mini|Simon Verhoeven (2025) Simon Vincent Verhoeven (* 20. Juni 1972 in München) ist ein deutscher Regisseur und Drehbuchautor. Zu Beginn seines Berufslebens arbeitete er auch als Schauspieler und Filmkomponist. Mittlerweile ist er zudem als Produzent tätig.

Leben Simon Verhoeven stammt aus einer Theater- und Filmfamilie. Er ist der Sohn der Schauspielerin Senta Berger und des Regisseurs Michael Verhoeven, der Bruder von Luca, der Neffe der Schauspielerin Lis Verhoeven und der Enkel von Paul Verhoeven, ehemaliger Regisseur und Intendant des Deutschen Theaters in Berlin und der Münchner Kammerspiele.

Bis zu seinem 17. Lebensjahr spielte Simon Verhoeven als Stürmer für den TSV 1860 München in der höchsten deutschen Jugendklasse und der bayerischen DFB-Jugendauswahl Fußball. Aufgrund einer Verletzung durch einen Gegenspieler musste er seine Fußballerkarriere beenden. Seine Fußballfähigkeiten halfen ihm 2003 in Sönke Wortmanns Kinoerfolg Das Wunder von Bern, die Rolle des Ottmar Walter zu bekommen.

1991 bestand er in München das Abitur und begann sechs Monate später eine Schauspielausbildung in New York City am Lee Strasberg Theatre and Film Institute. Während seiner New Yorker Zeit studierte er zusätzlich beim Jazzpianisten Don Friedman Jazz-Komposition und zog zwischenzeitig für ein Sommersemester nach Boston, um dort am Berklee College of Music Filmmusik zu studieren. 1995 wurde Verhoeven an der Tisch School of Arts der New York University aufgenommen und studierte dort Filmregie. Sein Studium schloss er 1999 als Bachelor of Fine Arts ab.

Simon Verhoeven ist seit 2023 verheiratet und hat mit seiner Frau Nina zwei Söhne.

Karriere 2000 schrieb und drehte Simon Verhoeven seinen ersten Spielfilm, 100 Pro, der für den Förderpreis Deutscher Film nominiert wurde. 2009 übernahm Verhoeven die Regie der Ensemble-Kinokomödie Männerherzen, für die er auch das Drehbuch schrieb und den Soundtrack produzierte. Der Film erreichte über zwei Millionen Zuschauer. Verhoeven wurde für den Film mit dem Bayerischen Filmpreis 2009 für das „Beste Drehbuch“ ausgezeichnet. Außerdem erhielt er den deutschen Publikumsfilmpreis Jupiter, nachdem Männerherzen von den Lesern der Zeitschrift Cinema zum besten deutschen Film 2009 gewählt wurde.

Bereits im Jahr darauf schrieb und drehte Verhoeven die Fortsetzung Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe wieder mit dem gleichen Schauspielensemble. Der Film wurde im September 2011 von Warner Bros. in die Kinos gebracht und stieg auf Platz 1 der deutschen Kinocharts ein. Wie schon bei Männerherzen komponierte und produzierte Verhoeven wieder einen großen Teil der Filmmusik, unter anderem den Titelsong Die ganz ganz große Liebe, der von Justus von Dohnányi alias „Bruce Berger“ gesungen wird.

Für Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe wurde Simon Verhoeven am 10. November 2011 der Medienpreis Bambi als bester Film national verliehen. Im Januar 2012 erhielt Verhoeven erneut den Bayerischen Filmpreis, als Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.

Seit 2010 arbeitet Verhoeven auch häufiger als Werberegisseur. Neben diversen Kampagnen inszenierte er im Juni 2015 einen Spot mit Bastian Schweinsteiger für die US-Firma Beats by Dre bzw. Beats Electronics. Der Film, der den Wechsel von Schweinsteiger zu Manchester United auf emotionale Weise thematisiert, erreichte mehrere Millionen Klicks bei YouTube.

Am 7. Januar 2016 kam Verhoevens englischsprachiger Horrorfilm Unfriend in die deutschen Kinos. Der Film wurde von Warner Bros unter dem Titel Friend Request neben den USA und England auch in verschiedene Länder verkauft.

Anfang November 2016 kam Verhoevens Komödie Willkommen bei den Hartmanns in die Kinos, mit den Darstellern Senta Berger, Heiner Lauterbach, Elyas M’Barek, Florian David Fitz und Palina Rojinski.Neue Komödie vereint Berger, Fitz und M’Barek vor der Kamera Abendzeitung München, 20. Mai 2016 Der Film stieg mit über einer halben Million Zuschauer am ersten Wochenende auf Platz 1 der Kinocharts. Anfang Januar 2017 folgte die Goldene Leinwand, nachdem der Film die 3-Mio.-Zuschauer-Marke überschritten hatte und zum erfolgreichsten deutschen Kinofilm des Jahres geworden war.

