildungsstätte der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Ende 2025 wurde die Akademie geschlossen.
Geschichte
mini|hochkant|Bundespräsident Theodor Heuss, Namensgeber der Akademie Die Akademie wurde nach der Grundsteinlegung am 8. Juli 1965 und knapp zweijähriger Bauzeit am 26. Mai 1967 in Anwesenheit von Bundespräsident Heinrich Lübke und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Heinz Kühn eingeweiht.Monika Faßbender: »… auf der Grundlage des Liberalismus tätig«. Die Geschichte der Friedrich-Naumann-Stiftung, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2009, S. 121 ff.Theodor-Heuss-Akademie, Archiv des Liberalismus, Internationale Akademie für Führungskräfte: Politische Bildung für die Freiheit. 1967–2007 Vierzig Jahre Theodor-Heuss-Akademie. Beiträge zur Geschichte, Gummersbach 2007. Namensgeber der Einrichtung war Theodor Heuss, erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, dessen bevorstehender 80. Geburtstag 1964 Gegenstand einer Kuratoriumssitzung im Jahre 1962 war und zum Anlass genommen wurde, über die Errichtung einer stiftungseigenen Bildungsstätte nachzudenken. Weil unter anderem der in Gummersbach ansässige damalige Wirtschaftsminister Nordrhein-Westfalens und Unternehmensberater, Gerhard Kienbaum, die Umsetzung des Projekts in seinem Heimatort anregte und unterstützte, entschied man sich für die Errichtung der Akademie an heutiger Stelle. Die Stadt Gummersbach stellte das Grundstück kostenfrei zur Verfügung, die Errichtung der Akademie wurde hauptsächlich über Spenden finanziert. Das Gelände wird in Stiftungskreisen als „Zauberberg“ bezeichnet.
Der Neubau wurde durch den Architekten Hans Brandt entworfen.
Im Juli 2025 gab die Stiftung die Schließung der Akademie zum Jahresende bekannt.
Tagungsstätte mini|Innenansicht Eingangsbereich mini|Multifunktionsraum „Immanuel Kant“ Die Theodor-Heuss-Akademie beschäftigt zurzeit rund vierzig Mitarbeiter. Neben drei Seminarräumen und fünf Gruppenarbeitsräumen, die nach liberalen Persönlichkeiten benannt sind, sowie einer Panoramahalle für bis zu 120 Personen besitzt die Akademie 49 Gästezimmer mit insgesamt 75 Betten.
In der Theodor-Heuss-Akademie finden jährlich etwa 140 interne und externe, meist mehrtägige Seminare statt, die von insgesamt rund 5.000 Teilnehmern besucht werden.
Auf dem Gelände der Akademie befinden sich weitere Abteilungen der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: seit 1984 das Archiv des Liberalismus, seit 1995 die Internationale Akademie für Führungskräfte, S. 87 ff. und seit 2009 das Landesbüro Nordrhein-Westfalen.
Bildungsprogramm Die Theodor-Heuss-Akademie bietet mit den Arbeitsfeldern „Liberale Positionen und Kooperationen“, „Politisches Management und politische Kultur“ sowie „Kommunikation, Management und Digitale Bildung“ dem Meinungs- und Willensbildungsprozess aller Bürger ein bundesweites Forum und fördert den Austausch zwischen Experten und Führungskräften aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Die Akademie veranstaltet Seminare zu den Grundlagen liberaler Politik und Werte, Workshops zu aktuellen politischen Themen, Fachtagungen zu speziellen Fragestellungen und Trainings für politisches Management. Die Trainings zielen darauf ab, mit rhetorischen Fertigkeiten, durch persönliches Auftreten und überzeugende Inhalte Menschen in Gesellschaft und Politik zum Handeln zu bewegen und Teilnehmer in die Lage zu versetzen, für liberale Werte einzutreten.
Hauptamtliche pädagogische Mitarbeiter entwickeln die Programme, organisieren die Seminare und erarbeiten mit den Referentinnen und Referenten die Inhalte. Unterstützt werden diese von Verwaltungsangestellten, die vor allem mit der Bearbeitung von Anmeldungen und der Rechnungstellung beschäftigt sind.
Leitung Erster Direktor der Bildungsstätte wurde 1967 Horst Dahlhaus, der dieses Amt bis zum September 1968 ausübte.
Seine Nachfolger waren Rolf Schroers 10/1968–12/1980 Wolfgang Heinz 3/1981–7/1985 Klaus Hansen 8/1985–3/1986 Manfred Schleker 3/1986–5/1989 Klaus Hansen 6/1989–6/1990 Gerhard Söltenfuß 7/1990–4/1997 Bernd Scheitterlein 5/1997–2000 Karl-Heinz Hense 2001–12/2008 Gerhard Söltenfuß 1/2009–10/2009 Brigitte Bremer 11/2009–12/2012 Klaus Füßmann 1/2013–03/2023 Lorenz Deutsch seit 04/2023
Kunst in der Akademie Die Akademie ist, neben der einmal im Jahr stattfindenden Ausstellung „Kunst und Kleinkunst auf dem Zauberberg“, bei der Künstler aus der Region ihre Werke präsentieren, auch ein dauerhafter Kunststandort. Unter anderem haben Werke wie „Ode an die Freiheit“ (Acryl auf Leinwand) von Viktor Nikolajew, „Deutsche Landschaft“ (Mischtechnik) von Hans-Hermann T., „Der 9. November 1989“ (Öl auf Leinwand) von Frauke Barow, sowie „Ungarn 1991“ (Öl auf Leinwand) von Josef Baska und „Hommage auf den 200. Jahrestag der Französischen Revolution“ (Glasbild) von Richard Wilhelm einen festen Platz in der Einrichtung. Mehrere Porträts und Büsten von Theodor Heuss, unter anderem von Jürgen Kallmann, sind ebenfalls fester Bestandteil der Dauerausstellung.Flyer der Theodor-Heuss-Akademie „Freiheits-Blicke: Kunst in der Theodor-Heuss-Akademie“. Vor dem Gebäude befindet sich eine Büste des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung Walter Erbe.
Literatur
Weblinks
Offizielle Website der Theodor-Heuss-Akademie Publikationsverzeichnis der Stiftung Jahresbericht 2017 Veranstaltungsverzeichnis der Akademie
Einzelnachweise Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit:
Kategorie:Bildungseinrichtung der Erwachsenenbildung in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Erbaut 1967 Kategorie:Bauwerk des Neuen Bauens Kategorie:Heimvolkshochschule Kategorie:Volkshochschule (Deutschland) Kategorie:Schule in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Politische Bildungseinrichtung Kategorie:Organisation (Gummersbach) Kategorie:Friedrich-Naumann-Stiftung Akademie Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1967