Am 21. Januar 2017 wurde Verhoeven für Willkommen bei den Hartmanns beim Bayerischen Filmpreis mit dem Produzentenpreis ausgezeichnet, gemeinsam mit seinem Vater Michael Verhoeven und den Produzenten Quirin Berg und Max Wiedemann. Außerdem erhielt der Regisseur zum zweiten Mal den „Publikumspreis“. Beim Deutschen Filmpreis 2017 wurde Verhoeven die Lola für den „Besucherstärksten Film des Jahres“ überreicht. Die Gesellschaftskomödie erhielt darüber hinaus während des Filmfests München am 29. Juni 2017 auch den Friedenspreis des Deutschen Films „Die Brücke“. 2017 wurde Willkommen bei den Hartmanns als „Beste europäische Komödie“ für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Die Dreharbeiten zu Verhoevens Film Nightlife begannen im Mai 2019 in Berlin. Die Hauptrollen übernahmen Elyas M’Barek, Frederick Lau und Palina Rojinski. Die Komödie startete am 14. Februar 2020 auf Platz 1 der deutschen Kinocharts mit 355.000 Zuschauern am ersten Wochenende. Nach drei Wochen und als erster deutscher Film 2020 mit über eine Million Besuchern endete die Kinoauswertung abrupt, als wegen der Coronakrise alle Kinos in Deutschland vorerst geschlossen wurden. Dennoch wurde die Komödie zum erfolgreichsten deutschen Film des Jahres. Bei der Romy-Verleihung 2020 erhielt der Film den Preis für das Beste Drehbuch (Kino). Der Club der Filmjournalisten e.V. verlieh Nightlife am 29. Januar 2021 den Ernst-Lubitsch-Preis./ Im Oktober 2021 erhielt Verhoeven erneut die Lola des Deutschen Filmpreises für den „Besucherstärkster Film 2020“, diesmal für Nightlife.

2020/2021 entwickelte Simon Verhoeven zum ersten Mal eine Doku-Serie: FC Bayern – Behind the Legend. Gemeinsam mit Kameramann Nepomuk V. Fischer führte er auch Regie und produzierte die 6-teilige Serie die seit dem 2. November 2021 auf Amazon Prime läuft.

2021 verkündete der langjährige Produktionspartner Wiedemann & Berg Film, dass das nächste gemeinsame Projekt das internationale Biopic Girl You Know It’s True sein wird – basierend auf der wahren Geschichte der skandalbelasteten Band Milli Vanilli. 2022 inszenierte Verhoeven nach eigenem Drehbuch den Film. In den Hauptrollen spielen Tijan Njie und Elan Ben Ali sowie Matthias Schweighöfer als der Musikproduzent Frank Farian. Am 19. Januar 2024 gewann Girl You Know It’s True die Auszeichnung für den Besten Film beim Bayerischen Filmpreis. Außerdem wurde der Film für vier deutsche Filmpreise nominiert, erhielt davon zwei und gewann den Jupiter als bester deutscher Film.

Am 31. Oktober 2024 startete Verhoevens Gesellschaftskomödie Alter weißer Mann in den deutschen Kinos. Die Komödie wurde der vierterfolgreichste deutsche Film des Jahres 2024. Im Mai 2025 erhielt der Film den Civis Cinema Award der CIVIS Medienstiftung, die sich seit 2003 für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa einsetzt.

Im April 2025 begannen die Dreharbeiten zu Simon Verhoeven Verfilmung des Romans Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke von Joachim Meyerhoff. Neben seiner Regie schrieb Verhoeven auch das adaptierte Drehbuch. Die Hauptrollen spielen Bruno Alexander, Michael Wittenborn und nach Willkommen bei den Hartmanns auch wieder Simon Verhoevens Mutter Senta Berger. Der Film wurde sowohl zum Publikumserfolg mit über 1,25 Mio. Besuchern und wurde von Kritikern gelobt. Für den Deutschen Filmpreis Lola wurde der Film sieben Mal nominiert, darunter Regie und Drehbuch für Verhoeven. Am 29. Mai 2026 gewann der Film drei Auszeichnungen, den Filmpreis in Bronze, sowie den Preis für die beste Hauptdarstellerin (Senta Berger) und für den besten Nebendarsteller (Michael Wittenborn).

Alle seine inszenierten Spielfilme realisierte Simon Verhoeven in Zusammenarbeit mit dem Kameramann Jo Heim. Verhoeven entwickelt und koproduziert seine Werke meistens mit der Sentana Filmproduktion, die Michael Verhoeven und Senta Berger bereits 1965 gründeten.

Als Schauspieler arbeitete Simon Verhoeven vor seiner Regie- und Drehbuchkarriere unter anderem mit Regisseuren wie Sönke Wortmann, Doris Dörrie, dem Oscar-nominierten Bruce Beresford, Margarethe von Trotta, seinem Vater Michael Verhoeven, Christian Ulmen und Roland Suso Richter zusammen: Richter drehte 2008 mit Verhoeven als Jürgen Vietor den Film Mogadischu über die Flugzeugentführung der Landshut 1977, dem der Deutsche Fernsehpreis 2009 als bester Fernsehfilm des Jahres verliehen wurde.

Filmografie Als Regisseur 1996: Music Takes U High (Musikvideo für Future Funk) 1997: Phone (Kurzfilm) 1999: Nice Meeting you (Kurzfilm) 2001: 100 Pro (auch Drehbuch und Filmmusik) 2009: Männerherzen (auch Drehbuch und Filmmusik) 2011: Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe (auch Drehbuch und Filmmusik) 2016: Unfriend auch (Ko-Autor) 2016: Willkommen bei den Hartmanns (auch Drehbuch) 2020: Nightlife (auch Drehbuch) 2021: FC Bayern – Behind the Legend (6-teilige Sport-Dokuserie) 2023: Girl You Know It’s True (auch Drehbuch) 2024: Alter weißer Mann (auch Drehbuch) 2026: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (auch Drehbuch)

Als Schauspieler 1994: Mutters Courage 1995: Party Girl 1996: Doppelter Einsatz (Fernsehserie, Folge 2x15) 1996: Der rote Tod (Fernsehfilm) 1997: Stockinger (Fernsehserie, Folge 1x11) 1998: Natalie III – Babystrich online (Fernsehfilm) 1999: Mit fünfzig küssen Männer anders (Fernsehfilm) 1999: Kommissar Rex (Fernsehserie, Folge 5x07) 2000: Vasilisa 2000: Vino Santo (Fernsehfilm) 2001, 2006: SOKO 5113 (Fernsehserie, Folgen 20x03, 30x07) 2001: Die Windsbraut (Bride of Wind) 2001: 100 Pro 2002: Rosamunde Pilcher – Wenn nur noch die Liebe zählt 2002: Die schnelle Gerdi 2002: SOKO Kitzbühel (Fernsehserie, Folge 2x04) 2002: Feiertag 2003: Das Wunder von Bern 2003: Die Rosenheim-Cops (Fernsehserie, Folge 2x07) 2003: Da wo die Heimat ist (Fernsehfilm) 2004: Der Fischer und seine Frau 2004: Mädchen, Mädchen 2 – Loft oder Liebe 2004: Wen die Liebe trifft (Fernsehfilm) 2005: Unter weißen Segeln (Fernsehserie, Folge 1x04) 2005: Inga Lindström – Im Sommerhaus 2005–2007: Alles außer Sex (Fernsehserie, 13 Folgen) 2005: Eine Liebe am Gardasee 2006: Zwei Bräute und eine Affäre 2007: SOKO Wien (Fernsehserie, Folge 3x11) 2007: Stellungswechsel 2008: Mogadischu 2008: Doctor’s Diary (Fernsehserie, Folge 1x03) 2008: Kleine Lüge für die Liebe (Fernsehfilm) 2008: Bloch (Fernsehreihe, Folge 1x13) 2009: Männerherzen 2009: Mama kommt! (Fernsehfilm) 2009: SOKO Köln (Fernsehserie, Folge 6x17) 2010: Laconia 2010: Kommissar LaBréa – Mord in der Rue St. Lazare (Krimireihe, Folge 2) 2011: Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe (Cameo) 2020: Nightlife (Cameo) 2021: Jerks. (Fernsehserie, Folge 4x10)

Filmdokumentation 2003: Die Verhoevens (Autor: Felix Moeller)

Auszeichnungen 2010: Bayerischer Filmpreis: Bestes Drehbuch, für Männerherzen 2010: Jupiter: Bester deutscher Film, für Männerherzen 2011: Bambi: Bester Film national, für Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe 2012: Bayerischer Filmpreis: Publikumspreis für Männerherzen und die ganz ganz große Liebe 2017: Goldene Leinwand für Willkommen bei den Hartmanns 2017: Bayerischer Filmpreis: Beste Produktion für Willkommen bei den Hartmanns 2017: Bayerischer Filmpreis: Publikumspreis für Willkommen bei den Hartmanns 2017: AZ Stern des Jahres für Willkommen bei den Hartmanns 2017: Jupiter: Bester Film national, für Willkommen bei den Hartmanns 2017: Deutscher Filmpreis: Besucherstärkster Film für Willkommen bei den Hartmanns 2017: Friedenspreis des Deutschen Films: Hauptpreis national für Willkommen bei den Hartmanns